Bis zu 25.000 bei Demo für Menschenrechte

20. Juli 2010, 22:48
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    foto: apa/herbert neubauer

    Die Demo zog vom Schottentor über das Parlament zum Heldenplatz.

"Human Rights March" als Begleitprogramm der Aids-Konferenz

Wien - Zwischen 9.000 und 25.000 Menschen haben am Dienstagabend in der Wiener Innenstadt für die Menschenrechte demonstriert - je nachdem, ob man die Polizei- oder die Veranstalterschätzungen heranzieht. Organisiert wurde das Großevent von der Aidshilfe, der Hosi und der International Aids Society, dem Veranstalter der derzeit in der Wiener Messe stattfindenden 18. Internationalen Aids Konferenz. Als Zugpferd fungierte Sängerin Annie Lennox, jüngst zur "UNAIDS-Botschafterin des guten Willens" ernannt, die die Veranstaltung mit einem Solo-Piano-Konzert beendete.

Zuvor hatte sich das bunt gemischte Volk der Demonstranten ab 18.30 Uhr auf dem für den Verkehr gesperrten Schottenring gesammelt. Um 20.00 Uhr waren die Aktivisten - mehrheitlich ausgerüstet mit orangefarbenem T-Shirt und Tröte oder HIV-Vuvuzela - schließlich zum Heldenplatz marschiert.

Menschenrechte als Grundvoraussetzung

Dort riefen Rednern aus aller Welt zur Einhaltung der Menschenrechte auf - eine Grundvoraussetzung, den Zugang zu adäquater Therapie und Prävention zu gewährleisten. Unter den Sprechern fand sich auch österreichische Prominenz wie Gesundheitsminister Alois Stöger (SP), der allerdings von einem Teil der Menge ausgebuht wurde. Hintergrund war die am dritten Konferenztag im Messezentrum ausgebrochenen Diskussion um die Finanzierung des Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria (Global Fund).

Dort hatte Annie Lennox bereits am Vormittag die österreichische Bundesregierung attackiert, die es zwar hinnehme, dass die Aids-Konferenz 45 Mio. Euro an Umwegrentabilität erbringe, jedoch nur ein einziges Mal, 2002, 1 Mio. Euro in den Fonds eingezahlt zu haben. Dies müsse sie schleunigst ändern. "Es ist peinlich für das Gastgeberland", stimmte auch Hosi-Aktivist Kurt Krickler in die Kritik ein.

Reduzierte Fonds-Beiträge

Nach Gerüchten will auch das deutsche Entwicklungshilfeministerium nach 2012 seinen Beitrag zum Fonds, der zwischen 2001 und 2010 rund 1,2 Mrd. Dollar betrug, um zwei Drittel reduzieren. Deutsche NGOs nahmen dies zum Anlass, um im Rahmen des Menschenrechtsmarsches gegen die Pläne zu demonstrieren. "Für die Rettung der Banken sind Milliarden Euro übrig, aber bei der Rettung von Millionen von Menschen wird der Rotstift angesetzt", zeigte sich Christiane Fischer, Sprecherin des Aktionsbündnisses, erbost.

Abseits finanzieller Debatten haben am Dienstag zwei HIV-Präventionsmethoden den Konferenztag beherrscht. Zum einen war dies bei den Hilfsmitteln für Frauen die Nachricht des US-Wissenschaftsmagazins "Science", wonach ein neues Vaginalgel laut einer südafrikanischen Studie die HIV-Übertragung bei heterosexuellem Geschlechtsverkehr um 39 Prozent reduziert - wenn zwölf Stunden vor und zwölf Stunden nach dem Verkehr angewendet.

Eine weit höhere Schutzrate erreicht man hingegen bei Männern - wenn zum Messer gegriffen wird. Die Gesundheitsorganisation Population Service International (PSI) stellte ihren Plan vor, bis 2015 in Simbabwe 1,3 Millionen Männer zwischen 15 und 29 Jahren um ihre Vorhaut zu erleichtern. Statistisch gesehen sinke das Risiko einer HIV-Infektion nach einer Beschneidung um 60 Prozent. (APA)

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24 Postings
fussballmädel
00
23.7.2010, 13:29
diese veranstaltung

hat mich sehr berührt und annie lennox und auch einige andere rednerInnen hat viele menschen zu tränen gerührt. ich will mehr solcher demos! die stimmung war großartig!

fussballmädel
00
23.7.2010, 13:26
danke annie lennox!

was sie tuen, ist bewundernswert und ich hoffe, dass ihre und die arbeit vieler leute bei der aidshilfe nun endlich mit dem notwendigen geld bedacht wird, um diese krankheit zu besiegen.

freiheitdermeinung
41
21.7.2010, 10:42
Die Pharisaer sind unter uns

Mit den 45 Millionen Umwegrentabilitaet die Frau Lennox nun dem Land vorwirft sind wir schon sehr nahe an den fast 60 Millionen Euro, die von 26000 Teilnehmern dieser Konferenz verpulvert werden. Von Frau L. wuerde ich uebrigens gerne ein paar Dinge wissen: in welchem 5-Sterne Hotel logiert sie, welches Honorar bekommt sie und welche finanziellen Mittel stellt sie selbst aus ihrem nicht unbetraechtlichen privaten Vermoegen zur Verfuegung. Wer lesen will was wirklich Sache ist liest im Standard den Leserbrief der Aids Kampagne in Uganda. Bringt die Dinge etwas ins Gleichgewicht.

Enzo Canuzzi1
11
21.7.2010, 21:06
Wenn man gemeinnützig tätig ist,...

... muss man sich nicht gleich auch auf das unterste Lebensnivaue begeben. Ich hab kein Problem, wenn jemand der viel GUtes tut, nicht auch selber gut lebt.

Godesberg
11
21.7.2010, 13:02

Ich würde sagen jeder einzelne dieser 26.000 Konferenzteilnehmer einschließlich der Prominenten tut deutlich mehr, als kleingeistige Postings in Internetforen schreiben.

Wenn Sie da Kosten aufrechnen wollen, verrechnen Sie bitte auch den Effekt was z.B. Spenden angeht. Da zieht Annie Lennox sicher eher als ein anonymer Poster namens "freiheitdermeinung", selbst wenn der unter einer Brücke wohnen würde.

Für wissenschaftlichen Erfolg ist Kommunikation unabdingbar, das geht nicht immer nur per Mail oder Telefon, sondern muss auch so oft wie möglich persönlich erfolgen. Das ist der Sinn von Konferenzen, aber das scheinen Sie nicht zu verstehen.

Hossa! Hossa! Hossa! Olé!!!
10
21.7.2010, 10:20
Ohne Gerry Kezsler

würds das alles in Wien nicht geben.

AIDS2010
00
21.7.2010, 16:57
AIDS Konferenz

hat nichts mit Gerry Keszler zu tun, wieso behaupten Sie das?

fussballmädel
00
23.7.2010, 13:27

sie meinen, weil keszler so sauschlecht runtergelesen hat auf der bühne?

willywonka
01
21.7.2010, 11:44
den Zirkus?

ist hoffentlich eh bald vorbei

Heimat bist du großer Koffer
21
21.7.2010, 09:47
Peinlich waren nur die österreichischen PolitikerInnen...

...vor allem Gesundheitsminister Stöger, der sich mit seiner faden Sonntagsrede (auf Deutsch vor 3/4 Fremdsprachigen!) abmühte, und die Wiener Gesundheitsstadträtin Wehsely, die die Veranstaltg mit einem SJ-Kongress verwechselte und die TeilnehmerInnen (zwar auf Englisch - immerhin!) als "comrades" vereinnahmte...

Aber die internationalen ModeratorInnen und Annie Lennox haben nach den Politikerreden (ach ja, ich vergaß den stammelnden Gery Keszler) das Steuer herumgerissen und u.a. Österreich daran erinnert, dass der Aids-Kongress der Stadt Wien 45 Mio. Euro Umwegrentabilität bringt, die Republik AT aber erst schlappe 1 Mio. Euro in den (UNO-nahen) "Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria" eingezahlt hat.

tante koal huaba
52
21.7.2010, 09:13
also

i find des suupa,
wenn die ennieh lennocks
den östareichern auschofft,
wos ma zum inwestiern haum !

dickwanst
00
21.7.2010, 12:11
tante karl und das anschaffen...

mir schafft keiner was an, stammt der satz voin Ihnen liebe Tante Karl?
Und sie dürfen alles machen was sie wollen, ohne Rücksicht auf Verluste...und der Staat soll das nat. auch tun. Hat Österreich Nachbarn? Liegt es auf der Erdkugel? Leben dort ausser ein paar Zwergen noch andere Menschen? Also Österreich darf keiner was anschaffen. Schlechte Strategie im allgemeinen. und im speziellen auch. Die, die was vorschlagen schaffen nicht per se an. Und die, die Vorschläge annehmen sind nicht per se strunzdumm und nicht in der Lage, selbst Entscheidungen zu treffen.

tante koal huaba
00
21.7.2010, 21:46
ja,

so hat halt jeder seinen persönlichen Reim auf die Aussage von Annie Lennox, guten abend !

lagrangian
12
21.7.2010, 09:08

Weil hier auch Entwicklungshilfe angesprochen wird:

Eine Somderabgabe (Steuer) der kath. Kirche zur Aidsbekämpfung in Afrika wäre doch eine spannende Idee...

LLJK
11
21.7.2010, 09:44

Das wäre keine Sonderabgabe, sondern reine Wiedergutmachung. Die Katholiban sind ja zT mit Schuld daran, dass Kondome in großen Teilen des katholifizierten Afrika lange Zeit verpönt waren / noch immer sind.

lagrangian
01
21.7.2010, 10:12

Genau so ist es...

Graue Eminenz
11
21.7.2010, 01:03
stimmung perfekt...

...ausser die kleinkariertheit der österreichischen politiker.
Schuhplattler und Superhelden in Bildern hier:
http://eminenz.wordpress.com/2010/07/2... perhelden/

Friend of Merkur
23
20.7.2010, 23:30
Komme gerade vom Heldenplatz & beim Auftritt von Annie Lennow waren schätzungsweise 5.000 Personen anwesend

Selbst mit großzügigem Schätzfehler waren das niemals 25.000 Demonstranten.
(Und nachdem ich relativ regelmäßig bei Events mit klar abgezähltem Publikum dabei bin, traue ich mir eine Schätzung der Anwesendenzahl durchaus zu)

BTW: Die Mehrzahl der Redner war bemüht bis aggressiv, aber so richtig zugehört wurde erst am Ende ...

Gary Grantscherbn
00
21.7.2010, 10:53

und wieviel hast du gezählt, Herr Anonym?

huibui
12
20.7.2010, 23:40
war gerade dort..

zum glück auch noch ganz vor der bühne. annie lennox sehr bewegend und stimmenstark am klavier. die reden der einzelnen aktivisten und internationalen vertreter kraftvoll, intensiv und direkt auf den punkt treffend
fand die veranstaltung, was die wirkung, intensität der botschaft und wirkung betrifft, um ein zigfaches besser als es der lifeball mit all seinem oberflächlichen pseudo-vip-gehechel je zu vermitteln mag.

pixie1
10
20.7.2010, 23:38

Die Veranstaltung hat um 18:30 begonnen, warst du zu Beginn auch dort, waren da auch so wenige?

rosa parks
00
21.7.2010, 09:47
ich kann mir auch nicht vorstellen, dass...

...da mehr als 8000 bis 10.000 waren. erschütternd fand ich, dass die ganze demonstration faktisch ohne beteiligung von menschen aus österreich vonstatten ging.

just men run
 
00
21.7.2010, 14:19
Care Österreich

und auch viele andere österreichische Teilnehmer waren mit mir und vielen anderen Österreichern dabei
wie zum Beispiel auch die Wiener Frauentrommelgruppe rambasamba

Friend of Merkur
21
20.7.2010, 23:54
Nein, aber ab ca. 20Uhr am Heldenplatz und da waren noch weniger da.

Und meines Wissens war ja der Event am Heldenplatz das wesentliche Ereignis & nicht das Treffen beim Schottentor.

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