"Noch keineswegs ein unabhängiger Staat"

Adelheid Wölfl, 23. Juli 2010 19:13

IGH-Gutachten hilft Separatisten in Bosnien nicht, sagt der Grazer Verfassungs­rechtler Marko im STANDARD-Interview

Dafür könnte es gewaltsame Konflikte im Kaukasus heraufbeschwören.

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STANDARD: Der Premier der Republika Srpska (RS) in Bosnien, Milorad Dodik sieht das Gutachten als Grundlage für eine mögliche Sezession der RS. Ist es das?

Marko: In dem IGH-Gutachten wird deutlich die Verurteilung der Unabhängigkeitserklärung der RS, bei der es gleichzeitig zur Ausübung von Gewalt kam, genannt. Das Selbstbestimmungsrecht darf nur in friedlicher, demokratischer und minderheitenschützender Weise ausgeübt werden darf, wenn eine Regierung nicht die gesamte Bevökerung repräsentiert. Aber gerade das können die Serben der RS auf keinen Fall behaupten, nachdem sie in der Verfassung als konstitutives Volk anerkannt sind, einen eigenen Gliedstaat bekommen haben und in allen staatlichen Organen proportional repräsentiert sind. Sie können nie behaupten, sie hätten ein recht auf politische Selbstbestimmung, weil sie als Volk nicht anerkannt sind und nicht repräsentiert sind. Es gibt gerade nicht, wie Dodik das behauptet, ein Recht auf nationale Selbstbestimmung, dass irgendeine ethnische Gruppe das Recht auf Staatlichkeit hat. Das ist der Unterschied zwischen dem politischen und dem nationalen Selbstbestimmungsrecht.

STANDARD: Dann müssten aber auch die Spanier keine Angst haben, dass die Katalanen sich für unabhängig erklären?

Marko: So ist es. Auch die Katalanen hätten nach dem Völkerrecht kein Recht auf Selbstbestimmung. Aber die haben davor Angst, dass sie mit rechltichen Argumenten die politischen Tatsachen nicht stoppen können. Das ist ja auch im Kosovo so. Denn selbst wenn die Interpretation für Serbien sprechen würde, de facto wird der Kosovo von einem Drittel der Staatengemeinschaft als unabhängiger Staat behandelt. Und Spanien hätte ja auch auf friedlich demokratischen Weg, keine Möglichkeit dem entgegenzutreten, wenn sich die Mehrheit der Katalanen für unabhängig erklärt, selbst wenn das ein Bruch des Völkerrechts ist.

STANDARD: Was hat das Urteil für Auswirkungen im Kaukasus?

Marko: Es könnte dazu führen, dass unter der Prämisse des nationalen Selbstbestimmungsrechts, eine ethnische Mobilisierung stattfindet und gewaltsame Konflikte heraufbeschworen werden. Das Gutachten unterstützt vordergründig Separatisten, weil der Unterschied zwischen nationalem und politischen Selbstbestimungsrecht in der öffentlichen Diskussion nicht klar ist.

STANDARD: Und in Israel?

Marko: Für Israel ist durch die Sicherheitsratsresolutionen und die Vorgeschichte klar, dass die Palästinenser ein Recht auf einen eigenen Staat haben. Das ist ein ganz anderer politischer Kontext. Das Urteil könnte aber ein politisches Signal sein, dass die Palästinenser sagen, wir gehen im politischen Prozess weiter und erklären die staatliche Unabhängigkeit und setzen Israel noch stärker unter politischen Verhandlungsdruck. Das Urteil ist auch ein Handbuch für andere Regionen, wie man es richtig macht vom Kaukasus bis nach Tibet.

STANDARD: Kann der Kosovo überhaupt der EU beitreten, wenn er nicht von Serbien anerkannt wird?

Marko: Da gibt es einen Präzedenzfall. Noch während des Bestehens von Jugoslawien und der Staatenunion Serbien und Montenegro, hat die EU bereits begonnen hat mit Montenegro separate Beitrittsverhandlungen zu führen. Es ist also nicht ausgeschlossen, dass die EU mit Serbien und dem Kosovo trotz der ungeklärten Statusfrage Verhandlungen führt. Ich sehe auch eine große Möglichkeit, auf Serbien Druck auszuüben und zu erklären, dass es nur eine gemeinsame und gleichzeitige Aufnahme von Serbien und dem Kosovo in die EU geben wird, sodass Serbien erkennen muss, dass es, solange es in der Kosovofrage nicht einlenkt, nicht EU-Mitglied wird. Das könnte den reformwilligen und EU-orientierten Kräften in Serbien durchaus sehr helfen. Die haben sich ja längst vom Kosovo verabschiedet.

STANDARD: Serbische Politiker sagen geschlossen, dass sich die Kosovo-Politik nicht ändern wird.

Marko: Das sind ausschließlich innenpolitische Statements. Frei nach der Formel von Konrad Adenauer "Was hindert mich daran einen Tag später gescheiter zu sein" können sie in drei Wochen ohne Problem das Gegenteil behaupten. Alle Kräfte in Serbien wissen genau, dass der Kosovo nie wieder von Belgrad aus administriert werden. In Wahrheit wollen die Nationalisten in Serbien die Teilung des Kosovo.

STANDARD: Manche wollen, dass sich der serbisch besiedelte Nordkosovo für unabhängig erklärt.

Marko: Was für die Serben in Bosnien gilt, gilt auch für die Serben in Mitrovica.

STANDARD: In Serbien wird auch über die Fragestellung diskutiert. Über was genau hat der IGH befunden?

Marko: Der Gerichtshof trennt fein säuberlich die Unabhängigkeitserklärung von der Entstehung des unabhängigen Kosovo. Er geht gerade nicht auf das Recht auf Selbstbestimmung ein oder ob die Anerkennungspraxis völkerrechtswidrig war, sondern versucht zu klären, ob eine reine politische Deklaration der Unabhängigkeit durch das Völkerrecht verboten sei. Und er kommt zu der Schlussfolgerung, dass es keine generelle Praxis des UN-Sicherheitsrats gibt, einseitige Unabhängigkeitserklärungen zu verurteilen. Er sagt auch, dass die Entscheidung des Obersten Gerichts in Kanada zu Quebec, wo es um das Recht um Sezesssion ging, nicht mit der Kosovo-Frage vergleichbar ist.

STANDARD: Macht das Sinn, dass man die Unabhängigkeitserklärung von der Unabhängigkeit trennt?

Marko: Das ist reine Begriffsjurisprudenz, wo man mit Wortspielerein etwas hineindeutet, was natürlich nicht die Intention gewesen ist. Denn was soll denn der Sinn einer Unabhängigkeitserklärung anderes sein, als zu behaupten, dass man einen unabhängigen Staat errichtet?

STANDARD: Hat sich der IGH da um die Antwort herumgeschwindelt?

Marko: Das ist ein typischer politischer Kompromiss. Wir sagen damit überhaupt nichts über die Staatsqualität des Kosovo aus. Die politische Schlussfolgerung daraus erlaubt es natürlich, dass Kosovo kein Präzedenzfall ist.

STANDARD: Hat Serbien die falsche Frage gestellt?

Marko: Ich verstehe schon, dass Serbien versucht hat, die Frage vorsichtig zu formulieren, um einen weiten Interpretationsspielraum zu haben. Aber das ist als Schuss nach hinten losgegangen. Andererseits hat der Gerichtshof auch erklärt, dass die Unabhängigkeitserkärung nicht gegen die UN-Resolution 1244 verstösst. Weil aber nach Meinung des IGH die UN-Mission Unmik im Kosovo noch operativ ist und die Sicherheitsratsresolution 1244 noch in Kraft ist, wird indirekt gesagt, dass der Kosovo noch keineswegs ein unabhängiger Staat ist und es weiterer Verhandlungen um den Status bedarf. Insofern ist das ein Riesenerfolg für Serbien. Und damit sind die Ambitionen des Kosovo schnell in internationale Organisationen aufgenommen zu werden, insbesondere in die UNO, wieder enttäuscht. Es ist davon auszugehen, dass nun einige Staaten anerkennen werden, aber die Hardliner wie Spanien, die Slowakei, Zypern und Russland, werden in ihrer Meinung bestärkt.

STANDARD: Gleichzeitig anerkennt Russland aber Abchasien und Südossetien.

Marko: Das ist der eigentliche Widerspruch der russischen Aussenpolitik.

STANDARD: Und rechtliche Grundsätze spielen keine Rolle?

Marko: Nein. (DER STANDARD, Printausgabe 24./25.7.2010)



Joseph Marko (55) studierte in Graz und war von 1997 bis 2002 Richter am Verfassungericht in Bosnien-Herzegowina. Der Verfassungsrechtler leitet das Kompetenzzentrum für Südosteuropa an der Universität Graz.

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saratoga
25.07.2010 12:49
Joseph Marko

Joseph Marko, gehört zu den selbst ernannten Experten, deren Unfähigkeit ja durch seine Bosnien Tätigkeit mit Null Erfolg bis heute gut dokumentiert ist. Solche Gestalten sollten einfach den Mund halten.

16 Jahre erfolgloser Politik, Justiz Aufbau in Bosnien, sagt Alles über diese Experten, welche nur durch ihre hohen Nonsens HOnorate abzocken, was beim Schwafel Kopf Busek ebenso sichtbar ist. Busek hätte auch niemand im Balkan gebraucht, aber er hat Millionen damit verdient.

carmina|burana
25.07.2010 12:05

IGH hat zu offensichtlich amerikanische argumetation vor dem gericht im urteil wiedergegeben und sich selbst dadurchdas ein bisschen legitimität, dass noch übrig war weggenommen.
mit dieser aggressiven raubpolitik gegen serbien sehen wir machtlos zu, wie sie in europa mit dynamit spielen, während brände in korea und im osten gelegt werden ...
die finanzkrise können sie nur mit großem krieg lösen?

Danny Crane
25.07.2010 08:51
kosovo ist nicht unabängig und wird es nie sein.

mein name ist danny crane. danny crane! ;-)

Marko Danube
25.07.2010 21:42
Ein Bostoner Anwalt der gegen USA spricht ?

binGeladen
28.07.2010 21:04

er ist zuerst unschlagbar

Mohammed_ Islam_1
25.07.2010 01:57
nun die Letzte Frage war jetzt aber der Karlauer

Russland erkennt Osetien + abachien an und dies sei ein wiedespruch --

Dann ist es auch ein Wiederspruch das die USA + Alle die Kosovo anerkannt haben

auch Osetien + abchasin anerkenen müssen

wiedersprüche gibt es im westen allso auch :)

Horst R.
24.07.2010 23:06

zu Bosnien:
Bosnien ist aus meiner Sicht jetzt schon ein gescheiterter Staat, der nur mit Mühe künstlich zusammengehalten werden kann. Früher oder später wird dieser Staat sowieso auseinander fallen. Ich hoffe, dass es dann kein Krieg sein wird, der dies entscheidet. Jetzt hätte man die Möglichkeit, dies friedlich zu entscheiden, wie es mit diesem Staat weitergeht. Mit Diskussionen und mehreren Volksabstimmungen. Aber so ein Betonkopf wie der Herr Marko pfeift anscheinend auf das Selbstbestimmungsrecht und schwurbelt lieber herum als den Realitäten ins Auge zu blicken.

Herzerzog Johann
24.07.2010 18:19
Realitäten ...

... lassen sich auch dur noch so gut vorgebrachte Formalismen nicht ändern. Da läuft einfach die Zeit drüber.

medien
25.07.2010 08:01
rundablage@fahr-zur-hoelle.org

ist die "gesellschaft" fahr-zu-hölle (tekbir vergessen?) ihr betätigungsfeld?

Drago+
24.07.2010 18:48

Realitäten sind der gegenwärtige Zustand. Ich habe heute keinen Job. Das ist Realität. Morgen habe ich einen Job. Dann ist das die Realität. Ich hab vor mir ein Glas Coke stehen. Das ist Realität. ---- So, das Glas ist jetzt leer. Realität!

Andrei Tchoubrikov
24.07.2010 13:56
Also ist die "Unabhaengigkeit" Kosovo-Metohiens doch illegel ?

Zitat: "Das Selbstbestimmungsrecht darf nur in friedlicher, demokratischer und minderheitenschützender Weise ausgeübt werden darf,..."

1. friedlich = UCK-Terror & NATO-Ueberfall 1999 als Friedensakte ?

2. demokratisch = tatalitaere UCK und EU/US-Protektorat demokratisch legitim ?

3. minderheitenschützender Weise = Vertreibung von nicht-Albanern (Serben, Roma, etc.) & Abfackeln von orthodoxen Kirchen und Kloestern als "Schutz" ?

Kein einziger Punkt ist erfuellt. Also, haette KM rein theorethisch eine Chance gehabt (genau wie RS, Sued-Osetien, Abchasien, Katalonien, Latgalien, Neurussland, Transnistrien usw usf diese jetzt auch bekommen haben), diese aber selber komplett Verspielt.

Der Derjenige
24.07.2010 12:13
Kosovo wird v. USA u. EU missbraucht .

Der Kosovo ist die größte Militärzentrale Europas und dient dazu , dassman im ernstfall gegen Russland gerüstet u. es angreiffen können , deshalb wehrt sich Russland extrem gegen die unabhängigkeit des Kosovo ,das macht die USA auch mit Taiwan um CHI anzugreiffen .

Auserdem landet fast jede Drogen Europas als erstes im Kosovo.

Desweiteren werden viele Rohstoffe gestohlen .

Und mann darf diesen Paraziten (Albanern) kein unabhängiges Kosovo geben .

Kryeziu
30.07.2010 10:46

Wenn ein Mensch(Normale Menschen keine Verbrecher),Denken würde,stellt er sich die Frage,wie kommen die Drogen in das Kosova?
Ohhhhhhhhhh,wo sind denn Serbiens Grenzen?
Wo sind die Grenzen Mazedoniens?
Albaniens?
Montenegros?
Rumäniens?
Bulgariens?
Denken ist nicht schwer,probier mal!

Don Brasco
24.07.2010 17:25
hehehehe

es heißt nicht, man darf den ParaZiten keine Unabhängigkeit geben. Sie habe sie schon lääääängst hahahahhahaha

Und mach dir mal keine Kopf über die USA, viel schlimmer sind die Klingonen die alsbald auf unserem Planeten besiedeln wollen um sich die Weltherrschaft an sich zu reißen.

habibi1
26.07.2010 11:30

Sie haben keine Ahnung aber sowas von keine!!!

Als erstes kommen Die Vulkanier und gründen mit uns die Föderation der vereinten Planeten, man man man

:-P

Marko Danube
25.07.2010 09:56
Ihr habt die Unabhängigkeit ? Da haben wir wohl was verpasst ?

Im Kosovo werden jeden Tag irgendwelche Möchtegerne Politiker verhaftet , und das von DEUTSCHEN und AMERIKANISCHEN Polizisten und Soldaten. Kann mich nicht erinnern das in einem Freien Staat ein Ausländer kommen kann und jemand verhaften kann. Dann werden diese Verbrecher vor einem Ausländischen Richter gestellt und der verurteilt die . Im Knast werdet Ihr von Amerikanern bewacht, naja wenn das das ist dann ist es wohl UNABHÄNGIGKEIT.

Unabhängig ? Jeden tag bettelt Ihr im Ausland um Geld und wir als Steuerzahler Füttern euch PARASITEN durch.

Ihr habt NICHTS und Ihr werdet noch den Tadic in Pristina mit Blumen bewerfen und Ihn als euren besten Präsidenten Ehren.

Don Brasco
26.07.2010 23:17

Du lustiger Vogel lebst noch hinterm Mond :-)

Der Kosovo hat bereits nach 2 Jahren eine eigene Poizei, die von westlichen Eulex Spezialisten geschult werden. Die Eulex soll sogar korrupte Politiker verhaften, damit nicht das Gleiche wie in Serbien geschieht. Dort blüht die Korruption wie noch nie zuvor :-). Der Kosovo ist seit mehr als 2 Jahren auf einem guten Weg und ich erinnere dich in 5 Jahren :-).

Unabhängigkeit, weil keine serbischer Staatsmann ohne eine Genehmigung der kosovoarischen Behörden das Land nicht bertreten darf. Ansonsten wird er einfach mal des Landes verwiesen. :-) Serbien hat also seit mehr als 10 Jahren im Kosovo NIX zu bestimmen :-).

Tadic kann sein Nachbarland sehr gerne besuchen :-).

binGeladen
24.07.2010 19:52

besonders klug finde ich dich bnicht und witzig schon gar nicht

Don Brasco
24.07.2010 22:00

muss ja nicht witzig sein, aber diese überaus nationalistischen Äußerungen mancher Fachidiologen stoßen an ihre Grenzen.

Klar ist man verägert, dass Serbien mal wieder im Unrecht ist, aber es geht hier um eine Region unter den ganzen Kriegen gelitten haben und sie hier als ParaZiten zu beleidigen ist feige und radikal.

Der Kosovo kann sehr stolz darauf sein, dass es einen solch guten Partner wie die USA hat. Bisher haben sie die Kosovaren nicht im stich gelassen. Ohne die USA gebe es immer noch Krieg. Mag man gerne auf sie schimpfen, aber seit deren Einzug, hat keiner serbische oder kosovarische Mutter mehr einen Sohn im Krieg verloren. Das zählt mehr als diese lächelichen Poster.

Gott schütze die USA

Lesh Kuqi
24.07.2010 15:01

Wenn die Serben wie Barbaren alle Kriege anzetteln, andere Ethnien ermorden und vertreiben, dann sollen sie sich nicht wundern, wenn sie wie Barbaren behandelt werden. Der IGH hat bestätigt, dass Kosova kein Völkerrecht gebrochen hat und wenn hier irgendjemand überhaupt das Völkerrecht gebrochen hat, dann war es dein Freund Slobodan M..

Und wenn du schon Parasit schreibst, dann solltest du es wenigstens schon richtig schreiben, denn der einzige Parasit sitzt vor deiner Tastatur, also nicht erschrecken.

P.S.: Die rechtmäßigen Eigentümer haben ihr Land wiederbekommen, lang lebe KOSOVA!! An die ehemaligen Besatzer: Ihr könnt nach Hause gehen, ihr könnt nach Hause gehen......

Werner Kaiser
24.07.2010 11:22
Nich die Serben sondern Kosovo Albaner sollen dringend nach Lösung suchen

Die Albaner im Kosovo sollten aus eigener sicherheit dringend nach einer Lösung (Dialog mit Belgrad wiederaufnahme) suchen. Hätte NATO damals gegen Serbien nicht eingegriffen wären Heute wahrscheinlich keine Albaner mehr im Kosovo zu finden. Was würde in ferner Zukunft passieren sollte sich NATO mal auflösen (was nicht unwahrscheinlich ist) ? Glauben wirklich die Kosovo Albaner fest daran dass sie ohne NATO unterstützung jemals eine Chance gegen Serbien gehabt hätten bzw haben werden ?

Drago+
24.07.2010 13:47
Den Albanern wäre nichts passiert

- weil die Kriegshandlungen von außen provoziert wurden mit dem Ziel, Milosevic von der Macht zu jagen. Der Herr Slobo nähmlich hätte sich schon 1997 verabschieden sollen. Das hat er nicht getan, sondern noch eine Annäherung an Russland gesucht. Vor allem das letztere war der Auslösepunkt, dass eine offiziell als terroristisch eingestufte Gruppe mit Mafia-Hintergrund, wo es mehr um kriminelle Geschäfte ging als um die "Unabhängigkeit", dann zur legalen Befreiungsarmee erklärt wurde. Natürlich wurden gewisse Strukturen gesäubert und bestimmten Leuten der Vorzug gegeben. Ihr helft uns, Milosevic zu stürzen, wir versprechen euch dafür die Unabhängigkeit. Das dumme am Ganzen: letztendlich haben die Serben Milosevic gestürzt.

Drago+
24.07.2010 13:45
..

So, und wo ist jetzt das Versprechen gegenüber den Serben? Territoriale Integrität Serbiens mitsamt dem Kosovo; der leider umgebrachte Djindjic hat kurz vor seinem gewaltsamen Tod dazu ziemlich klar und deutlich Stellung genommen, in den westlichen Medien leider wenig bekannt. Weiters ökonomische Hilfe und in zehn bis max. fünfzehn Jahren EU-Beitritt. Stattdessen werden die Serben dazu gedrängt, auf dieses Versprechen zu verzichten: statt Integrität die Abspaltung Kosovos, und der EU-Beitritt liegt ebenfalls ziemlich in Schwebe, denn wenn, dann nicht vor 2020. Zwar möchte die Mehrheit der Serben einen EU-Beitritt, aber so richtig daran glauben tut inzwischen auch niemand mehr..

Kohlhaas1
24.07.2010 14:17
MERKE: Versprechen des Westens und auch Verträge mit dem Westen sind nichts wert.

Miki Smiljanic
30.07.2010 15:11
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