Med-Uni Graz

Medizin-Aufnahmetest: Frauen schneiden erneut schlechter ab

23. Juli 2010 10:29
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    Foto: derstandard.at/hold

    Für das Medizin-Studium bewerben sich mehr Frauen als Männer, die Ergebnisse des Aufnahmetests drehen die Verhältnisse dann wieder um.

Auch neuer "Situational Judgement Test" konnte an Med-Uni Graz Diskrepanzen zwischen den Leistungen nicht aufheben

Die Ergebnisse des Auswahlverfahrens für Human- und Zahnmedizin an der Medizin-Uni Graz zeichnen ein ähnliches Bild wie in den vergangenen Jahren. Laut der provisorischen Reihungsliste ist die Schere zwischen den weiblichen und männlichen Bewerbern, die im Herbst ihr Studium beginnen können, noch zusätzlich auseinandergegangen: 43 Prozent der Plätze erzielten Frauen (2009: 46,3 Prozent), 57 Prozent der Studienplätze gingen an Männer.

Auch der neue "Situational Judgement Test", der heuer erstmals neben den obligatorischem Kenntnistest und Textverständnistest zum Einsatz kam, konnte an diesem Ungleichgewicht nichts ändern. Bei diesem Test mussten die Bewerber erläutern, wie sie bestimmte medizinische Situationen bewältigen würden. Männer und Frauen schnitten hier ähnlich gut ab: "Der Situational Judgement Test ist offenbar geschlechtsneutral, während der Kenntnistest auch heuer wieder bei den Frauen schlechter ausgefallen ist als bei den Männern", meint dazu Vizerektor Reibnegger. In Zukunft soll dieser Test bei der Endauswertung noch mehr zählen, heuer war er bei der Gewichtung mit 10 Prozent begrenzt.

Praktisch keine Leistungsunterschiede zwischen den Geschlechtern gab es übrigens bei den Bewerbern aus dem Ausland. Deren Studienplätze wurden zu 49 Prozent an Frauen und 51 Prozent an Männer vergeben. Unter den Top 10 Gereihten befinden sich heuer jeweils vier Männer und Frauen aus Österreich, sowie zwei deutsche BewerberInnen. Insgesamt traten 1.353 Personen beim Test an, 360 Studienplätze für Herbst stehen zur Verfügung. (edt/derStandard.at, 23.7.2010)

Hintergrund

Nach wie vor stehen laut der Quotenregelung für das Medizin-Studium 75 Prozent der Plätze österreichischen Bewerbern zur Verfügung. 20 Prozent gehen an Interessenten aus EU-Ländern, 5 Prozent an jene außerhalb der EU. Alles zum Aufnahmetest an der Med-Uni Graz: http://www.medunigraz.at/auswahlverfahren

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Hamad Leomic
29.07.2010 11:52
Gleiches Recht für alle

egal ob M oder W, Ausländer oder Inländer. Und die Diskussion erübrigt sich!

Muss aus jedem Furz eine Grundsatzdiskussion über "wer wird bevorzugt" bzw. "wer ist intelligenter" gemacht werden.

Und ja, wenn man der 361te mit seinem Testergebnis ist, hat man schlicht und ergreifend PECH gehabt! See you next year (wenn man es wirklich will - ansonsten ist man berechtigt ausgeschieden!)

Ob geeignet oder nicht, irgendwo muss man einen Strich ziehen. Die weitere Selektion ergibt sich im Laufe des (harten) Studiums.

unclefragger
28.07.2010 13:28
Für mich kein Rätsel, warum die heimischen Mädels schlechter abschneiden

1. In Graz wird ein Test verwendet, auf den man sich mit Lernen vorbereiten kann
2. Der Test-Termin liegt knapp nach dem Maturatermin
3. Die Burschen müssen zum Heer/Zivildienst und haben damit eine riesen geistige Zwangspause, in der sie sich mit dem Lernstoff auseinander setzen können
4. Die Mädchen kommen direkt von der Matura(reise) zum Test und können sich gar nicht darauf vorbereiten. Wer lernt schon für ein Auswahlverfahren, wenn die Matura gerade vor der Tür steht?
Deshalb schneiden die nicht-österreichischen Mädels auch besser ab. Sie kommen zumeist aus Deutschland, wo sie oft schon ein Jahr gewartet haben. Sie konnten sich vorbereiten.

Ein_Mann
28.07.2010 21:15

Das spielt zwar eine gewisse Rolle aber auch nach einem Jahr sind österreichische Männer noch deutlich besser.

Weiters dürfte der Unterschied weniger aus dem besser Vorbereiten resultieren sondern vielmehr, dass man nach einem Jahr eher WEISS, ob man ein Studium anstrengen möchte oder nicht, während die Mädls "es einfach mal versuchen". Das würde auch den starken Frauenüberhang bei den Bewerberinnen zum Teil erklären.

Birgit 68
 
30.07.2010 09:15

Das klingst durchaus plausibel und nachvollziehbar!

Daisy Lord
27.07.2010 20:12
In Österreich maturieren Mädchen

(wenn sie nicht eine AHS besuchen) oft an Schulen, an denen Naturwissenschaften eher "klein geschrieben" werden - an einer HAK oder HBLA. Diese Schulen werden von Burschen nur in geringem Ausmaß besucht.
Von daher ist es schon möglich, dass Mädchen auf naturwissenschaftliche Fragen nicht so gut vorbereitet sind.

Birgit 68
 
28.07.2010 11:09
Kleiner Einwand:

Warum sollten Mädchen, die sich vorher für Schulen entscheiden, an denen Naturwissenschaften klein geschrieben werden, nacher ausgerechnet ein naturwissenschaftliches Studium anstreben wollen?
Oder meinen Sie, dass sich manche dieses Zusammenhanges nicht bewußt sind?

Soulman
28.07.2010 20:52

AW:
1) weil sie nach der Matura erkennen, dass Mamas Wille ein Blödsinn ist,
2) definitiv Ja.

Birgit 68
 
29.07.2010 17:48
Sie halten diese Mädchen ja für schön blöd!

Aber vielleicht haben Sie Recht.

metalwoman
28.07.2010 14:02

Hmm...
vielleicht weil sie von wohlmeinenden Eltern dorthin geschickt wurden und es mit 14 selbst noch nicht genau wussten.
Das Interesse für NAWi kann ja auch später noch kommen.

Birgit 68
 
28.07.2010 17:52
Ja,

und woher sollen sie dann früher (also mit 14) schon wissen, dass eine HAK oder HBLA nicht die richtige Schule für ihr späteres Leben ist?

metalwoman
29.07.2010 12:45

Ich bin ja auch so eine Spätentschlossene.
Mit 14 sagte man mir: Geh in die HBLA, damitst was "fürs Leben" lernst. (=kochen, ...)
Später an der Uni kam ich drauf, dass ich sehr, sehr wenig für das Technikstudium gelernt hatte, wofür ich mich dann entschlossen habe.

Soulman
28.07.2010 20:53

Weil mit 14 i. a. keiner weiß, wad richtig für ihn/sie ist.

geordie
27.07.2010 13:28
Achtung!

Bevor man hier vorschnell urteilt, dass Männer einfach besser sind, muss man bedenken dass bei den ausländischen Bewerbern das Ergebnis unter den Geschlechtern ausgewogen war! Vielleicht hat das ganze doch mit dem österreichischen Bildungssystem zu tun? Bin alles andere als ein Fan von zwanghafter Gleichmacherei, aber hier muss man schon genauer hinschauen, wo die Gründe liegen, dass österreichische Bewerberinnen schlechter abgeschnitten haben. Und das alles sage ich als Mann.

Ein_Mann
27.07.2010 15:07
Wow, sie sind ja ein Blitzgneisser ;-)

Das schreibt der Großteil aller anderen hier ja auch. Dabei fällt auf, dass Frauen in der Schule eben auch noch bessere Noten bekommen, bei objektiv weniger Leistung, wie der Test zeigt.

Er zeigt, dass Männer für gleiche Leistung schlechtere Noten bekommen, eher aus der Schule raus fliegen und seltener die Chance bekommen, Matura zu machen.

Es handelt sich also um eine MASSIVE Benachteiligung von Burschen in der Schule.

Die Burschen, die trotz Gegenwinds durchkommen, sind natürlich im Schnitt weitaus besser als die Mädls - was für eine Überraschung.

Birgit 68
 
28.07.2010 11:25
Ob die Buben in der Schule diskriminiert werden oder nicht,

kann ich icht sagen, aber die Mädchen haben jedenfalls keinen Vorteil davon, wenn sie eher durch die Matura kommen als ihre männlichen Schulkollegen. Wie könnte es sonst sein, dass die Studienplätze trotzdem mehrheitlich an Männer vergeben werden?

Kann man überhaupt behaupten, jemandem gegenüber diskriminiert zu werden, wenn dieser Jemand gar keinen Vorteil davon hat?

Ein_Mann
28.07.2010 21:19

Also wenn massiv mehr Mädls Matura bekommen als Burschen, denen damit die Change genommen wird, überhaupt zu studieren - dann ja, das würde ich wohl als eine ziemliche Benachteiligung der Burschen bezeichnen... oder?

Birgit 68
 
29.07.2010 11:02
o.k., und wenn massiv mehr Burschen einen Studienplatz an einer Meduni bekommen als Mädels,

denen damit die Chance genommen wird, überhaupt zu studieren, dann würde ich das als eine ziemliche Benachteiligung der Mädls bezeichnen! Überhaupt, wo sich doch deutlich mehr Mädls als Burschen beworben haben!

(Wer kann schon mit Bestimmtheit sagen, dass es nicht doch die Mädls sind, die da diskriminiert werden? Sie etwa?)

Ein_Mann
30.07.2010 11:17

noch einmal: es koennen sich ueberhaupt erst mehr maedls bewerben, weil ein riesiger teil der burschen aufgrund der benachteiligung in der schule nicht einmal die matura bekommt und sich dadurch also auch nicht bewerben KANN!

die schlechteren maedls koennen jedes andere nicht so forderne studium studieren. und das tun sie auch. die burschen, die gar keine matura bekommen, koennen KEINES studieren.

klar wie klossbruehe oder?

weiters: bei diesen einfachen studien mit 90% frauenanteil wuerde sich aber auch nie ein mann erfrechen, die "geschlechterkarte" zu spielen und daraus einen nachteil zu konstruieren, wie es frauen beim medizinstudium versuchen.

Birgit 68
 
30.07.2010 12:40
Was das Verhältnis der Maturanten : Maturantinnen soll bei 10 : 90 liegen?

Ist es das, was Sie sagen wollen, wenn bei bestimmenten Studienrichtungen Frauen zu 90% vertreten sind?

Birgit 68
 
30.07.2010 11:44
Das stimmt nicht ganz (Studienberechtigungsprüfung)

Schon mal davon gehört? Warum man gerade für's Medizinstudium die Matura trotzdem braucht, das liegt wohl am höheren Andrang.
Aber vielleicht deuten die Ergebnisse darauf hin, dass die Schule gar nicht so sehr auf's Leben vorbereitet, wie sie das selber meint, sondern eher an den Anforderungen des Lebens vorbeischult, soferne man überhaupt von "der Schule" im Allgemeinen sprechen kann?
Die Buben haben das längst überrissen und nehmen sie auch gar nicht so ernst wie die Mädchen.

SunshineInMyHeart
27.07.2010 16:21

Von den besseren Ergbenissen männlicher Bewerber beim Medizinaufnahmetest automatisch auf eine Benachteiligung der Burschen in der Schule zu schließen ist wohl etwas voreilig. Mädchen schließen statistisch gesehen auch in der Schule bei mathematischen und naturwissenschaftlichen Fächern etwas schlechter ab, holen dies jedoch in humanistischen Fächern auf. Würde man die Statistik nicht nur auf das Studium Medizin beziehen, sondern alle Studienaufnahmeprüfungen in Betracht ziehen, würden Frauen im Vergleich zu Männern wie auch in der Schule wieder besser abschneiden.

geordie
27.07.2010 15:31

Schande über mein Haupt. Habe die bisherigen Postings eher oberflächlich durchgelesen und dabei übersehen, dass auch andere in die Richtung gepostet haben. Kann passieren, oder?

StandardMeinung
26.07.2010 23:11

Bin dafür, dass man die Tests so lange zurechtbiegt, bis beide Geschlechter, alle Bundesländer, alle sozialen Schichten, alle Körper- und Schuhgrößen sowie Links- und Rechtshänder in gleichem Maße vertreten sind! ;-)

Oder doch mal überlegen, wieso bei den ausländischen Bewerbern kein Geschlechtsunterschied besteht? Oder ob es was ausmacht, dass die Männer im Schnitt ein Jahr älter sind beim Test?

Neeee, dann schon lieber am Test rumpfuschen!

Raubkopierer
26.07.2010 17:54

man muss sich das einmal anhören! der test bringt nicht das gewünschte ergebnis also wird dran rumgeschraubt bis es passt? ist dann die validität noch gewährleistet? wie sollte sie denn! das frauen schlechter abschneiden muss einen anderen grund haben, und dieser muss gefunden und beseitigt werden. ich wage zu behaupten es liegt am zusätzlichen jahr der emotionalen reife bei männern, da sie den wehr(ersatz)dienst leisten müssen, sowie an der tatsache dass frauen aufgrund veralteter protektionistischer verhaltensweisen der männer in der schule verhätschelt werden und deshalb mit dem ernst eines ems-tests nicht klar kommen. oder der kurzen vorbereitungszeit nach der matura.
nicht der test , das system muss endlich gerechter werden!

Birgit 68
 
27.07.2010 12:15
Das ideale Ergebnis (ich sage ja nicht, dass das praktisch auch erreichbar ist),

läge dann vor, wenn der Test tatsächlich ranggenau zwischen geeignet und ungeeignet unterscheiden würde. D. h., wenn alle ab Rang 361 (und nicht davor) sowohl für das Studium als auch für den Beruf des Arztes ungeeignet wären. Wenn der EMS also ein echter Eignungstest wäre, und kein Auswahltest wie bisher.
Solange das noch nicht einmal annähernd der Fall ist, darf auch noch herumgebastelt werden.

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