Super Idee oder geschmackloser Werbegag: eine schottische Brauerei sorgt mit eigenwilligen Bierflaschen aus ausgestopften Tieren für Aufregung
Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Dennoch sorgte eine sehr eigenwillige Marketing-Idee für einen veritablen Zwist zwischen der schottischen Brauerei BrewDog und britischen Tierschützern. Was Bier mit Tieren zu tun hat? Eigentlich recht wenig. Außer eben, man ist ein sehr innovatives Brauhaus. BrewDog hat nämlich neue "Flaschen" für Starkbier in Umlauf gebracht: Ausgestopfte Tiere.
Nach eigenen Angaben habe man zwölf dieser geschmacklich zweifelhaften Behältnisse produziert - sieben aus Wieseln, vier aus Eichhörnchen und eines aus einem Hasen. Ein Tierpräparator bereitete das Innere der Tiere so vor, dass dort eine Flasche hineinpasst. Die Kleintiere seien aber nicht für dieses Bier getötet worden, betonte die Brauerei. Einige seien auf der Straße überfahren worden. An den Präparaten wurde außerdem ein Kilt oder ein Hut angenäht. Der schottische Tierschutzverband Advocates for Animals kritisierte das Ganze als "krankhafte Idee" und "dummen Werbegag". Es zeige den fehlenden Respekt vor lebenden Tieren, sagte Libby Anderson dem Sender BBC. Die schottische Gesundheitsbehörde nannte die Produktion unverantwortlich.
Starkbier
Drin im Tier befindet sich jedenfalls Starkbier. Der Gerstensaft hat einen Alkoholgehalt von 55 Prozent und ist damit stärker als Whisky und Wodka. Die Brauer empfehlen daher auch ein kleineres Glas, um den Inhalt "wie einen feinen Whisky zu genießen". Das helle belgische Ale sei mit Nesseln und Wacholderbeeren verfeinert worden. Für 330 Milliliter der Sorte "The End of History" (deutsch: Das Ende der Geschichte) verlangt die Brauerei 500 Pfund (593 Euro). Das superstarke Bier sei "eine perfekte Konzeptehe von Tierpräparation, Kunst und Handwerksbrauerei", sagte BrewDog-Chef James Watt.
Die Schotten hatten bereits mit dem Gebräu "Sink the Bismarck" für Aufsehen gesorgt - benannt nach der Jagd der britischen Marine auf das deutsche Schlachtschiff Bismarck, das 1941 im Atlantik versenkt wurde. Das Gebräu hat 41 Prozent. Solch ein hoher Alkoholgehalt wird erreicht, indem das Bier gefroren wird und Eiskristalle abgetrennt werden. In der übriggebliebenen Flüssigkeit sei die Alkohol- und Zuckerkonzentration dann wesentlich höher. (APA/red)