"Wenn wir eine so ehrgeizige Maschine bauen, muss es eine globale Maschine sein"
Paris - Zusätzlich zum größten Ringbeschleuniger der Welt im Europäischen Kernforschungszentrum CERN wünschen sich Physiker einen neuen Linearbeschleuniger. Am Rande der 35. Internationalen Konferenz für Hochenergiephysik haben die Wissenschafter in Paris dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy ihre Vorschläge für den Bau des International Linear Collider (ILC) präsentiert. Damit werben sie für das auf zehn Milliarden Euro veranschlagte Projekt, mit dem die Experimente durchgeführt werden sollen, die im Large Hadron Collider (LHC) nicht möglich sind.
Der ILC soll in einem 50 Kilometer langen Tunnel Elektronen und
Positronen mit bisher unerreichter Energie miteinander kollidieren
lassen. Wie auch der LHC soll der ILC der Grundlagenforschung dienen.
Die Wissenschafter versprechen sich von den Experimenten neue
Erkenntnisse über den Ursprung und den Aufbau der Welt.
"Wenn wir eine so ehrgeizige Maschine bauen, muss es eine globale Maschine sein", sagte Barry Barish, der designierte Direktor des ILC. Sarkozy stimmte ihm zu. Solch ein Projekt könne nicht von einem einzelnen Land oder einer kleinen Gruppe von Ländern finanziert werden, sagte er. Die Pläne für den ILC würden schon lange diskutiert, sagte der Physiker Guy Wormser. Nun gehe es darum, das Geld dafür aufzutreiben. Neben der Finanzierung ist auch der Standort noch unklar. Barish präsentierte Pläne, wonach der ILC in Japan, Russland, den USA oder am CERN entstehen könnte. Wo er letztendlich gebaut wird, wird wohl auch davon abhängen, welches Land wie viel zu dem Projekt beiträgt. (APA/apn)