Bildungsexperte

Gesamtschule "auf Dauer nicht zu verhindern"

26. Juli 2010 13:14
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    Foto: apa/gindl

    Bernd Schilcher feiert am 27. Juli seinen 70. Geburtstag.

Schule muss sozialen Zusammenhalt fördern - Pröll-Vorschlag nur "Schrittchen"

Wien - In der ÖVP gibt es zwar nach wie vor Widerstand gegen eine gemeinsame Schule für Zehn- bis 14-Jährige, für den schwarzen Bildungsexperten Bernd Schilcher ist deren Einführung dennoch nur noch eine Frage der Zeit. "Ich glaube, es liegt nicht in der Hand einzelner Personen, das dauerhaft zu verhindern", so der frühere steirische Landesschulratspräsident im Gespräch mit der APA.

Wichtiges Ziel der Schule: Sozialer Zusammenhalt

Dafür sei nämlich der "Druck der sozialen Kohäsion zu groß": Wichtigstes Ziel der Schule neben der Bildung müsse der soziale Zusammenhalt sein. Schüler ohne und mit Migrationshintergrund, mit hohem und niedrigem Lernniveau müssten lernen, miteinander zu leben. Es sei sinnlos, Schüler nach gesellschaftlichen Milieus in Schulen zusammenzufassen, wenn sie später in ein Berufsleben mit großer Pluralität einsteigen müssten.

Skepsis gegenüber einer gemeinsamen Schule, wie sie sich etwa in Hamburg bei der Ablehnung einer Verlängerung der Volksschule auf sechs Jahre gezeigt hat, kommt in der Bevölkerung laut Schilcher vor allem von den Bildungsbürgern. Diese hätten seit 150 Jahren versucht, die Schulpolitik zu steuern und seien noch immer bestimmend. "Sie haben Angst, ihren Vorrang einzubüßen", so der Bildungsexperte. Das Argument, es käme zu einer Nivellierung des Niveaus nach unten, sieht er als Schutzbehauptung.

Entscheidung mit 14, nicht mit 12 Jahren

Den Vorschlag des niederösterreichischen Landeshauptmanns Erwin Pröll, die Bildungsentscheidung für Hauptschule oder AHS von derzeit zehn auf zwölf Jahre nach hinten zu verschieben, sieht Schilcher skeptisch. Das sei "ein Schrittchen, das keine wesentlichen Verbesserungen bringt". Wirklich entscheidend sei nämlich die Entscheidung mit 14 Jahren, wenn der Schüler "den Schwerpunkt seiner künftigen beruflichen Tätigkeit festlegt".

Mit der aktuellen Umsetzung der Neuen Mittelschule, die Schilcher als Vorsitzender der von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) eingesetzten Expertenkommission mitentwickelt hat, ist er "sehr zufrieden". Und er verteidigt sie gegen ihre Kritiker: Es stimme keinesfalls, dass es sich dabei um neun verschiedene Modelle handle, deren Gemeinsamkeit nur die finanzielle Besserstellung der Hauptschulen sei. Die Approbationskommission, der auch Schilcher angehört hat, habe "um eine gewisse Einheitlichkeit gekämpft". Das rasche Erkennen der Begabungen und Talente der Schüler, individuelle Förderung, möglichst große Vielfalt unter den Schülern (Migranten, Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern, Schüler mit Behinderung) seien Voraussetzung für eine Aufnahme in den Schulversuch gewesen. Außerdem seien Schulen mit ganztägigem Unterricht bevorzugt worden. (APA)

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Der Herr Franz
 
15.11.2010 11:15
Die Nivellierung nach unten ist keine

Schutzbehauptung sondern eine logische Folge davon, Kinder unterschiedlicher leistungsfähigkeit gemeinsam zu unterrichten. Durch die Bildung von Leistungsgruppen kann der Effekt zwar abgemildert aber nicht kompensiert werden. Es ist nun einmal ein Tatsache, daß das Lehertempo dem Durchschnitt der Leistungsfähigkeit angepaßt werden muß, somit werden die Begabten unterfordert und deren Potential nicht ausgeschöpft (sie werden in ihrer Entwicklung gebremst), die Lernschwachen werden möglicherweise profitieren, würden daß aber in einer vernünftig struktuerierten Hauptschule wanrscheinlich besser. Außerdem glaub ich nicht daß es so motivierend ist, wenn man permanent mitbekommt, daß man deutlich weniger begabt ist als viele andere.

Aleksandar
01.09.2010 11:46
Bis jetzt noch keine Antwort

auf die Frage: Was macht den ÖVP-ler und emeritierten JUS-Professor zum BILDUNGSEXPERTEN?
Ich bitte um eine plausible Erklärung!

GoodieGoodie
06.09.2010 12:04

Kennen Sie irgendeinen Bildungsexperten, der diese Bezeichnung verdient???

GoodieGoodie
30.08.2010 11:57

Gesamtschule "auf Dauer nicht zu verhindern" -

Das klingt wie eine gefährliche Drohung!

ride my pimp
06.08.2010 17:23

der redet ernsthaft noch von Bildungsbürgern, dabei wurde dieser Begriff bereits vor Jahrzehnten von renommierten Soziologen endgültig für tot erklärt!

ride my pimp
06.08.2010 17:21

Nach Abschaffung des Gymnasiums und der Hauptschule sowie der Sonderschulen und sonderpädagogischen Zentren wird Schmied via Studie bekannt geben, dass die NMS mit Abstand der beste öffentliche Schultyp in Österreich ist (weil gleichzeitig der einzige).

clangi
08.08.2010 11:40
vor allem....

einfach alternativlos, wie schön ^^

ride my pimp
06.08.2010 17:17

Oh ja, 70-Jähriger Beamter, erklär uns die Zukunft!

clangi
06.08.2010 10:52
Bernd Schilcher ist Jurist...

aber, und, oder... (???) Bildungsexperte?

Werde ich jemals lesen können, dass in diesem Land einmal ein Lehrer Bildungsexperte ist?

Einfach typisch: es wird ein Posten für einen braven Parteianhänger gebraucht, schon bekommt er ihn, ob vom Fach oder nicht ist vollkommen egal!!!!

sam duke
06.08.2010 18:27
und övpler

und steirer. mehr ist dazu nicht zu sagen.

asinus
29.07.2010 07:46

Der Mann gibt nur Allgemeinplätze von sich...

Annemarie Veit
28.07.2010 15:26
unfassbar,

wie manche "experten", (leider) unterstützt von willfährigen medien, versuchen linke gehirnwäsche zu betreiben.

die gesamtschule, wie sie von der spö propagiert wird, kann nicht - innere differenzierung hin oder her - funktionieren.
auch die soziale selektion, die immer als einziges pro-argument herhalten muss, wird durch die gesamtschule verstärkt werden. sozialisten beweisen, wie es funktioniert, indem sie ihre eigenen kinder nicht in öffentliche, sondern in privatschulen schicken.

die wahlmöglichkeit des differenzioerten schulsystems ab 10 muss bestehen bleiben - ein zeichen der mündigkeit der bürgerInnen!

marie berg
04.08.2010 22:30
lassen sie mich raten:

ahs lehrerin? ahs-lehrer-gewerkschafterin?

Annemarie Veit
05.08.2010 06:28

weder noch!

einfach nur eine (be)denkende bürgerin!

f.j.neffe
 
27.07.2010 19:54
Gesamtschule ist ja eh schon überall - außer in der Schule.

Die Standardstreitereien laufen eigentlich alle eh nur über KARIKATUREN VON SCHULE. Die reale Schule hat der Mensch IN SICH - ich nenne sie die Ich-kann-Schule - und im Leben. Der Rest sind Unterrichtsvollzugsanstalten, die in der Praxis das Gegenteil von dem tun, was das Wort SCHULE vorgibt. Im Grunde funktioniert die "Gesamtschule" doch eh längst überall außerhalb dessen, was wir Schule nennen: beim Bäcker, beim Eismann, im Fußballclub,..... überall ist Gesamtschule, nur in der Schule nicht. Überall lernt der Mensch sich zu ENTwickeln, nur in der Schule muss er sich EINwickeln lassen. Vielleicht sollten die Schulemacher nichmals in die Schule gehen?
Ich grüße freundlich.
Franz Josef Neffe

ride my pimp
06.08.2010 17:19

F. J. Neffe - verbirgt sich Marga Swoboda nun hinter einem männlichen Pseudonym?

Oder etwa Staberl, oder lebt Hans Dichand?

G. Lavant
27.07.2010 15:47
Es stimme keinesfalls, dass es sich dabei um neun verschiedene Modelle handle, deren Gemeinsamkeit nur die finanzielle Besserstellung der Hauptschulen sei.

Da hat Schilcher recht: es sind nicht neun verschiedene Modelle, sondern erheblich mehr, da jeder NMS noch zusätzlich eigene Schwerpunkte setzen kann und auch setzt, um attraktiv zu sein, um anderen Schulen Schüler auszuspannen. Hauptsächlich dafür werden die zusätzlichen Ressourcen verbraten. Hier herrscht Wildwuchs und Gestrüpp und man vermisst die ordnende Hand.
Oder: weil man sich überfordert fühlt, lässt man die Dinge schleifen und nennt das Demokratie.
Dabei ist es nur Management by chaos.

AlBundyFan
 
27.07.2010 14:28
gesamtschule wäre eh super wenn sie ordentlich gemacht wird

aber so wies bei uns sein wird, wird man alle sinnvollen dinge(kleine gruppen, förderunterricht für unter- & überforderderte, mehre lehrer in einer klasse usw.)streichen und dann haben wir nichts außer einer 35-schüler klasse mit einem lehrer der vorne vorträgt.

oberstes gesetz wurde ja genannt:kostenneutralität.

die schule zu verbessern geht aber nicht ohne erhöhtem personalaufwand.

die NMS,die jetzt getestet wird funktioniert nur deshalb weil:
-mehr budget vorhanden ist als es bei flächendeckender einführung sein wird
-HS+gym parallel existieren und somit die unterste und oberste bildungsschicht nicht die NMS besucht.

in 5 jahren haben wir eine schule die alle besuchenden zu verlieren machen wird.

G. Lavant
27.07.2010 12:39
Warum gehen eigentlich in den NMS die AHS-Lehrer aus

und warum werden junge AHS-Lehrer, wenn sie eine Anstellung wollen, zwangsverpflichtet, wenn die Bedingungen so paradiesisch sind?
Warum brennen so viele Lehrerinnen in NMS aus wie Sternspritzer, wenn es so ein tolles System ist? Warum wird bei der Notengebung Druck auf Lehrer ausgeübt, wenn die Schüler so darauf erpicht sind, Leistung zu erbringen und sich selbst alles beibringen wollen?

Kulkulcán
28.07.2010 09:47
Ist die NMS

für das Lehrpersonal oder für unseren Nachwuchs konzipiert?

GoodieGoodie
28.07.2010 15:12

Weder - noch!
Sie ist nur als Prestigeobjekt für Fr. Schmied konzipiert.

LL MM
28.07.2010 15:11

Es stimmt aber, dass die Begeisterung der AHS-Lehrer in einer NMS zu unterrichten endenwollend ist bzw. an vielen Standorten es sehr, sehr schwer ist, jemanden zu finden.

Was machma jetzt?

luke skywalker
27.07.2010 12:22
Man muss den tieferen Sinn dieser Gesamtschulen erkennen

der ist nämlich, dass die "oberen 10.000" dann wieder unter sich sind.

Deren Kinder (auch die der linken Ideologen) kommen in teure Privatschulen (wie z.B. Tony Blairs Kinder in England) die sich kein Normalsterblicher leisten kann.
Die Kinder des "Pöbels" finden sich alle in der Einheistsschule wieder.

Das ist dann "soziale Gerechtigkeit", wenn nur mehr die in eine gute Schule kommen, die viel Geld haben.

marie berg
28.07.2010 07:57
sie scheinen

sich mit dem britischen schulsystem wirklich auszukennen!

The Chaos Path
27.07.2010 15:38

privatschulen braucht man nur verbieten - nur damit werden gewisse leute keien freude haben.

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