St. Pölten

Mit Handschellen auf der Liegewiese

22. Juli 2010, 18:26
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    foto: standard/christian fischer

    Zwei Security-Mitarbeiter drehen im Sommerbad St. Pölten ihre Runden. Von täglich sechs Einsätzen, bei denen Gäste des Bades verwiesen wurden, sei die Zahl bereits auf ein Drittel gesunken.

Seit knapp zwei Wochen bewacht ein privater Sicherheitsdienst wegen "aggressiven Verhaltens Jugendlicher mit Migrationshintergrund" das St. Pöltner Sommerbad

Der Einsatz soll "erzieherisch" wirken. 

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St. Pölten / Wien - Schwitzende Sonnenanbeter auf bunten Handtüchern, kreischende Kinder auf der Wasserrutsche und dazwischen zwei Männer mit Handschellen und Pfefferspray. Seit knapp zwei Wochen ziehen private Sicherheitsleute im Sommerbad St. Pölten ihre Runden. Der Grund dafür: "gesteigertes aggressives Verhalten Jugendlicher, speziell mit Migrationshintergrund", erklärt Günther Kainz, Leiter der Bäderverwaltung St. Pölten. "Südländische Jugendliche treten oft in der Gruppe auf und trauen sich dann mehr", meint Kainz.

Jeden Tag von 13 bis 19 Uhr ist die Sicherheitsfirma Stanzwerk präsent. "Die Securityleute sind der türkischen Sprache mächtig, das gibt eine andere Möglichkeit der Konfliktlösung", sagt Kainz. Die Resonanz der Badegäste sei sehr positiv. Auslöser für die Einführung der Badesheriffs sei ein Vorfall gewesen, bei dem ein 11-Jähriger auf der Rutsche "ohne Vorwarnung von gleichaltrigen Jugendlichen mit Migrationshintergrund eine geknallt gekriegt hat", wie Kainz erzählt. Der Vater des Burschen sei eingeschritten und regelrecht umzingelt worden. Später habe er sich bei der Bäderleitung beschwert.

Die Idee für das Engagement der Sicherheitsmänner kam Kainz, als er eine Fernsehdokumentation über ähnliche Maßnahmen in einem Kölner Bad sah. Probleme und Zwischenfälle gebe es im Bad seit mehreren Jahren. Mit "gut zureden" habe man es lange versucht. Mit der jetzigen Lösung sei auch das Personal zufrieden, zumal einmal ein Bademeister angegriffen und verletzt sowie eine Kassadame bedroht worden sei.

"In den ersten Tagen hatten wir sechs bis sieben Einsätze am Tag. Jetzt sind es nur noch zwei", erzählt Stanzwerk-Chef Christian Jerabek. Seine Leute hätten Menschen jedweder Herkunft und jeglichen Alters des Bades verwiesen. Es treffe jeden, der trotz Verwarnung Regeln - etwa das Ballspielverbot - nicht befolge. Wer rausfliegt, darf am nächsten Tag wiederkommen. "Unser Einsatz soll erzieherisch wirken", erklärt Jerabek. Pfefferspray und Handschellen seien bisher nicht zum Einsatz gekommen.

In Österreich gibt es auch schon andere Bäder mit privater Bewachung. Am Neusiedler See dreht seit rund zehn Jahren der Sicherheitsdienst Trummer seine Runden. Dessen Chef Christian Trummer sagt, seine Leute kümmerten sich in den Seebädern vorrangig um Zugangskontrollen und Hilfeleistungen. Statt Pfefferspray hätten sie ein Erste-Hilfe-Paket bei sich.

Polizisten in Wiener Bädern 

In den städtischen Bädern Wiens verlässt man sich dagegen auf das eigene Personal - und den Besuch von Polizisten. Letztere erhalten gratis Eintritt, wenn sie beim Eingang ihre Dienstnummer angeben - auch wenn sie in Privatkleidung erscheinen. Wird Hilfe benötigt, rufe man die Polizisten aus, sagt Bäder-Sprecher Martin Kotinsky. Auch regulär mache die Polizei in den Bädern gern Streife. In der Hauptsaison dürften sich in jedem Bad meist zwei, drei Polizisten aufhalten. Nur nachts erfolge eine private Bäderbewachung.

Probleme,wie sie der St. Pöltner Bäderchef schildert, seien auch in Wien ein Thema. "Aber im Moment gibt es Gott sei Dank nicht so viele Vorfälle", sagt Kotinsky. "Wir haben inzwischen auch sehr viel Personal mit Migrationshintergrund. Dadurch klappt sicher die Verständigung besser."

In Bezug auf Badegäste mit Migrationshintergrund sorgt in Wien derzeit ein Text über das Schönbrunner Bad auf der privaten Website Wien-konkret für Aufregung. In einer Kurzbeschreibung heißt es: "exklusives Publikum, geringer Ausländeranteil". Mittwochnachmittag lud eine Gruppe Jugendlicher ins Bad zum Protestschwimmen unter dem Titel "Baden mit ,Ausländern'". (Gudrun Springer, DER STANDARD - Printausgabe, 23. Juli 2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 151
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zombie69
 
00
16.4.2011, 22:50
Nix gewesen

Das dürfte den Linksgrünen Träumer aber gar nicht gefallen. Pech halt wenn nun die Missstände offen hervortreten. War wohl nichts mit Friede, Freude, Eierkuchen. Gut so.

smashinGPumpkins
00
Gute Initiative. Danke sehr!

Herr Mann1004
00
Na hoffentlich bringt das auch was.

Meine Schwester wird dort dauernd angepöbelt!

palmström
00
jeder scheint zu akzeptieren

dass türken nun mal gewalttätiger sind...

hallo? ethnische ausnahmen von allgemeinen grundsätzen?

Terence Hill
01

Gewalttätiger nicht, aber gewaltbereiteres Machotum tritt bei türkischstämmigen Personen gemäss meiner eigenen subjektiven Erfahrung doch stärker auf als bei anderen ethnischen Gruppierungen. Das ist kein Grund für rassistische Ressentiments, aber eine Argumentation à la "es kann nicht sein, was nicht sein darf" ist wohl auch keine Lösung.

palmström
00
ich meinte übrigens

dass man dann auch stärker dagegen vorgehen muss und nicht sagen kann, naja die sind halt gewalttätiger, lass sie...

gibt ja viele verschiedene lösungsansätze, nicht nur drastisches, aber wenn machotum grassiert dann gehört dagegen vorgegangen

Ritter von Duchov
13
19.9.2010, 00:56
und wenn

man endlich wirklich drakonische strafen gegen prügler verhängt?

welches recht auf irgendetwas haben menschen, die aus fadesse auf andere einprügeln? mE höchstens das auf einen fairen prozess.

mein rezept wäre:

sozialarbeit, sofort unbedingte haftstrafen (wer gewalt übt, hat kein recht auf eine "2. chance"!), ausländische gewalttäter die staatsbürgerschaft aberkennen und abschieben, wenn sie ihnen zuerkannt wurde.

vandermonde
00
Da "Österreicher" sein...

...ausschließlich(!) auf der zuerkannten Staatsbürgerschaft basiert, ist das wohl ein etwas fragwürdiger Ansatz. Das würde bedeuten, dass jedem(!) Österreicher (also auch Ihnen) die Staatsbürgerschaft einfach aberkannt werden könnte.

Das wäre dann eine Gruppe von Staatenlosen, die dann ... nun ja ... wohin eigentlich gebracht werden würden?

(Und bevor sie jetzt auf die Idee kommen, das mit der Geburt zu verbinden: das ist nicht die Grundlage für die Staatsbürgerschaft und wäre auch diskriminierend, da es dann zwei "Klassen" von Staatsbürgern gäbe)

Karl Benemsi
11
12.10.2010, 09:23
zuviel schampus zum frühstück, edler ritter ?

also jetzt mal genau: welche Staatsbürgerschaft möchtest du den "ausländischen Gewalttätern" denn aberkennen - die "Ausländische" ?

cipf
 
00
28.1.2011, 10:56

*kicher* stimmt schon ihr Einwand.

Aber grunzsätzlich hat der Ritter recht.
Gewalt darf keine 2. Chance erhalten.

Und, by the way, wir haben auch genug einheimisches Präkariat.

Andreeeas
00
18.9.2010, 13:46

Und wo ist da jetzt der Rassismus?

john pell
00
prolo-probleme

Das ist richtig!!! das Problem sind die Prolos und eine politische Kaste die weg schaut Dammit mit die Unsicherheit der menschen eine gute Geschäft machen können dann kommt der Got mach der Rest kenne wir

sljudanka
1010
29.7.2010, 19:07
Ich bin in einem kleinen Ort aufgewachsen - Kristallisationspunkt war EINER- der steckte viele andere an

als die anderen merkten, dass ich scheu und eher ängsltich bin, wars geschehen - von nun an erlebte ich lange Grausamkeiten aller art - weil ich NICHT mich gewehrt habe!! und ein b/williges Opfer war.

IN den 15 Jahren jetzt in einem "Migrantenbezirk" mit starkem Türkenanteil hatte ich KEIN EINZIGES Erlebnis negativer Art - weder Beschimpfung, noch brutale Attacken, wie in einem kleinen, idyllischen Ort in der Provinz....
lauter höfliche Leute.
(auch "weisse" können SChweine sein!!, und in meiner persönlichen Erfahrung warens ausschliesslich "Weisse"!!).

Jülyet Ksantopulo
00
28.1.2011, 16:16

Ihnen ist aber schon bewusst, dass auch Türken Weiße sind?

trollvottel
32
30.7.2010, 09:08

Hm. Ich hab in Kreuzberg und Ottakring und im Ruhrpott gewolhnt - sicher gefühlt hab ich mich in Wien.
In den letzten 10 Jahren erlebt: 2x gefährliche Drohung (beides besoffene Einheimische), 1 Diebstahl (deutsche Möbelpacker)...

... dazu nur ein paar der üblichen Jugendgangs ("Oida host an Tschick?" - wer "Na du Sautschusch" antwortet, wird natürlich hinter der nächsten Ecke zusammengedroschen. "Na klar Alder, willste 2?" und die Typen schauen fast enttäuscht)

masterpiece
14
wenn sie denn in neuköln oder wedding gewohnt hätten wären ihre erfahrungen wohl anders ausgefallen.

ich könnte da geschichten erzählen..
allerdings haben sie in einem recht, kriminalität hat nicht zwingend mit der ethnischen herkunft zu tun, vielmehr mit der sozialen wertevermittlung in der gesellschaft.gerade aber die kriminalitätsstatistik des landes berlin-brandenburg wirft aus dass vor allem straftäter mit migrationshintergrund im bereich der gewalt und eigentumsdelikte mit mehr als 65 % die statistik anführen.
ein ex-berliner

Mathias
 
00
kriminalität hat nicht zwingend mit der ethnischen herkunft zu tun, vielmehr mit der sozialen wertevermittlung in der gesellschaft

Sind wir doch ehrlich: diese "vorbildliche Wertevermittlung" findet zum größten Teil via MTV statt! So komme ich mir dann auch vor, wenn ich unterwegs bin - wie in einer MTV-Soap / Reality Show!!

(Diese Sendungen sind nur mit größter Vorsicht zu betrachten! Ein Notaus-Knopf hilft da gut weiter. )

masterpiece
00
ich geb ihnen da vollkommen recht.

allerdings ist eines nicht zu vergessen, das was wir heute in den medien als "spaß-und reality" konsumieren(da ist mtv nicht der einzige sender) .. ist gelebte realität..leider. mich wundert nicht dass jugendliche gewalt ausüben, die wenigsten sind ja in der lage einen grammatikalisch einwandfreien satz mit subjekt, objekt und prädikat zu bilden.schon pla to wusste : wo die verbale kommunikation misslingt-wird sie nonverbal weitergeführt.jugendkriminalität gabs schon immer, aber zum `normalen`kommunikationsmittel in der zivilgesellschaft wurde sie erst durch das nichtvorhandensein von lingualen mitteln.wenn ich die u-6 in wien um´s schöpfwerk sehe..wunder mich nichts.

Madame Haram
19
Sie belügen sich selbst.

MTV mag zwar nicht gerade niveauvoll sein (ich hab den Sender allerdings schon länger nicht mehr gesehen). Aber Jugendliche, die seelenruhig in die Kamera sagen, dass ihre Schwester, sollte sie etwas mit einem Deutschen haben, "tot sein wird" (erst unlängst wieder im deutschen öffentlich-rechtlichen Fernsehen gesehen), werden nicht von MTV geformt, sondern von der türk.-muslim. Wertegemeinschaft.

TRockenmilch
00

die sind aber nur ein teil des problems.
von 10 halbstarken hast du einen dabei der so eine weltsicht hat, der rest ist einfach nur schlecht oder nicht erzogen.
die einen fangen an auf der straße shice zu bauen und die andern gehn 6 mal in der woche ins shoppingcenter neue reichsklamotten kaufen... mädls fressen nix oder nur versteckt, manipulierte fotos werden zum schönheitsideal etc. etc.
es ist zwar nicht MTV, aber die aktuelle mainstream kultur in all ihren ausprägungen hat einen extrem negativen einfluss auf das zwischenmenschliche gefüge unsrer gesellschaft. serien und filme haben keine moral mehr. selbst teeniefilme zelebrieren das happy end durch penetrantes mobben des bösewichts/nun doch noch losers.
grauenhaft.

politisch verfolgt
00
was

soll an mtv so schlimm sein? diese ganzen dating-shows sind oft fad, manchmal ganz witzig, aber nie aggressiv oder sonstwas. wo wird da zb. bei "date my mom" was böses vermittelt?

triage
02
29.7.2010, 11:10

"Aggressives Verhalten mit Migrationshintergrund" passt aber auch oft auf die Security.

tassen im schrank
413
29.7.2010, 11:10
prolo-probleme

vor 40 jahren, als die vorstädte noch von mehrheitsösterreichischen proleten dominiert waren, gab es genau die gleichen probleme. jugendliche, die sich in gruppen zusammentaten und andere behelligten.

was hier zum ethnischen konflikt hochstilisiert wird, sind primär konfliktmuster zwischen proleten.

vorname nachname1
223
27.7.2010, 19:26
das neue politisch korrekte Vokabular ist zum kotzen@

wo sind eigentlich diese leute die uns sagen wie wir zu reden haben....?

knecht007
00
18.12.2010, 00:53

Ich habe vor mehr als 30 Jahren 1984 gelesen, vor 2 Monaten nochmals - zum Vergleich.
Was damals noch utopisch erschien, kommt heute schon nahe an die Realität heran.
Mit Entsetzen mußte ich festellen, dass pc-Sprech Neusprech schon fast überrundet hat.
Wer sich verbieten läßt in seiner Sprache zu sprechen, hat bald nix mehr zu reden.
Das Schweigen der Lämmer!

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