Fekter, Strache und das Thema Asyl: Wer drängt wen?

Irene Brickner, 25. Juli 2010 13:34
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    Foto: apa/schlager

Mit ihrer Grundversorgungs-­"Schwindelei"-Diskussion riskiert die Innenministerin offenen Auges, Flüchtlinge noch mehr als bisher zu Sündenböcken zu machen

Vergangene Woche hat Innenministerin Maria Fekter(ÖVP) erneut unter Beweis gestellt, dass sie beim Thema Asyl FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache rechts keinen Millimeter Platz lässt. Strache musste Fekter vielmehr hinterherschimpfen, als auch er Vorschläge zum weiteren Ausbau der Sündenbockfunktion machen wollte, die Flüchtlinge in Österreich inzwischen innehaben.

Tatsächlich gelang es dem FPÖ-Chef diesmal nicht, Fekters Ankündigung schärferer Fremdenpolizeikontrollen, um Asylwerber-"Schwindeleien", ja "Asylmissbrauch", bei der Grundversorgung abzustellen, an Stigmatisierungspotenzial zu überbieten. Als Reaktion forderte er, nach derzeitigem Schweizer „Vorbild" auch bei anerkannten Flüchtlingen zu überprüfen, ob ihre Asylgründe noch existieren - und sie widrigenfalls aus Österreich hinauszuwerfen. Doch das war nicht geeignet, in gleichem Ausmaß Neidgefühl wie Fekters Phantasieprodukt von "5er BMW" fahrenden, ein "Luxusleben" führenden "untergetauchten" Asylwerbern auszulösen: nicht plastisch, nicht konkret genug.

Strache wird das wohl „aufholen", sei es im Wiener Wahlkampf und/oder im Rahmen eines weiteren FPÖ-Antiausländervolksbegehrens. An Fekter hingegen ist die Frage zu stellen, warum sie das Image von Flüchtlingen mit derartigen Sozialschmarotzerparolen weiter aufs Spiel setzt. Es geht nicht um den Plan selbst: Wenn Menschen, die während ihres Asylverfahrens Kost, Logis und 40 Euro Taschengeld monatlich pro Person beziehen, polizeilich überprüft werden sollen, um Geld zu sparen, ist das sachlich zu diskutieren. Was spricht dafür, was dagegen? Wie sehr ist es Unrecht, wenn ein Asylwerber, der schon seit - sagen wir - sechs Jahren auf einen Bescheid wartet, trotz Defacto-Arbeitsverbot schwarz jobbt? Ist der Besitz von Wertgegenständen (Auto, Flachbildschirmfernseher, Notebook, etc.) Anlass genug, um seine Grundversorgung in Frage zu stellen? Oder auch - wie in einem konkreten Fall - der Umstand, dass Private einem 18-jährigen Flüchtling den Führerschein bezahlt hatten?

Vielmehr geht es um die Begleitmusik zur ministeriellen Überprüfungsankündigung. Vor zwei Wochen wurden in einem Ausländerwohnheim in Wien-Floridsdorf Müllcontainer angezündet und Hakenkreuze gemalt, als Täter verdächtigt man rechte Skins: Merkt Fekter nicht, wie gefährlich angesichts dessen ihre Asylwerber-"Luxusleben"-Aussagen sein könnten?

Irene.Brickner@derStandard.at

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fräulein potmesil
28.07.2010 14:59
Gut geschrieben, danke irene brickner!

AllesWieImmer
26.07.2010 16:15
Eine Facette der Debatte

"Asylwerber-Babys öfter fehlernährt"
http://salzburg.orf.at/stories/458525/

xxxx1xx1xx11x1x
 
26.07.2010 17:05
Bei dem Link schließe ich mich dem Posting von filiuspiatniki an

santiago nasar
26.07.2010 14:54
seltsames forum heut,

wenn man so durchscrollt. sind da die krone-hascherln ausgebrochen oder ist das eine konzertierte aktion?

Feldschwirl
27.07.2010 09:30

jaja die krone... DAS feindbild...

fräulein potmesil
29.07.2010 21:28

aber es schaut nach "organisiertem rot-stricherl" aus - und "krone-leser ist mittlerweile zum synonym für ausländerfeind und rassist geworden, wobei natürlich ist das nur eine vermutung, fpö pöbel könnte es auch sein, aber das ist dasselbe

high contrast
27.07.2010 09:34

DIE Klopapierzeitung ... obwohl ... ZEITUNG?

Feldschwirl
27.07.2010 09:40

wie lebts sich, wenn man so von hass zerfressen ist? träumen sie nachts davon in pamplona von aufgebrachten krone kolporteuren gejagt zu werden?

high contrast
27.07.2010 09:51

Ich bin nicht von Hass zerfressen, das bilden Sie sich ein, ich finde nur das die Krone keine Zeitung ist, so mit Informationsgehalt und so..mehr nicht

Feldschwirl
28.07.2010 15:17
wenn sie sich

ihre meinung nur aus dem standard bilden sind sie genauso gefährlich wie die wilhelmine irgendwas die sich im freien wort die seele aus dem körper reimt...

fräulein potmesil
29.07.2010 21:32

standard lesen macht gefährlich. krone lesen macht gemein.

fräulein potmesil
29.07.2010 21:23

es schadet nie einmal mehr die krone zu kritisieren zu verarschen und sie zu beschimpfen... es schadet nicht im gegenteil es ist wie jeden tag eine gute tat, jeden tag einmal einen fluch auf die krone aussprechen

Quasselmodo
26.07.2010 14:17
Mr Unsichtbar Spindelecker

Unser Außenminister ist so unsichtbar, dass seine Äußerungen zur Zuwanderung vom Wochenende im Standard unsichtbar bleiben.
Das Bemerkenswerte daran ist, dass
1. aus der ÖVP ausnahmsweise kein Neidgekreische a la Mizzi, sondern eine brauchbare Meldung kommt (Sinngemäß: wir brauchen zur Finanzierung des Sozialsystems Immigranten, die "Österreicher" werden wollen, also sich mit Deutsch und den Grundsätzen der Rechtslage anfreunden),
und
2. dass es eine weithin bekannte Kandidatin (stellvertretend für in der Öffentlichkeit nicht bekannten) für die geforderte Qualifikation gibt mit Namen Arigona Zogaj.

mans zelmerlöw
26.07.2010 15:10

ähm inwiefern erfüllt arigona die qualifikation?

Quasselmodo
26.07.2010 15:31
Welche Forderung erfüllt sie nicht?

Deutsch kann sie gut, und Österreicherin zu werden hat sie mit Vehemenz (halt mit diskussionswürdiger Vorgangsweise) versucht. Genau das hat sich Hr. Spindelegger gewünscht.

mans zelmerlöw
26.07.2010 15:40

sie ist volljährig und hat keine berufsausbildung zum beispiel.

niewieder nett
 
26.07.2010 16:01

ist bei mir genauso! wissen sie nicht, dass das land solche menschen braucht? deppen die alles hackeln und wenig dafür verlangen.

mans zelmerlöw
26.07.2010 16:27

sehen's wozu leute ohne berufsausbildung einwandern lassen, wenn es eh in österreich auch schon ausreichend von der sorte gibt! arigona kann sich ja im kosovo zur krankenschwester ausbilden lassen, dann wird sie hier bestimmt mit offenen armen entfangen!

Hellcat
26.07.2010 15:06

Würde Arigona Zogaj in irgendeinem Zuwanderungsland der Welt die Kriterien für eine legale Zuwanderung erfüllen? Wohl kaum.

Quasselmodo
26.07.2010 15:34
In jedem Land,

in dem Entscheidungen auf rationaler statt auf emotionaler Basis gefällt werden (ausnahmsweise bei den Vorbildern die USA).

Hellcat
26.07.2010 15:51

Sie hätte angels Berufsausbildung nicht mal bei der Green-Card-Lottery eine Chance.
Oder welche Einwanderungsvariante würden Sie Arigona empfehlen?
Hier die Auswahl:
http://www.uscis.gov/portal/site/uscis

Quasselmodo
26.07.2010 17:00
Die Situation ist hypothetisch

weil die Asylverfahren in den USA nicht lange dauern.
Jedenfalls ist eine dem Alter entsprechende abgeschlossene Schulbildung sicher nicht anders zu werten als eine Berufsausbildung.

Quasselmodo
26.07.2010 15:01
So unsichtbar

dass ich nicht einmal intus habe, dass er sich Spindelegger schreibt...

Famous Blue Raincoat
26.07.2010 14:02
Wenn man ...

... Asylanträge flott bearbeiten würde und Asylbescheide gibt/oder auch nicht, würden auch keine hohen Kosten monatlich anfallen, welche sich wie man ja sieht über Jahre hinaus ziehen. Asylbeantragender wartet 6 Jahre, kriegt monatlich einen Betrag zzgl all die Kosten die für seine Versorgung, welche ihm menschenrechtlich zusteht, da er ja nicht arbeiten darf, ohne Asylbescheid.

Somit gibt es eine einfache Lösung:
- Asylanträge innerhalb von Monaten bearbeiten und abschließen: Asylbescheid geben oder abschieben ...
- Arbeitserlaubnis ausstellen, damit die Antragssteller inzwischen arbeiten können und nicht auf das Geld des Staates und Asylantenheime angewiesen sind!

xxxx1xx1xx11x1x
 
26.07.2010 13:47
Was ist schlimm daran, wenn sich manche Asyl erschleichen, oder falsche Angaben machen?

Und bitte: Ja es stimmt zwar, dass Ö von sicheren Drittstaaten umgeben ist und lt. Dublin jenes Land zuständig ist, in welches der Asylwerber als erstes einen Fuß gesetzt hat. Und es stimmt auch, dass demzufolge die A-Werber-Quote in Ö bei +- 0 liegen müsste.
Aber wem tut das interessieren? Es gibt zigtausende Asylwerber in Ö und fertig habe!

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