Pröll fällt bei Kanzlerfrage weit zurück, ÖVP bleibt vorn

Die Diskussionen um neue Steuern oder Sparpakete haben den ÖVP-Chef Josef Pröll in der Kanzler-Frage deutlich zurückgeworfen

Linz/Wien - Wäre kommenden Sonntag Nationalsratswahl - sie ginge trotz magerer Umfragewerte für den Spitzenkandidaten wahrscheinlich mit einem kleinen Vorsprung für die ÖVP aus. Aber insgesamt kämen die beiden Koalitionsparteien gemeinsam auf ein etwas schlechteres Ergebnis als vor knapp zwei Jahren bei der vorgezogenen Nationalratswahl. Damals hatten 55,24 Prozent für die nunmehrigen Regierungspartner gestimmt.

Nach der Market-Umfrage aus der vergangenen Woche kämen die beiden Großparteien nur noch auf 54Prozent. Tendenz: seit vielen Wochen fallend, für beide Partner.

Profiteurin der derzeitigen politischen Lage ist klar die FPÖ. Bei der Nationalratswahl 2008 hatte sie 17,5Prozent erreicht - und schon kurz nachdem sich SPÖ und ÖVP wieder zu einer Koalition gefunden hatten, hat die FPÖ die 20-Prozent-Marke nach oben durchstoßen und nie wieder unterschritten. Auch die eher bescheidenen Ergebnisse bei anderen Wahlen haben die Freiheitlichen auf Bundesebene nicht beschädigt.

"Heinz-Christian Strache kann derzeit tun oder - wie er es offenbar vorzieht - lassen, was er will, für ihn und seine Bundespartei ändert sich kaum etwas" , sagt Market-Chef Werner Beutelmeyer zur langfristigen Entwicklung der FPÖ: Vor genau einem Jahr ergab eine Standard-Umfrage des Market-Instituts, dass die FPÖ bei 25 Prozent gelegen ist, jetzt liegt sie bei 24. Und in all den Monaten ist der für die FPÖ errechnete Sonntagsfragenwert zwischen 23 und 24 Prozent gelegen.

Einen markanten Ausreißer nach unten gab es nur zu Ostern: Da haben die Diskussionen um die Präsidentschaftskandidatin Barbara Rosenkranz kurzfristig zu einem Absacken der FPÖ auf 21 Prozent geführt.

Mit den nun hochgerechneten 24 Prozent für die Freiheitlichen bietet sich wiederum das Bild einer Parteienlandschaft mit drei Mittelparteien und zwei Kleinparteien - nicht unähnlich jenem Muster, das es schon einmal in der zweiten Hälfte der Neunzigerjahre gegeben hat, auch wenn damals die Akteure andere waren.

BZÖ nicht abzuschreiben

Beutelmeyer: "Josef Bucher und das BZÖ sind nicht das Gleiche wie Heide Schmidt und das Liberale Forum. Aber eine auffällige Gemeinsamkeit gibt es: Sie machen bewusst, dass es in Österreich Platz neben den etablierten Parteien gibt. Das zeigt sich auch in der Kanzlerfrage. Denn, Hand aufs Herz: Wer kennt den Herrn Bucher? Und trotzdem sehen in ihm zwischen ein und vier Prozent eine mögliche Kanzlerpersönlichkeit. Ich wäre daher vorsichtig, ihn oder das BZÖ abzuschreiben."

In der Kanzlerfrage hat sich - wie die Grafik zeigt - der Amtsinhaber Werner Faymann vor dem SPÖ-Bundesparteitag Anfang Juni an die Spitze setzen können. Auch wenn die Zustimmung zu Faymann in der Zwischenzeit wieder deutlich gesunken ist: Der SPÖ-Chef bleibt die erste Wahl.

Seine Partei hingegen hat sich in den Market-Umfragen der vergangenen Monate nie von der ÖVP freistrampeln können: Im Spätwinter gab es einige Umfragewellen, in denen die SPÖ knapp vor dem Koalitionspartner gelegen ist, die meiste Zeit aber ist sie gleichauf oder hinter der ÖVP gelandet.

Das aktuell hochgerechnete Umfrageergebnis: 28Prozent für die ÖVP, das sind rund zwei Prozentpunkte mehr als im Herbst 2008. Und das, obwohl der Spitzenkandidat Josef Pröll angesichts der dauernden Spar- und Steuerdiskussionen (denen er sich inhaltlich verweigert) keine besondere Strahlkraft entwickelt. Pröll würde bei einer fiktiven Direktwahl des Bundeskanzlers derzeit nur von 18Prozent angekreuzt werden.

Anders ist die Situation für Werner Faymann: Er hat einen Kanzlerbonus entwickelt, der ihm auch vom Gallup-Institut in Österreich attestiert wird. 23Prozent mögliche Direktwähler, aber nur 26Prozent für die SPÖ (Gallup sieht, im Unterschied zu Market, auch bei der Sonntagsfrage die SPÖ mit deutlichem Vorsprung).

Die FPÖ folgt knapp danach mit 24 Prozent, in den Rohdaten ist sie nicht mehr weit hinter der SPÖ zurück. Beutelmeyer: "Anders als die Haider-Wähler früher bekennen sich die FPÖ-Wähler von heute ohne Genierer zu ihrer Entscheidung." Strache würde von 13 Prozent direkt gewählt.

Die Grünen-Chefin Eva Glawischnig wollen sieben Prozent im Kanzleramt sehen, die grüne Partei liegt seit 20 Wochen unverändert (und unbeeinflusst von anderen politischen Entwicklungen) bei zwölf Prozent.

Das BZÖ käme auf sieben Prozent, und für Kleinstparteien sehen drei Prozent Platz.  (Conrad Seidl, DER STANDARD, Printausgabe, 26.7.2010)

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tolle werte für glawischnig

realisiert die schaumgeborene schaumschlägerin das überhaupt?

övp vorne

warum :
weil praktika von studenten unentgeltlich sind
weil diplomanden quer durch unentgeltlich arbeiten müssen
weil arbeitende unentgeltlich daheim ihrer arbeit nachkommen müssen
weil alle es schicksalhaft sehen unentgeltlich leistung zu bringen
weil alle fürchten ihren arbeitsplatz zu verlieren,wenns geld für ihre geleistete arbeit verlangen-----darf ich bitte,bitte,bitte für geleistete arbeit bitte,bitte was kriegen,bitte,bitte

Wie oft soll man das noch schreiben?

Regieren haben bisher nur die SPÖ können.
Kreisky hat Schulden gemacht von denen wir heute noch profitieren.
Ja er hat die ganze Wirtschaft umgekrempelt und die Gehsteigaufklapper ins Eck gestellt.
Er hat auch 1400 "gscheite" Köpfe in die Regierung gebracht.
Alles nachher ist unvergleichlich, es sollte jedoch die andere Zeit bedacht werden.
Denn Kreisky hat 25 Jahre nach dem Krieg eigentlich mit NULL beginnen können, was heute nicht mehr möglich ist.
Einen neuen Reformator kann und wird es erst wieder nach einem Totalzusammenbruch geben.
Also nach einem Krieg usw..!
Es geht uns aber mehr als gut und Faymann macht das prächtigst, wenn man ein bisschen zwischen den Zeilen lesen kann.
Auch in der EU wo ja schwarz die Macht hat!
Nicht klagen!

Ihr Sarkasmus ist bemerkenswert Treffsicher.

Der Dorfer hätte diese SPÖ-Bilanz nicht spöttischer auf den Punkt bringen können.

Ihr Gehirn ist wirklich umnebelt!

An Kreiskys und Vranitzkys Schuldenmacherei zahlen wir noch heute, deswegen ist für Forschung und Bildung kein Geld da!

Die Roten können vieles nicht, aber regieren bestimmt nicht....Faymann ist geradezu der rote Offenbarungseid an In-Kompetenz!

haben schüssel und molterer das können?

soviel geschadte unter schüssel und molterer hat noch keine regierung! unser kinder werden noch daran arbeiten müssen, um diesen fehler wieder gut zu machen!

wieso gibst du anderen die schuld,

dass du im 38. semester immer noch im ersten studienabschnitt mit der einführung in die rechtsrechtswissenschaft kämpfst?

Ich verrate Ihnen was:

In Wirklichkeit zahlen wir immer noch den unnötigen Krieg von Kaiser Franz Josef.

andererseits haben schwarz aufgestellte

"wirtschafts-und managerkapitäne" tonnenweis euros versenkt-rein spekulativ.
da mach ich lieber tonnenweis euroschulden für bildung,gesundheit,arbeit,wohnen..etc für UNS-das rentiert sich einmal wenigstens.

Ein Bauer als Agrarsubventionsminister

Die ÖVP und ihre Finanzminister Molterer und Joschi Pröll haben Österreich bis jetzt Schulden in der Höhe von mehr als 200 Milliarden EURO hinterlassen (66% des BIP), das werden vor allem die jungen Menschen im Land der Subventions- und Schuldenpartei ÖVP nie vergessen, denn sie werden die Zeche für die Schulden- und Suventionspolitik der ÖVP tragen müssen.

guter Witz - von den 188 Mrd. € wurden 140 Mrd. € von SPÖ Finanzminister verursacht!

mfg

Mit einem so schlechten Gedächtnis wird man eben nur SPÖ-Mitglied.
Das regieren sollte man dann Anderen überlassen.

wer war der letzte spö-fm? wann?

von wem wurde dein akkusativ verursacht, bladblackguy?

immer die gleichen inhaltslosen Einzeiler von ihnen!

Bauern können mit fremdem Geld eben nicht umgehen

Die ÖVP und ihre Finanzminister Molterer und Joschi Pröll haben Österreich bis jetzt Schulden in der Höhe von mehr als 200 Milliarden EURO hinterlassen (66% des BIP), das werden vor allem die jungen Menschen im Land der Subventions- und Schuldenpartei ÖVP nie vergessen, denn sie werden die Zeche für die Schulden- und Subventionspolitik der ÖVP tragen müssen.

Wenn man Blödsinn 2 mal schreibt, wird der Blödsinn nicht weniger blöd.

hallo laura rudas - noch im urlaub?

hast du in deiner jugendherberge in kalkutta leicht einen w lan anschluss gefunden das du uns an deinen geistigen ergüssen teilhaben lässt?

wollen sie den ministranten wieder?

Natürlich wünscht sich niemand der auf Österreich etwas hält Pater Willi oder Karli Homepage als Finanzminister zurück, doch der Pröll Pepi ist um nichts besser.

da haben sie recht. aber gusenbauer gehört in dieselbe kategorie.

Nur hat Gusenbauer im kleinen Finger mehr Intellekt als diese drei Figuren zusammen im Kopf.

Solche Redakteure braucht das Land!!

beide sind seit Mai d.J. um ganze 15% Punkte "abgestürzt" - und nur Pröll fällt weit zurück?
Heurigenstimmung?

nein, Wien-Wahlkampf!

Davon Faymann um...

...1% und Pröll um 14%.

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