Cpt. Kirk möchte dringend wieder öffentlich Zigaretten rauchen, doch die Heimat hat sich geändert
Cpt. Kirk war ein Jahr im Ausland und möchte dringend wieder öffentlich Zigaretten rauchen, Bier aus plausibel großen Gläsern trinken und dabei gleichzeitig ein Dach über dem Kopf haben. Zu seinem Leidwesen muss er erkennen, dass das alles auch in seiner Heimat nicht mehr so leicht geht. Beim Stammwirt muss die ganze Partie inklusive des Wirts hinten im Kobel um den Billardtisch sitzen und rauchen, während das Lokal vorn von gezählten vier deutschen Kunstschicksen besetzt wird.
Cpt. Kirk zum Wirt: "Als ich das letzte Mal bei dir war, habe ich einen Ami-Haberer mitgehabt, der gemeint hat, dass es bei der Luft im Lokal verdammt hart sei, selber auch noch zu rauchen. Es sei aber ebenso hart, nicht zu rauchen."
Der Stammwirt ascht eine Zigarette auf den Billardtisch und sagt verbittert: "Alles geht den Bach hinunter. Ich glaub, ich sperre zu. Wenn man in seinem eigenen Lokal nicht mehr sein eigener Herr ist, kann man gleich den Hut draufhauen."
Cpt. Kirk sagt: "Ja, schade, dass sich jetzt sogar in Österreich die Exekutive an die Legislative hält."
Der Wirt sagt: "Dabei habe ich in der Hütte dauernd grüne und rote Gfraster sitzen, die wie die Henker pofeln. Das nächste Mal, wenn so einer bei mir etwas will, ist er aber ganz schnell wieder draußen."
Alle zünden sich noch einen Tschick an und starren auf den Billardtisch.
"Wisst ihr was", sagt der Wirt, "ich mache jetzt Sperrstunde, schmeiß die deutschen Weiber raus, und wir setzen uns nach vorn. Die nächste Runde geht auf mich."
"Willkommen zu Hause", sagt Cpt. Kirk.(Christian Schachinger, Rondo, DER STANDARD, 23.07.2010)