ÖAAB-Chef Spindelegger: Aber Gymnasien müssen erhalten bleiben
Wien - ÖAAB-Chef Außenminister Michael Spindelegger spricht sich für
die Aufhebung der Zehn-Prozent-Grenze für die Neue Mittelschule (NMS) aus. Aber
er ist nach wie vor gegen eine Gesamtschule für die Zehn- bis 14-Jährigen. Neben
der NMS müsse das Gymnasium erhalten bleiben, sagt er im "Kurier"
(Sonntag-Ausgabe). Bundeskanzler Werner Faymann (S) und Bildungsministerin
Claudia Schmied (SPÖ) kündigen in der Tageszeit "Österreich" einen Schulgipfel im
Herbst an, wo die NMS als "gemeinsame Schule" verankert werden soll.
Für Spindelegger ist die Ausweitung der Neuen Mittelschule flächendeckend auf
ganz Österreich machbar - "wenn wir uns im Herbst auf ein durchgängiges
pädagogisches Konzept für die Neue Mittelschule einigen und die SPÖ von der
Gesamtschule abrückt". Bisher durften bundesweit maximal zehn Prozent der
Pflichtschulen in Neue Mittelschulen umgewandelt werden.
"Neue gemeinsame Schule der Zehn- bis 14-Jährige"
Den sofortigen Fall dieses Limits will Faymann bei einem großen Gipfel mit
Industriellenvereinigung, Landeshauptleuten und Wissenschaftsministerin Beatrix
Karl (ÖVP) im Herbst fixieren. Er versteht die Neue Mittelschule allerdings als
"neue gemeinsame Schule der Zehn- bis 14-Jährigen, die wirklich
leistungsorientiert ist". Bildungsministerin Claudia Schmied (SPÖ) hat seine
"tatkräftige Unterstützung" für einen Gipfel "mit allen, die guten Willens
sind".
SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas
begrüßte am Sonntag die "Bewegung innerhalb der ÖVP". Und unterstrich
im Parteipressedienst: Eine "flächendeckende gemeinsame Schule" wäre
ein wichtiger Schritt zur Chancengleichheit.
"Es freut mich, dass sich in den Reihen des Koalitionspartner
mittlerweile etwas tut, wenn es um die Weiterentwicklung unseres
Bildungssystems geht", meinte Rudas in einer Aussendung
(APA)