EU-Kommission

Blauer Brief an Bukarest

20. Juli 2010, 17:58
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    foto: ap/ghirda

    Die EU-Kommission konstatiert "einen wesentlichen Rückschritt bei der Korruptionsbekämpfung" in Rumänien. Auf dem Bild ist ein Rom bei einer Demonstration in Bukarest zu sehen.

Die EU-Kommission übte am Dienstag heftige Kritik an mangelndem Reformwillen

Präsident Traian Basescu fürchtet nun Auswirkungen auf den geplanten Schengenbeitritt im kommenden Jahr.

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Wenn der Fortschrittsbericht morgen veröffentlicht wird, werde ich keinen guten Tag haben" , hatte der rumänische Justizminister Catalin Predoiu bereits Anfang Juni bei einem Besuch in Wien gesagt. Damals hatte er noch gehofft, dass das Parlament noch einige Gesetze verabschieden würde und der blaue Brief aus Brüssel abgewendet werden könne. Doch am Dienstag hatte Predoiu dann wohl doch einen ziemlich miesen Tag. Brüssel stellte Bukarest ein denkbar schlechtes Zeugnis im Bereich der Justiz aus: Die Kommission verweist auf "bedeutende Unzulänglichkeiten bei den Bemühungen Rumäniens". Rumänien zeige "nicht genügend politischen Willen, den Reformprozess zu unterstützen und ihm eine Richtung zu geben, und einen gewissen Mangel an Bereitschaft des oberen Justizwesens, zusammenzuarbeiten und Verantwortung zu übernehmen." Die Kommission fordert ein, "diese Schwächen dringend abzustellen". Gesondert wird das neue Gesetz über die Nationale Integritätsbehörde (ANI) kritisiert, das die Überprüfung von ungerechtfertigt erworbenem Vermögen "ernsthaft gefährde". Das Gesetz stelle einen "wesentlichen Rückschritt bei der Korruptionsbekämpfung" dar und verstoße gegen "die Verpflichtungen, die Rumänien bei seinem EU-Beitritt" eingegangen ist.

Politiker überprüfen

Die 2007 ins Leben gerufene ANI, die beim EU-Beitritt Rumäniens 2007 eine der wichtigsten Benchmarks darstellte, war befugt, Vermögens- und Interessenverhältnisse von Politikern und hohen Beamten zu überprüfen. Der Verfassungsgerichtshof hatte im April das ANI-Gesetz für verfassungswidrig erklärt, das neue Gesetz war aber so windelweich - es sah keine verpflichtende Veröffentlichung des Vermögens mehr vor -, dass Predoiu Unmut äußerte und Präsident Traian Basescu seine Unterschrift verweigerte.

Basescu entschied am Dienstag angesichts des katastrophalen Berichts und trotz der Parlamentsferien die Abgeordneten zu einer Dringlichkeitssitzung einzuberufen. Er zeigte sich besorgt, dass der Bericht sich negativ auf den nächstes Jahr angestrebten Beitritt seines Landes zum Schengenraum auswirken könnte. Voraussetzung für den Beitritt ist ja ein funktionierendes Justizsystem.

Während die Opposition den Report als "Bankrott" der amtierenden Regierung unter Premier Emil Boc bezeichnete, forderte Basescu den Obersten Richterrat sowie den Obersten Gerichtshof (OGH) auf, "etwas zu tun, damit zukünftige Evaluationen besser ausfallen". Tatsächlich sitzen die Bremser, wenn es um die Justizreform geht nicht in der Regierung: Predoiu ist ein anerkannter Reformer, steckt aber in einem Machtkampf mit dem Obersten Richterrat, auch das Parlament und der Verfassungsgerichtshof haben schon des öfteren mutige Schritte gestoppt. Vielleicht ist Predoiu, der immerhin eine neue Zivil- und Strafprozessordnung durchsetzen konnte, heimlich sogar froh über die Schelte aus Brüssel. Das Monitoring durch die Kommission habe Rumänien geholfen, ist er jedenfalls überzeugt.

Reformwillen in Bulgarien

Bedeutend milder fiel das Urteil gegenüber Bulgarien aus. Der bulgarische Premier Bojko Borissov, der am Dienstag in Wien war, ließ sich bei einer Pressekonferenz lächelnd auch von Bundeskanzler Werner Faymann bestätigen, dass Brüssel den starken Reformwillen seiner neuen Regierung anerkennt. Tatsächlich hat Bulgarien die Justizreform und die Bekämpfung des organisierten Verbrechens und der Korruption entschieden vorangetrieben, doch nach wie vor gibt es strittige Verfahren. Die Kommission fordert deshalb eine langfristige Justizreform. Kritisiert wird die Staatsanwaltschaft, die selbst bei offensichtlicher Beweislast nur zögerlich Ermittlungen gegen die Unterwelt einleite.

Und entgegen der Erwartung der Regierung kommen die medienwirksamen Polizeirazzien gegen Drogendealer und Steuerhinterzieher im Bericht nur in einem Satz vor. (von Laura Balomiri, Vessela Vladkova und Adelheid Wölfl/DER STANDARD, Printausgabe, 21.7.2010)

Dame Gruev
00
24.7.2010, 14:53

Die „Kapazitäten“ hier im Forum, welche geschlossen den Rauswurf beider Länder aus der EU fordern, unterstreichen nur, wie unkompetent, unbeholfen und zurückgebildet sie sind! Denn diese „vergessen“, dass die Korruption nicht nur für Osteuropa charakteristisch ist! Wäre Lächerlich, wenn es nicht so bescheuert wäre!

Für eure Weiterbildung:
http://www.stern.de/wirtschaf... 78443.html

http://www.merkur-online.de/nachricht... 67719.html

http://derstandard.at/127641371... ntner-Hypo

http://www.transparency.de/Korruptio... 836.0.html

Dame Gruev
00
24.7.2010, 15:12

http://www.welt.de/print-wel... _FPOe.html

http://diepresse.com/home/wirt... 4/index.do

http://www.oe24.at/welt/welt... 422489.ece

http://www.eurotopics.net/de/archiv... ht-Sarkozy

"...Und die Konsequenzen? Rauswurf (von österreich; deutschland; frankreich usw) aus der EU? Wohl kaum. Es wird alles so bleiben wie es ist..."

Dame Gruev
00
25.7.2010, 09:33
Lachhaft... Weder Rumänien, noch Bulgarien haben ein Recht in der EU zu sein???

http://diepresse.com/home/wirt... 5/index.do

http://finanzen.news-heft.de/korruptio... itarbeiter

http://de.indymedia.org/2005/04/1... 2951.shtml

http://www.airliners.de/nachricht... hiv//13065

http://www.123recht.net/article.a... 7&ccheck=1

http://www.rp-online.de/panorama/... 95571.html

ARROGANT! Vor diesem Hintergrund finde ich die „westeuropäische“ Haltung und die Anprangerung von Bulgarien und Rumänien als die korruptesten Länder Europas mehr als arrogant, lächerlich, skurril und völlig verzehrt! Derartige Unterstellungen schüren nur ethnische Intoleranz in Europa, insbesondere wenn die Korruption auch in den „

Jukebox
10
21.7.2010, 09:31

Und da kommen die Schnarchnasen der EU erst jetzt drauf?

Und die Konsequenzen? Rauswurf aus der EU? Wohl kaum. Es wird alles so bleiben wie es ist.

Gute Nacht, Europa!

j.j.b
10
21.7.2010, 09:13
BG - keine Rechtfertigung als EU Mitglied

... kann ich bezueglich Bulgarien nur bestaetigen.

Bojko Borissov ist selbst in der Unterwelt zu Hause und immer noch staerkstens mit ihr verbandelt. Somit sind von ihm Demokratisierungsprozesse im bulgarischen Stil zu erwarten, die noch weit von "dasigen" Praktiken entfernt sind. Trotzdem ist er im Moment sicher das "geringste Uebel".
Wenn wir schon von Korruption und fehlendem Willen zu wirklichen Reformen sprechen, wuerde ich gerne diese Kriterien auch fuer die Europeaeische Kommission angewandt sehen. Das wuerde sehr sehr schlecht fuer Mr. Bruessel ausgehen! It always takes two!

Gogu Pintenogu
00
20.7.2010, 23:08
Nichts zum Artikel

Ja, ja, wir sind ein einziges korruptes Gesindel, wissen wir schon, wissen auch alle anderen, so einfach ist die Sache, man kann nun ruhig weiter fluchen,

wollte jedoch bezüglich der Bildbeschriftung fragen, was um Himmels Willen denn ein "Rom" ist, frag auch nur freundlich, ihr lieben Östers.

Tong P
33
20.7.2010, 22:09
Lachhaft,

dies jetzt zu erkennen. Weder Rumänien, noch Bulgarien haben ein Recht in der EU zu sein.

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