Ich bin ein Sklave des Internets!

Nur eines ist schlimmer als Online sein: Offline sein.

Wir sind alle dauernd online, und das zerfasert unser Leben. Und sehr viele klagen gelegentlich darüber. Aber nur kurz. Dann schauen sie in ihr E-Mail-Postfach, damit sie nichts versäumen. Aber der Traum vom Offline sein, vom guten Buch, das man ungestört liest, ohne zwischendurch durch dies und das abgelenkt zu sein, dieser Traum ist das Next Big Thing, das kann man jetzt schon sagen. Muss man nur die Verlagsprospekte durchlesen. „Ohne Netz: Mein halbes Jahr offline“, heißt das Buch, das der SZ-Redakteur Alex Rühle demnächst rausbringt. „Ich bin dann man Offline. Ein Selbstversuch“, von Christoph Koch ist grad eben rausgekommen. Beide kann man schon ganz leicht bestellen. Im Internet! Und am amerikanischen Buchmarkt stapeln sich ohnehin schon die Wälzer, in denen beschrieben wird, wie furchbar das Internet ist, wie es uns immer dümmer macht, wie es unser Gehirn in Unordnung bringt, indem es unsere Synapsen zu einem wirren Knäuel verstrickt. Und ich geb zu: Mich macht das Internet auch nervös. Am meisten nervös macht es mich, wenn es nicht funktioniert.

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Gut, da ist was dran, kritisiert und sorgenvoll diagnostiziert hat man auch da. Aber die Anschauung, man träte da in eine andere Welt oder Wirklichkeit ein, die gab es allenfalls bei der Literatur (bzw. Film etc.), und auch nur, wenn man die falsche rezipierte, nämlich als eskapistisch verschrieene. Telefonieren zB hat man zwar fleißig kritisiert, die Beschleunigung, Verflachung, Entpersönlichung usw. der Kommunikation, aber wohl kaum einer hätte gemeint, dass dies ein Verlassen der Realität impliziere.

"ich behaupte ja, dass die suchtdiagnostiziererei mehr über die gesellschaft aussagt, als es die jeweiligen 'süchte' tun." Da kann ich Ihnen nur zustimmen.

Das Internet ist ein Baustein wahrer Demokratie,

denn der ganz gewöhnliche Bürger bekommt die Möglichkeit, seine Meinung kundzutun und sich mit anderen zusammenzuschließen, auch wenn diese Meinung von der Regierung nicht gerne gesehen wird.

Unlängst hat ja das Merkel darüber gesudert- dass die Menschen keine genormte, politisch steuerbare Einheitsmeinung mehr haben.

Genau deshalb beobachte ich verstärkte Versuche der Obrigkeiten, das Internet zu zensurieren/abzuschalten/für schlecht zu erklären etc...

Pech gehabt, das Ding ist mittlerweile mächtiger als diese Kasperl!

Jein.

Das Internet KANN ein demokratischer Fortschritt sein.

Aber gerade Twitter und Facebook sind nichts als ein alberner Jahrmarkt der Eitelkeiten, welcher von meist gänzlich uninteressanter Personen kultiviert wird.

Ein Facebookgruppe mit einer politischen Ziel hat 50.000 Mitglieder? So what?
Ein Klick kostet nichts, persönliches Engagement und die Bereitschaft gegen den Strom zu schwimmen schon.

Nicht anderes als eine Kultur der Lippenbekenntnisse.
Das der Misik als "Paradelinker" die Ökonomisierung von Beziehungen und Kontakten so milde aburteilt ist übrigens sehr entlarvend.

Sie haben Unrecht: Das Internet demokratisiert nicht, sondern es verschärft Gegensätze. Und es ist wahrlich eine Pöbelproduktionsmaschine:

siehe:
http://www.conservapedia.com/Main_Page

sie glücklicher, sie haben das richtige forum für ihren geistigen müll gefunden

hier können sie geifern was sie wollen, niemand wird sie beschimpfen oder anpöbeln, misik ist eben ein grosszügiger journalist,
aber wenn sie ihrer creationistischen bibel sprüche finden, dann müssen die nicht in diesem forum wiedergegeben werden, sie sind nur ein nachplapperer, eigenes denken ist ihnen untersagt,

Ich sage Ihnen jetzt was: Ich bin Atheist. Ich bin auch nicht konservativ, sondern beim VSStÖ!

Es gibt aber genug Leute, die diesen Müll glauben. Das heißt, dass internet ist NICHT der Hort der Demokraite, weil hier genauso wie in jedem anderen Medium Blödsinn verzapft werden kann. Wenn sie nicht verstehen, dass das Beispiel so gebraucht wird, Rate ichIhnen noch einmal meinen Beitrag zu lesen UND dann zu denken UND dann zu posten. Übrigens haben Sie mich angegeifert. Es gibt im Internet, und das sage ich jetzt noch einmal, möglichkeiten subkulturen zu bilden, die offline nicht möglich waren. Man kann auch irgendwelche VErschwörungstheorien ausgraben. Hier ist ein weiteres Beispiel für Blödsinn, der sich im Internet schnell ausbreitet:http://liebezurwahrheit.de/files/HAA... dbeben.pdf

unglaublich,

dass jemand conservapedia ernsthaft als Quelle angibt bzw. überhaupt liest.

der link war wohl eher als Veranschaulichung des zuvor Geäußerten gedacht.

wobei es natürlich auch viele gute Gegenbeispiele gibt. Das ist auch die Gefahr von totaler Demokratie.

Ich find störend, dass mich mein reales Leben immer wieder vom Leben im Internet ablenkt ;).

Was zum thema "loveparade" die meinungs- bzw. nicknamezensur dieses wochenende zum thema aufführt ist krass übertrieben, daneben!
So kann das internet auch kaputt gemacht werden.

fein - wie immer

:-)

Schön, dass du deinen Guru gefunden hast.

Bitte nicht soviel Text in den Kommentaren, ich kann mich nicht so lang konzentrieren ;-)

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