Tote bei Loveparade

Massenpanik bei der letzten Liebes-Demo

25. Juli 2010, 18:21
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    foto: apn/hermann j. knippertz

    Hilfskräfte versorgen nach einer Massenpanik kollabierte Teilnehmer der Loveparade. Insgesamt sind 19 Menschen ums Leben gekommen.

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    foto: loveparade

    So hatten sich die Veranstalter das Konzept der Zulaufwege auf das Gelände vorgestellt.

19 Tote, 342 Verletzte - das ist die (vorläufige) Bilanz des Unglücks bei der Loveparade am Samstag - Verantwortlich will dafür niemand sein

Am Tag danach war Ursachenforschung angesagt. Hätte man das Unglück bei der Loveparade verhindern können? Wer ist dafür verantwortlich, dass die Sicherheitsmaßnahmen offensichtlich versagt haben? Und waren tatsächlich 1,4 Millionen Menschen auf einem Gelände, das nur für ein paar Hunderttausend angelegt gewesen war? Das wollten die Journalisten bei einer Pressekonferenz in Duisburg wissen, sie erhielten aber nur vage Antworten. "19 Menschen sind gestorben, und Sie eiern da rum", rief einer verärgert.

Loveparade-Organisator Rainer Schaller und sein Pressesprecher verwiesen auf die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. Man werde alles tun, um die Aufklärung zu unterstützen, könne aber keine "Detailfragen" beantworten. Bereits am Samstagnachmittag hatte die Staatsanwaltschaft, die wegen fahrlässiger Tötung gegen unbekannt ermittelt, das Sicherheitskonzept der Veranstalter beschlagnahmt.

Klar ist, dass die Tragödie von Duisburg das Ende der Parade bedeutet, die 1989 erstmals in Berlin veranstaltet worden war (siehe Wissen). "Es ist vielleicht besser so", reagierte der Berliner DJ Dr. Motte, Erfinder der Loveparade, auf deren Ende. Er warf den Veranstaltern "totale Selbstüberschätzung" vor; man hätte wissen können, welche Gefahr drohe.

Die Ermittlungen konzentrieren sich auf einen 120 Meter langen und 16 Meter breiten Tunnel, durch den alle Raver mussten, um auf das Gelände zu kommen. Laut Augenzeugenberichten und Videos, die via Youtube und Twitter blitzschnell verbreitet wurden, brach dort eine Massenpanik aus, nachdem das Gelände wegen der Besucherströme abgeriegelt worden war. Der Duisburger Polizeipräsident Detlef von Schmeling erklärte hingegen am Sonntag, dass direkt im Tunnel niemand zu Tode gekommen sei. Vielmehr wären die meisten bei dem Versuch abgestürzt, das Festivalgelände über Treppen zu erreichen. 16 der 19 Opfer waren am Sonntag identifiziert, unter ihnen waren ein Holländer, ein Australier, ein Italiener und ein Chinese.

Sicherheitsbedenken 

Zur genauen Besucherzahl wollte sich von Schmeling auch auf mehrfache Nachfrage hin nicht äußern. Man wisse nur, dass 105.000 Menschen mit der Bahn angereist waren. Demgegenüber stehen allerdings 570.000 Anrufe in der Nacht von Samstag auf Sonntag bei einer Notfall-Hotline. Zur Loveparade 2008 waren 1,6 Millionen Menschen gekommen, auch heuer hatte man mit über einer Million gerechnet.

Spiegel online berichtete am Sonntag, dass die Polizei bloß von einer halben Million Menschen auf dem 230.000 Quadratmeter großen Partygelände, dem alten Güterbahnhof, ausgegangen war. Außerdem wird ein nicht namentlich genannter Polizist zitiert, laut dem die Massenveranstaltung erst am 21. Juli von der Stadt genehmigt worden war - "und das auf knappen zwei Seiten, wo doch sonst für jedes Straßenfest locker das Fünffache an Papier vollgeschrieben wird". Ein Konzept der Duisburger Polizeiführung, das wesentlich größeren Personaleinsatz erfordert hätte, sei hingegen von der Stadtverwaltung verworfen worden. Panikforscher Michael Schreckenberg, der in die Planung der Loveparade einbezogen war, sagte am Sonntag: "Wir haben gewarnt, aber wir hätten vielleicht stärker warnen müssen."

In Bochum dürften die Behörden vorsichtiger gewesen sein: Dort hätte die Loveparade 2009 stattfinden sollen, wurde aber abgesagt - weil die Sicherheit nicht gewährleistet werden konnte. (Andrea Heigl, DER STANDARD - Printausgabe, 26.7.2010)

Info-Hotline
Die Polizei hat eine Telefonnummer eingerichtet, unter der sich Angehörige von Opfern informieren können. Hotline: 0203/ 94 000, aus Österreich 0049203/94000.

Nachlese
Nach Massenpanik 19 Tote bei Loveparade in Duisburg - Mit Forumsdiskussion

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 400
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Robert Bond
00
30.7.2010, 23:18
was ich nicht verstehe:

In der Spiegel Fotostrecke sieht man eine halbleere Rampe mit recht entspannten Menschen. Die Treppe ist voll, links Hinten steht ein Rettungswagen, vier Helfer sind auf dem Weg in den Tunnel. Es fehlt jede Angabe, wann das aufgenommen wurde. Nach der Katastrophe?

abalada
00
31.7.2010, 02:05

An dem Foto bin ich auch schon am Montag hängen geblieben. Nach meinem Dafürhalten: zwischen 16:40 (Aufhebung Sperrlinie 3) und 17:00 (erste Tote an der Treppe). Spiegel hat das zeitlich auch nicht richtig eingeordnet - auf dem nächsten Bild ist das oberste Plakat links neben der Telefonreklame noch an der Wand.
Es muss nach der 1. Panikwelle nochmals eine 2. gegeben haben. Auf dem Foto und zeitgleichen Videos sieht man Polizisten auf der Treppe den Leuten helfen. Auf späteren Videos (die dann wieder bei YouTube gelöscht wurden) war der Andrang auf die Treppe heftiger und diese Polizisten nicht mehr da.

abalada
00
31.7.2010, 12:20

Auf Videos vor diesem Bild sieht man auch Polizisten welche versuchen die Menge vor der Treppe von hinten aufzulösen.

Gegen 17 Uhr versuchte dann die Polizei eine neue Sperrlinie am oberen Ende der Rampe zu errichten, um die Leute abzuhalten die Loveparade über diese Rampe zu verlassen. Das hat scheinbar mangels Masse nicht gleich geklappt und ich denke dass dorthin dann die Polizisten auf/nahe der Treppe geeilt sind.

Wieso sich die Situation dann an der Treppe nochmals so zuspitzte ist mir noch nicht klar. Haben die aus dem Tunnelbereich neu hinzukommenden diese neue Sperrlinie als Blockade des Geländes wahrgenommen und wollten deswegen die Treppe nehmen? Die standen natürlich eventuell zuvor bereits an den Blockaden Sperrlinie 1 und 2.

Mathias
 
00
29.7.2010, 13:53
Massenpanik bei der letzten Liebes-Demo

Seit wann ist eine Massenpartie eine Demo? Hier ging es nicht mehr um "Love", sondern um "Umsatz"!

jaws
03
29.7.2010, 10:57
Lehren ziehen!

Vierteiliges Videodokument von einem, der im Epizentrum der Katastrophe gefangen war.

Ca. 35 Minuten Dokumentation des fließenden Übergangs von fröhlicher, ausgelassener Stimmung über das erste Realisieren von Gefahr bis hin zum Kampf ums eigene Leben.

Zutiefst erschütternd!

http://www.youtube.com/watch?v=F4zcs6Eo7gc

Andreas N
20
29.7.2010, 11:54
Video Teil 2....

.... zeigt mir die Blödheit der Leute, wären die etwas rascher die Stiegen raufgegangen und wären nicht raufflaniert (obwohl unten schon Riesenchaos war), dann wär unter Umständen nix passiert. Schauen und Stehenbleiben und den Betrieb aufhalten....

euklid_sudoku
 
00
29.7.2010, 19:04
Video, Teil 2

Anfang des Videos: Die ersten beiden, die ueber den Mast aufs Gelaende gekommen sind, lassen sich feiern und ziehen natuerlich Nachahmer an. So aehnlich wird es wohl zunaechst auch bei der Treppe gewesen sein. Auch bei 9:00 im Video jubelt noch einer (blaues T-Shirt) der Masse zu, obwohl vorher schon Bewusstlose die Treppe hinaufgetragen wurden. Dann ging es aber immer langsamer, die Leute waren ja so eingeklemmt, dass sie nicht einfach auf die Treppe gehen konnten. Einer auf der Treppe wollte noch andere raufziehen (klar, wenn z.B. die Freundin noch unten ist) und hat damit die Treppe blockiert. Ich will keines dieser Verhalten verurteilen. Die ersten am Mast konnten die Massenpanik nicht erahnen, an der Treppe gab es keine Alternativen.

Andreas N
10
29.7.2010, 20:09
na ok....

.... ich bin vielleicht jemand, der etwas vorausdenkt. Ich hab heftigeren Streß schon paar mal erlebt, bei mir würden in so einer Situation schnell die Alarmglocken klingeln .....

Robert Bond
00
30.7.2010, 23:15

ja und dann? gehen Sie einfach nach Hause?

Andreas N
10
31.7.2010, 06:25
nein sicher nicht....

.... ich würde mit Nachdruck versuchen, die Situation zu entspannen

Morandi
18
26.7.2010, 19:50
ich sehe keine massenpanik bei den diversen videos,

da sind tausende leute auf wenig raum zusammengepfercht, noch dazu mit teils entgegengesetzten bewegungsrichtungen und so entstehen "drängwellen". aber wenn es unter diesen voraussetzungen eine richtige massenpanik gegeben hätte, dann wären wahrscheinlich hundert oder mehr menschen gestorben. insofern völlig amateurhaftes verhalten der veranstalter und der verantwortlichen behörden!

joow
61
27.7.2010, 10:06
Oh...sind dir 20 Tote und 500 Verletzte zu wenig?

wann wenn nicht jetzt
00
28.7.2010, 11:33

Wo lesen Sie das raus?

Ist ja schlimm genug wenn sogar schon OHNE eine "große" Massenpanik überhaupt so eine Katastrophe passieren kann.

Kann mich also dem Vorposter nur anschließen:

<insofern völlig amateurhaftes verhalten der veranstalter und der verantwortlichen behörden!>

tom krishan1
 
02
26.7.2010, 19:49

klarer fall fahrlässiger tötung!

unterschiedlos allen verantwortlichen gehört der prozess gemacht! ob von der polizei über stadt bis organisatoren oder sonst wem.

GEIZ IST GEIL spricht für eine gesellschaft.

Mathias
 
00
29.7.2010, 13:56
GEIZ IST GEIL spricht für eine gesellschaft.

Aus der schon vor vielen Jahren etliche Individuen ausgestiegen sind - hin zu einem sinnvollen Umgang mit Konsumgütern und Nahrungsmitteln! Nicht alle sind immer fleissig mit dabei, wenn es um Trends und "in"-Aktivitäten geht ...

Tschuri Cazzino
 
00
27.7.2010, 21:12
Es spricht für genau die Gesellschaft, deren

Hauptziel es ist, "geile Parties" zu feiern.

Im Übrigen gilt für Karl-Heinz Grasser die Unschuldsvermutung.

King of Pop
05
26.7.2010, 13:05
Wahnsinn

Hier ein gutes Videodokument der Situation von einem Besucher der es von unten über den Container nach oben geschafft hat:
http://www.youtube.com/user/cool... sOyIBCMExM

Eingepfercht wie in einem großen Kochtopf. Am letzten Video sieht man sogar noch wie sich die viele gegenseitig helfen und sogar ein Rollstuhl nach oben gereicht wird.

Loki901
 
17
26.7.2010, 12:51
Die skrupellosichkeit manche Menschen ist unglaublich

Eva Herman verhöhnt Loveparade-Opfer

Die ehemalige Tagesschau-Sprecherin Eva Herman hat eine eigene Sicht auf die Dinge. Bezüglich ihres Familienbildes hat die 51-Jährige in der Vergangenheit mehrere Bücher veröffentlicht. Nun hat sie die tragischen Ereignisse in Duisburg zum Anlass genommen, der Welt ihre Sicht der Dinge mitzuteilen.

http://www.rp-online.de/panorama/... 86203.html

virginia plain
03
26.7.2010, 19:58
diese frau ist einfach nur ein witz,

und sollte einfach nur ihre klappe halten.

zitat herman
"Eventuell haben hier ja auch ganz andere Mächte mit eingegriffen, um dem schamlosen Treiben endlich ein Ende zu setzen."

da möcht ich gar nicht wissen, was sie zb. über aids denkt.

Perynt
40
26.7.2010, 17:32
Äh, wo ist nun der Bezug zum Thema, oder hat Eva Hermann an den Vorbereitungen der Loveparade mitgearbeitet?

Konzentrieren Sie sich bitte mal eine Minute auf das Thema. Oder wissen Sie mehr als wir alle? War Frau Herman an den Vorbereitungen mitbeteiligt?

Oder trägt ihre Meinung irgendwie wesentlich zur Aufklärung bei?

Sinfioetli
11
26.7.2010, 19:50

nehmen sa sich a bissl zam, sie minibl***wart

ExBeamter
13
26.7.2010, 13:27
Lass es sein de hat einen gewaltigen Sprung in der Schüssel

perseus vie
31
26.7.2010, 13:17

herman? is das nicht die, die beim kerner die familienpolitik während der ns zeit so hoch gelobt hat? wenn ja, dann kann man die oide eh net für voll nehmen!!!

schließ mich "niewiedernett" an!! so einen scheiß les ich net!

Eliaine
31
26.7.2010, 13:12
Wozu die Werbung?

Diese Dame darf man getrost ignorieren.

galiontariaho
22
26.7.2010, 13:15
also das ist wohl kaum werbung..

ein so skurriler auftritt kann ja nur ablehnung und abscheu hervorrufen.

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