Auslöser von Zöliakie endlich erforscht

22. Juli 2010, 13:02

Forscher auf der Suche nach neuen Behandlungsmethoden

Oxford/Melbourne - Britische und australische Wissenschaftler haben die genaue Ursache für die Immunreaktion, die zu einer Zöliakie führt, entdeckt. Laut dem Team um Bob Anderson vom Walter and Eliza Hall Institute of Medical Research http://www.wehi.edu.au sind drei Substanzen verantwortlich: Das Gluten in Weizen, Roggen und Gerste.

Impfung in Aussicht

Damit ist ein neuer Ansatzpunkt für die Entwicklung von Behandlungsmethoden und vielleicht sogar für eine Impfung gefunden. Zöliakie wird durch eine Intoleranz gegen Gluten verursacht, das in Nahrungsmitteln wie Brot, Nudeln und Keksen enthalten ist. Allein in Großbritannien dürfte laut BBC einer von 100 Menschen betroffen sein. Ein Zusammenhang zwischen Gluten und Zöliakie wurde erstmals vor 60 Jahren hergestellt.

Die Wissenschaft hat seither an der Erforschung des die Krankheit auslösenden Bestandteils gearbeitet. An der aktuellen Studie nahmen 200 Zöliakie-Patienten in Krankenhäusern in Oxford und Melbourne teil. Die Freiwilligen wurden ersucht, Brot, Gersten-Muffins oder gekochte Gerste zu essen.

Glutenfreie Ernährung

Sechs Tage später wurden Blutproben entnommen, um die Immunreaktion auf Tausende verschiedene Peptide zu testen. In der Folge wurden 90 Peptide identifiziert, die zu einer Immunreaktion führten. Drei erwiesen sich als besonders giftig. Laut Anderson sind diese drei Bestandteile bei den Betroffenen für den Großteil der Immunreaktionen auf Gluten verantwortlich.

Zöliakie kann mit einer glutenfreien Ernährung in den Griff bekommen werden. Eine derartige Ernährung ist jedoch für die Patienten häufig eine große Herausforderung. Fast die Hälfte leidet fünf Jahre nach dem Beginn der Diät immer noch an Schädigungen des Verdauungsapparates. Anderson erklärte, dass ein neuer Therapieansatz bereits entwickelt wird. Mittels Immuntherapie werden Zöliakie-Patienten sehr geringen Mengen der drei toxischen Peptide ausgesetzt. (pte)

Abstract der Studie in Science Translational Medicine:

Comprehensive, Quantitative Mapping of T Cell Epitopes in Gluten in Celiac Disease

die studie muss laaaange gedauert haben; ich hab keine zöliakie und das schon seit jahren gewusst.

Ich glaub, das ist nur schlecht übersetzt.

Gluten ist ja ein Komplex aus vielen verschiedenen Eiweißen. Offenbar nimmt der Übersetzer an, dass DAS Gluten aus Weizen, Roggen und Gerste das schädliche Gluten ist, aber das besteht aus vielen Klebereiweißen in unterschiedlichen Zusammensetzungen, ebenso Dinkel und andere Getreidearten.

und desshalb Therapiert man es schon ewig mit einer Gluten-freien Diät?

Und wieso ist das jetzt neu? Das weiß absolut jeder Mensch der an Zöliakie leidet und das seit vielen Jahren!
Ist da irrtümlich ein alter Bericht wieder rein gerutscht?

Das ist neu:
"Sechs Tage später wurden Blutproben entnommen, um die Immunreaktion auf Tausende verschiedene Peptide zu testen. In der Folge wurden 90 Peptide identifiziert, die zu einer Immunreaktion führten. Drei erwiesen sich als besonders giftig. Laut Anderson sind diese drei Bestandteile bei den Betroffenen für den Großteil der Immunreaktionen auf Gluten verantwortlich."

Eh, Godi.

Es sind EINZELNE Bestandteile im Gluten als besonders reizend identifiziert worden, und die drei werden im Originalartikel auch benannt, und sie sind in unterschiedlichen Anteilen in allen Getreidegluten enthalten.
Die verwirrende Textstelle ist aber diese:
"... sind drei Substanzen verantwortlich: Das Gluten in Weizen, Roggen und Gerste."
Gluten ist keine Substanz, sondern viele verschiedene Substanzen. Das hat der Übersetzer nicht gewusst, und so kam die wichtigste Botschaft des Artikels, nämlich, dass man aus einem Haufen Eiweiße die konkret Beschwerden auslösenden identifiziert hat, nicht richtig rüber.

Äh, ja. Das stimmt.

Und weil man nun drei Kandidaten kennt, kann man mit dieser Information weitermachen.

Was genau wollten Sie mir mitteilen?

Ich wollte dir mitteilen, dass du eh Recht hast, im Artikel aber eine missverständliche Textstelle ist, die für sich genommen eine seit Jahrzehnten bekannte Tatsache ist.

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