Früherer Rückkehr aus Babypause erfordert mehr Plätze für Unter-Dreijährige - Kein Finanzierungsstopp
Wien - Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) sieht angesichts der aktuellen Kindergeld-Bezugszahlen eine gute Akzeptanz für die einkommensabhängige Variante. Zugleich rechne sie aus diesem Grund mit einem erhöhten Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen für Unter-Dreijährige in den kommenden Jahren, erklärte sie am Donnerstag in einer Aussendung. Daher will sie von Familienstaatssekretärin Christine Marek (ÖVP) auch keine Überlegungen zu eventuellen Finanzierungsstopps hören.
Seit 1. Jänner 2010 haben sich insgesamt elf Prozent der Eltern für das einkommensabhängige Kindergeld entschieden (Stichtag 15. Juli), für Heinisch-Hosek ein Beweis, "dass viele Frauen nach der Babypause schnell wieder in den Beruf zurückkehren wollen". Dies bedeute aber auch, dass 45 Prozent der Eltern nach spätestens zwei Jahren einen Betreuungsplatz für ihr Kind benötigten, 15 Prozent schon nach einem Jahr. "Der Druck der Eltern mit Kindern unter drei Jahren steigt deutlich an", folgert Heinisch-Hosek daraus. "Daher halte ich die Diskussion über eine mögliche Streichung der Finanzierung für den Ausbau der Kinderbetreuung für entbehrlich. Für mich ist klar, dass wir die Gelder keinesfalls stoppen dürfen."
Inwieweit die kurze Variante auch von Vätern in Anspruch genommen werde, könne man indes wohl frühestens zu Ende des Jahres beurteilen, da Väter üblicherweise später in Karenz gingen, gab die Frauenministerin zu bedenken. Für den Herbst hat sie sich in dieser Sache jedenfalls einen "Schwerpunkt" vorgenommen, um bei Vätern und Unternehmen "Überzeugungsarbeit" zu leisten. Ziel sei 20 Prozent der Väter in Karenz. (APA)