Vorschlag des Außenministers

Schrumpfendes Österreich durch "Massenzuwanderung"

Maria Sterkl, 26. Juli 2010, 16:52
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    foto: standard/fischer

    Willkommen in Österreich: Im Vorjahr ließ der Staat 108.000 Menschen zuwandern, wobei die allermeisten von ihnen EU-BürgerInnen sind

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    grafik: apa

Sollten bis 2030 wirklich 100.000 Menschen zuwandern, dann würde Österreichs Bevölkerung stark schrumpfen

Österreich brauche 100.000 neue Zuwanderer bis 2030, forderte Außenminister Michael Spindelegger in der „Presse", und BZÖ und FPÖ warnten postwendend vor „Massenzuwanderung". Doch Tatsache ist: Kämen tatsächlich nur 5000 Neuzuwanderer pro Jahr ins Land, wie Spindeleggers Modell impliziert, dann würde Österreichs Bevölkerung schrumpfen. Wie die Statistik zeigt, wuchs die Bevölkerung im Vorjahr nur deshalb um magere 0,2 Prozent, weil sich fast 108.000 Menschen hier niederließen - also in einem Jahr sogar mehr Menschen, als der Außenminister im Zeitraum der nächsten zwanzig Jahre insgesamt zuwandern lassen möchte. Gleichzeitig wanderten 87.000 Menschen aus - es trugen also nur 21.000 Zugewanderte zum Bevölkerungswachstum bei.

Der größte Teil der Zugewanderten kommt aus EU-Staaten nach Österreich. Doch selbst, wenn man Spindeleggers Forderung rein auf Drittstaats-Migration beziehen würde, wäre das ein Rückgang der Zuwanderung: Letztes Jahr kamen 38.000 Menschen aus Nicht-EU-Staaten ins Land, gleichzeitig wanderten 29.000 Drittstaats-Angehörige aus. Das ergibt eine Netto-Zuwanderung aus Nicht-EU-Staaten in der Höhe von 9.000 - immer noch weit mehr als Spindeleggers 5000 Zuwanderer im Jahr.

"Geht nicht um Zahlen"

Wünscht sich der Außenminister also einen Zuwanderungs-Rückgang, oder kennt er die Statistik nicht? Auf Anfrage lässt Spindelegger über dessen Sprecher ausrichten, Zuwanderung sei „ein Faktum, dabei geht es nicht um Zahlen." Jedenfalls brauche Österreich eine „ geordnete, gezielte Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte", so der ÖVP-Minister.

Jene „Rot-Weiß-Rot"-Card, die laut Regierungsübereinkommen Kriterien für eine solche Arbeitsmigration einführen sollte, lässt hingegen weiter auf sich warten: Ursprünglich für Ende 2010 angekündigt, ist laut Innenministerin Maria Fekter noch keine Lösung in Sicht: "Der Ball liegt bei den Sozialpartnern", heißt es. Arbeiterkammer-Präsident Herbert Tumpel stellte jedenfalls klar, dass die "Hauptsorge" nicht forcierter Zuwanderung, sondern dem Senken der Arbeitslosigkeit gelte. Erst, wenn bestimmte „Schutzmechanismen gegen Lohn- und Sozialdumping" definiert worden seien, könne man an eine Öffnung des Arbeitsmarkts denken, so Tumpel. 

Sozialpartnerschaft entscheidet

Von einer Ausweitung der Zuwanderung will die ÖVP aber ohnehin nicht sprechen: Ob in Zukunft mehr Arbeitskräfte zuwandern dürfen als jetzt, liege allein bei den SozialpartnerInnen, lässt VP-Generalsekretär Fritz Kaltenegger ausrichten. Hierbei sei man in alle Richtungen offen, sagt dessen Sprecherin Michaela Berger: "Wenn die Sozialpartner sagen, es sind zu viele Zuwanderer, dann muss man sich etwas überlegen." (Maria Sterkl, derStandard.at, 26.7.2010)

Kommentar posten
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DerQuerulant
00
eventuell..

..geschieht ja gar noch ein wunder , und wir fangen selbst wieder an ausreichend nachwuchs zu zeugen.
oder is des thema schon ganz vom tisch ?

Nirual
00
30.7.2010, 10:57
und warum weils bald...

...keinem mehr interessiert unter solchen Aussichten für die Zukunft, Familien zu Gründen.
Verstehe die mitte 20 jährigen über deren Frust!!! (Können sich Kinder nicht leisten, Job meistens weg, deren Kinder 'dürfen' dann eh schon arbeiten bis zum Tod, zwecks zwangshaftigen Pensionreformen, Umwelt kolabiert)
Ich weiß sehr pesimistisch, aber man darf nicht immer die negativen Seiten zwanghaft verdrängen, gehören ebenso erwähnt

Bagel
00
28.7.2010, 10:11
marktwirtschaftliche Gesetze anwenden / nicht nur Arbeitgeber, sondern auch Arbeitnehmer müssen von Einwanderung profitieren

Es gäbe tolle Möglichkeiten, mit denen folgendes erreicht werden könnte:
Die Besten rein, Lohndumping und Schwarzarbeit verhindern.

- Wer reingeholt wird, muss in den ersten beiden Jahren Tagesdiäten erhalten.
Das ist Lockmittel und Lohndumping-Verhinderung gleichzeitig.
Gleichzeitig muss in einen Ausbildungstopf für inländische Arbeitnehmer einbezahlt werden, damit die ebenfalls von der Zuwanderung profitieren und nicht wie sonst immer nur die Arbeitgeberseite.

- Wer Schwarzarbeiter beschäftigt und erwischt wird, muss dem Schwarzarbeiter ein Jahresgehalt Entschädigung bezahlen.
Damit kann der Arbeiter den Chef jederzeit auffliegen lassen und das Risiko für Selbigen wird zu groß.

Uljanov-Blank
03
27.7.2010, 19:42
die bewoelkerungsdichet in der EU betraegt 120 Menschen/km^2 . Das ist doppelt so viel, wie in Asien.

in Amerika sind es 40
in Afrika 35.

Warum sollen wir den biologischen Ueberfluss hier sammeln?
Wir muessen eh schon um 50% schrumpfen, um auf Asienwerte zu kommen.

Bagel
21
28.7.2010, 10:12

Wir haben in Europa aber keine Wüste, keinen Dschungel und kein menschenleeres Sibirien.

fahrenheit 451
00
28.7.2010, 17:42

dafür einen haufen gebirgsketten und im norden dschungelartige wälder. am besten mal den atlas nehmen.....

Meslier
02
27.7.2010, 19:08
Von 600.000 eine Reduktion auf 100.000 in 2 Jahren - das Volk staunt.

"Der Wirtschaft fehlen bald bis zu 600.000 Fachkräfte". (...)Die Zeit dränge, meinte Mitterlehner." Zitat aus der "Press" August 2008 http://diepresse.com/home/wirt... o?from=rss

Für die einen bedeutet Zuwanderung Lohndumping, für die anderen a la longue neue Wähler. Synergismen auf Kosten der ohnehin schon schwächelnden Mittelschicht. Politik made in Austria.

fredi1990
01
27.7.2010, 19:00
billige sklaven brauch das land!

ja, ja - die wirtschaft und industrie wünscht sich billige arbeitskräfte und schon schreit die övp nach noch mehr zuwanderer!
sollten wir nicht zuerst versuchen unsere arbeitslosen wieder in ein geregelts berufsleben zu bringen! aber wenn ich aber als arbeitsloser so ca. € 1000 geschenkt bekomme, warum soll ich dann irgendwo um ca. €1200 arbeiten?
es müßte der arbeitswille wieder besser bezahlt werden, das will aber das klientel der övp nicht!

van.der.stiege
00
27.7.2010, 18:12
mich wuerde ja echt mal interessieren...

... wie andere länder da so vorgehn.

nehmen wir mal japan. mit einem migrantenanteil von unter 2 prozent muessen die ja schon dem tod geweiht sein.
auf zuwanderung setzt das land trotzdem nicht. jedoch vermehrt auf robotnik und technik zur z.b. altenbetreuung.

dieser bevölkerungswandel ist ja nicht was das von österreich erfunden wurde. vielleicht kann der standard (als qualitätszeitung) da mal die konzepte anderer länder vorstellen.

vielen dank :-)

Eigeier
09
27.7.2010, 16:12
economy kills

Sinkende Bevölkerungsdichte bedeutet steigende Lebensqualität (was das Land leider wieder für Zuwanderer attraktiv macht).

anti-ameisengassler
 
83
27.7.2010, 16:07
ich sehe nichts was gegen zuwanderung spricht

solange sie verantwortungsvoll und geregelt passiert.
aber immerhin sind ausländer in österreich nettozahler in der sozialversicherung. von wegen sozialschmarotzer...

Schnick
02
27.7.2010, 21:15

... die bisherigen Ausländer meistens nur kurz, deren umfangreiche Verwandtschaft dann schon gar nicht.

Seriöser Hütchenspieler
03
27.7.2010, 18:25
aber immerhin sind ausländer in österreich nettozahler

LOL, da glaubt doch wirklich wer an den Hundsdorfer-Schmäh....

waterpistolriot
10
27.7.2010, 23:39
ein seriöser hütchenspieler

beweist dem standard.at forum das gegenteil. bitte, widerlegen sie es:
"LOL!".
danke. you failed at failing.

Stoascheissa Korl
412
27.7.2010, 16:00

Sobald in Österreich der letzte Arbeitslose angestellt war, die unterqualifizierten ausgebildet und die Löhne erhöht worden sind, bin ich für Zuwanderung.

grassl
00
27.7.2010, 17:11
mein guter scheisser, da spiel die wirtschaft nicht mit!

die brauchen arbeitsfreie (lose). das hätten Sie aber schon wissen können.

Stoascheissa Korl
03
27.7.2010, 18:44

Ich verrate es dir nur ungern, aber ich weiß das seit ca. 30 Jahren. Aber die meisten glauben, dass Arbeitslosigkeit mit der Krise, der Globalisierung oder der Krümmung der Gurke zusammenhängt.
Sie ist gewollt.
Sie hält die Löhne niedrig.
Sie senkt die Lebensqualität der meisten Lohnabhängigen.

FAIL
01
27.7.2010, 16:26

mir entzieht sich noch immer das verständnis für vollbeschäftigung. ich dachte immer wissenschaft und technik sollen uns das leben erleichtern und uns von natürlichen zwängen befreien (und ich denke dies wäre momentan schon möglich)
tatsächlich aber scheint genau das gegenteil zu passiern - wir verlieren uns selbst immer mehr und mehr im konsumrausch sinnbefreiter kleinigkeiten. viele leben noch immer nur um zu arbeiten und deffinieren sich über den erwerb des neuesten schnickschnacks.

schöne neue welt ...

aber ich weiß, ich bin naiv :D

Stoascheissa Korl
01
27.7.2010, 18:38

Keine Arbeit haben heißt: kein (nennenswertes) Einkommen haben. Je höher die Produktivität der Wirtschaft, desto weniger müßte jedeR arbeiten. Aber statt die Arbeit zu verteilen (35h-Woche!) und alle gleichmäßig weniger arbeiten zu lassen, müssen viele permanent Überstunden machen, andere sind strukturell teilzeit- bzw. unterbeschäftigt, andere arbeitslos oder sind ganz aus dem Arbeitsleben gedrängt worden (Frauen).
Wenn jetzt endlich die Chance wäre, jeder/m, die/der will, einen Arbeitsplatz zu verschaffen und die Löhne zu heben, müssen wir die nutzen (siehe 70er Jahre!). Und dann können wir auch Zuwanderung POSITIV GESTALTEN, mit weniger Druck am Arbeitsmarkt!

FAIL
00
27.7.2010, 21:22

leider scheinen sie einer der menschen zu sein, dies nicht weit über ihren tellerrand hinaus, wenn überhaupt bis dorthin, schaffen. man kann ihnen das aber auch nicht vorwerfen - abstraktes denken ist hald nicht jedermans stärke (genaus wie mein deutsch ziemlich mieß is - bin hald legastheniker, kann ich auch nix dafür)
und auf mein posting haben sie in wahrheit auch nicht geantwortet. falls sies nicht verstanden haben - etwas einfacher ausgedrückt: der großteil der arbeit die wir momentan erledigen ist in wahrheit ziemlich sinnbefreit ...

nichts für ungut, und einen schönen abend :D

FAIL
00
28.7.2010, 02:47

ich hätte wohl gleich 2x lesen sollen, als einfach nur stur abzublocken - ich möchte mich hierfür entschuldigen. ihnen ihre intelligenz abzusprechen war absolut nicht notwendig und meine attacken untergriffig - ich hoffe sie akzeptieren und können "drüber stehn".

dennoch, mein punkt steht, ein großteil der arbeit die wir verrichten dient nur dazu die leere einer ziel und planlosen gesellschaft zu stopfen. und wenn man davon ausgeht, dass sowieso nur in etwa 50%* der österreichischen bevölkerung einer erwerbsarbeit nachgeht, so stellt sich mir die frage, ob eine gleichmäßigere (für mich gerechtere) verteilung des einkommens nicht angebrachter wäre.

*http://www.statistik.at/web_de/st... index.html

le chat botté
04
27.7.2010, 15:54
Haben Sie das nötig, Herr Spindelegger?

Es ist schon verwunderlich, welche Zahlen/Daten für das hier beschriebene Szenario einer "drohenden Schrumpfung" herangezogen wurden. Österreichs Bevölkerung wächst nämlich schon seit vielen Jahren (seit meiner Schulzeit vor 30 Jahren um ca. 1 Mio), zum Einen dank eben der positiven Wanderungsbilanz, zum Anderen aber auch dank der signifikant höheren Geburtenrate in der Gruppe der Einwanderer (inkl. Asylanten). Für die Absicherung des Sozialsystems wäre also zunächst eine klare Fokussierung auf die Integration bereits hier lebender Menschen mit einer deutlichen Verbesserung ihrer Bildungs- und Jobchancen das Gebot der Stunde, anstatt schwachsinnige Demagogie mit statistisch unhaltbaren Behauptungen zu betreiben.

Stoascheissa Korl
03
27.7.2010, 18:48

Das Sozialsystem kann mensch durch Zuwanderung nur dann absichern, wenn alle Beteiligten einen Arbeitsplatz haben!!
Sonst hole ich mir, unmittelbar oder mittelbar, nur noch ein paar Arbeitslose ins Land bzw drück die Löhne, was auch auf den Sozialstaat drückt.

Buchstabierer
00
28.7.2010, 01:14

Ich suche einen Informatiker und es gibt einen arbeitslosen Koch.
Klingelt's?

myChefkoch
34
27.7.2010, 15:51

Vielleicht motiviert man die Österreicher einmal wieder dazu Kinder zu bekommen. ?!? Wie wärs damit? Die wären dann bis 2030 locker in der Lage etwas in unsere wirtschaft zu pumpen. Und bis 2030 könnte man ja mal die Arbeitslosen vernünftig schulen, anstatt sie in unnötige Kurse zwecks Statistik zu schicken. Ausserdem wäre es für die Österreicher ja auch kein Nachteil, die Population etwas zu steigern. (nix gegen ausländer, aber nur ausländer rein und keine Österreicher die nachkommen ergibt irgenwann keine Österreicher mehr in Österreich)

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