Einheitskleidung wird in Deutschland heftig debattiert - Soll Mobbing und "Markenterror" verringern
Wien - In Deutschland hat die Politik erneut die Einführung von Schuluniformen gefordert. Einheitskleidung, argumentieren die Befürworter, soll an den Schulen Mobbing und "Markenterror" verringern. Mit ganz ähnlichen Argumenten wurde in den vergangenen Jahren Schuluniformpflicht in Polen und Italien (nur an Volksschulen) eingeführt. In Österreich ist Einheitskleidung an den Schulen unterdessen kein Thema, heißt es aus dem Büro von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ).
Schulgemeinschaft kann Uniformpflicht einführen
Die Regelungen zur Kleidung sind in der österreichischen Schulordnung nur sehr vage: Diese muss lediglich "den jeweiligen Erfordernissen" von Unterricht, Schulveranstaltungen und schulbezogenen Veranstaltungen entsprechen. An öffentlichen Schulen kann das im Rahmen der Hausordnung präzisiert werden (z. B. saubere Kleidung, Hausschuhpflicht etc). Die Einführung einer Uniformpflicht liegt im Ermessen des Schulgemeinschaftsausschusses, der aus Lehrern, Eltern und Schülern besteht. Bei Privatschulen wird die Bekleidungsvorschrift im Rahmen des privatrechtlichen Vertrages mit den Eltern festgelegt.
Soziale Unterschiede nicht sichtbar
In Deutschland wollen die ehemalige Justizministerin Brigitte Zypries und die CDU-Abgeordnete Katherina Reiche den immer heftiger werdenden Wettstreit um teure Markenkleidung durch Uniformen mildern. Durch Einheitskleidung würden außerdem soziale und kulturelle Unterschiede weniger sichtbar, was religiöse Diffamierung verringern und die Integration ausländischer Schüler verbessern könnte. Auch Vandalismus könnte durch die stärkere Identifikation mit der eigenen Schule zurückgedrängt werden, so die Hoffnung der SPD- und der CDU-Politikerin.
Laut einer Uni-Studie (18.000 Befragte) ist die Hälfte der Schüler in Deutschland für Uniformen. Bildungsgewerkschaft und Linke haben sich unterdessen erneut dagegen ausgesprochen; Schuluniformen würden nur dem Schein nach zu mehr Gerechtigkeit führen, der "Markenterror" verlagere sich dann einfach auf andere Bereiche wie Schuhe oder Handys. (APA)