Energie tanken

Gartenarbeit als Therapie

26. Juli 2010 11:48
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    Foto: apa/rolf haid

    Der Garten ist nicht ausschließlich unangenehme Arbeit, sondern  wird auch zu therapeutischen Zwecken genutzt.

Mediziner: "Gärten stehen immer für Veränderungen, für die Bewältigung wechselnder Herausforderungen"

Wien - Der Kontakt zur Natur tut gut: Mitten im Grünen lässt es sich herrlich entspannen, abschalten und Energie tanken. Dies macht sich auch der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) zu Nutze und setzt in einigen seiner Therapie-, Pflege- und Geriatriezentren auf die Wirkung des Gartens bzw. der Gartenarbeit. Das gemeinsame "Garteln" in der frischen Luft wirke sich positiv auf Körper und Geist aus und fördere zudem soziale Aspekte wie Zugehörigkeitsgefühl und Teamfähigkeit. Durch die Pflege und Betreuung der Pflanzen hätten die Betreuten eine Aufgabe und ein Ziel, der Tag bekomme wieder Struktur, so der KAV in einer Aussendung.

"Gärten stehen für Veränderung"

Fritz Neuhauser, Allgemeinarzt und Psychotherapeut, sieht den Wert der Gartentherapie für ältere Menschen, bei psychiatrischen Erkrankungen, bei Suchtformen und in der Rehabilitation gegeben. Der Mediziner hat sich im Geriatriezentrum Am Wienerwald für die Gartentherapie eingesetzt. Seit 2001 steht dort die barrierefreie Gartenanlage "7er Gartl" zur therapeutischen Verfügung. Mit der Bereitschaft im Garten mitzuarbeiten, schaffe man Abhilfe gegen Lethargie, Leere und Alltagstrott, denn: "Gärten stehen immer für Veränderungen, für die Bewältigung wechselnder Herausforderungen, für flexible Anpassung, für Improvisation, Genuss und Engagement", so der Experte. (red)

erich1963
28.07.2010 16:43
Das Veränderungsargument steht...

...meiner Meinung nach bei den meisten Menschen beim Gartln nicht im Vordergrund, sondern die Möglichkeit, in einer immer abstrakteren Arbeitswelt, die von elektronischer Kommunikation und Arbeit geprägt ist, mal was Konkretes zu tun, das man auch tatsächlich in die Hände nehmen kann. Stickwort: Kopf und Hand in Einklang bringen.

Kra Wuzikabuzi
27.07.2010 10:03
man muss nicht 70+ sein

um einen garten spannend zu finden...
(Ich gebe zu, mit 20 wars nicht so...)

Aber nachdem ich mir angewöhnt habe, auch kleinere Sachen zu sehen und mich daran zu erfreuen, grab ich gern im Garten rum (statt Fitness-Club), freu mich über eigene Ribisel, Äpfel und Zucchini, bewundere Schwalbenschwänze und ärgere mich über Wühlmäuse (das gewöhn ich mir gerade ab...)

Nachahmenswert. Es macht wirklich Spass.

skata
27.07.2010 10:16

und wie stehts mit nacktschnecken????
aber kann nur zustimmen wenn die möglichkeit besteht kräuter und gemüse/obst... selbst zu ziehn dann ist diese betätigung eine sehr erholsame -bis auf den rücken... aber für die seele und den bauch...

Chocoholic
30.07.2010 13:12
Nacktschnecken, kurzer Prozess, kurz nach Regen am Besten zu sammeln...

ansonsten Schneckenzaun einrichten.

HomoSapiens
26.07.2010 23:27
Tolle, sinnvolle Sache. Aber Frage:

WO, ausser im Geriatriezentrum "Am Wienerwald" gibt es diese Möglichkeit?
Die Menschen, die ich in sämtlichen Geriatriezentren in Wien erlebe (in meiner nebenbei freiwilligen Sozialarbeit) werden gerade mal notdürftig versorgt. Also gewaschen, gewickelt wenns grad passt, essen wird hingestellt - bei Bettlägrigen gefüttert - und wenn möglich grade mal in den Rollstuhl auf den Gang gebracht (aus dem Zimmer). Ausflug oder Aktivitäten alle hl. Zeiten mal und das nur, wenn Angehörige mit dabei sind und den Rollstuhl fahren.
Schreiben kann man viel - die Realität sieht völlig anders aus! Es macht dabei nicht einmal einen Unterschied, ob ein im Geriatriezentrum befindlicher Mensch VOLLZAHLER mit ca. 2.500,-/p.M ist, oder vom Amt finanziertiert

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