Hoffen auf Lockerung am Revolutionstag

25. Juli 2010, 18:24

Vor 57 Jahren begann die kubanische Revolution - Die Kubaner warten nun gespannt darauf, ob Raúl Castro Lockerungen für den Privatsektor zulassen wird und weitere inhaftierte Dissidenten freigelassen werden

Havanna/Puebla - Zum ersten Mal seit vier Jahren hat sich der ehemalige kubanische Staatspräsident Fidel Castro am Samstag außerhalb Havannas gezeigt. Der 83-Jährige ehrte in Artemisa getötete Kämpfer seiner Revolution.

Heute, Montag, feiert Kuba den Tag der Revolution, der an den 26. Juli 1953 erinnert. Der Sturm auf die Moncada-Kaserne gilt als ganz besonderes Datum für die Castro-Brüder. Wenn Kubas Präsident Raúl Castro heute seinen venezolanischen Kollegen Hugo Chávez zu den Feierlichkeiten empfängt, harren die Kubaner im Lichte der jüngsten Entwicklungen daher gespannt der Dinge, die da kommen mögen.

Die Angehörigen der inhaftierten Dissidenten hoffen auf mehr Freilassungen, die Arbeiter, dass sie nicht zu den 200.000 gehören, die dieses Jahr entlassen werden sollen, und potenzielle Unternehmer erwarten eine Lockerung der Auflagen für den gegängelten Privatsektor, der gerade einmal fünf Prozent der ineffizienten Staatswirtschaft ausmacht.

EU überdenkt Haltung

Auch in Brüssel wird die Entwicklung mit Interesse verfolgt werden. Heute, Montag, treffen sich zum ersten Mal seit der Dissidentenfreilassung die EU-Außenminister, um über die Lage auf Kuba zu debattieren. Spaniens Außenminister Miguel Ángel Moratinos will seine Kollegen dazu bewegen, ihre gemeinsame Position zu Kuba zu lockern.

Andere Länder wie die Tschechische Republik oder Schweden sehen dafür jedoch keinen Anlass. Auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte "wahrhaftige Reformen, freie Wahlen und die Freilassung aller Dissidenten" . Das EU-Grundsatzpapier aus dem Jahre 1996 macht Fortschritte bei den Menschenrechten zur Voraussetzung für einen Dialog mit Kuba. Änderungen bedürfen der Einstimmigkeit.

Die freigelassenen Dissidenten sehen dafür jedoch keinen Anlass. "Unsere Freilassung war keine Geste des guten Willens, sondern eine Verzweiflungstat einer Regierung, die Kredite braucht" , erklärten die ersten sieben Dissidenten, die nach Madrid ausreisen konnten. Nach Angaben der nicht-staatlichen, aber von den Behörden tolerierten Kubanischen Menschenrechtskommission befinden sich nach der angekündigten Freilassung der 52 Oppositionellen noch 104 Menschen wegen ihrer Gesinnung in Haft. Dass viele von ihnen in einer zweiten Entlassungswelle freikommen können, das haben sowohl Moratinos als auch Kubas Parlamentspräsident Ricardo Alarcón angedeutet. Details wurden bisher freilich nicht bekannt.

Die Zeichen aus Havanna sind derweil so widersprüchlich wie immer. Einerseits wird in den Medien wie Juventud Rebelde und Granma die "Befreiung der produktiven Kräfte" und die Zulassung privater Familienbetriebe in Sektoren wie Transport, Handel, Gastronomie und Landwirtschaft diskutiert, und erstmals wird ein von einem Exilkubaner geschriebenes Theaterstück auf der Insel inszeniert.

Keine Ausreise für Bloggerin

Andererseits wurde vergangenen Mittwoch erneut der Sohn des Revolutionshelden Juan Almeida Bosque festgenommen, weil er eine Ausreisegenehmigung forderte. Juan Juan Almeida leidet unter einer Knochenkrankheit und möchte sich im Ausland behandeln lassen. Schon mehrfach wurde ihm die Ausreise verweigert. Auch Bloggerin Yoani Sánchez muss auf Kuba bleiben. Ihr wurde zum sechsten Mal die Ausreise verweigert. Sie war zur Vorführung eines Dokumentarfilms über die Zensur auf Kuba nach Brasilien eingeladen worden. (Sandra Weiss/DER STANDARD, Printausgabe, 26.7.2010)

Kommentar posten
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En Sabah Nur - Apocalypse
00
28.7.2010, 09:19
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00

Finden Sie? Was passiert denn nach der Wende? Und wie soll die aussehen? Privatwirtschaft? Es muss doch jedem klar sein, dass dann das Land vom großen Freund verspeist wird, oder? Sehen Sie sich mal den Rest von Lateinamerika an.

Am Besten fand ich ja noch die Ansage, propagandistischer geht es immer noch. Seltsam ist nur, das die Zusammenhänge nur oberflächlich und tendenziös erklärt wurden.

Und Tenor ist nun mal, dass Kubaner zu wenig arbeiten. Tenor ist, dass mittlerweile, die, die hohe Ideale haben, diese bei den Voraussetzungen nicht erreichen können, die Buhmänner sind. Ist es dann besser keine Ideale zu haben. Man hat ihnen also viel versprochen...

Dann sollen SIe mehr und bessere Häuser bauen...

En Sabah Nur - Apocalypse
10

Die Privatwirtschaft soll alles übernehmen und organisieren was der Staat nicht kann. Und wenn die "guten" Exilanten die das Land nicht im Streit sondern aufgrund der hoffnungslosigkeit verliessen zurück kommen und investieren, perfekt. Auch wenn es ihnen die kub. Neidgesellschaft nicht vergönnt. Wer arbeitet soll mehr haben. Anfangs dachte ich auch sehr schlechte über die Exilanten, aber man lernt genug kennen ihnen deren Blut mehr Sozialismus und Patriotismus fliesst als in vielen PCC Oppurtunisten, die 3x Fidel am Tag schreien und einen Lada oder besser dadurch fahren. Ich weiss nicht wie sehr du das kub. Punktesystem kennst, aber Pluspunkte gibt es für Anwesenheit bei PCC, CTC, CDR usw. Versammlung, für Arbeitseinsätze und Arbeit.

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00

Da trennen sich unsere Wege, ich kann mit grundsätzlicher Privatisierung nichts anfangen, zumal noch größere Ungleichheiten entstehen werden.

Die meisten sind Wirtschaftsflüchtlinge, sind die Lösung aber auch nicht. Die meisten halten zu Kuba und der Revolution, dumm ist nur, dass die nötigen Veränderungen immer noch nicht stattfinden, obwohl Zeit am Mann ist. Keine Improvisationen, finde ich gut, aber so langsam muss man doch sehen, dass die Leitung der Betriebe mehr mit der Kommune verzahnt und direktdemokratisch ablaufen müssen. Da ist jede Menge Potential...

http://www.neues-deutschland.de/artikel/1... ering.html

Ich kenne kein Punktesystem. Was soll das sein?

Träume sind Schäume.
60
27.7.2010, 12:43
Die können die Yoani Sanchez einfach nicht loslassen

6 Anträge auf Ausreise stellen und trotzdem kann Fidel sich nicht von ihr trennen.
Herzwerweichend.

Das Naturgesetz bleibt:

- Sozialistische Länder bauen Mauern um die Menschen darin zu halten (Leibeigene).

- Kapitalistische Länder bauen Mauer um nicht vonMenschenmassen an Einwanderern überrollt zu werden.

Und selbst das ist durchläßig, wenn man statistisch die Massenimmigration in Europa und Nordamerika beobachtet.

Kommunismus ist und bleibt der größte Feind der menschlichen Freiheit in der modernen Geschichte und gehört als solches bekämpft.

Jene die ihn haben wollen sollten gezwungen werden unter kubanischen Umständen zu leben ;)

En Sabah Nur - Apocalypse
00
31.7.2010, 20:20

Kuba hat keine Mauer gebaut, aber einen riesigen Burggraben ausgehoben mittels der Leibeigenen.

Die kub. Leibeigenen möchtest nicht mal geschenkt, die fressen mehr als sie produzieren. Fidels Firma macht doch dauernd massive Verluste und geht in den Ausgleich.

Im Falle Kubas bleibt halt weiterhin die Frage, was wäre ohne die USA passiert? Hätte das Land weniger sinnlose Sicherheitsausgaben, mehr Handels und Investitionsmöglichkeiten und wahrscheinlich keine Parteisturköpfe. Kurzum die Sozialisten waren die Folge der Ursache Raubtierkapitalismus.

tante kommunismus
04
27.7.2010, 13:34
Kommunismus ist und bleibt der größte Feind der menschlichen Freiheit in der modernen Geschichte und gehört als solches bekämpft.

zum beispiel durch die unterstützung der roten khmer (usa 1975-1986). weil es ja um die verteidigung freiheit geht - und da sind die roten khmer gute partner.

Der Neue Mensch
30
27.7.2010, 20:23

Tantchen, ne doofe Frage, waren die Roten Khmer ihrer Meinung nach kommunistisch? Oder waren sie zumindest von allen möchtergern-kommunistischen Ländern am nächsten dran am wahren kommunistischen Ideal?

tante kommunismus
01
27.7.2010, 23:35
die haben sich schon für kommunistisch gehalten. aber das heißt ja noch lange nicht, dass das, was sie da für kommunistisch hielten, nicht ein ziemlicher schmarren ist.

das pickerl ist mir nicht so wichtig, die argumente zählen. und die kann man sich auch in diesen fall anschauen und feststellen: was für ein schwachsinn!

aber ich liege sicher richtig, wenn ich davon ausgehe, dass du dir denkst: "die tante will geld abschaffen; die roten khmer haben das gemacht - also ticken die doch in die gleiche richtung." - so einfach denkst du dir das bzw. willst es.

alle anderen argumente, die ich hier so vorgebracht habe, hast gekonnt ignoriert. wo stand denn, dass ich gegen intellektuelle bin? für bücher verbrennen? für nen absurden agrarstaat? für parteienvorherrschaft?

ich bin ja der festen überzeugung, dass angesichts meiner kommentare hier ziemlich klar sein dürfte, dass das alles nicht zutrifft.

Der Neue Mensch
20
28.7.2010, 08:20

"aber ich liege sicher richtig, wenn ich davon ausgehe, dass du dir denkst: [...]"

Nee nicht ganz. Ich bin drüber gestolpert, dass du die Khmer ohne Anlass in einem Atemzug mit dem Kommunismus erwähntest.

tante kommunismus
00
29.7.2010, 16:43

ja, ich hab ein paarmal geschrieben, dass die sich als kommunisten verstanden. und nun?

Träume sind Schäume.
50
27.7.2010, 16:11
Nix da

Die roten Khmer waren keine "Partner".
Die haben übrigens haufenweise Amerikaner zu Tode gefoltert, übrigens auch britishe Yachttouristen.

Was passierte ist dass die USA sich mit China über ein loses Bündnis gegen die UDSSR verständigten.
Vgl. Nixon'S Besuch bei Mao.

Kambodscha galt als Einflussphäre von China.
Die Khmer rouge trugen chinesische Waffen und Munition, fuhren chinesische Fahrzeuge und bekamen Nachschub von dort.

Das einzige Verbrechen des Westens wäre sich NICHT eingemischt zu haben und den Khmer Rouge UN Sitz auf Wunsch Chinas erhalten zu haben.

Dieses Thema ist sowieso heuchlerisch.
Linke werfen den USA ihre Intervention in Vietnam vor, in Kambodscha dass sie NICHT interveniert haben ;)

Solidarität mit den Reichen und ihren Zuhältern!
01
28.7.2010, 05:23
Einer der Hauptsponsoren der Roten Khmer,

nach Vertreibung durch die Vietnamesen und deren Verbündeten, der SU, war die CSU-nahe "Hans-Seidel-Stiftung".

Verstanden?! die Hans-Seidel-Stiftung hat die Roten Khmer mitfinanziert, steuervergünstigt, nachdem die Vietnamesen diese vertrieben hatten.

spekulant_in, realwirtschaftlich
03
27.7.2010, 16:31

Es ist erbärmlich, wie Sie rumheucheln. Ich habe hier bereits alles dazu gesagt:
http://derstandard.at/plink/127... 7/17576777

Die USA haben Pol Polt von 1975 bis 1986 unterstützt. So wie es auch die USA und GB waren, die China dazu überredeten, Pol Pot zu unterstützen. Das haben die Amis ja frei rumgeplappert.

Aber Träume sind Schäume, der Morde "rational" findet, wenn sie nur von den "Richtigen" verübt werden", dichtet wieder einmal die Geschichte um.

"in Kambodscha dass sie NICHT interveniert haben"

Wieso, sie haben doch interveniert. Wie auch Maggie.

Beobachter70
03
26.7.2010, 22:27
Liebe Tschechinnen und Tschechen! Die Lebenserwartung ist in Kuba höher als bei euch und außerdem...

...in Mexiko wirst ermordet. In Haiti verhungerst vor amerikanischen Militär. In Jamaika wirst mit Drogen voll gepumpt. In keinem Staat der Erde sitzen so viele Menschen hinter Gittern wie in der USA.

Träume sind Schäume.
50
27.7.2010, 12:47
Das glaubst DU

Die Selbstmordrate unter kubanischen Pensionisten ist die höchste in Lateinamerika.

Übrigens glauben nur Deppen den gefälschten Statistiken aus Havannah.

Wer dort die Zustände in einem Krankenhaus für Einheimische gesehen hat, wird seine Meinung schnell revidieren ;)

En Sabah Nur - Apocalypse
00
28.7.2010, 08:22

Bez. Krankenhaus, kommt darauf an wo du bist. Hab auch einige sehr brauchbare gesehen. Aber bis vor kurzem war wirklich alles ziemlich schlimm.

En Sabah Nur - Apocalypse
00
28.7.2010, 08:21

Aber auch die Statistiken sind die besten von Lateinamerika. Wieviele Länder haben behauptet alphabeitisiert zu sein, du fährst hin und merkst es ist nicht so. In Kuba schon. Aber lesen brauchst ja vor allem um dir eine Meinung zu bilden und das geht besser mit verschiedenen Medien...
Bez. Selbstmordrate und Pensionisten... tja da müsste man erst mal so alt werden oder? Gibt echt agile fast 100 jährige, das gäbe es bei uns garnicht.

spekulant_in, realwirtschaftlich
03
27.7.2010, 15:33
;)

"Die Selbstmordrate unter kubanischen Pensionisten ist die höchste in Lateinamerika."

Diese Daten soll man glauben. Aber eigentlich:

"Übrigens glauben nur Deppen den gefälschten Statistiken aus Havannah."

Was jetzt? Ich denke, du machst das so: die Daten, die dir ins Weltbild passen, an die glaubst du, die anderen, die nicht in dein Weltbild passen, sind "gefälscht". Stimmt's?

spekulant_in, realwirtschaftlich
01
27.7.2010, 15:29

Österreich hat eine höhere Selbstmordrate als Kuba.

Che - rald
41
26.7.2010, 12:02
an alle unsozialen Neoliberalisten in diesem Thread

ist es das, was ihr wollt ?
http://derstandard.at/127733887... Ruecktritt

wie kann man in Zeiten des globalisierten Kapitalismus, in dem die Einkommensschere immer weiter auseinanderklafft, der Mensch nur noch als ein Mittel zum Zweck der Profitmaximierung dient, gegen sozialistische Staatsformen wettern ? bitte Aufwachen !

En Sabah Nur - Apocalypse
00
28.7.2010, 08:27

wenn das Modell Kuba nur etwas erfolgreicher wäre. So viel Energie wurde reingesteckt, von DDR Bürger, der Soligruppen und es wurde dennoch kaum besser, auch dank Wirbelstürme. Aber es sind schon die Kubaner selbst die sich im Wege stehen mit ihr Arbeitsmoral, Korruption und Freunderlwirtschaft plus einer Regierung die immer nur hofft das entweder Öl, Tourismus oder Hugo soviel Geld bringt das sie ihre Probleme lösen können, statt den Leuten selbst die Möglichkeit zu geben zu wirtschaften. Staatliche Bäckereien nur als ein lustiges Beispiel vollkommener Schwachsinnigkeit.

insertnamehere
 
01
26.7.2010, 21:20
Das in Kuba ist also Sozialismus?

Interessanterweise wird das von den schlaueren Linken immer abgestritten. ;-)

tante kommunismus
00
26.7.2010, 22:03
naja

es gibt halt MLer und andere. und es ist ja nun wirklich kein geheimnis, dass unter linken auch gerne heftig gestritten wird. die differenzen wurden in der vergangenheit auch schon bewaffnet ausgetragen.
aber hier reden wir ja nur. :-)

insertnamehere
 
00
28.7.2010, 01:34
SIE sind ja auch eine schlaue Linke. ;-)

Drum mag ich Sie auch lieber als den user oben.

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