EU-Kritik an Rumänien

Nachhaltiger Nachzipf

20. Juli 2010, 18:48

Die Reformgeister in den beiden neuen EU-Staaten freuen sich heimlich über die Kritik aus Brüssel - von Adelheid Wölfl

Rumänien hat sich die schlechten Noten schwer erarbeitet. Trotz der neuen stabilen politischen Verhältnisse haben das Parlament und der Oberste Richterrat konsequent und immer wieder Reformvorhaben im Justizbereich untergraben, verhindert und verwässert. Das hat Methode und dient dazu, korrupte Politiker vor unliebsamen Gesetzen zu "schützen". Viele Rumänen haben deshalb jegliches Vertrauen in die Politik verloren. Die EU wird aber in dieser Situation als Retterin wahrgenommen.

Und das ist bei all der leider angemessenen Kritik auch die gute Nachricht. Der Überprüfungsmechanismus, den Brüssel anlässlich des Beitritts von Rumänien und Bulgarien eingeführt hat, hat sich als sinnvoll und effektiv erwiesen. Diesmal hat die Kommission als Sanktion keine EU-Gelder gesperrt. Das wäre in der Wirtschaftskrise, in der viele Rumänen wirklich in Not geraten sind, auch nicht gut - zumal Bukarest noch immer nicht in der Lage ist, alle Gelder aus den EU-Fonds zu absorbieren. Besser wäre es da schon, den Schengen-Beitritt infrage zu stellen, um den fehlenden politischen Willen in Bukarest anzukurbeln.

Die Reformgeister in den beiden neuen EU-Staaten freuen sich ohnehin heimlich über die Kritik aus Brüssel. Denn sie hat in der Vergangenheit in dem klientelistischen System bereits kleine Revolutionen bewirkt. Ein ähnliches Monitoring, quasi als Nachzipf mit Nachhilfeeinheiten, hätte wohl auch etwa in Griechenland einen heilsamen Effekt. (Adelheid Wölfl/DER STANDARD, Printausgabe, 21.7.2010)

greetings from down under
01
21.7.2010, 13:29

Solange die Polizei Mafia-lastige Verbrecher fasst, der Staatanwalt die notwendige Anklage aber im Sande verlaufen und die Gefassten wieder laufen läßt, und 3 Wochen später mit einem Porsche Cayanne vorfährt, und sich niemand dafür interessiert, woher die notwendingen Finanzen kommen, wird sich in RO nichts, aber auch gar nichts ändern.

tramezzino
00
21.7.2010, 10:53
mir fehlt irgendwie

der italien bezug.

Araquin
010
20.7.2010, 22:51
Das hätte aber alles VOR dem Beitritt stattfinden müssen!

Wie schon bei Griechenland (das ja 1981 die sehr niedere Latte für die Zukunft vorgab) hätte man sich damit jede Menge Zores erspart. Es gab objektiv nicht den geringsten Grund zur Eile beim Beitritt.

Dirty Sanchez
 
00
21.7.2010, 09:19
Bitte, die schnelle Aufnahme war doch ein "Politisches Signal".

ebenso wie der Umstand, daß neuaufgenommene Länder, die die entsprechende Wirtschaftsleistung hätten wie Tschechien oder Slowenien, nicht Nettozahler sind.
(c) by Busek und Ferrero-Waldner

Bertel Mann
22
21.7.2010, 07:50
Die USA wollten es so

Sushi-Fraß Fresser
10
21.7.2010, 00:39

Den Banken und den Betreibern der Aktion "Über den Tellerrand blicken" konnte es nicht schnell genug gehen. Alle Warner wurden als Provinzialisten diffarmiert.

warp.faktor
01
20.7.2010, 21:56
"dient dazu, korrupte Politiker vor unliebsamen Gesetzen zu schützen. "

Und was tut die EU dagegen in Italien?

081547112
00
20.7.2010, 22:23
gesetze

also ich hätte gerne ein gesetz welches uns vor unliebsamen politikern schützt.

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