Linz will Vorreiterregion für freie digitale Datennutzung werden

21. Juli 2010, 14:14
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"Open Commons" versprechen auch wirtschaftlichen Erfolg

Die Stadt Linz startet eine nach eigenen Angaben europaweit einzigartige Initiative zur frei zugänglichen Nutzung von digitalen Daten. Das Projekt "Open Commons" geht über freie Open-Source-Software hinaus und will auch Inhalte, Daten und Medien zur freien Nutzung und Verbreitung einbeziehen. Das könnte nicht nur dem Gemeinwohl dienen, sondern auch wirtschaftlichen Erfolg bringen, waren sich Stadtrat Johann Mayr und der Leiter des städtischen Informations- und Kommunikationstechnologieunternehmens Gerald Kempinger in einer Pressekonferenz am Mittwoch in Linz sicher.

Zukunftsbedeutung

Sie beriefen sich auf die Ergebnisse einer Potenzialanalyse, mit der das Institut für Personal- und Organisationsentwicklung in Wirtschaft und Verwaltung der Johannes Kepler Universität unter der Leitung von Universitätsprofessor Gustav Pomberger in Zusammenarbeit mit dem Linzer Markt- und Meinungsforschungsinstitut beauftragt worden war. Demnach wird von einem Großteil von Meinungsführern der Anwendung von Open-Source-Software eine große oder sehr große Zukunftsbedeutung bescheinigt.

"Open-Commons-Region"

Die Stadt Linz will jetzt eine "Open-Commons-Region" werden, die Vorreiter für die frei zugängliche Nutzung und elektronische Verbreitung von unter anderem Daten, Software, Lehr- und Lernmaterial - für "immaterielles Gemeingut" - ist. Ziele seien: Kosten reduzieren, Hersteller-Abhängigkeiten vermeiden, Eigeninitiative fördern, Wirtschaft stärken, Wertschöpfung erzeugen, Transparenz herstellen und Rechtssicherheit schaffen. Die in der Studie dazu empfohlenen Maßnahmen will sie umsetzen.

Open-Source-Software

Zuerst soll eine Koordinationsstelle aufgebaut werden, die alle Interessierten in der Region vernetzen soll. Weiters soll es Initiativen für Angebote im Bereich Bildung - beispielsweise Open-Courseware der Volkshochschule und anderer Bildungseinrichtungen - sowie öffentliche Datenbestände wie nicht personenbezogene Stadtinformationen oder Stadtkarten geben. So könnten etwa freie Geodaten zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus soll für das magistratsweite Intranet sowie Teile der städtischen Unternehmensgruppe der vermehrte Einsatz von Open-Source-Software geprüft werden. (APA)

 

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