Stiftung Leopold zahlt 19 Millionen Dollar

21. Juli 2010, 00:27
  • "Wally" kehrt zurück nach Österreich.
    foto: apa

    "Wally" kehrt zurück nach Österreich.

Außergerichtliche Einigung mit Erben im Fall des umstrittenen Schiele-Bildes: Wally kehrt nach mehr als zwölf Jahren nach Wien zurück - "Die Gerechtigkeit hat gesiegt" - Mit Video

New York - Die Stiftung Leopold und die Erben nach Lea Bondi-Jaray haben sich doch noch außergerichtlich geeinigt: Die Stiftung zahlt 19 Millionen Dollar, das Bildnis Wally von Egon Schiele wird nach Wien zurückkehren. Dies erfuhr der STANDARD Dienstag Abend von den Anwälten der beteiligten Parteien.

Das Porträt war im Jänner 1998 in New York sichergestellt worden, weil es im Geruch stand, NS-Raubkunst zu sein. Es hatte einst der Kunsthändlerin Lea Bondi-Jaray gehört. Am 26. Juli sollte in New York der Hauptprozess um das Bildnis beginnen.

Ausstellung in New York

Seitens der Stiftung Leopold wurde für Mittwoch eine offizielle Erklärung angekündigt. Zu erwarten ist, dass die Stiftung das Geld durch Verkäufe von Kunstwerken aufbringen wird. Ehe das Gemälde in einigen Wochen nach Wien transportiert wird, soll es jedoch noch im Jewish Museum New York ausgestellt werden, war hinter den Kulissen in Erfahrung zu bringen. Für Österreich hatte der Fall "Wally" den Anstoß für eine große "Raubkunst"-Debatte geliefert, die zu dem heute gültigen Restitutionsgesetz und spektakulären Rückgabe-Fällen aus öffentlichen Museen führte.

Sieg der Gerechtigkeit

"Die Gerechtigkeit hat gesiegt. Nach über 70 Jahren wird das an Lea Bondi-Jaray begangene Unrecht endlich anerkannt und wenigstens teilweise wiedergutgemacht." So kommentieren die Erben nach Lea Bondi-Jaray laut einem Blog der "New York Times" die in der Nacht bekanntgewordene Einigung mit dem Leopold Museum betreffend des Schiele-Gemäldes "Bildnis Wally". Laut "New York Times" soll das Bild im New Yorker "Museum of Jewish Heritage" ausgestellt werden, ehe es nach Wien zurückkehrt.

Am Vormittag will nicht nur die Leopold Museum-Privatstiftung zu dem Fall Stellung nehmen, sondern auch der Provenienzforscher des Museums, Robert Holzbauer, Dokumente und Recherche-Ergebnisse zur Entstehungsgeschichte des "Bildnis Wally" präsentieren. So beweise ein gefundener Taufbuch-Eintrag, dass die abgebildete Lebensgefährtin Schieles nicht Valerie (oder Walerie) Neuzil geheißen habe, wie in praktisch der gesamten Schiele-Forschung angegeben, sondern auf den Namen Walburga getauft worden sei. (trenk/DER STANDARD, Printausgabe, 21.7.2010/APA)

Share if you care
Posting 1 bis 25 von 121
1 2 3
Unrecht hat damals

der Kunsthändler Welz begangen. Er hat das Bild nach dem Krieg an die Rückstellungskommission zurückgeben müssen.
Unrecht haben die Rieger-Erben begangen, die das fälschlich an sie zurückgestellte Bild ans Belvedere verkauft haben.
Wer zahlt dafür?
Das Belvedere hat gekauft und gezahlt.
Leopold hat 1954 ein wesentlich teureres Bild dafür ans Berlvedere getauscht.
2010 zahlt das Museum 19 Millionen für ein Unrecht, das es nie begangen hat.

Chuzpe

Durch die Hinhaltetaktik zum Beispiel auch des Leopold Museums und im Hintergrund der Republik Österreich werden die in der NS Zeit beraubten Familien ein zweite Mal beraubt.
Sie können Ihre Ansprüche nur durchsetzen indem Sie über Jahre hinweg Anwälte beschäftigen. Um die Rechnungen der Anwälte nach 10 Jahren und mehr Tätigkeit zu begleichen bleibt den Familien nichts anderes übrig als zurückgestellte Werke bestmöglich zu verkaufen.
Dies ist die Chuzpe die selten bis nie diskutiert wird und die Schuld welche die Republik weiterhin permanent auf sich lädt durch Verzögerungen, Kommissionen, Dossiers, Berichte, Sitzungen ……..
Siehe auch http://artstolenfromfritzgrunbaum.wordpress.com

Restitution = Garant für Werterhöhung

1. schon aus moralischen Gründen sollten ALLE suspekt erworbenen Gemälde den Erben der Vorbesitzer zuerkannt werden - dies vor allem auch, wenn gar kein entsprechender Antrag der Erben vorliegt! (sozusagen "von Amts wegen")
2. ist aber auch offensichtlich, dass erst durch den derzeitigen "Restitutions-Trend" ein erheblicher Wertzuwachs bei betroffenen Kunstwerken/Künstlern stattgefunden hat (damit meine ich keinen "normalen Wertanstieg", sondern eine Werterhöhung im "Ausmaß von x-fach".....

was auch damit zu tun hat,

dass es für restituierte Gemälde schon aus moralischen Gründen keine Ausfuhrbeschränkungen geben kann. Die Erben der Vertriebenen sind ja nicht im Land - auch weil Ö keine Anstalten gemacht hat, die Leute nach dem Krieg zurückzuholen. Das was einst das jüdische Wien war ist jetzt in Resten noch in NY anzutreffen.

Der x-fache Wertanstieg ist nichts anderes als der freie Kunstmarktpreis.

Dadurch, dass es durch die Restitution zeitweise ein relativ hohes Angebot an museabler Kunst zu kaufen gibt, sinken die Presies sogar eher. Und Erbengemeinschaften müssen zumeist verkaufen, weil das Kunstwerk im Gegensatz zu Geld eben nicht teilbar ist und kein einzelner Erbe es sich leisten kann seine Miterben auszuzahlen.

für UNI kein Geld aber 16 Millionen für ein Bild...

denn eigentlich war ja die Republik Österreich der Hehler und die müßte die Eigentumsfreiheit dem seinerzeitigen gutgläbigen Käufer Leopold (und Erben) die Lastenfreiheit des Eigentums wieder herstellen...
Die Leopoldstiftung schützt nur den Bund vor Schmach weil sie als Strohman fungiert!!

Meines Erachtens haben die Erben keinerlei Anspruch, wenn die ansich ehemalige Besitzerin Zeit ihres Lebens nicht versuchte das Bild wieder zu bekommen.

Diese Beschlagnahmung ist absolut lächerlich, die Erben können vor österreichischen Gerichten klagen, solange, haben sie aber keinerlei Recht irgendwas zu beschlagnahmen.

Da gab es weder kleine noch große Sauereien

von Seiten Österreichs. Wenn es was gab, dann einen Irrtum, das Bild jüdischen Erben ausgefolgt zu haben, die gar keinen Anspruch darauf gehabt hätten. Die verkauften es. Es gibt also lediglich eine Dame, die Eigentumsrechte an diesem Bild behauptete und als sie im Belvedere vorsprach, dieses Bild gar nicht erwähnte, Herrn Leopold, der für sie dort einen Termin ausmachte berichtete sie dann nicht über den Ablauf der Konversation und als Leopold sie später 1954 ansprach, noch bevor er das Bild erwarb, wollte sie nicht darüber reden. In ihrer Abhandlung vom September 2009 warf die US Richterin Preska Herrn Leopold vor, er hätte Frau Bondi aufklären müssen, dass er die Absicht gehabt hatte, das Bild zu erwerben. Geht's noch kompliziert

Frage:

Dem "Stichwort" kann ich nicht entnehmen, seit wann sich die Bondi-Jaray-Erben um das Bild bemüht haben.

Es kommt nämlich so an, als ob das erst der Fall gewesen ist, seit Schieles Marktwert in die lichten Höhen kletterte, und eben nicht bereits sofort nach der ungerechtfertigten "Rückgabe" an Riegers Erben.

Kennt sich da jemand aus?

Auch ist mir unklar, ob Leopold hätte wissen müssen, daß die Erben vom Rieger - der ja ansonsten auch ein enteigneter Kunstsammler war - die falschen Nachkriegs-Eigentümer waren. Und wieso er das hätte wissen müssen.

typische Reaktion Marke AUT ...

wir haben doch, wenn überhaupt, nur ganz kleine sauerein begangen und wenn, dann haben uns ohnehin die deutschen angestiftet, und überhaupt: die anderen sind noch viel ärger als wir ...

ja eh, wir sind die bösen

wenn sie das brauchen, bitte :-)

Hmmm ...

Und wie reagieren andere Länder?
Alles Lüge, ein Angriff auf unsere stolze Nation, wir haben nie Fehler gemacht sondern wurden nur angegriffen und haben uns gewehrt... etc...
Ausser Deutschland und Österreich gibt es kein einziges Land auf der Welt, dass sich solche Sachen bieten lässt.

und wo genau

belieben Sie dies im vorhergehenden Artikel entnehmen zu können?

Die wahren Abenteuer sind im KOPF...

(C:

bravo

die sture grantligkeit des rudolf hat nur eine sackgasse sein können.
ob der preis gerechtfertigt ist sei dahingestellt, eine gute entscheidung mit der beide seiten leben können ist es allemal.

Nein.

Es ist ein erpresserischer Raub.

von wem?

eines der schirchsten bilder überhaupt!!!

Na gut, dass es wenigstens "teilweise" wiedergutgemacht worden ist, in ein paar Jahren wollen wir das Bild dann wieder zurück - oder?

So stellt man sich Meinungsfreiheit vor ...

... da wird durch die Zensur der Eindruck erweckt, dass ein Großteil der Leser mit der Rückgabe einverstanden sind.
Wie ist das? Die Sammlung gehört der Republik, der soeben ein 2-stelliger Millionenbetrag zu unrecht entschwunden ist?
Nein, danke.

sie müssen das 'NEIN DANKE!!!!' lauter brüllen, wie ihr idol, der selige franz.

aber vorher sprengen sie sich bitte ihre pratzerl weg, sie rechtsverdreher.

Wo sind denn Sie entlaufen?

Will nicht jemand den Wikipediaeintrag updaten?

Hab gerade keine zeit
http://de.wikipedia.org/wiki/Wall... Schiele%29

Es entbehrt nicht einer gewissen Pikanterie

dass die US Richterin Preska sich der Übung unterzog, österreichisches Recht auszulegen, um dann zu für Leopold ungünstigen Schlüssen zu gelangen.
http://www.lootedart.com/web_image... eOrder.pdf

"Die Gerechtigkeit hat gesiegt. Nach über 70 Jahren wird das an Lea Bondi-Jaray begangene Unrecht endlich anerkannt und wenigstens teilweise wiedergutgemacht." So kommentieren die ERBEN nach Lea Bondi-Jaray...

Als ob's nicht um's Geld ginge! *sarkasmus*

"Rechtssicherheit" neu definiert.

1000 kopfläuse etc

bei so einem nick kann man nicht andere schluesse ziehen - mein beileid

Posting 1 bis 25 von 121
1 2 3

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.