Präsident: "Ich glaube, ich werde alt"
Rio de Janeiro - Brasiliens charismatischer Präsident
Luiz Inacio Lula da Silva ist angesichts des bevorstehenden Abschieds
von der Macht in Tränen ausgebrochen. Der frühere
Gewerkschaftsführer, der die aufstrebende südamerikanische
Regionalmacht seit 2003 regiert, muss sein Amt nach der
Präsidentenwahl am 31. Dezember an den gewählten Nachfolger abgeben.
Er selbst darf nach zwei Amtszeiten nicht erneut antreten.
Während
eines Interviews, das am Mittwoch vom TV-Sender Record ausgestrahlt
wurde, konnte Lula die Tränen nicht zurückhalten. "Ich glaube, ich
werde alt", meinte der populäre Staatschef, der im Oktober seinen 65.
Geburtstag feiert.
Vom Leben nach dem Ende der Macht erwartet Lula bisher offenbar
nur die große Leere. "Ich werde Marisa (Lulas Ehefrau) ansehen, und
sie wird mich ansehen und fragen: 'Und nun, Lulita?'" Mit guten, aber
meist unerwünschten Ratschlägen für seinen Nachfolger wolle er sich
jedoch zurückhalten.
"Wenn ich meine sieben Sinne beisammen habe, werde ich ein
guter
Ex-Präsident sein, der sich Meinungsäußerungen zu den Regierenden
verkneift", versprach Lula. Jedoch schloss er eine erneute Kandidatur
bei der übernächsten Präsidentenwahl 2014 nicht aus: "In der Politik
kann man nie Nein sagen." Laut Verfassung könnte er nach einer Pause
erneut antreten. (APA/dpa)