Auf Antrag der Familie soll anhand von DNA-Tests die Identität eindeutig festgestellt werden
Bukarest - Auf dem Bukarester Militärfriedhof Ghencea ist am
Mittwochvormittag das Grab des kommunistischen Diktators Nicolae
Ceausescu und seiner Ehefrau Elena geöffnet worden. Die Abnahme
biologischer Proben und anschließende DNA-Tests sollen Zweifel
bezüglich der dort begrabenen Personen beseitigen. Es gibt nämlich
kein offizielles Dokument, das bestätigt, dass es sich bei den dort
beerdigten Leichen tatsächlich um die Ceausescus handelt. Das
Diktatorenpaar war im Dezember 1989 nach einem Schauprozess von einem
Militärgericht zum Tode verurteilt und hingerichtet worden.
Zoe Ceausescu, die Tochter des Diktatorenpaares, hatte im April 2005 ein
Gerichtsverfahren angestrengt. Sie wollte die Nutzung der Ceausescu-Gräber sowie
eine gerichtsmedizinische Expertise erwirken. Die Sterbekunden waren in den
turbulenten Revolutionstagen mit fiktiven Namen ausgestellt worden. Zudem war
den Bestattern mitgeteilt worden, es handle sich bei den Leichen um
Militärbeamte, die von regimetreuen "Terroristen" umgebracht worden seien.
Nach dem Tod Zoe Ceausescus führten ihr Ehemann Mircea Oprean sowie der
letzte überlebende Ceausescu-Sohn Valentin das Verfahren weiter. Ein Vergleich
der nun gewonnen biologischen Proben mit der DNA des Sohnes soll nun alle
Zweifel über die Identität der Bestatteten beseitigen. Erste Hinweise nach der
Exhumierung, wie die von Kugeln durchlöcherte Kleidung, scheinen zu bestätigen,
dass es sich bei den beerdigten Personen tatsächlich um das Diktatorenpaar
handelt.
Die Exhumierung fand unter Ausschluss der Medien statt.
Filmmaterial soll nur dann veröffentlicht werden, wenn die DNA-Tests
beweisen, dass es sich bei den Leichen tatsächlich um die Ceausescus
handelt. (APA)