EU-Beitrittsverhandlungen

Island deutet harte Verhandlungen bei Fischerei an

27. Juli 2010 14:09

Erste Gesprächsrunde begann am Dienstag in Brüssel - Mehrheit der Isländer laut Umfragen gegen Beitritt

Brüssel - Island hat zum Auftakt seiner Beitrittsgespräche mit der Europäischen Union harte Verhandlungen über Fischerei angedeutet. Außenminister Össur Skarphedinsson sagte am Dienstag in Brüssel, in den Verhandlungen müssten einige Schwierigkeiten wie etwa beim Fischfang überwunden werden. Er sei bereit, dafür längere Gespräche in Kauf zu nehmen. Ein Datum, zu dem Island der EU beitreten könnte, wollte Skarphedinsson nicht nennen.

Der isländische Außenminister wies darauf hin, dass weltweit die Überfischung ein Problem darstelle, während die Fischerei in seinem Land nachhaltig sei, "auch wenn unser Fischfangsystem nicht ganz perfekt ist". Die Gewässer von Island würden auch nicht an EU-Staaten grenzen, sagte Skarphedinsson, der darauf verwies, dass Finnland bei seinem EU-Beitritt Ausnahmen zugestanden bekommen habe.

Außerdem betonte der Außenminister, dass Island über seinen Walfang mit der EU verhandeln will. "Wir haben einen nachhaltigen Walfang", betonte er. "Wir wollen, dass die EU anerkennt, dass dies Teil unserer Tradition ist." Dies müsse in den Gesprächen mit der EU zumindest angesprochen werden. "Man kann nicht von vornherein sagen: Island muss den Walfang stoppen."

"Historische Pressekonferenz"

Sowohl Skarphedinsson als auch der belgische EU-Ratsvorsitzende und Außenminister Steven Vanackere bezeichneten den Start der EU-Beitrittsverhandlungen mit Island bei einer gemeinsamen Pressekonferenz als "historisch". EU-Erweiterungskommissar Stefan Füle sagte zum weiteren Zeitplan, die Kommission wolle im November mit dem Überprüfung des isländischen Rechtsbestandes auf EU-Recht ("Screening") beginnen. Dieser Prozess soll bis Sommer nächsten Jahres abgeschlossen werden. Füle schloss nicht aus, dass bereits vorher die konkreten Verhandlungen in bestimmten Kapiteln eröffnet werden könnten.

Island müsse noch "mehr Anstrengungen" unternehmen in den Bereichen Fischerei, Landwirtschaft, ländliche Entwicklung, freier Kapitalverkehr und Finanzdienstleistungen, sagte Vanackere. Fortschritte müsse Island auch noch bei der Justizreform und der Vermeidung von Interessenskonflikten machen.

Skarphedinsson plädierte trotz negativen Umfrageergebnissen in Island für den Beitritt seines Landes zur EU. "Der Antrag auf EU-Mitgliedschaft ist um Jahre zu spät gekommen", sagte er. Wäre Island schon vor fünf bis sechs Jahren der EU beigetreten und hätte den Euro übernommen, hätte der Zusammenbruch des isländischen Bankensystems in der Finanzkrise verhindert werden können, zeigte sich der Außenminister überzeugt. Skarpheddinson gab zu erkennen, dass die Verhandlungen über die Entschädigung der Regierungen in London und Den Haag für das Auszahlen von Internet-Kunden der pleitegegangenen Icesave-Bank die Beitrittsverhandlungen beeinflussen könnten, obwohl dies von der EU als bilaterale Frage betrachtet wird. "Ich würde es bedauern. Aber nicht jeder hält sich immer an die Regeln", sagte er. Wann mit einer Lösung in dieser Frage zu rechnen sei, könne er nicht sagen, "ich habe keine Kristallkugel", so der Minister.

Island sei wegen seiner Nähe zur Arktik, wegen erneuerbaren Energiequellen und dem Klimaschutz für die EU von strategischem Interesse, sagte Füle. "Wir kommen nicht mit leeren Händen", betonte auch der isländische Außenminister. Island verfüge über reichhaltige Erfahrung beim Fischfang, bei Geothermik und in der Arktik-Region, die im Zuge des Klimawandels neue Rohstoffressourcen und Transportrouten biete. Es dürfe aber kein schädlicher Kampf um neue Ressourcen entstehen, warnte er.

Füle zeigte sich besorgt von Mangelnder Unterstützung der Isländer für die EU-Beitrittsverhandlungen. "Wir brauchen mehr objektive Informationen über die EU", sagte er. Die Isländer sollten sich ihr Bild von der EU anhand von Fakten und nicht anhand von Ängsten und Mythen machen, so Füle. Dies sei in erster Linie Aufgabe dr isländischen Regierung, doch sei die EU bereit, hier Unterstützung zu leisten. Das Ergebnis der EU-Beitrittsverhandlungen müsste in einem Referendum von der isländischen Bevölkerung akzeptiert werden, bevor sein Land der EU beitreten könne, sagte Skarphedinsson. Der Rückgang von öffentlicher Unterstützung für die EU sei in Krisenzeiten nicht nur in Island ein Phänomen, auch in Kroatien sei die Unterstützung von 80 auf 34 Prozent gesunken, sagte er.

Gespräche auch mit Kroatien und der Türkei

Derzeit verhandelt die EU auch mit Kroatien und der Türkei um einen Beitritt. Während die Gespräche mit Kroatien nach Einschätzung von Diplomaten Mitte nächsten Jahres abgeschlossen werden können, treten die Gespräche mit Ankara seit Jahren auf der Stelle. Mazedonien, das ebenfalls offiziellen EU-Kandidatenstatus hat, wartet seit 2005 auf ein Datum für die Aufnahme konkreter Gespräche. Bisher hat Griechenland den Start von Verhandlungen mit Skopje wegen des ungelösten Streits um den Staatsnamen blockiert. Athen lehnt den Namen mit Verweis auf eine gleichnamige Region im Norden von Griechenland ab.

Außenminister Michael Spindelegger (V) drängte unterdessen auf ein weiteres Signal der Annäherung zwischen der EU und Serbien nach dem Gutachten des Internationalen Gerichtshofs (IGH). Dieser hatte festgestellt, dass die von Pristina (Prishtina) 2008 ausgerufene Unabhängigkeitserklärung von Serbien nicht gegen Völkerrecht verstoßen hat. Spindelegger sprach sich vor einem Treffen der EU-Außenminister am Montag in Brüssel dafür aus, dass die EU-Kommission im Herbst ein Gutachten ("avis") zu dem von Serbien gestellten EU-Beitrittsantrag durchführen soll.

Serbien hatte vor einem Jahr offiziell einen Antrag auf EU-Mitgliedschaft gestellt. Über die weitere Behandlung entscheiden die EU-Staaten einstimmig. "Das wäre ein nächster großer Schritt für Serbien", sagte Spindelegger. "Wichtig für Serbien ist, dass man eine Perspektive nach Europa konkret macht." Ein positives Gutachten der EU-Kommission ist Voraussetzung für die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen. Dem Vernehmen nach stehen allerdings Staaten wie Deutschland und die Niederlande bei der weiteren Behandlung des serbischen Beitrittsgutachtens auf der Bremse. (APA)

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skip it
19.08.2010 11:31
na, dann sollen s' halt draußen bleiben...

...ich seh' das voellig wertfrei.

ExBeamter
28.07.2010 12:16
Hmm, so bin ich eigentlich dafür aber

aus sportlicher Sicht nicht, den da kommt wieder eine Fussballmannschaft die Ö super blamieren kann. :-)

mehmetali erbil
28.07.2010 11:39

Krisland klopft an Brüssels Tür
http://www.ftd.de/politik/e... 49459.html

Island fürchtet in der EU um seine Unabhängigkeit?:
http://www.welt.de/politik/a... gkeit.html

Das Land fast Pleite.
Die Menschen in Island sind gegenüber der EU sehr skeptisch. UND TROTZDEM SOLL ISLAND IN DIE EU!

Das zeigt mal wieder. Die EU Bevölkerung hat nichts zu melden. Die Politiker machen was sie wollen. Das gilt auch fürdie Beitrittskandidaten. Das ist Ver ....ung auf höchstem Niveau. Eigentlich passt Island von daher schon in die EU.

Allt sem ég fæ í dag, farið burt á morgun..
03.08.2010 23:31

brrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr brauner!!! ...am ende der verhandlungen gibt es eine volksabstimmung, und DIE alleine entscheidet, ob island der eu beitritt, oder nicht!!

ich hoffe, sie können wieder ruhig schlafen!

JA zum EU-Austritt
04.08.2010 10:07

In Island wird es eine Volksabstimmung geben, in Kroatien aber offenbar nicht!
Die Kroaten sollen also in die EU gepreßt werden, so wie man den Esten den Euro aufbrummen will. In Kroatien ist die EU-Ablehnung sehr groß, so wie auch in Estland laut jüngster Umfragen eine Mehrheit gegen die Euro-Einführung ist.

Dreistein
 
28.07.2010 10:30
Recht forsches Auftreten der Isländer

Kann sich noch jemand an unsere Beitrittsverhandlungen erinnern und welche "Forderungen" wir gestellt haben? Wir sind als Bittsteller aufgetreten und sind wie kein Land zuvor und danach über den Tisch gezogen worden. Wir haben gerade einmal durchgebracht, dass wir weiterhin "Marmelade" sagen dürfen.

Mork vom Ork
02.08.2010 10:52

Könnten sie sich vielleicht informieren bevor sie posten?

geheuerliches getümchen
28.07.2010 10:14
"Hello,

and thanks for all the fish."

Das kann vor allem mit Irland ein spannendes Match werden. Die haben seit den 70er-Jahren, wo sie den Umstieg zur damals neuen Generation großer Fischerboote verschlafen haben / sich nicht leisten konnten eine massiven Grant auf die anderen Fischereinationen. Die irische Marine (alle 4 oder 5 Schiffe) ist permanent nur mit der Überwachung der Fischerei beschäftigt.

mehmetali erbil
27.07.2010 22:14
Oj ja

wusste nicht das Fischfang eines der offiziellen Kapitel ist. Durch die anderen Kapitel rauscht man dann schnell durch. In Island leben ja hauptsächlich Christen. Alles andere zählt nicht. Das wird eine schnelle Sache. Flotte Aufnahme wie bei Bulgarien, Rumänien und Griechenland.

*esofan*
27.07.2010 17:06

wichtig wird sein dass die eu den isländern den walfang abgewöhnt!

ExBeamter
28.07.2010 09:00
Nein, der Walfang in Island ist Tradition.

zimbo
 
27.07.2010 18:45
Un die Blutopern auf den Färoern sind seit EU vorbei ??

Die EU hat an Massakern nichts auszusetzen, siehe Außenpolitik.

auchnixzusagen
30.07.2010 10:10

Sie sind sowas von ahnungslos!

trollvottel
27.07.2010 15:30

Beim Fischfang wäre es eher notwendig, der spanischen und italienischen Fischfangmafia auf die Finger zu klopfen -- die legen sich aus Gier teils schon mit der kanadischen Küstenwache an, die näher liegenden Gebiete haben sie schon leergefischt.

Unpolitisch
27.07.2010 15:15
Zwangsbeitritt

Wie wäre es den damit die Schweizer auch in die EU aufzunehmen? Die sind ein reiches Land und derzeit nur Trittbrettfahrer. Besteht nicht die Möglichkeit einer Zwangsaufnahme?

Dreistein
 
28.07.2010 11:12

Könnten Sie mir bitte mitteilen, welches Kraut Sie rauchen? Ich möchte das auch haben.

ExBeamter
28.07.2010 09:02
Nau die EU maschiert mit Truppen in der Schweiz ein.

An dir scheint ein Komiker verloren gegangen zu sein!

Jimmy Hoffa
27.07.2010 22:05
Wär

da eher für norwegen. Die würden auch substanziell was mit einbringen - und sind nicht solche unsympathen...

bergfex5
27.07.2010 13:31
Eine Mehrheit der Isländer hat sich allerdings in Umfragen zuletzt gegen einen EU-Beitritt und für die Rücknahme des Beitrittsantrages ausgesprochen.

In welchem Land wäre das derzeit nicht der Fall bzw. in welchem Land würde nicht die Mehrheit der Bevölkerung am liebsten austreten?

Als nach wie vor tendenzieller EU - Befürworter bin ich der Meinung, dass diese Institution in den letzten 15 Jahren trotz ihrer großartigen Grundidee eine ziemlich blamable Geschichte hingelegt hat.

Mork vom Ork
02.08.2010 10:57

Das problem ist bei der EU m.E. wirklich die Distanz zum Bürger.

Wenn man ehrlich ist und sich die Gesetzgebung der letzten 10 Jahre anschaut ist fast alles im Konsumentschutzbereich aus der EU gekommen.
Finanzdienstleistungsrichtinien, Gewährleistung neu, Fernabsatzrichtlinie, usw usf...

Die LEute registrieren sowas halt nicht und hauen sich lieber über skurrilitäten ab ... (wobei herade die Österrreichische Verwaltung um einiges mehr abliefern kann als die EU)

Und diese ewige debatte über den Moloch Brüssel (der um einiges weniger Beamte hat als die Stadt Wien) und die riesigen Gehälter (das sind Auslandsarbeitsplätze - wenn ich privat im ausland arbeit verdien ich auch mehr) ... naja.

Chien de Pique
27.07.2010 20:51

Keine Ahnung, im als besonders EU-kritisch bekannten UK ist jedenfalls aktuell jeder Fünfte für einen Austritt, ganz ähnlich im als besonders EU-kritisch geltenden Ösi-Land.

Michael Jack Dundee
 
27.07.2010 15:27

So lange das EU-Parlament innerhalb der EU fast machtlos ist bleibt das Bild der EU sehr schwach.

zimbo
 
27.07.2010 14:06
Der Zweck war und ist es die darin lebenden Menschen auszubeuten.

Und diese Ziel wurde ziemlich konsequent verfolgt.

Kohlhaas1
27.07.2010 11:53
Und die Bevölkerungen werden nicht gefragt ? Ein Zeichen für die EU Diktatur.

trollvottel
27.07.2010 15:31

Wozu sollte man Regierungen wählen, wenn diese dann erst recht wegen jedem Schaas eine "Volksabstimmung" ansetzen müssen?

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