Asiatische Draufgabe beim Warenimport: In den Niederlanden wurde bereits ein Exemplar entdeckt - Art richtet starken Schaden an Laubbäumen an
Wien - Trotz intensiver Kontrollen von Pflanzenimporten aus China und anderen asiatischen Ländern bleibt das Risiko einer Einschleppung des Zitrusbockkäfers (Anoplophora chinensis) in die EU und nach Österreich hoch, meldeten Experten der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit. In Österreich wurde der aus Asien stammende Baumschädling noch nicht nachgewiesen, allerdings gab es Mitte Juli einen Fund in den Niederlanden.
Baumsterben
Eingeschleppt werden kann der Käfer nicht nur über den Handel mit Containerpflanzen, sondern auch über Holzwaren wie Transportkisten, Möbel oder Holzspielzeug. Erste sichtbare Befallszeichen sind
Bohrspäne im Wurzelbereich, die aufgrund der Fraßtätigkeit der Larven
entstehen. Diese beinlosen, cremefarbenen Larven leben ein bis zwei
Jahre unter der Rinde versteckt, fressen Gänge in das Holz und werden
bis zu sechs Zentimenter lang. Deutliche Kennzeichen für einen Befall
sind die runden, etwa 1,5 Zentimeter großen Ausbohrlöcher der Käfer:
Sie befinden sich an der Stammbasis mit einer maximalen Höhe von einem
Meter.
Die Fraßgänge verringern einerseits die Standfestigkeit der Bäume,
andererseits unterbrechen sie den Saft- und Nährstofftransport. Der Baum
stirbt in Folge ab. Besonders gefährdet sind Zitruspflanzen, aber auch zahlreiche andere Laubbäume, darunter Ahorn, Platane, Birke, Hainbuche, Buche sowie Obstbäume. Aufgrund dieses großen Wirtspflanzenspektrums des Zitrusbockkäfers ist die Gefahr der Ausbreitung und Schädigung heimischer Wälder laut Ansicht der Experten besonders hoch.
Rodung befallener Bäume
Aufgrund der vorwiegend versteckten Lebensweise ist die Bekämpfung des Zitrusbockkäfers äußerst schwierig. Biologische Bekämpfungsverfahren sind noch im Versuchsstadium, geeignete chemische Pflanzenschutzmittel stehen derzeit nicht zur Verfügung. Bei Befall ist daher die Rodung befallener Bäume die derzeit einzig wirksame Maßnahme. Aus diesem Grund ist das frühzeitige Erkennen des Zitrusbockkäfers besonders wichtig für eine erfolgreiche Bekämpfung. (APA)