Dezentralen Mahnmale zum Gedenken an von den Nazis ermordete Juden, Roma, politisch Verfolgte, Homosexuelle, Zeugen Jehovas und an Euthanasieopfer
Salzburg - Felix Klar war Musiker und Kapellmeister in Salzburg. Felix Klar war Jude. 1939 wurde er von den NS-Schergen ins KZ Buchenwald deportiert, im Oktober 1942 nach Auschwitz überstellt. Klar überlebte im Jänner 1945 - knapp vor der Befreiung des Vernichtungslagers - den SS-Todesmarsch ins KZ Mittelbau-Dora. Klar erlebte noch die Befreiung von der Nazi-Diktatur. Er starb am 24. April 1946 an den Folgen der KZ-Haft. Seit Donnerstag erinnert vor dem ehemaligen Wohnhaus von Klar im Stadtteil Schallmoos ein in den Boden eingelassener Stolperstein an sein Schicksal.
Insgesamt 94 dieser dezentralen Mahnmale, zum Gedenken an von den Nazis ermordete Juden, Roma, politisch Verfolgte, Homosexuelle, Zeugen Jehovas und an Euthanasieopfer, sind in Salzburg inzwischen verlegt. 27 wurden diese Woche vom Initiator des Projektes, dem deutschen Künstler Gunter Demnig, in den Boden eingelassen. Über 22.000 sind es in ganz Europa.
In Salzburg wird die privat finanzierte Aktion von einem Personenkomitee organisiert. Bei der Verlegung diese Woche wurde auch katholischer Priestern gedacht. Die Stolpersteine für Gottfried Neunhäuserer - ermordet in Hartheim - und Jakob Förtsch - ermordet im KZ Ravensbrück - liegen im Stiftshof St. Peter (neu, DER STANDARD - Printausgabe, 23. Juli 2010)