Schuluniformen in Österreich kein Thema

23. Juli 2010 13:03

Einheitskleidung wird in Deutschland heftig debattiert - Soll Mobbing und "Markenterror" verringern

Wien - In Deutschland hat die Politik erneut die Einführung von Schuluniformen gefordert. Einheitskleidung, argumentieren die Befürworter, soll an den Schulen Mobbing und "Markenterror" verringern. Mit ganz ähnlichen Argumenten wurde in den vergangenen Jahren Schuluniformpflicht in Polen und Italien (nur an Volksschulen) eingeführt. In Österreich ist Einheitskleidung an den Schulen unterdessen kein Thema, heißt es aus dem Büro von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ).

Schulgemeinschaft kann Uniformpflicht einführen

Die Regelungen zur Kleidung sind in der österreichischen Schulordnung nur sehr vage: Diese muss lediglich "den jeweiligen Erfordernissen" von Unterricht, Schulveranstaltungen und schulbezogenen Veranstaltungen entsprechen. An öffentlichen Schulen kann das im Rahmen der Hausordnung präzisiert werden (z. B. saubere Kleidung, Hausschuhpflicht etc). Die Einführung einer Uniformpflicht liegt im Ermessen des Schulgemeinschaftsausschusses, der aus Lehrern, Eltern und Schülern besteht. Bei Privatschulen wird die Bekleidungsvorschrift im Rahmen des privatrechtlichen Vertrages mit den Eltern festgelegt.

Soziale Unterschiede nicht sichtbar

In Deutschland wollen die ehemalige Justizministerin Brigitte Zypries und die CDU-Abgeordnete Katherina Reiche den immer heftiger werdenden Wettstreit um teure Markenkleidung durch Uniformen mildern. Durch Einheitskleidung würden außerdem soziale und kulturelle Unterschiede weniger sichtbar, was religiöse Diffamierung verringern und die Integration ausländischer Schüler verbessern könnte. Auch Vandalismus könnte durch die stärkere Identifikation mit der eigenen Schule zurückgedrängt werden, so die Hoffnung der SPD- und der CDU-Politikerin.

Laut einer Uni-Studie (18.000 Befragte) ist die Hälfte der Schüler in Deutschland für Uniformen. Bildungsgewerkschaft und Linke haben sich unterdessen erneut dagegen ausgesprochen; Schuluniformen würden nur dem Schein nach zu mehr Gerechtigkeit führen, der "Markenterror" verlagere sich dann einfach auf andere Bereiche wie Schuhe oder Handys. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 90
1 2 3
Jürgen Rembremerding
27.07.2010 19:58
Franz Bim
 
26.07.2010 22:44
Kleidung in Österreich ohnedies kein Thema

Zumindest der männliche Teil der Bevölkerung setzt sich mit dem Thema Kleidung ohnedies nicht außeinander. Zuerst kauft die Mutter das Gewand, später die Ehefrau. Das Bedürfnis, sich die Kleidung selbst auszusuchen verspüren nur wenige Männer.

Und selbst diejenigen, die sich ihr Gewand selber aussuchen, kaufen meistens bei C&A oder H&M. Designerware ist eine Randerscheinung.

Quasselmodo
27.07.2010 10:36
Auf dem Mond,

wo Sie leben, bin ich auch. Aber wir sind ziemlich einsam dort, vielleicht noch in Gesellschaft von 100 Gleichgesinnten. Marken sind auch bei Burschen ein wesentliches Thema. Ich halte es zwar für eine Art der freiwilligen Sklaverei, aber das ist halt die Mond-Meinung.

biggi729
26.07.2010 14:17

wäre aber gscheit, wenns das wäre! kann als kind armer eltern wirklich nur sagen, der druck aufgrund "falscher" kleidung ist enorm.

bionic
26.07.2010 11:32

Ich war in einer Schule mit Schuluniform und auch in einer Schule ohne. Bzgl. Markenwahnsinn, hatte die Schuluniform keinen Effekt, denn sobald man sich ausserhalb der Schulmauern traf, galt es sehr wohl, wer welche Marke anzog, oder welches Statussymbol hatte. Der einzige Effekt, den die Schuluniform hatte, war, dass meine Eltern jedes Jahr aufs neue stoehnten, wenn sie die Preise fuer die Uniform (mit Schullogo) sahen, denn die waren gesalzen!

Quasselmodo
26.07.2010 10:27
Einige Zweifel

kommen mir zum Thema Schuluniform.
* Vermutlich würden die Uniformen der "Eliteschulen" geschmalzen teuer sein, um einen weiteren Hebel für ein Zweiklassensystem zu haben
* Die Schüler treffen sich wohl auch in der schulfreien Zeit. Was tragen sie da? Auch die Uniform?
* Wir werden in Zukunft viele kreative Ideen brauchen, um uns gegen die Billiglohnländer wehren zu können. Das braucht Querdenker und keine Uniform tragenden Befehlsempfänger.

GoodieGoodie
26.07.2010 10:45

Welche Eliteschulen?
Die wirklichen Eliteschulen haben längst Schuluniformen, aber die fallen in den Gesamtkosten gar nicht mehr auf.
Und kostenlose Eliteschulen sind ein Widerspruch in sich selbst!

Und schulfreie Zeit:
Darüber müssen wir uns in Kürze eh keine Gedanken mehr machen. Da sind die Kinder dann eh den ganzen Tag in der Schule und wahrscheinlich in den Ferien auch bald!

Angelika70
26.07.2010 09:11

Ich (MJg 1989) hätte an meiner pseudo-elitären Schule alles für eine Schuluniform getan.

Das hätte mich vor dem täglichen Kummer bewahrt, nichts "Cooles" zum Anziehen zu haben und die Armut meiner Mutter kleidungsmäßig täglich zur Schau stellen zu müssen.

in china ist ein sack monsanto reis umgefallen
26.07.2010 12:12

Eine Second-Hand-Uniform, die eine Nummer zu groß ist, weil sie sich nichts anderes leisten hätten können, hätte daran etwas geändert?

asdfp
26.07.2010 01:50
ich finds cool

beugt vor jungen Freidenkern vor...

armerschwarzerkater
26.07.2010 00:00

ich wäre auch für Unifmormen ... und eine Elternabstimmung der jeweiligen Bundesländer zu dem Thema.

Als ich in die Schule kam, wurde per Wahl und Mehrheitsentscheid der Samstagsunterricht abgeschafft.

Heavyweather
25.07.2010 22:36

Schuluniformen sind doch geil.
Ich kenn das aus den Filmen die ich mir immer rein zieh'

Dark Funeral
25.07.2010 21:44
Ich bin dafür

Ich stamme aus einer recht armen Familie. In der Volks- und Hauptschule (vor 12 Jahren) musste ich die abgetragene Kleidung meines Cousins tragen, was Hochwasser-Karottenhosen, ausgewaschene T-shirts mit altmodischen Mustern und dazu Gummistiefel vom Hofer bedeutete. Durch diese "Uncoolheit" musste ich mehr als einmal Prügel einstecken.

Natürlich, auch mit Uniform wäre ich wegen meiner guten Noten oder dem Beruf meines Vaters (Müllmann) geschlagen worden. Aber es hätte mir doch stark geholfen, nicht ständig wegen meiner Kleidung verar...t zu werden.

Kinder können sehr grausam sein, daher bin ich stark für die Einführung von Uniformen.

hed
27.07.2010 13:38
prügel wegen der kleidung?

das glaube ich ihnen nicht. ich hatte auch nie markenkleidung und es war völlig wurscht. prügel habe ich - wenn - wegen meiner klappe bezogen.

und so ist das leben nun mal: die einen haben mehr geld und tragen teure fetzen, fahren die besseren autos und haben die größeren wohnungen. who cares?

Für eine Welt ohne Tofu!
25.07.2010 12:34
Schuluniformen würden uns viele Probleme ersparen.

Was dagegen spricht, weiß ich nicht.
Aber es gibt sicher einen ungeheuer korrekten Grund dagegen.

bionic
26.07.2010 18:23

Interessant... Welche Probleme denn? Denn soweit ich das beurteilen kann, haben in Grossbritannien, wo selbst oeffentliche Schulen Schuluniformen haben, diese keine Probleme geloest. Die Armen stehen immer noch als arm da nachdem sie sich teure Handys/Notebooks etc nicht leisten koennen. Die einzigen Pro-Punkte: Man kann im Museum die Schuelergruppen nach Schulen bequem unterscheiden und die Jahrbuecher sehen etwas einheitlicher aus. Aber leider wars das dann auch schon wieder!

der ohne grossbuchstaben auskommt
25.07.2010 08:46
schade

miles monroe
24.07.2010 22:47
Aber auch nur, weil sich die politischen Parteien in Österreich noch nicht auf eine Kleiderlinie einigen konnten:

Angeblich beharrt die ÖVP auf stramme Lederhosen mitsamt Seppelhüten für die Jungen und einem traditionellen Dirndl mit Goldhaube für die Mädels.

FPÖ und BZÖ hingegen wollen der modernen Jugend näherkommen und plädieren für Bomberjacken und Springerstieferl, mitsamt schneidigen Kurzhaarschnitt.

Die Christen haben auf ihrer jüngsten Modenschau ein trendiges Büßergewand mit dezenten Eingriff präsentiert, das beim Nach-Vorne-Bücken auch von Hinten diskrete Einblicke gestattet.

Die SPÖ indes konnte sich nun endlich überwinden von traditionsreichen blauen Hemden mit roten Krawatten abzusehen und sich auf einen smarten Manageranzug für Ihn und ein stylish-trendiges In-Dress für Sie festzulegen.

Einigung ist also noch nicht in Sicht.

GoodieGoodie
25.07.2010 09:40
Sehr gut! :)

Und die Grünen?

hed
27.07.2010 13:39
birkenstock-schlapfen, jute-hosen und selbst gebatikte hemden

silurus g
26.07.2010 08:12

Denen ist das Design egal. Hauptsache das Zeug wird aus pestizidfreier, wildwachsender, österreichischer Baumwolle hergestellt.

40undDanke
25.07.2010 16:25
Leidln, begreifts doch die Zusammenhänge:

Gleiche Kleidung soll die Schulen representieren, und keiner brauchts zahlen weils eh schon da is: die Kleidung der (ehemals) Wehrpflichtigen, weils Militär ín Österreich eh bald abgschafft wird !!
Dazu der Ratgeber des Verteidigungsministers, Oberleutnant franz B.:"....weu mia haun nix weg, do soi kana net kumman und sogn, des Mitilär, de haun ollas weg. Do gemmas liabe denan Schülern, jo, net, hahahah, und jetzt reeechts umm und wegtreten......"

Thomas Felder1
25.07.2010 11:52

ein blatt

miles monroe
25.07.2010 13:49

Was für eine Frage:

Kurze Röcke für die BurschInnen und einen Anzug für die MädchInnen natürlich.

Riffraff3
 
24.07.2010 17:54

Gute Idee. Dann bleibt wenigstens den Lehrern der Anblick über die Hüfthosen quellender Bäuchlein und beim Bücken aufblitzender Arschgeweihe erspart.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 90
1 2 3

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.