Firmengründen bleibt "in"

26. Juli 2010, 08:58

Im ersten Halbjahr wurden mit 16.000 Firmen um 525 mehr gegründet als im Vorjahr

Wien - Der Trend zur Selbstständigkeit hat auch in den wirtschaftlich schwierigen Zeiten angehalten. Im ersten Halbjahr 2010 wurden mit 15.919 Unternehmen um 525 mehr Firmen gegründet als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, teilte die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) in einer Aussendung mit. Für das Gesamtjahr 2010 wird mit etwa 30.000 Neugründungen gerechnet. Das wäre das drittbeste Ergebnis sei Anfang der 1990er Jahre.

"Das ist ein positives und ermutigendes Signal für die Gesamtwirtschaft", sagt WKÖ-Präsident Christoph Leitl. Nach Rechtsformen dominieren die Einzelunternehmen mit einem Anteil von rund 79 Prozent aller Gründungen. An zweiter Stelle liegen die GmbHs, auf die im ersten Halbjahr 2010 zehn Prozent aller Jungunternehmen entfielen. Bei den Neugründungen nach Sparten dominiert das Gewerbe mit knapp 39 Prozent, gefolgt vom Handel (24,7 Prozent) und Information und Consulting (21,1 Prozent). Die meisten Gründer, nämlich 32,7 Prozent, sind zwischen 30 und 40 Jahre alt. Am zweitstärksten ist die Altersklasse der 40 bis 50-jährigen vertreten. (red)

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25 Postings
Gramurcki
00
Viele neue Selbstständige ...

... machen jetzt die gleichen Jobs wie früher. Nur ohne Urlaubsanspruch, volles Unternehmerrisiko und völlig frei verhandelbarer Entlohnung. Und wird man mal krank ...

Nemsai
03
26.7.2010, 16:34
Ich bin nun selbständig,

hätte aber lieber einen fixen Job. Ich gehöre zu der Gruppe 40+, die trotz Qualifikation am Arbeitsmarkt chancenlos sind.
Das AMS ist außer vertrottelten Kursen nicht hilfreich, also bleibt einem keine Wahl, als selbständig zu sein.
Ich zahle nun also WKO-Zwangsmitgliedsbeitrag, SVA Versicherung (mit 20% Selbsbehalt) und freue mich auf meinen Steuerbescheid.
Klar freut sich Herr Leitl über die neuen Einnahmen, aber schaut er sich auch die Einkommensverhältnisse der neugegründeten EPUs an, bevor er sich stolz auf die Brust klopft?

her wig
10
26.7.2010, 19:34

Sie sind auch Zwangsstaatsbürger, und Zwangserdenbewohner, und Zwangsgravitationsobjekt, und und und ... Lamentieren Sie nicht herum, unternehmen Sie was.

konrath
00
23.8.2010, 12:21

...hat er ja!

system1
00
26.7.2010, 15:57
entgegen der propaganda

einer der arbeitslosenzahlen nicht mehr herr werdender politmaschinerie kann ich aus eigener erfahrung jedem dringend abraten, in Ö ein unternehmen zu gründen. eventuell noch als einzelperson, alle anderen gesellschaftsformen sind dank überbordender bürokratie vollkommener irrsinn. habe im november eine kapitalgesellschaft zur schließung angemeldet (keine verluste sondern einfach so!) und warte bis heute auf die formale schließung! nichts geschieht, nicht mal das finanzamt will geld! ein wahnsinn. zwangsveröffentlichungen in wiener zeitung, firmenbuchgericht, beamte beamte beamte..... also lieber dreimal überlegen!

Der mit dem Wolf
04
26.7.2010, 14:18
Leider werden viele nach Jobverlust in die Selbstständikeit gedrängt

Der Großteil der neuen Selbstständigen wird wirtschaftlich nicht überleben.
Zusätzlich haben die armen Teufel dann aber ihr gesamtes Erspartes in die Firma investiert und womöglich noch hohe Kredite laufen.
Am Ende bleiben Schulden, kein Job,...

Der Herr Leitl sollte diese Seite ebenfalls aufzeigen.
hauptsache die Statistik für unsere "fähigen" Politiker und Kammerfunktionäre stimmt

net-diver
 
01
26.7.2010, 14:39
Die...

... Statistik berichtet differenzierter:

Unselbstständig 2008: 3.528.000
Unselbstständig 2009: 3.532.300 also mehr

Selbstständig 2008: 562.000
Selbstständig 2009: 545.400 also weniger

Gesamtkonkurse 2008: 6.228, abgew. 3.039 Gesamtkonkurse 2009: 6.902, abgew. 3.161

Neugründungen 2008: 29.536
Neugründungen 2009: 29.051

Fazit für 08 auf 09:
Trotz weniger Neugründungen und mehr Konkursen gibt es mehr Unselbstständige.

Durch mehr Konkurse gibt es weniger Selbstständige.

Fakt ist, daß es weit mehr Gründungen als Konkurse gibt.

Was 2010 passiert werden wir dann sehen :D

amber103
00
26.7.2010, 17:17

Landwirte sind auch selbstständig. Dort gebe aber sehr viele für immer auf. Auch dadurch reduziert sich die Zahl der Selbstständigen.

Nicht jedes Unternehem kann einen Unternehmer ernähren. Es gibt auch viel "Nebenerwerbsunternehmen", wo der Unternehmer einer anderen Tätigkeit nachgeht.

Auch gibt es viele Unternehmer, die mehr als ein Unternehmen leiten.

net-diver
 
00
26.7.2010, 17:54
Stimmt alles :D

system1
00
26.7.2010, 15:59
habe mein unternehmen einfach so geschlossen, OHNE konkurs.

wieso denken alle immer wenn ein unternehmen zusperrt ist es pleite? vielleicht hat der inhaber das interesse verloren oder sogar genug geld verdient, hm? mal scharf nachdenken!

net-diver
 
00
26.7.2010, 17:53
Äh...

... ja :D

Habe hier nur eine Aufstellung gebracht. Stimmt schon was Sie sagen, kommt leider in keiner Statistik vor bzw. habe ich keine offizielle gefunden.

Der mit dem Wolf
02
26.7.2010, 14:48
nicht jeder der als Selbstständiger scheitert geht gleich in Konkurs

Kenne selbst einige Fälle , denen nur Schulden geblieben sind und diese dann noch brav abzahlen.

Das Modell Konkurs und andere zahlen lassen , machen zum Glück nicht alle

net-diver
 
00
26.7.2010, 14:53
Hmm...

... schon klar, jedoch scheinen die in keiner Statistik auf.

Konkurs und andere zahlen lassen ist leider immer noch durchaus Usus, jedoch werden eben die Banken und privaten Vorfinanzierer in der Zwischenzeit immer strenger.

JohnP
00
26.7.2010, 13:28

test

Sarah L.
 
01
26.7.2010, 12:48
Tagelöhnerei bleibt "in" - Toll !

living reef
03
26.7.2010, 12:16
das ams programm

aus arbeitslosen selbständige unternehmerInnen zu machen greift scheinbar. im kommenden jahr werden wir dann über einen anstieg bei der schuldnerberatung und privatkonkurse berichtet bekommen. gewerbliche konkurse werden nicht steigen, weil diese unternehmen meist aus mangel an masse gar keinen konkurs anmelden können. ach ja, und beim ams stehen dann diese menschen auch wieder an für den nächsten hoffnungsvollen kurs....

didi111
06
26.7.2010, 11:01
Firmen zu gründen ist das EINE,

die gleiche Firma nach zwei Jahren noch zu haben, jedoch das ANDERE.

Bei soviel positiver Luft von Leitl wäre ein verbaler Querverweis auf die Risken angebracht gewesen (ev. unterlegt mit einigen griffigen Charts).

Denn sonst könnten sich immer mehr Menschen Opfer von falschen Illusionen beim Betriebsgründen werden.

Weil hier (meistgens) am Beginn seines Lebens eine Insolvenz hinzulegen, kann für das ganze Leben zur
Belastung werden (trotz Entschuldungsregelungen).

Also bitte mehr Fairness beim Verkünden von
sogenannten Jubelmeldungen. Auch die Schattenseiten sollten angesprochen werden.

her wig
00
26.7.2010, 14:55

Am Beginn des Lebens sind die wenigsten zwischen 30 und 40 Jahren alt; noch weniger zwischen 40 und 50... Schattenseiten ansprechen ist ja gut, aber bitte doch nicht so!

Das Kapital ist die wahre Macht
60
26.7.2010, 10:34
Es gilt die bisherigen Angestellten Jobs in neue selbständige Tätigkeiten umzuformen.

Jeder Mitarbeiter in Shops wie Mediamarkt oder Saturn könnte in Zukunft ein Selbständiger sein. Ein Shop in Shop Prinzip. Die Leuten werden nur nach Umsatz bezahlt und würden sich auch mehr bemühen um die Kunden. Lediglich das Personal an der Kassa bleibt Angestellte/r. So würden alle gewinnen! Der Kunde wird besser beraten, die Mitarbeiter verdienen mehr und die Firma macht mehr Umsatz.
Gleiches würde auch in der Gastronomie funktionieren. Der Kellner ist Selbständig und Firma in der Firma.

Da gäbe es noch viele Möglichkeiten die Angestellten so zu ersetzen und somit zu einem besseren Service für Kunden zu gelangen.

Der Arbeiter/Angestellte ist eine aussterbende Spezies!

system1
02
26.7.2010, 16:01
schwachsinnigste idee die ich je gehört habe.

frage: wovon sollen die dann leben? der staat nimmt zuerst mal 50%, dann die sozvers. nochmal. und was bleibt? sorry aber diese idee kann nur von einem ahnungslosen stammen.

tramezzino
00
26.7.2010, 14:08

beamte und lehrer verselbständigen und nur kohle, wenn die leistung passt...

Keyser
03
26.7.2010, 10:47

"Jeder Mitarbeiter in Shops wie Mediamarkt oder Saturn könnte in Zukunft ein Selbständiger sein. Ein Shop in Shop Prinzip. Die Leuten werden nur nach Umsatz bezahlt und würden sich auch mehr bemühen um die Kunden."

Ich fürchte, das würde dann zum selben Spiel führen, wie bei Versicherungen, Telefonkeilern und dergleichen. Da zählt dann nicht mehr die Beratung, oder der Kundenservice, sondern möglichst vielen Kunden irgendetwas aufzuschwatzen, hauptsache, sie kaufen, und sichern dem Berater die Einnahmen.

clearlake
00
26.7.2010, 11:36
genauso wirds laufen....

sie müssen dem vorposter mal erklären nicht nach Schema F zu denken.....

LizaMaria
00
26.7.2010, 10:00
Nach Rechtsformen dominieren die Einzelunternehmen mit einem Anteil von rund 79 Prozent - Am zweitstärksten ist die Altersklasse der 40 bis 50-jährigen vertreten

Na klar. Das AMS tut ja auch alles, um arbeitslose Akademiker und/oder Angestellte der mittleren Managementebene ab 45 in die Selbständigkeit und damit aus dem Bezug zu drängen, da sie kaum vermittelbar sind.

Wie die Einkommen dieser EPU dann aussehen, kann man jeder Menge Statistiken oder auch Erfahrungsberichten entnehmen.

der tortenfreak
11
26.7.2010, 11:59
Einzelunternehmen

mir graut davor

EPU = organisierte Abzocke durch den Staat

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