Chávez eskaliert Streit mit Kolumbien

Sandra Weiss aus Puebla, 23. Juli 2010, 18:17

Venezuelas Präsident Hugo Chávez hat die diplomatischen Beziehungen zu Kolumbien abgebrochen

Er reagiert damit auf kolumbianische Vorwürfe, Caracas unterstütze weiterhin kolumbianische Rebellen.

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Der venezolanische Präsident Hugo Chávez hat die Guerilla-Bewegungen im benachbarten Kolumbien aufgerufen, ihre Strategie des bewaffneten Kampfes zu überdenken. Den wichtigsten Vorwand für die USA, um in Kolumbien "einzudringen" und dessen "Nachbarländer anzugreifen", bildeten bewaffnete Bewegungen, erklärte Chavez bei einer vom Fernsehen übertragenen Gewerkschaftsveranstaltung in Caracas, wie die venezolanische Zeitung "El Universal" am Samstag in ihrer Internetausgabe berichtete.

Die Aufforderung des linksnationalistischen Präsidenten erfolgte vor dem Hintergrund schwerer Spannungen mit Kolumbien. "Die Würde zwingt mich, die Beziehungen zu Kolumbien abzubrechen." Mit diesen Worten hatte Chávez am Donnerstag zum wiederholten Male die Beziehung zum Nachbarland Kolumbien aufgekündigt. Er ordnete höchste Alarmbereitschaft an der gemeinsamen Grenze an und gab den kolumbianischen Diplomaten in Caracas 72 Stunden Zeit, das Land zu verlassen. Chávez: "Verantwortlich dafür ist Präsident Uribe, der hasserfüllte Handlanger des US-Imperiums, der auf dem Mülleimer der Geschichte landen wird."

Es ist die fünfte schwere Krise zwischen den beiden Präsidenten. Auslöser dafür war diesmal der Vorstoß des scheidenden kolumbianischen Präsidenten Álvaro Uribe. Der wirft Venezuela vor, die linke Guerilla Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (Farc) zu unterstützen und rund 1500 Guerilleros Unterschlupf zu bieten. Chávez bezeichnete die Vorwürfe als "Lügen". Uribe, der in den acht Jahren seiner Regierungszeit die Bekämpfung der Guerilla zum obersten Ziel gemacht hatte, will das Nachbarland als "Unterstützer des Terrorismus" international an den Pranger stellen.

Opposition: Ablenkung

Die Beziehungen zwischen beiden Ländern sind seit 2009 auf Sparflamme aufgrund des Ausbaus der US-Militärbasen in Kolumbien. Chávez hatte deshalb die Grenzen geschlossen und die Beziehungen eingefroren. Er steht selbst vor schwierigen Parlamentswahlen im September, die seine Sozialistische Einheitspartei (PSUV) Umfragen zufolge verlieren könnte. Die Wirtschaftskrise in Venezuela, grassierende Korruption und Kriminalität haben den Rückhalt des Präsidenten sinken lassen; in den vergangenen Tagen ging der ehemalige Oberstleutnant daher zum Angriff über. Der Abbruch der Beziehungen zu Kolumbien dient nach Ansicht von Oppositionellen daher nur als Ablenkungsmanöver von internen Problemen.

Die bilaterale Krise dürfte die erste große Herausforderung für Uribes Nachfolger im kolumbianischen Präsidentenamt Juan Manuel Santos sein, der sein Amt am 7. August antritt. Chávez ließ die Tür immerhin ein Stückchen offen: "Ich hoffe, der neue Präsident führt Kolumbien wieder auf den Weg des Verstandes zurück, dass wir uns irgendwann einmal hinsetzen und miteinander reden können." (DER STANDARD, Printausgabe 24./25.7.2010)

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omar
02
25.7.2010, 17:49
Grenzstreitigkeiten

zwischen Kolumbien (Neugranada) und Venezuela existieren seit die "Spanier" ihre Provinzen, Audiencias, Militär-Kapitanate und Vizekönigreiche eingerichtet haben. Nach der Auflösung von Großkolumbien 1830, mitunter aufgrund von territorialen Streitigkeiten zwischen Santander und Paez, wurden die maritimen und terrestrischen Grenzen zwischen den beiden Staaten zum permanenten Zankapfel. Der immense Rohstoffeichtum der Region, v. a. aber die ab 1908 geförderten großen Rohöl- und Kohlevorkommen sowie die strategische Lage am Eingang zum Maracaibo See führten zu einer Reihe von Grenzkonflikten: 1910, 1911, 1919, 1925, 1931, 1935, 1942, 1949, 1957, 1961, 1974, 1987, 1996, 2005, 2008, 2009, 2010

GG22
03
25.7.2010, 14:18
Die Medienoffensive bei uns im Vorfeld der Wahlen in Venezuela

spricht dafür, daß man davon ausgeht, daß Chavez die Wahlen wieder gewinnen wird.
Man muß die Leute hier demzufolge entsprechend bearbeiten.

Horst Holger
00
25.7.2010, 15:10
klar bearbeitet Chavez das Volk,

da reicht oft schon ein kleines Almosen (und ein paar leere Versprechen), um die Wähler aus der weniger informierten Schicht auf seine Seite zu ziehen, was wir aus der Vergangenheit schon allzu häufi gelernt haben. Fragt sich nur, ob er im Moment das notwendige Kleingeld hat um sich ausreichend Stimmen einzukaufn.

GG22
00
25.7.2010, 15:17

Die Medienberichterstattung bei uns ist für uns gedacht.

Horst Holger
00
27.7.2010, 00:45
na dann lesen Sie mal die lokalen Tageszeitungen

das bildet auch!

Malkaye
04
25.7.2010, 12:17
"Die Aufforderung des linksnationalistischen Präsidenten "

ab da war wieder mal klar, welche partie für den artikel bezahlt...

allein "nationalistisch". wer hat sich diesen unfug ausgedacht? solche manipulativen konstrukte werden auf nationaler ebene in europa durch die justiz geregelt.

welcher präsident in lateinamerika greift seinen nachbarn und auch anderen (Haiti) mehr unter die arme als chávez? wer setzt sich mehr für integration und unabhängigkeit der unterdrückten länder ein?

selbst ein erfundener begriff wie "arme-länderist" würde mich weniger die stirn runzeln lassen.

Ernst Guevara
05
25.7.2010, 10:28
"Wenige Wochen vor Uribes Amtsübergabe an Nachfolger Juan Manuel Santos eskaliert der Streit nun erneut - und das scheint mehr mit den Verletzungen Alvaro Uribes zu tun zu haben als mit mutmaßlichen Guerillalagern der linken kolumbianischen Farc

auf venezolanischem Gebiet.
Uribe ist noch immer wütend, dass ihm das kolumbianische Verfassungsgericht eine erneute Wiederwahl untersagte. Nachfolger Santos, obwohl Uribe-Protegé, hatte schon kurz nach seiner Wahl einen moderateren Ton gegenüber Chávez angeschlagen, ihn gar zur Feier seiner Amtseinführung eingeladen - sehr zum Leidwesen Uribes. Vieles spricht dafür, dass die kolumbianischen Beschwerden über Venezuela nur deshalb jetzt vorgebracht werden, weil Uribe noch im Amt ist und seinem Nachfolger das Leben schwermachen will. Denn Informationen und Gerüchte über mögliche Farc-Lager auf venezolanischer Seite sind alt. Es ist kein Skandal aufgrund neu aufgetauchter Fakten, es ist eine geplante Eskalation von Seiten Uribes."
so die taz.

kaloka
31
25.7.2010, 11:54

Der Zeitpunkt der Offenlegung der Daten erstaunt, da es eigentlich bekannt war, dass die FARC in Venezuela sitzt. Tatsächlich scheint Uribe etwas "wild" und im eigenen Interesse zu agieren.

Andererseits hat Kolumbien nun anscheinend detaillierte Daten vorgelegt und verlangt eine Internationale Untersuchungskommission, die innerhalb von 30 Tagen die angegeben Koordinaten überprüft (ob es da FARC-Lager gibt).
Venezuela lehnt das strikt ab. Da kann man sich dann auch fragen - warum denn? Wenn alles nur heisse Luft wäre, wäre das ja eine perfekte Steilvorlage für Chavez. Oder gibt es da vielleicht doch was zum Verbergen?
Die spanische ETA in Frankreich wird wohl von Frankreich anders "behandelt" als die kol. FARC in Venezuela.

Ernst Guevara
03
25.7.2010, 12:10
die venez. armee

hat die von kolumbiens regierung angegebenen koordinaten überprüft und nur plantagen mit kochbananen und yucca sowie ein leeres grundstück entdeckt. man kann jetzt natürlich einwenden, dass die venez. armee nur die interessen der chavez-regierung vertritt und daher nicht die wahrheit spricht. aber umgekehrt muss man dann auch gelten lassen, dass kolumbiens armee nur die interessen von uribe vertritt und daher lügen über chavez verbreitet. eine unabhängige untersuchung würde vielleicht sinn machen, das würde jedoch bedingen, dass die kolumbianische regierung ihre daten überprüfbar gestaltet. die vorgelegten fotos von angeblichen guerilla-camps in venezuela beinhalten weder quelle noch datum noch uhrzeit, sind also nicht überprüfbar.

kaloka
00
25.7.2010, 13:46

Doch die neuen Daten sind sehr genau. Ferner reden Sie mal mit Leuten da in der Umgebung. Es ist ein offenes Geheimnis das die FARC sich da eingenistet hat.
Dann die Aussagen ehemaliger FARC-Geiseln. Die lügen natürlich auch nur und wollen Chavez schaden. Warum? Die Indizien sind erdrückend.

Warum also die Daten nicht unabhängig prüfen lassen?

Venezuela kann nur gewinnen, wenn stimmt was Sie behaupten - es sei alles frei erfunden.

dr. kokos
 
27
24.7.2010, 21:27

uribe hätte eine ausgezeichnete möglichkeit gehabt, die ausreise der 1500 rebellen nach venezuela zu verhindern - so es diese denn überhaupt gegeben hat.

er hätte sie doch bloß an der grenze abfangen müssen!

so schwer kann das doch nicht sein, noch dazu für das bestens organisierte kolumbianische militär, das rebellen buchstäblich überall finden kann:

http://www.focus.de/politik/a... 47897.html

hansito
00
26.7.2010, 23:16

Ein schlaues Bürscherl, dieser Krokus! Man braucht doch nur Grenzposten aufzustellen und das wars! Wo lebens denn? Oder geht noch blöder?

Horst Holger
72
24.7.2010, 20:49
ein Artikel mehr im Sommerloch, aber eigentlich nicht erwähnenswert

da nichts Neues. Immer wenn die Lage für Hugo brenzlich wird, dann inszeniert er eine Show und zeigt mit dem Finger auf das böse Ausland, das ihm und dem Volk angeblich an den Kragen will, nur um von seinen großen innenpolitischen Problemen abzulenken. Schon x-Mal dagewesen, schon x-Mal darüber geschrieben und x-Mal ist nichts passiert (kein Krieg, Überfall der uSA etc.). Dumpfe Show eines Gescheiterten, der von Kolumbien ungleich abhängiger ist, als andersherum. In ein paar Tagen ist die heisse Luft angezogen, die Kolumbianer sind wieder die besten Freunde des Huguito, die FARC Gesellen bewegen sich immer noch frei auf venezolanischem Gebiet und die linksdrehenden Genossen jubeln immer noch in Ihrem US-Hass der Dumpfbacke zu.

omar
36
24.7.2010, 19:01
bitte hört doch

endlich mit den medialen inszenierungen auf. ich stehe gerade mit meinen moto am grenzübergang in Paraguachon so wenig Militär und Polizei gab es hier seit 15 Jahren nicht!!! Übrigens Chávez hat noch nie die Grenze schließen lassen das ist totaler Humbug, genauso wie die stories von den brückensprengungen. das chávez das thema kurs vor den wahlen spielt ist doch teil der generell schäbigen Politik die uns alle in unserer Entwicklung lähmt, weil es überhaupt Wahlen gibt! Viva Cuba!

Horst Holger
71
24.7.2010, 20:55
Viva Cuba? Bist Du auch solch ein austauschstudent

der mit des Hugos Geldern auf einer Uni in Cuba gebrainwashed wurde?! Bei solch einem Posting könnte man das glauben. Interessant: von einem moto aus, an einem Grenzübergang in Kolumbien, überhaupt posten zu können ;-) Und neu ist auch, daß Hugo noch nie die Grenzen zugemacht hat, das habe ich schon anders erlebt. Bist sicher, daß Du nicht irgendwelche Länder verwechselst und Dich vielleicht nicht im Forum verlaufen hast?

Karl41
51
24.7.2010, 17:59
die berühmten Militärbasen,

Sie schreiben, daß die Beziehungen zwischen Kolumbien und Venezuela seit dem Ausbau der US-Militärbasen.... schlecht seien. Frage: welche US Basen sind das?? In Kolumbien existiert keine einzige US-Militärbasis. Was es gibt ist ein Vertrag, der die Zusammenarbeit zwischen den Militärs der zwei Staaten zur Bekämpfung des Drogenhandels regelt, übrigens besteht seit einigen Monaten ein analoges Abkommen zwischen den USA und Brasilien, wo sind nun die US-Militärbasen in Brasilien?

Resi Vonderalm
00
26.7.2010, 09:46
gefährliches halbwissen

lesen bildet und ist abenteuer im kopf:
http://www.suedwind-magazin.at/start.asp... usg=200803

Karl41
00
26.7.2010, 16:18

Liebe Resi, Halbwissen ist gefährlich, gar nicht wissen sondern glauben ist noch gefährlicher. US-Basen gibt es in diversen Köpfen, in der Propaganda vom linksnationalen (Links=sozialistisch, National=natonal, bitte selber zusammensetzen) Chavez, hier in Kolumbien ist es schon viel schwieriger US Basen zu finden. Es ist schon wesentlich einfacher die "Basen" der FARC in Venezuela zu entdecken.

Solidarität mit den Reichen und ihren Zuhältern!
25
24.7.2010, 19:00

http://de.wikipedia.org/wiki/Mili... er_Karibik

Kolumbien ist vollgestopft mit Militärbasen.

Zu der Militärbasis in Paraguay gibt es eine interessante Geschichte:
Als Lugo die Regierungsgeschäfte in Paraguay übernahm hat er verkündet, dass er als eine der ersten Amtshandlungen herausfinden will, ob die USA tatsächlich eine Militärbasis im Chaco haben: Paraguay wurde offiziell nicht einmal darüber informiert, die USA haben diese einfach errichtet.

omar
24
24.7.2010, 18:56
kolumbien

ist bitte voll mit US-Militärs überall landen US-Militärflugzeuge egal wo und zu welcher uhrzeit! genauso war das bis 2002 auch in Venezuela, da nahmen bei Ministeratssitzungen sogar der US-Botschafter und der Militärattachee teil, genauso wie bis heute in Kolumbien ....

Solidarität mit den Reichen und ihren Zuhältern!
15
24.7.2010, 17:22
Präsident der UN-Generalversammlung, Ali Abdussalam Treki: "Was Venezuela in Bezug auf die Millenniums-Entwicklungsziele erreicht hat, sollte als Modell für alle andere Länder dienen."

http://www.ultimasnoticias.com.ve/capriles/... 657&tipo=2

http://amerika21.de/nachricht... niumsziele

Venezuela hat die sog. Milleniumsziele der UN nicht nur erfüllt, sondern sogar übertroffen.

Ach wie schön war es doch, als die Armen in ihren Hütten blieben und die Reichen unter sich waren. Manchmal musste die Opposition allerdings mit Maschinengewehren nachhelfen. Aber da war Venezuela noch frei und wurde von unseren Medien geliebt.

Horst Holger
10
24.7.2010, 20:55
glaubst Du das wirklich, was Du da postest, Köstler?!

Mr_Murphy
31
24.7.2010, 19:03

Suchen sie andere Quellen, dann glaub ich ihnen vielleicht.

Speaker of the US Congress
13
24.7.2010, 16:08
Pentagon enthüllt: Chavez hat in Rußland 1000 Brutkästen bestellt.

Wahrscheinlich will er die Babys von Leuten, die ihn nicht wählen alle herausreißen.

Aber die ewigen Berufslinken werden diesem linken Dicktator und Zeitungsmörder auch dieses Mal die Stange halten.

Horst Holger
20
24.7.2010, 20:57
sind das nicht vielleicht Brutkästen für die Hühnerzucht?

wie will Chavez die überhaupt bezahlen, der kann nicht mal mehr seine Staatsangestellten aushalten!

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