Aufforderung zur Anerkennung

Sabri Kiqmari, 25. Juli 2010, 18:15
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    foto: r. hendrich

    Appell an Sezessionskritiker, Dank an Österreich: Botschafter Kiqmari.

Das Kosovo-Urteil des Internationalen Gerichtshofs und seine möglichen Folgen für die Integration Südosteuropas in die EU - von Sabri Kiqmari

Das Kosovo-Urteil des Internationalen Gerichtshofs und seine möglichen Folgen für die Integration Südosteuropas in die Staatengemeinschaft der EU: Diplomatische Botschaft aus der Perspektive Prishtinas.

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Der Internationale Gerichtshof (IGH) in Den Haag hat am Donnerstag eine eindeutige Sprache gesprochen. Die von Serbien in der UN-Generalversammlung gestellte Frage, ob die Unabhängigkeitserklärung der Republik Kosovo gegen das Internationale Recht verstoße, wurde mit Nein beantwortet. Die staatlichen Institutionen der Republik Kosovo sowie die absolute Mehrheit ihrer Bürger haben das IGH-Gutachten begrüßt - und es nicht nur als Bestätigung der Richtigkeit der politischen Handlungen am 17. Februar 2008 verstanden, sondern auch als Eröffnung des Weges zur Integration des Kosovo in die internationale Gemeinschaft.

Die klare Positionierung der Republik Österreich in dieser Frage war eine große Hilfe für mein Land, aber auch für das internationale Recht. Ich nutze die Gelegenheit, der österreichischen Bundesregierung dafür zu danken. Unsere Dankbarkeit gilt aber auch den Regierungen aller anderen Staaten, die sich bei den IGH-Verhandlungen für die Legalität der Unabhängigkeitserklärung ausgesprochen haben.

Die Unabhängigkeit des Kosovo ist nicht nur im Interesse der Bürgerinnen und Bürger des Kosovo, sondern auch im Interesse aller Länder Südosteuropas. Die Zukunft unserer Länder ist die Integration in die EU. Der Weg dorthin haben die EU-Institutionen geöffnet. Gute nachbarschaftliche Beziehungen sind dafür eine Voraussetzung, die wir erfüllen sollten. Die Republik Kosovo wird diesbezüglich eine progressive Rolle spielen.

Wir erwarten auch, dass rational denkende Menschen in Serbien durch das Gutachten des IGH zur Schlussfolgerung kommen werden, dass es sinnvoll ist, Beziehungen zur Republik Kosovo zu knüpfen. Wir sind Nachbarn und werden Nachbarn bleiben. Unsere Tür wird für gute Nachbarschaft und Dialog daher stets geöffnet sein. Es gibt eine Reihe von Themen, die die staatlichen Institutionen der Republik Kosovo mit den staatlichen Institutionen der Republik Serbien diskutieren könnten - sie lassen sich in drei Problembereiche gliedern:

  • Lösung der Probleme, die aus dem Kosovo-Krieg entstanden sind - Suche nach den seit dem Krieg vermissten Personen; Rückkehr der Flüchtlinge; Rückgabe der kosovarischen Stammbücher und anderer von Belgrad verwahrten Dokumente.
  • Dialog für regionale Zusammenarbeit - Beseitigung der Blockaden für wechselseitige Bewegungsfreiheit der Bürgerinnen und Bürger in Serbien und Kosovo (Anerkennung der Reisepässe, Autokennzeichen usw.); Dialog über Wasser- und Energieprobleme, Handelsbeziehungen.
  • Dialog über praktische Fragen von gegenseitigem Interesse - etwa bezüglich polizeilicher Zusammenarbeit zur Bekämpfung der Kriminalität sowie Zusammenarbeit in den Bereichen Justiz, Zollwesen, Verkehr und Bildung.

Die Mehrheit dieser Fragen sind "humanitärer Natur" . Es gibt keinen Grund, sie aufzuschieben. Die staatlichen Institutionen der Republik Kosovo sind bereit, über all diese Fragen mit den staatlichen Institutionen der Republik Serbien zu sprechen. - Drei Themen stehen für uns allerdings außer Diskussion: der politische Status der Republik Kosovo, die territoriale Integrität und alles, was den Inhalten des Ahtisaari-Pakets widerspricht.

Auf technischer Ebene sollte der Dialog mit Serbien durch Vermittlung der EU und der USA geführt werden. Es soll ein Dialog gleichberechtigter, unabhängiger und souveräner Staaten sein, der beiden Ländern den Weg in die EU öffnen könnte.

Die Republik Kosovo ist und bleibt ein multiethnischer Staat. Der Minderheitenschutz und die daraus resultierenden Sonderrechte für die serbische Gemeinschaft im Kosovo werden gesetzlich garantiert. Über 90 Prozent der Forderungen des Ahtisaari-Pakets, die mit den Minderheitenrechten zu tun haben, sind bereits implementiert. Der Dezentralisierungsprozess läuft.

Die EU-Institutionen haben in der Republik Kosovo in den letzten zwölf Jahren viel investiert: politisch, wirtschaftlich und kulturell. Die staatlichen Institutionen sowie die Bürgerinnen und Bürger der Republik Kosovo sind dafür sehr dankbar.

22 von 27 EU-Mitgliedern haben die Unabhängigkeit der Republik Kosovo bereits anerkannt. Wir fordern die übrigen EU-Staaten auf, sich dieser Haltung anzuschließen. Die Anerkennung der Republik Kosovo wäre eine Anerkennung des Willens der absoluten Mehrheit ihrer Bevölkerung - in völligem Einklang mit dem internationalen Recht. (Sabri Kiqmari, DER STANDARD, Printausgabe, 26.7.2010)

Sabri Kiqmari ist ao. und bev. Botschafter der Republik Kosovo in Österreich.

    Kommentar posten
    Posting 1 bis 25 von 54
    1 2
    Toni Mayr
    00
    22.12.2010, 10:42
    Nau

    wo sind jetzt die Anerkennungen? Kosovo und Methoija wird noch lange in der Schwebe sein. Ist halt doch nicht so einfach mit Gewalt und Vertreibung einen neuen wirklichen Staat entstehen zu lassen. Mit Autonomie wäre der Kosovo Wirtschaftlich und Polititsch schon zehn Jahre weiter.

    Don Brasco
    12
    27.7.2010, 10:14
    .................

    Manchmal habe ich das Gefühl, dass keiner begriffen hat, warum es die Kriege auf dem Balkan gegeben hat.
    Jeder glaubt, er sei etwas Besseres.
    Ein Kroate mag sich niemals mit einem Bosnier vergleichen, ein Serbe schon gar nicht mit einem Kosovoalbaner usw.
    Alle berufen sich auf ihre große Vergangenheit und am Ende gibt es Krieg.

    Nun mal ernsthaft. Die Serben haben klar bewiesen, dass sie auf Grund ihrees Ehrendenkens keine Konflikte lösen können und nun erwartet man auch noch Mitleid.

    Was ist daran so schwer, sich an einem Tisch zu setzten und auf gleicher Höhe über die Probleme dieser Länder zu sprechen. Wenn ihr sie nicht löst, dann entscheiden halt Andere und Heulerei bringt euch nicht weiter. Konstruktive Gespräche schon.

    binGeladen
    00
    29.7.2010, 01:33

    sparen sie sich mitleid für sich selbst. forschen sie stattdessen mehr und gewinnen sie wichtige details, die nicht jeder herauslesen kann. am besten mit fakten anfangen

    binGeladen
    01
    26.7.2010, 23:09
    dialog = monolog, IGH=Anerkennung

    usa entschied sich längst vor der ausrufung der unabhängigkeit im kosovo, dass kosovo unabhängig sein wird. merkel hatte bedenken im bezug auf int. gesetztegebung. ein anruf hat sie umgestimmt. einige j. davor waren die baupläne für bond steel aufm tisch im pentagon längst fertig. nach den vollendeten tatsachen sucht man wieder mal den "dialog". ziel des "dialogs" bedinungslose serbische zustimmung zur amputation am leib und seele. USA hat die meisten kriege verloren. dieser wird auf dieser liste zugefügt. nur frage der zeit.

    FlauschBär
     
    02
    26.7.2010, 14:39
    Verständlich

    Verständlich das Spanien, Rumänien und die Slowakei den Kosovo nicht anerkennen wollen.
    Die Basken könnten das gleiche fordern, wenngleich sie dann nicht mehr Fußball-Weltmeister wären. Rumänien hat selber viele Gebiete mit starker ungarischer Minderheit bzw. (lokaler) Mehrheit, zudem will man sich die gute Nachbarschaft mit Serbien nicht verderben. Auch in der Slowakei gibts „ungarische“ Gebiete im Südwesten.

    Ich bin klug
    13
    26.7.2010, 16:00
    Die Basken könnten fordern - sie wollen aber nicht!

    Die Pro-Spanischen Parteien haben im Baskenland eine satte Mehrheit, eine völlige Unabhängigkeit wird nur von einer Sekte gefordert. Die Katalanische "Volksbefragung" in einigen wenigen separatistischen Hochburgen mit einer Wahlbeteiligung von 27% hat einmal mehr die Lächerlichkeit der Unabhängigkeitsbewegung demonstriert. Es gilt für alle EU- Staaten das gleiche:

    Keine Separation ist (auch nur annähernd) mehrheitlich erwünscht.

    Erzpiefke
     
    03
    26.7.2010, 13:44
    Die Kleinstaaterei ist insgesamt sehr schädlich

    Sie führt zu mehr Staat und Bürokratie und damit zu höheren Steuern und Abgaben. Letztlich auch mehr Korruption. Für die Durchsetzung des Selbstbestimmungsrechtes sollten die Hürden höher gesetzt werden: Mehr als die die einfache Mehrheit und eine gewisse Mindestgröße des neuen Staatsgebildes. Im Fall Kosovo besteht außerdem die Möglichkeit, daß das Land zu einem Hub für kriminelle Banden wird.

    Mike Myers
    10
    26.7.2010, 14:17
    genau,

    und deswegen zahlen die luxemburger soviel steuern....

    Air Srpska !!
    03
    26.7.2010, 13:41
    brieferl vom lügenbaron ....

    wie von mir vermutet, dass freche zusammenkommen der richtermehrheit und der gespielte jubel in den medien - obwohl die entscheidung noch nicht mal vorbei ist (wohl eine folge der verlorenen medienschlacht beim georgienkrieg) - werden die stimmenbeschaffung für die vollversammlung nur komplizieren ...

    ob er diese 41 staaten via schdandad bekommen wird, ist hingegen gar nicht fraglich ...

    es würd wohl helfen, wenn man tatsächlich ein staat wäre mit diplomatennetzwerk ...

    mfg

    mitrovic dejan
    04
    26.7.2010, 11:44
    Eine blöde Frage an diesen "Herr Botschafter".

    Warum habe er Arigona Zogaj nie besucht
    Nie geschrieben sich nie gemeldet.
    Warum habe ihr nicht Kosovo Pass schon in Österreich ausgestelt damit sie auch mit dem Auto wegfahren kann,so wie sie ursprünglich wollte.
    Warum habe es er sich niemals öfentlich gemelden in Diskusion um Arigona Zogaj.
    Was für eine Botschaft ist das wenn im eigene Staatsbürger völig egal sind.
    Ich habe weningstens mein arsch bewegt um am Helden Platz für Arigonas bleiberecht demonstriet.
    Herr Botschafter WO WAST DU ????:
    Áh,ja.Du tuhns nur den Pflicht und du wast nicht dabei hast nix gesehen usw gell.

    unbequem
    13
    26.7.2010, 11:36
    Man stelle sich vor.....

    Florida will von den USA austreten und Vorarlberg will ein eigener Staat werden und Tschetschenien will das auch...so wie der Kosovo..
    Wem aller würden die "Internationalen" Richter das Recht auf Unabhängigkeit und Eigenstaatlichkeit zusprechen und wem nicht?

    Bitte 3x raten.......

    Wobei eigentlich festzuhalten ist, dass jede einseiotig erklärte Abtrennung von Staatsteilen, eine Art der Revolution ist und sich daher immer gegen Geltendes Recht (Lokales Gesetz) richtet!

    Wie das Völkerrechtlich als legitim judiziert werden kann ist mir schleierhaft zumal zwar der einzelne Mensch ein Recht auf Freiheit hat nicht aber ein Volk (wie will man das auch definieren... so wie Hitler...nein danke)

    x aeins
    52
    26.7.2010, 12:09

    mir ist nicht bekannt,dass Vorarlberg mit Ö.,oder Florida mit USA Krieg geführt hätte,der jetzt eine Neuordnung nötig machte
    und wenn die nach so einem massiven Einschnitt nicht serbisch sein wollen,soll man sie dazu zwingen?
    aber ich weiß schon: das Amselfeld - und die Geschichte - und die CIA - und die ganzen Feind-Versatzstücke der serbischen Nationalisten...

    Stani83
    02
    26.7.2010, 13:07
    Kosovo wollte schon lange vor Milosevic und dem Krieg die Unabhängigkeit

    Aber um das zu wissen muss man sich auch mal Informieren bevor man irgend was nachplappert

    x aeins
    00
    26.7.2010, 16:51

    kurz Verstand einschalten, Stani:
    ob irgendwelche Vorarlberger zur Schweiz wollen, oder ob es deswegen zu einem Krieg mit Restösterreich käme - feel the difference!

    Stani83
    00
    26.7.2010, 17:09
    LOL Er/Sie verlangt "Verstand einschalten" und entblößt sich selbst. Meine Güte gg

    Sie sagten doch:"wenn die nach so einem massiven Einschnitt nicht serbisch sein wollen,soll man sie dazu zwingen?"
    Sie wollten eben nicht nur nach dem Krieg sondern schon lange davor die Unabhängigkeit.
    Nix checken?

    x aeins
    10
    26.7.2010, 19:14

    ja und nach dem Krieg gehts dann halt gar nimmer - nix checken?
    ihre Frau gefällt ihnen nimmer,sie bleiben aber...nachdem sie sich die Köpfe blutig geschlagen haben,sieht aber nochmals anders aus - jetzt checken?

    Stani83
    00
    27.7.2010, 09:38
    Das haben Sie nicht gesagt. Lernen Sie sich verständlich auszudrücken

    Sie sagten es als ob der Krieg der Grund für die Unabhängigkeitswünsche war. PS.: Solange die Albaner von TITO unterdrückt wurden trauten sich nur wenige nach Unabhängigkeit zu schreien. Als TITO starb gingen sie massenweise auf die Straße. Da war nix von Krieg oder Milosevic zu ahnen. Haben Sie das nicht gewusst?

    x aeins
    00
    27.7.2010, 10:05

    sowas aber auch: in Diktatur traut sich keiner aufmucken,nachher aber schon,dann eskaliert das Ganze,und nach dem Krieg gehts halt gar nicht mehr mit der Harmonie - was verstehst dran nicht?

    habibi1
    00
    27.7.2010, 15:57

    Ich z.B. nix checken warum man eine Eskalation riskiert indem man Serben in die gleiche Ausgangslage versetzt in der die albanische Minderheit damals war? Aber vielleicht können sie Checker mir das verchecken?

    x aeins
    00
    27.7.2010, 16:21

    vermutlich sind in der Gegend weniger Intellektuelle am Werk,als Raufbolde
    und wenn einer aus dem Schwitzkasten freikommt,versucht er den anderen unterzukriegen
    braucht man ja nicht viel Fantasie dazu,oder?
    drum setzt der vernünftige Lehrer solche in ganz verschiedene Ecken der Klasse - also trennt sie nach Möglichkeit

    habibi1
    00
    27.7.2010, 16:43

    Na bitte ich stimme Ihnen 100% zu, nur das es momentan keinen Vernünftigen Lehrer gibt.
    Die Lösung jetzt sieht es vor das man 5 Raufbolde in eine Klasse mit 20 Raufbolden einer anderen Gruppe steckt. Na sie werden verstehen das die sich ungemein auf die nächste große Pause freuen.

    Stani83
    00
    27.7.2010, 15:17
    Etwas über die Zeit vor dem krieg haben Sie im 1. Beitrag nicht gesagt

    Wie gesagt: Deutlich ausdrücken!"

    Ps: Zwischen 1974 und sagen wir 1987 hatten die Albaner die beste Autonomie Europas. Und auch da bestand schon der Wunsch nach Unabhängigkeit. Erinnern Sie sich an die Demos nach TITOs Tot?

    Veni Vidi Luris
    00
    27.7.2010, 01:47

    Aha, wie alt bist du?

    rosa parks
    02
    26.7.2010, 12:52
    1810: florida vs. usa

    Air Srpska !!
    02
    26.7.2010, 13:44
    LOL

    macht ihm sicher nix aus, jetzt kommt sicher was nicht minder schlaues ...

    bin schon gespannt ...

    mfg

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    Posting 1 bis 25 von 54
    1 2

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