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Bei strahlendem Wetter trafen sich um 18 Uhr 30 am Schottentor die ersten Aktivisten, ab 20 Uhr marschierten dann die laut Veranstalterangaben 25.000 Demonstranten über den Ring zum Heldenplatz. Dort fand ab 21 Uhr die Abschlusskundgebung statt, zu den Rednern gehörten unter anderem Life Ball-Organisator Gery Keszler, UNAIDS-Chef Michael Sidibe, der Direktor des Global Fund, Michel Kazatchkine, Gesundheitsminister Alois Stöger und die Wiener Stadträtin Sonja Wehsely. Zum Abschluss präsentierte Annie Lennox ihre SING-Kampagne und gab ein kurzes Konzert.
Entgegen den Behauptungen stagniert die Zahl der HIV-Infektionen in Österreich - 2012 gab es 525 neue Diagnosen
Die Schweizer Kommission für sexuelle Gesundheit zweifelt an der Qualität der übers Internet erhältlichen HIV-Tests für zuhause
Zwar halten Medikamente das tödliche Virus mittlerweile in Schach, doch Heilung ist nicht in Aussicht - Penible Überwachung, neue Studien zu Resistenzen und Forschung sind wichtiger, denn je zuvor
Kanadische Forscherin sieht in HIV-Selbsttests ein taugliches Mittel, um die Verbreitung von HI-Viren einzudämmen
Indonesiens Regierung befürchtet eine HIV-Epidemie - Doch der Kampf gegen Aids kollidiert mit den Moralvorstellungen im größten muslimischen Land
Bei einzelnen Patienten ist das HI-Virus sieben Jahre nach Beendigung der Therapie zwar nicht vollkommen verschwunden, doch die Anzahl der Viren so gering, dass sie der Körper in Schach halten kann
Erstmals Hoffnung auf deutliche Reduktion von Neuinfektionen - Hälfte der Betroffenen in Entwicklungsländern bekommt Therapie - Kritik von "Ärzte ohne Grenzen"
Darf man teure HIV-Medikamente in Regionen testen, die sich das Produkt später nicht leisten können? Das Thema beschäftigt weltweit führende Experten
Die HIV-Ambulanz im Wiener AKH betreut 1100 Patienten. "Bei uns hier geht es sehr familiär zu", sagt einer von ihnen. Gemeinsam halten Ärzte, Pflegende und HIV-Infizierte das Virus in Schach
Eine internationale Studie konnte klären, wie HIV mit Hilfe eines bestimmten Eiweißes unbeschadet in Dendritische Immunzellen gelangt und so den Krankheitsverlauf beschleunigt
Clemens Kriz ist Aids-Seelsorger der Erzdiözese Wien. Er berichtet über seine Arbeit mit Betroffenen und von den Anfängen, als Aids noch ein Todesurteil war
Nur ein Drittel erhält benötigte Therapie - Eliminierung der Mutter-Kind-Übertragung entscheidend
Anstieg der HIV-Infektionen zeichnet sich ab - Das Virus ist in der heterosexuellen Bevölkerung gelandet - Neue Info- und Beratungsaktivitäten
Wissenschaftler der MedUni Innsbruck ist es gelungen, einen Wirkstoff so zu verbessern, dass kaum Resistenzen und Immunantworten entstehen
HIV-Positive sollten auf jeden Fall eine Behandlung bekommen, wenn der Partner nicht infiziert ist
Dramatische Ausbreitung von Hepatitis C unter homosexuellen HIV-Patienten - Vorsicht weiterhin geboten trotz immer besserer Medikamente
Bei HIV-positiven Personen hat sich das Spektrum der Komplikationen wie auch der möglichen Todesursachen in den letzten Jahren geändert
Wer heute in Deutschland oder Österreich an AIDS erkrankt, hat gute Chancen ohne allzu starke Beeinträchtigung lange zu leben
Anzahl der Aids-Fälle und der Todesfälle ist in vergangenen Jahren dank antiretroviraler Therapie massiv abgesunken
Befunde können eingegeben werden - Erinnerung zur Arzneimitteleinnahme per "Tagebuch"
HIV-Betroffene führen ein Doppelleben und verheimlichen ihre Krankheit - Wanderausstellung veranschaulicht die Problematik
Infizierte Erwachsene sollten nicht erst mit antiretroviralen Medikamenten behandelt werden, wenn ihr Immunsystem bereits geschwächt ist
Wiener Aids-Expertin Brigitte Schmied: Positive Signale aus Regierungskreisen
Besonders homo- und bisexuelle Afroamerikaner weisen einer Studie zufolge ein erhöhtes Ansteckungsrisiko auf
peinlich war bestenfalls Minister Stöger, der nicht einmal vom Zettel auf deutsch runter lesen konnte ohne gross zu stottern. Mal abgesehen davon, dass er offensichtlich keine Ahnung von HIV/AIDS beziehungsweise Menschenrechten hat. Aber beides wird wohl nicht so wichtig sein in seinem Ministerium.
Damit sich auch für Dich der Sinn ergibt: Es war ein Aufruf vor allem an Osteuropa (aber in gewisser Weise auch an Österreich bezüglich seiner nicht vorhandenen Leistung gegenüber dem Global Fund) allen Menschen die gleichen Rechte im Bezug auf medizinische Versorgung und Teilnahme am sozialen Leben zu gewähren.
Ich war schon mehrmals am Lifeball, muss aber leider sagen, dass dieser mich in keinster Weise jemals so berührt, angesprochen und gepackt hat, wie die gestrige Kundgebung samt Konzert am Heldenplatz.
Fand gerade die emotionalen, eindringlichen Reden und Aufrufe der Akitivisten packend und auf den Punkt gebracht. Annie Lennox auf der Bühne war eine Wucht, als sie live am Klavier mit ihrer Stimmkraft die Leute bewegt hat.. Ich war gestern definitiv nicht der einzige der zwischendurch Tränen in den Augen hatte..
Vielleicht sollte sich auch der Lifeball wieder seiner wahren Wurzeln besinnen. Als aufgeblasener Auftrieb zig selbstverliebter kamerageiler Promis und Gäste ist er nur mehr ein lächerlicher Schatten seiner selbst.
ja wo waren diesen Abend die ganzen Selbstdarsteller, ich meine GRETI UND PLETI, vom Life-Ball, ich habe kaum jemand von denen gesehen ?
Jämmerlich die Menschenanzahl für diese wirklich wichtige DEMO. Feiern tun sie wohl allemal lieber als etwas ernsthaftes aktiv zu zeigen! "Da steht man halt nicht im optischen Mittelpunkt, also gehen wir halt nicht hin, keine Lust"!
Ich finde die engagierten Pädagogen immer so geil, die hocherregt und mit puterroten Gesichtern in die rückkopplungsgefährdeten Mikrofonen brüllen, z.B.:
"MR.BUSH! STOPPEN SIE DIESEN KRIEG!"
Washington D.C., 10 Minuten später:
Sechs-Sterne-General: "Mr.President? Detlef W. aus der Wiener Vorstadt und sein kommunales Aktionsbündnis forderen Sie auf sofort sämtliche Kampfhandlungen einszustellen!"
Präsident: "Verdammt! aber wir haben gewusst, dass da mal passieren würde! Rufen Sie sofort unsere Truppen zurück!"
Und wieder ist die Welt ein wenig besser...
Ich find viele von diesen wütenden, engagierten Rednern auch eher lächerlich als dass ich mich von ihnen in ihrer Botschaft angesprochen fühle. Aber ich habe vor denen immer noch mehr Respekt als vor jedem achso tollen Standard-Poster (mich eingeschlossen) der eh alles besser weiß und sich auf der Welt so gut auskennt dass er verstanden hat dass es gar nichts nützt irgendwas zu tun.
Ich frage nur, ob es diesen Rednern und anderen Aktivisten wirklich um
a) das Thema
oder
b) vielmehr um ihre enorme Eitelkeit geht.
Ich war in meinem Leben schon auf einigen Demonstrationen, zuletzt auf dem G8-Gipfel in Heiligendamm. Und glaube nicht mehr, dass ritualisiertes Schaulaufen irgendwas bringt. Ich beziehe dass aber vor allem auf den Groß der politischen Veranstaltungen, Werbung für Toleranz und Menschenrechte sollte immer ihren Platz im öffentlichen Leben haben. Außerdem: In unserer Eventkultur drängeln so viele nach Aufmerksamkeit, dass man nie weiss: Menschenrechte? Irakkrieg? Michael Jackson-Gedächtnisflashmob? Im Prinzip ist es aber eh egal, morgen kommt ja der nächste Aufreger und alles ist wieder vergessen.
und schweren Infektionen, die möglicherweise unheilbar sind, sieht anders aus, als auf dem Ball propagiert wird.
Müssen Aids-Kranke und HIV-Träger/innen etwa nicht nette Computerkurse absolvieren, damit sie sich durch das Magistrat ihre Sozialhilfe abholen dürfen? Werden sie nicht wie andere, die zur Erwerbsunfähigkeit aufgrund Leistungsdefizit und Medikamentennebenwirkungen eventuell gar nicht mehr in der Lage sind, sich in der Ellbogengesellschaft für paar Euro 50 gesellschaftlich sinnvoll durch Broterwerb zu verkaufen, genötigt dazu? Der Druck wird immer stärker und er ist so absurd wie hoffnungslos, weil im Hintergrund die Effizienz und Leistungsbereitschaft lauert, der applaudiert werden muss, auch wenn Bruder Hein leise winkt.
und zwar genau gleich wie jeder andere!
Die Medikamentennebenwirkungen sind grad mal in den ersten Wochen der Therapie da, dann gewöhnt sich der Körper an die schweren Medikamente.
90% der HIV Infizierten wären nicht an Sozialhilfe gebunden, würde man Ihnen Arbeit geben und es ist natürlich einfach sich vorstellen zu gehen und zu sagen: "Ich bin HIV positiv und bei mir müssen Sie schon mit erhöhtem Krankenstand rechnen!"
Welcher Arbeitgeber lässt sich darauf ein?
wird und dies bereits von vorne herein zu Diskriminierungsmöglichkeiten führt?
Abgelöst und ausgewechselt ist schnell jemand, wenn nicht Arbeitnehmerschutz, Gewerkschaft oder Partei schützend die Hand darüber hält.
So werden HIV-positive Menschen und andere Kranke, die determiniert sind, eher Opfer der Verleumdungs- und Ausgrenzungskampagnen, die eher subtil verlaufen, einen Teil der ungeheuerlichen Re- Naturalistischen Epoche sind, in der wir zu leben scheinen.
dass Arbeitgeber niemanden einstellen bei dem/der zu erwarten ist dass mit (langen) Krankenständen zu rechnen ist. Arbeitgeber rechnen damit dass Arbeitnehmer wenigst wenig Fehlzeiten haben, auch Alkoholiker oder stark Übergewichtige haben wenig Chancen auf einen Job.
Und nein, zu ihrem Eingangssatz, HIV Positive können eben nicht genauso arbeiten wie jeder andere da jederzeit eine Verschlechterung des Zustandes, eine neue Medikation (samt möglicher Unverträglichkeit) nötig sein kann. Weiters glaube ich nicht dass Leute mit HIV genauso belastbar (sei es köperllich oder psychisch) sind wie gesunde Menschen.
Man kann davon ausgehen, dass in Österreich etwa 6000 oder 12000 HIV positive Menschen (je nachdem ob man die Zahl vom Gesundheitsministerium oder von den Aids Hilfen glaubt) arbeiten, ohne dass es einen Unterschied gibt zu nicht-betroffenen Menschen. Das allein sollte genügen, um zu zeigen, dass eine Infektion sicher keine Einschränkung darstellt. Diese kann zwar ab und an gegeben sein, wegen Therapienebenwirkungen, oder weil die Therapie nicht (mehr) wirkt, das ist in Österreich/Westauropa aber eher die Ausnahme.
Probleme gibt es erst, wenn am Arbeitsplatz die Infektion bekannt wird, und viele Betroffenen hinausgemobbt werden, weil das Verständnis in der Firma fehlt.
Was geschieht denn nun dann- dafür , anstattdessen? Der Arbeitsmarkt ist ja sowieso nicht auf Rosen gebettet....und das Stigma setzt den Menschen die moderne Dornenkrone auf. In der Leistungsgesellschaft, die auf Flexibilität noch dazu setzt, werden sonstwie durch chronische Krankeit belastete Menschen dann eben nicht mehr beachtet und fallen in das sogenannte soziale Netz. Gibt es denn keine vernünftigeren Ersatzangebote vom AMS, ihnen wenigstens nicht mehr das an sich sinnlose Bewerbungstraining zuzumuten? Wenn es eh keine Aussicht für eine feste Einstellung gibt, die nicht abermals prekären Arbeitsbedingungen und damit auch weder Halt noch existentielle Sicherheit verspricht? Was verspricht das Sozialsystem in dieser Lebenssituation?
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