Ich bin ein Sklave des Internets!

Nur eines ist schlimmer als Online sein: Offline sein.

Wir sind alle dauernd online, und das zerfasert unser Leben. Und sehr viele klagen gelegentlich darüber. Aber nur kurz. Dann schauen sie in ihr E-Mail-Postfach, damit sie nichts versäumen. Aber der Traum vom Offline sein, vom guten Buch, das man ungestört liest, ohne zwischendurch durch dies und das abgelenkt zu sein, dieser Traum ist das Next Big Thing, das kann man jetzt schon sagen. Muss man nur die Verlagsprospekte durchlesen. „Ohne Netz: Mein halbes Jahr offline“, heißt das Buch, das der SZ-Redakteur Alex Rühle demnächst rausbringt. „Ich bin dann man Offline. Ein Selbstversuch“, von Christoph Koch ist grad eben rausgekommen. Beide kann man schon ganz leicht bestellen. Im Internet! Und am amerikanischen Buchmarkt stapeln sich ohnehin schon die Wälzer, in denen beschrieben wird, wie furchbar das Internet ist, wie es uns immer dümmer macht, wie es unser Gehirn in Unordnung bringt, indem es unsere Synapsen zu einem wirren Knäuel verstrickt. Und ich geb zu: Mich macht das Internet auch nervös. Am meisten nervös macht es mich, wenn es nicht funktioniert.

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