Präsident Basescu traf erstmals ungarischen Premier

24. Juli 2010 13:42

"Wichtiger als ethnische und konfessionelle Unterschiede sind die gemeinsamen Werte"

Bukarest - Der rumänische Präsident Traian Basescu und der ungarische Premier Victor Orban haben am Wochenende im siebenbürgischen Baile Tusnad (Tusnádfürdö/Bad Tuschnad) im Rahmen der Sommeruniversität "Tusvanyos 21" Ansprachen zum Thema "Zentraleuropa - Das Zentrum Europas?" gehalten. Es ist das erste Treffen zwischen Basescu und Orban seit dem Amtsantritt des ungarischen Regierungschefs. Mit der Aussage, dass es ein Fehler wäre, zu glauben, dass man eine Region auf Basis der Geografie, auf "unangenehmen historischen Ereignissen", auf einer Ethnie und auf konfessionellen Unterschieden aufbauen könnte, ließ der rumänische Präsident aufhorchen. "Es ist nicht die Religion, nicht die Ethnie, nicht die Geografie, nicht die Geschichte, die die Wichtigkeit einer Region konsolidieren, sondern die Werte", fügte Basescu hinzu.

Damit reagierte der rumänische Staatspräsident auf die gestrigen Aussagen des Europaparlaments-Vizepräsidenten Laszlo Tökes, der im Rahmen der gleichen Veranstaltung seine Unterstützung für das Anliegen der Autonomie für die mehrheitlich von Ungarn bewohnten Regionen in Zentralrumänien ausgedrückt hatte: "Wenn der Kosovo seine Unabhängigkeit erreichte, kann auch das Szeklerland seine Autonomie erreichen", so Tökes. Am Samstag erklärte Tökes, dass "die rumänischen Nationalisten einen Fehler begehen, wenn sie behaupten, dass wir ihnen Siebenbürgen wegnehmen wollen".

"Pfeiler der Konsolidierung Zentraleuropas"

Während Orban erklärte, dass "zwischen mir und Präsident Basescu ein freundschaftliches Verhältnis herrscht" und "die Beziehungen zwischen Rumänien und Ungarn besser sind als bisher", betonte Basescu, dass "die rumänisch-ungarische Aussöhnung einen der Pfeiler der Konsolidierung Zentraleuropas" darstelle. Basescu sagte zudem, dass die Wirtschaftskrise die Schwächen der ökonomischen Systeme der europäischen Länder aufgezeigt habe. Laut Orban sei der Kapitalismus "spekulativ" geworden. "Der westliche Kapitalismus befindet sich in einer Krise, auch wenn Politiker und Geschäftsleute dies nicht gerne zugeben". "Jetzt wissen wir nicht mehr, wie wir dem Staat eine größere Rolle zuschreiben sollen", sagte Orban und betonte, dass "die westliche Wirtschaft gerade von den Regierungen vor der Katastrophe gerettet wurde".

Basescu dankte den rumänischen Ungarn für die "außerordentliche Unterstützung", die sie ihm bei der letzten Präsidentschaftswahl entgegengebracht hatten - im zweiten Wahlgang hatten 75 Prozent der ungarischen Minderheit für Basescu gestimmt. (APA)

F S 3
28.07.2010 04:01
Dinge, die man weniger liest: Am Montag verunglückte ein isrealer Hubschrauber mitten in Rumänien, wobei 6 isr.Militätangehörige ums Leben kamen…

…Der riesige CH-53 war im Rahmen des 11-tägigen Militärmanövers "Blue Sky 2010" (18.7-29.7) unterwges. Montags Mittag hatte er plötzlich in der Luft Feuer gefangen und war nördlich von Brasov in unwegsamen Gebirgsgelände der Karpaten abgestürzt.



Übt das IDF bereits den Flug in extrem gebirgigen Gelände?

Pro Freistaat Kärnten!
 
28.07.2010 16:04
ich nehme an,

das üben sie immer schon.

omar chamra
26.07.2010 15:47
Viktor Orbán hat sich über den "westlichen Kapitalismus" ausgelassen

vielleicht ist er eher für einen östlichen Kapitalismus a la Russland oder China?

Sandor Kocsis
29.07.2010 10:29

Nein, die freundschaftlichen Beziehungen seines Vor-Vorgängers zu Russland hat er auch nicht sympathisch gefunden

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