Sechs Soldaten und drei Terroristen starben - OMV hatte mit Öl-Förderung in Al-Ukla im Dezember 2006 begonnen
Die jemenitische Ölprovinz Shabwa ist seit Tagen Schauplatz von Gefechten zwischen mutmaßlichen Al-Kaida-Terroristen und der jemenitischen Armee. Diese dürfte einen Angriff auf ein Ölfeld der OMV verhindert haben.
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Sanaa/Wien - Im Jemen haben Soldaten möglicherweise einen Angriff mutmaßlicher Al-Kaida-Terroristen auf ein Ölfeld des österreichischen Energiekonzerns OMV abgewehrt. Sechs Soldaten und drei Terroristen starben, als die Angreifer am Sonntag einen Militärposten in der Umgebung der Ölfelder von Al-Ukla in der Provinz Shabwa attackierten. Das meldete das Verteidigungsministerium in Sanaa am Montag.
Bei der OMV-Konzernleitung inWien war das offizielle Wording, dass sich etwa "20 bis 30 km von einem der OMV-Ölfelder entfernt ein "tragischer Zwischenfall" ereignet hat. "Es liegen uns aber keine Indikationen vor, dass es ein direkter Angriff auf die OMV war" , sagte ein Unternehmenssprecher.
Die OMVist seit 2003 im Jemen aktiv - seit 2006 läuft die Erdölförderung auf dem Block "S2" des "Habban" , in dessen Umgebung sich der Angriff nun erreignet hat. Auf dem Feld fördert die OMV täglich 6500 BOE (Barrels of oil equivalent). Zum Vergleich:In Österreich sind es 40.000 BOE am Tag. Die OMV hat mehrere Dutzend internationale Mitarbeiter im Jemen und etwas weniger als ein Dutzend Österreicher dort stationiert.
Für sie alle gelten bereits seit langem besonders strenge Sicherheitsvorschriften, heißt es inWien. So haben die nichtjemenitischen OMV-Mitarbeiter keine Familien mit, Fahrten werden im Land nur durchgeführt, sofern unbedingt erforderlich.
Attacken vergangene Woche
Über den genauen Hergang der Auseinandersetzung zwischen jemenitischen Truppen und Al-Kaida herrschte am Montag Unklarheit. Bereits am Donnerstag hatten Terroristen einen Militärkonvoi attackiert, dabei waren sechs jemenitische Soldaten (nach anderen Meldungen fünf) umgekommen. Am Sonntag tötete die Armee drei der mutmaßlichen Angreifer von Donnerstag, dürfte aber auch bei dieser Auseinandersetzung wieder sechs Soldaten verloren haben.
Al-Kaida attackiert in den östlichen Ölgebieten sowohl jemenitische Sicherheitskräfte und Behörden als auch ausländische Ziele. Die Angriffe auf Sicherheitskräfte haben sich zuletzt erhöht. Die Regierung von Präsident Ali Abdullah Salih hat den Kampf gegen Al-Kaida in den vergangenen Monaten verstärkt. Zuvor hatten westliche Politiker und Terrorexperten beklagt, die Terroristen unterhielten in den Stammesgebieten des Jemen militärische Ausbildungslager und planten dort Anschläge.
Al-Kaida ist nicht die einzige Sicherheitsherausforderung für Saleh, der das ärmste arabische Land seit 32 Jahren (von 1978 bis 1990 nur Nordjemen) regiert. Im Süden fordert ihn eine Separatistenbewegung heraus, die für eine Abtrennung des einst sozialistischen Südjemen eintritt.
Im Nordwesten des Landes bahnt sich eine neue Runde des bewaffneten Konfliktes mit den Rebellen des Schiiten-Führers Abdulmalik al-Huthi an. Bei einem erbitterten Gefecht in der Provinz Amran starben in der Nacht zum Montag nach Angaben aus Stammeskreisen sieben Soldaten und zwölf Rebellen. Die Rebellen hätten eine strategisch wichtige Position besetzt und 70 Soldaten gefangen genommen.
Die EU-Kommission beschloss am Montag ein Zehn-Millionen-Euro-Hilfspaket für den Jemen. Die humanitäre Nothilfe soll Flüchtlingen und Vertriebenen zugutekommen. Hilfsorganisationen betreuen im Jemen sowohl Bootsflüchtlinge aus Afrika als auch zehntausende jemenitische Vertriebene, die wegen des Huthi-Aufstands ihre Dörfer verlassen haben. (Reuters, dpa, szi, guha/DER STANDARD, Printausgabe, 27.7.2010)