Linz - Ein Landwirt in Oberösterreich ist bei Baggerarbeiten zum
Ausheben einer Grube für einen Kellerraum auf einen sogenannten
"Erdstall" gestoßen: Erdställe sind in Mitteleuropa und vor allem im
Alpenvorland verbreitete unterirdische Gangsysteme, die im Mittelalter
angelegt wurden. Der aktuelle Fund in Schardenberg im Bezirk Schärding
ist 800 bis 900 Jahre alt, hieß es in einer Presseaussendung des
oberösterreichischen
Landesarchivs.
Der Landwirt Robert Schano stieß zunächst in zwei Metern Tiefe auf
einen Hohlraum, Forscher vom Landesverein für Höhlenkunde in
Oberösterreich identifizierten diesen rasch als künstlich angelegt.
Erhalten seien eine kleine Kammer, von der drei Gänge, die nur kriechend
passiert werden können, in unterschiedliche Richtungen führen. Die
Gänge seien am Ende mit Erdreich gefüllt, vom ursprünglichen Gangsystem
seien noch 14 Meter erhalten. In dem Erdstall habe sich auch Keramik aus
dem 12. bis 15. Jahrhundert
gefunden. Diese belege, dass die Gänge im Laufe der Zeit immer wieder
benutzt worden seien.