AIDS 2010

Ein Viertel der HIV- und Aidspatienten stirbt an TBC

21. Juli 2010, 15:16

Nur 4,1 Prozent werden auf Koinfektionen getestet - Afrika besonders stark betroffen

Wien - Knapp ein Viertel der HIV-Infizierten und Aidskranken stirbt laut der Organisation "action" an Tuberkulose (TBC). In Subsahara-Afrika sind Koinfektionen mit HIV-TBC demnach die führende Todesursache. Schuld an diesem Szenario sei die seit 2004 ausbleibende Initiierung von flächendeckenden Tests, übte Emily Wainwright von "action" am Mittwoch bei einer Pressekonferenz der 18. Internationalen Aids Konferenz (AIDS 2010) in Wien Kritik. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) habe damals zur Verbesserung der Situation aufgerufen.

Geschehen ist seither nicht viel: Die Screeningrate von 0,6 Prozent (2004) sei gerade einmal auf 4,1 Prozent (2009) angewachsen, erklärte Wainwright. "In Afrika ist der Anteil mit drei Prozent noch niedriger." Genau dort lebten fast alle (413.975) der 456.218 TBC-HIV-Toten des Jahres 2007. Hilfsorganisationen, Regierungen und staatliche Programme müssten dem WHO-Aufruf endlich nachkommen und die nötigen TBC-Einrichtungen schaffen, um bis 2015 einen allgemeinen Screening-Zugang für alle zu gewährleisten, so die Kritik und Forderung von "action" an viele der bei der AIDS 2010 vertretenen Vereinigungen. Seit 2004 seien 14 unerfüllt gebliebene Versprechen gemacht worden.

Forschung vorantreiben

Neben Tests für alle HIV-Infizierten bei jedem Arztbesuch müsse es für TBC-Betroffene eine gute Behandlung und für den Rest präventive Medizin geben. Weiters sollte die Forschung bezüglich neuer Arzneimitteln für Patienten mit HIV-TBC-Koinfektionen vorangetrieben werden. "Wir leben in einer Welt, in der die Menschen mit 50 Jahre alten Medikamenten behandelt werden", kritisierte Wainwright.

In Subsahara-Afrika hat sich laut "action" die TBC-Häufigkeit seit 1990 durch HIV und Aids verdreifacht. 2008 wurden in Simbabwe, Mosambik, Kenia und Indonesien gar keine HIV-Infizierten bzw. Aidskranken auf TBC untersucht. In Russland (20 Prozent), Ruanda (13 Prozent) und Indien (elf Prozent) gab es im Ranking der 20 hauptbetroffenen Ländern die höchsten Testraten. Die meisten TBC-Toten gab es 2007 in Südafrika (93.702) und Nigeria (58.974) mit Screeningrate von sechs bzw. sieben Prozent (2008). (APA)

2010sdafrika
00
27.7.2010, 19:21
HIV ein Problem der Desinformation!

Die AIDS-Debatte ist eine traurige Angelegenheit, welche trotz Aufklärung nach wie vor ihre Verbreitung findet. Speziell zu Südafrika kann ich sagen, dass viele der dortigen Bürger den sog. Sangomas, also traditionellen Medizinmännern, glauben schenken. Leider befinden sich innerhalb dieser Heiler auch schwarze Schafe, die ihrem Patienten zur HIV-Heilung die Vergewaltigung einer Jungfrau empfehlen! Ich will zum Ausdruck bringen, dass HIV nicht nur durch Unwissenheit der Beteiligten weitergegeben wird, sondern durch bewusste Fehlinformation Dritter. Diese gesellschaftlichen Konfliktlinien sind soweit ich weiß während der AIDS-Konferenz unzureichend behandelt worden.

Anbei empfehle ich folgenden Artikel:
http://2010sdafrika.wordpress.com/20

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