Untypisches im Bergland

22. Juli 2010 19:42

Das Berg&Talfest am Freitag und Samstag

Ortsnamen sind manchmal derart gegenständlich, dass sie einiges über einen Ort erahnen lassen. Berg im Drautal ist so ein Fall. Mitten in Oberkärnten gibt es dort Berge, Wälder, den Fluss und ein typisch ländliches Gesellschaftsleben: Landjugend und Trachtenkapelle, Kirchtag und Feuerwehrfest. Weniger typisch ist der hiesige Kulturverein kuland, der Projekte, wie sie auf dem Land sonst rar sind, realisiert.

Ausstellungen, Konzerte, Lesungen und Symposien, etwa über Austrofaschismus im Oberen Drautal, finden sich im Vereinsportfolio. Zudem organisiert kuland ein Rechercheprojekt, das sich den Opfern des Nationalsozialismus in der Region widmet. Höhepunkt der Aktivitäten ist das alljährlich am örtlichen Sportplatz stattfindende Berg&Talfest.

Zum zwanzigsten Jubiläum wartet das Musikfestival mit einem abwechslungsreichen Line-Up auf. Heute, Freitag, spannt sich der Bogen zwischen melodischem Folkrock und elektronisch durchdrungenem Funk und Soul, wenn unter anderem Lonely Drifter Karen und Stevies Wonder Glasses die Bühne betreten. Am Samstag geben Sawoff Shotgun und Squishy Squid ihre Varianten von Indiepop und Postpunk zum Besten. Headliner des zweiten Tages sind die Sofa Surfers mit ihrem neuen Album Blindside im Gepäck.

Zwei Euro von jeder Karte fließen in die Schaffung eines Denkmals für Opfer des NS-Regimes im Oberen Drautal. (kof / DER STANDARD, Printausgabe, 23.7.2010)

23./24. 7.: Berg/Drau, Festivalgelände am Sportplatz

Thomas Rothschild
 
23.07.2010 11:12
Wie die Zeit vergeht

Man stelle sich vor, man hätte sich erst im Jahr 1983 entschlossen, ein Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs zu errichten. Lächerlich? So lang aber hat es in Kärnten gedauert, ehe man ein Denkmal für die NS-Opfer im Oberen Drautal erreichten will. Gut gemeint, aber zu spät.

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