Auf Geheiß seiner Gruppe "Verräter" liquidiert - Opfer hatte zeitweise für US-Truppen gearbeitet
Bagdad - Ein Al-Kaida-Terrorist im Irak hat auf Geheiß
der Terrorgruppe seinen eigenen Vater
erschossen. Der Vater hatte
eine Zeit lang als Übersetzer für die
US-Truppen im Irak gearbeitet
und war deshalb in den Augen der
Terroristen ein "Verräter".
Die irakische
Nachrichtenagentur Peyamner berichtete am Mittwoch
unter Berufung auf Angehörige von Täter und Opfer, der Vater sei
während der Ära von Präsident Saddam
Hussein in den 90er Jahren wegen
"Beleidigung der Regierung" im Gefängnis
gelandet. Kurz vor der
US-Invasion 2003 kam er frei. Der
Ex-Häftling aus der nordirakischen
Stadt Samarra, der gut englisch sprechen
konnte, heuerte bei den
Amerikanern als Übersetzer an, die ihn
allerdings später ebenfalls
für ein Jahr ins Gefängnis steckten, weil er angeblich geheime
Informationen an die Aufständischen
weitergegeben hatte. Einer seiner
Brüder sagte der Agentur: "Er träumte
davon, in die USA auszuwandern,
doch daraus wurde nichts."
Als sich drei Söhne und ein Neffe des Übersetzers den
Al-Kaida-Terroristen zuwandten, kam es den Angaben zufolge häufig zu
Streit im Kreise der Familie. Vor einem
Monat erhielt sein 32 Jahre
alter Sohn Abdulhalim Ahmed schließlich vom Anführer seiner
Terrorzelle den Befehl, den Vater zu erschießen. Reue zeigte er nach
seiner Festnahme nicht. Er soll für den Mord von den militanten
Islamisten sogar 5.000 Dollar kassiert haben, die
er später jedoch an
seinen Cousin abtreten musste, der in der Hierarchie der
Terroristen
weiter oben steht. (APA)