Einserkastl Rau

Cyclicette

22. Juli 2010, 18:51

Verschiedene Organisationen bieten Radfahren-in-der-Stadt-Kurse an

Ältere Mitbürger entdecken das Radfahren in der Stadt. Das ist schön und trägt zur Verbesserung der Lebensqualität bei. Tatsächlich sind rund 15 Prozent der Österreicher regelmäßige Radfahrer, bei den 60- bis 70-Jährigen sind es jedoch 30 Prozent Das bringt aber auch Probleme, denn der ältere Bürger muss erst wieder daran gewöhnt werden, dass er als Radfahrer der Schwächere im Straßenverkehr ist (die Unfallzahlen sind bei Älteren besonders hoch). Wer früher am Steuer eines Autos ein gewisses Sozialprestige genoss, muss sich nun daran gewöhnen, von sehr vielen Autofahrern als niedrige Form zoologischen Lebens behandelt zu werden.

Entsprechend bieten, wie eine Standard-Reportage kürzlich beschrieb, diverse Organisationen Radfahren-in-der-Stadt-Kurse für Ältere an. Superidee. Nun könnte man aber auch Kurse für jüngere Radfahrer anbieten. Z. B.: "Zentimeterknappes Vorbeischneiden an Fußgängern in der Fuzo - richtig gemacht!" Oder: "Das Licht in der Nacht - lebenserhaltende Maßnahme oder brutale Vorschrift des faschistischen Obrigkeitsstaates?". Gut würde auch ein Kurs für Fortgeschrittene passen: "Linksabbiegen, aber auf dem Fußgängerstreifen an der Kreuzung". Oder: "Die Straßenbahntrasse - ein zu wenig genutzter Freiraum für flotte Radler".

Im Ernst: Viel mehr Radfahrer sind wünschenswert, dazu gehört aber auch eine Kultur des zivilisierten Verhaltens, sozusagen eine Cyclicette. (rau, DER STANDARD - Printausgabe, 23. Juli 2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 126
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Tintifax2000
12
27.7.2010, 12:05
also mein tipp ...

... sich als radfahrer nicht an den rand drängen lassen, wenn die fahrbahnbreite für den autofahrer kein überholen zulässt.
Dann muß man möglichst mittig fahren, damit der gute herr autofahrer nicht auf blöde gedanken kommt ...

Kaktus
19
26.7.2010, 20:33
Meine Tipps als Vielfahrer mit'm Rad in der Stadt:

- Zügig fahren, Linie halten
- Genug Sicherheitsanstand nach rechts
- Gute und gut eingestellte Bremsen
- wendiges Rad und gute Fahrtechnik
- Gute Beleuchtung bereits in der Dämmerung
- Helm tragen
- Vorausschauendes fahren
- möglichst immer Augenkontakt bei ev. kritischen Situationen herstellen
- nie den Vorrang erzwingen
- keine Kopfhörer o.ä.
- Verkehrsregeln kennen
- Schauen, wohin man fährt

bluebeard's 8th wife.
01

ergänzend: nicht im fahren telefonieren.

ansonsten vollstens d'accord. bin mit dieser strategie seit jahren unfallfrei unterwegs.

Wesentliches (Un)Wesen
41
27.7.2010, 16:27

"nie den Vorrang erzwingen"

Warum nicht gleich zu Fuß gehen.

Taji Soron
02
28.7.2010, 14:38

Im Zweifelsfall gibt der G'scheitere halt besser nach. Soll wohl nicht heissen, dass man immer freiwillig auf seinen Vorrang verzichten soll. Das wäre natürlich kontraproduktiv.

Urfahraner Auge
03
29.7.2010, 14:48
"nach außen hin offensiv, innerlich defensiv"

heißt es in der zitierten Standard-Reportage. Als Radfahrer muss man seinen Vorrang offensiv erzwingen (sonst ist man der Blöde), aber trotzdem bereit sein, im allerletzten Moment nachzugeben (sonst ist es noch blöder).

Magic Wand
 
01
12.8.2010, 00:49
das geht schon fast als Lebensmaxime durch ...

Urfahraner Auge
00
12.8.2010, 13:21
So habe ich es noch gar nicht gesehen.

Stimmt aber.

scubaman
00
27.7.2010, 11:29
Danke

tolle Zusammenfassung

zimbo
 
00
26.7.2010, 09:46
Wie kreuze ich laufend richtig nasse Schienen, ohne dass mich kanpp vorbeifahrende Autos oder plötzlich aufgehende Autotüren verletzen ?

citycyclingschool.at
 
01
26.7.2010, 18:35
Schulterblick, Handzeichen, Vorderrad lupfen

nasse Schienen: Vorderrad ein wenig lupfen und zügig drüber (geht stehend fahrend am besten)
knapp vorbei fahrende Autofahrer: keine Kopfhörer, Schulterblick und Handzeichen
plötzlich aufgehende Autotüren: permament die Autorückspiegel scannen, ob sich im Auto was tut >> wenn ja: Gefahr >> sich auf Ausschwenken vorbereiten >> wenn Ausschwenken aufgrund des Autoverkehrs nicht möglich >> Geschwindigkeit temporär so gering halten, dass man abrupt stoppen kann (max. 10-15 km/h)
Aber ganz sicher ist man nie, man muss manchmal einfach auch Glück bzw. kein Pech haben.

ljack
00
13.8.2010, 11:50
ad Autotüren:

Oder einfach mit korrektem Sicherheitsabstand fahren, dann können einen sich öffnende Türen nie treffen.

citycyclingschool.at
 
00
13.8.2010, 13:38

korrrrekt.

Puritsche
 
00
30.7.2010, 17:30
Auf Schulterblick

muss man manchmal verzichten. Vor allem mit Kapuze im Regen dreh' ich mich nicht gerne um.
Da geb ich um einiges länger Handzeichen bevor ich in die Mitte kreuze.
Auch noch zu erwähnen: Der Gegenverkehr, der u.U. haltende Hindern...äh...Autos ebenfalls straßenmittig umfährt.

zimbo
 
00
27.7.2010, 06:53
Danke, leider kürzlich mehrlei gebrochen.

buff flyer
32
25.7.2010, 19:14
ich weiss dass es ein plattes vorurteil ist

radfahrer sind gegenüber fussgängern meistens extrem präpotent. und vergessen dabei, dass die meisten fussgänger auch ein auto haben.

und so eskaliert das...

Lord Schaumloeffel
02
28.7.2010, 16:12
die präpotenz und "ich scheixx auf die fussgänger!"-haltung vieler radfahrer...

... kommt am schönsten im prater, auf der rotundenallee zum ausdruck.
die allee ist für autos gesperrt, alle halbe stunde mal fährt ein streifenwagen, sonst breit, eben, leer - perfekte FAHRbahn zum radeln.

aber nein, die hälfte dieser tunnelblicker radelt auf dem GEHweg; jeden tag werde ich als fussgänger dort mehrmals von hinten angeklingelt aufzupassen und platz zu machen, weil jetzt kommt ein strampler daher. neben der leeren, sicheren, tollen FAHRbahn, lieber auf dem schmalen GEHweg.

lauter entmündigungskandidaten...

ChesneyB
03

Kann ich nicht bestätigen. Und ich bin regelmäßig dort.

Tintifax2000
03
27.7.2010, 12:07
es werden aber auch ...

... fußgänger und radfahrer auf verkehrsflächen zusammengepfercht, obwohl sie nicht zusammengehören ... "gemischter rad/gehweg" - da kommt es zu konflikten ...
... das rad gehört auf die strasse ...

sylvia29
00
26.7.2010, 12:37
radfahrer sind meistens auch

auch fußgänger.

the hag o'hags (aka Esme Weatherwax)
02
26.7.2010, 12:41
Und sehr oft...

... auch Autofahrer und durchgängig lässt sich wohl beobachten, wer im Auto ein A.... ist, ist es auch am Radl.

Almi66
02
25.7.2010, 10:41
Freundlicher Autofahrer...

Bin auf der Hütteldorferstraße im 15 Bez. vom Gehsteig auf den Parkstreifen gestiegen, um die herannahenden Autos besser zu sehen und so die Straße sicherer zu queren.

Kurz darauf fuhr ein freundlicher Lenker mit ca. 10 cm Abstand und ca. 20kmh an mir vorbei, um vor mir schwungvoll einzuparken.

Weil ich dann noch immer nicht sein Revier, die Parkspur, verlassen habe, hat er nochmals zur Sicherheit den Retourgang eingelegt und ist auf mich losgefahren.

Dann ist er rausgesprungen, hat irgendetwas wie Ars..loch gerufen und ist in einem Haus verschwunden.

Ergo: Ich hüte mich vor Menschen, denen ich wirklich alles zutraue, egal ob Radler oder Autofetischisten.

buff flyer
01
25.7.2010, 19:28
solxche storys gibnt ja genug, un wer da den dümmeren teil gibt ist oft schwer zu sehen

letztens fahr ich (im auto) die dornbacher strasse stadteinwärts, pickt einer mit dem rennrad in 1 meter abstand im windschatten. merkt der nicht, dass er sich primär selbst gefährdet? wenn ich einmal auf die bremse tret, steigt der übers autodach ab.

wien, wie es leibt und lebt... ;-)

Herr Reinsch
11
23.7.2010, 21:13

es tut mir leid herr rauscher, aber rote ampeln und ähnliches sind für mich als radfahrer eine unwiderstehliche versuchung :-l

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