Experten aus Großbritannien, Malaysia sowie Trinidad und Tobago sollen israelischen Militäreinsatz untersuchen
Der Menschenrechtsausschuss der Vereinten Nationen hat am Freitag einen internationalen Ausschuss eingesetzt, der den israelischen Militäreinsatz gegen die Gaza-Hilfsflotte untersuchen soll. Sir Desmond de
Silva (Großbritannien), Karl Hudson-Phillips (Trinidad und Tobago) sowie Mary
Shanthi
Dairiam (Malaysia) sollen herausfinden, ob bei der Erstürmung der "Mavi Marmara" internationales Recht verletzt wurde.
Israel hat indessen bekanntgegeben, dass die nach der Erstürmung beschlagnahmten Schiffe der Hilfsflotte demnächst zurück in die Türkei überstellt werden. sollen.Die Schiffe könnten nun ohne weitere Bedingungen in die Türkei
zurückkehren, sagte ein israelischer Behördenvertreter am Freitag. Bisher hatte
Israel darauf bestanden, dass die türkischen Organisatoren sich dazu
verpflichten müssten, nicht noch einmal eine Flotte zu schicken. Diese Forderung
sei fallen gelassen worden, weil sich die türkische Seite nicht darauf einlassen
wollte, sagte der israelische Regierungsvertreter.
Reisewarnung aufgehoben
Damit unternimmt Israel einen weiteren Schritt, um die einst guten
Beziehungen zur Türkei wieder zu verbessern. Bereits am Dienstag hatte Israel
seine jüngste Reisewarnung für Urlaubsziele in der Türkei aufgehoben.
Verteidigungsminister Ehud Barak äußerte die Hoffnung, dass wieder mehr
israelische Touristen in die Türkei reisen und sich dadurch die Beziehungen
beider Länder normalisieren könnten.
Die Türkei hatte ihren Botschafter aus Israel abgezogen und gemeinsame
Militärübungen abgeblasen, nachdem das israelische Militär Ende Mai eine
Schiffsflotte mit Gütern für den abgeriegelten Gazastreifen gewaltsam gestoppt
hatte. Bei dem Manöver wurden neun türkische Blockadebrecher getötet. Die Türkei
fordert eine unabhängige Untersuchung des Einsatzes sowie eine offizielle
Entschuldigung, was Israel aber ablehnt. Die Regierung hat stattdessen eine
eigene Untersuchungskommission ins Leben gerufen, an der zwei ausländische
Beobachter beteiligt sind. Diese Kommission wird von der Türkei nicht als
unabhängig angesehen. (APA/red)