Tierschutzprozess: Streit um Zeugenaussagen

20. Juli 2010 15:44

Ex-VGT-Obmann Plank belastete Balluch schwer - Dieser legte Rechnungen vor, um das Gegenteil zu beweisen

Wien/Wiener Neustadt - Einen Tag nach der Konfrontation zwischen dem erstangeklagten Martin Balluch und einem seiner Vorgänger als Obmann des Vereins Gegen Tierfabriken (VGT), Franz-Joseph Plank, im Wiener Neustädter Tierschützer-Prozess hat sich der Streit am Dienstag in Aussendungen fortgesetzt. Balluch, der wie zwölf andere Aktivisten wegen Beteiligung an einer kriminellen Organisation angeklagt ist, wurde von Plank bei dessen Zeugenaussage vor Gericht schwer belastet.

Unter anderem hatte Plank ausgesagt, den Beschuldigten am Tag vor dem Brandanschlag auf eine Hühnermastfarm in Pummersdorf (Bezirk St. Pölten) in der Nähe abgesetzt sowie drei Jahre zuvor mit ihm und zwei weiteren Angeklagten Nerze von einer Farm im Waldviertel befreit zu haben. Um dies zu widerlegen, legte Balluch Aufzeichnungen und Rechnungen einer Bank, einer Tankstelle sowie eines Bankomaten vor, die zeigen sollen, dass sich sein Vorgänger an diesem Tag ganz woanders aufgehalten hatte.

"Wozu sollte ich lügen?"

Plank betonte jedoch in seiner Aussendung, auch noch am Tag nach der Einvernahme zu seinen Aussagen zu stehen: "Wozu sollte ich vor Gericht lügen und mich damit selbst belasten, wenn ich nicht davon überzeugt wäre", meinte er. Auch die Nerzbefreiung habe er mit Sicherheit durchgeführt - wenngleich seine Angaben über den Vorfall mit den Ergebnissen der polizeilichen Ermittlungen differieren.

Dennoch leistete er Balluch - vermutlich ungewollte - Schützenhilfe: Plank gab vor Gericht an, dass die Texte eines Flugblattes und eines Briefes an einen niederösterreichischen Landesrat, die später für ein Bekennerschreiben verwendet wurden, von ihm stammen. Genau dieses Schreiben hatte der umstrittene linguistische Gutachter Wolfgang Schweiger "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" dem Erstangeklagten zugeordnet. Mit dem "Diskreditieren und Verleumden" von Belastungszeugen und Gutachtern werde der Erstangeklagte seinen Kopf aber nicht aus der Schlinge ziehen können, so Plank in der Aussendung. Das Verhalten Balluchs bewirke einen "nicht mehr wieder gut zu machenden Schaden" für die gesamte österreichische und internationale Tierschutzbewegung, meinte der Obmann von "Animal Spirit". (APA)

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Mitsch Oko
17.11.2010 18:31
Mafiaparagraph 278ff soll sogar noch verschärft werden!

Schon in 4 Tagen tagt der Justizausschuss über den schwammigen Paragraphen und es sollen nicht etwa die für eine Demokratie extrem gefährlichen Stellen entschärft werden, sondern das Ganze soll noch weiter verschärft werden!!

Für alle, denen unsere Demokratie wichtig ist: jetzt online protestieren und auf
www.278.at
gratis und per Mausklick ein Protest-Fax abschicken!
Wichtige Infos zu dem ganzen stehen direkt in dem Fax / auf der Seite.

Dr. Freidank
26.07.2010 20:12
FORTSETZUNG DER BERICHTIGUNG

"TATORT" weiter:

Mit einem Wort: Die zwei vom Staatsanwalt aufgefahrenen großkalibrigen Kanonen haben sich buchstäblich als nach hinten losgehende Dum(m)-Dum(m)-Geschosse erwiesen.
“An dieser Stelle erklärte die Richterin, dass … die Verhandlung geschlossen werde.” Wann wird sie endlich einsehen, dass es längst schon an der Zeit ist, dass dieses ganze traurige Spektakel “geschlossen werde”?

Dr. Freidank
26.07.2010 20:10
derstandard HAT IMMER NOCH NICHT BERICHTIGT

Empfehle diese Lektüre:
http://tierschutzprozess.at/tierschut... ss-35-tag/
Vielleicht geht es euch auch wie diesem Poster:

TATORT sagt:
25. Juli 2010 um 22:49
Ja, ich habe heute den sonntäglichen “TATORT” versäumt, weil ich mir stattdessen dieses ausführliche Prozessprotokoll von Daniel Kirchmaier durchgelesen habe! Aber ich bin überzeugt: spannender und vor allem überzeugender ist der Kriminalfall heute von Harald Krassnitzer auch nicht gelöst worden als die verhandelte Causa von DDr. Martin Balluch.
Ja, wie die zwei Belastungszeugen, die von der Anklage gegen die TierschützerInnen rekrutiert worden waren, vorgeführt worden sind, kann man sonst nur in einem amerikanischen Gerichtsfilm (wie z.B. “Wer den Wind sät”) erleben ...

Michail Bakunin
 
25.07.2010 22:13

"...wurde ein im Fernsehen ausgestrahlter Dokumentarfilm vorgeführt, der die fragliche Nerzbefreiung zeigte. Daraus war ersichtlich, dass ein Zaun durchgeschnitten und Nerze in Säcken weggebracht und später ausgesetzt worden waren. Plank hatte hingegen angegeben, dass keine Zäune durchgeschnitten worden waren und die Nerze auch nicht in Säcken weggebracht; offenbar war er also gar nicht dabei..."

"Plank bestätigte dass die zwei Texte, aus denen ein Bekennerschreiben hinsichtlich einer Nerzbefreiung zusammengestellt wurde, von ihm stammen. Das linguistische Gutachten Dr. Schweigers hatte das Bekennerschreiben hingegen eindeutig Martin Balluch zugeordnet."

Noch Fragen zur Prozessfarce? Nicht? Na dann munter weiter bis 2011...

zhang sanfeng
25.07.2010 12:49
tja, dann wird es wohl anders gewesen sein...

die website mit der umfassendsten und genauesten berichterstattung über diesen "prozess" bekommt inzwischen übrigens zensurforderungen und klagsdrohungen:
http://tierschutzprozess.at/klagsdroh... /#more-459

Grand Blanc
23.07.2010 15:29
Zeimlich irreführender Artikel!

Die APA-Reporterin hat nur den Vormittag im Gerichtssaal verbracht und hat die Vorlage der für Plank vernichtenden Gegenbeweise, und seine zerknirschte Reaktion darauf, nicht erlebt. Planks OTS-Aussendung im nachhinein ist völlig bedeutungslos.

Der Satndard sollte einmal eigene Leute nach Wiener Neustadt schicken. Material für interessante Artikel gibt es dort anscheinend fast jeden Tag genug.

Rex v. La Motte
24.07.2010 18:10
"..einmal eigene Leute nach Wiener Neustadt schicken."

Das tut man auch, leider bleibt sie meistens noch kürzer als diesmal die APA-Dame. :-(

Dr. Freidank
21.07.2010 16:07
Irreführender Artikel

"Tierschutzprozess: Streit um Zeugenaussagen":
Da geht es 1. nicht um einen "Streit um Zeugenaussagen", sondern um eindeutig erwiesene (!) Falschaussagen (!) eines (Kron-)Zeugen (!) der Anklage; 2. zitiert dieser Artikel hauptsächlich die weiteren wirren Aussagen dieses "(Pseudo-)Zeugen", anstatt auf die erschreckende Tatsache solcher Falschaussagen und ihre Bedeutung im Rahmen dieses Prozesses einzugehen.

Susanne_B
23.07.2010 09:34

1) gibt es KRONzeugen nur im Fernsehen. Jedenfalls nciht im österreichischen Recht.
2) ist nicht ERWIESEN, dass der Zeuge falsch ausgesagt hat - Sie unterstellen das nur.

Michail Bakunin
 
25.07.2010 22:21

Herr Plank ist mangels Sachbeweisen gegen die Angeklagten der Hauptbelastungszeuge der Staatsanwaltschaft. Blöderweise war sein Auftritt dermaßen schwach, dass selbst die alles andere als staatsanwalt-kritische Richterin feststellte, dass seine Aussagen nicht nachvollziehbar seien. Peinlichkeit nur 576 der Anklagebehörde in diesem Prozess. Und was das umstrittene linguistische Gutachten wert ist, das zwei Texte Planks (seine eigene Aussage vor Gericht!) "eindeutig" Balluch zuordnete, kann man sich nun auch denken. Tja, wohl ein Scheißtag für den Staatsanwalt...

Dr. Freidank
23.07.2010 20:52
Danke für die Rechtsbelehrung,

zum 2. Punkt, der vielleicht auch in Ihrem Rechtsverständnis wichtiger, weil nicht nur terminologischer Natur ist, sie den Beitrag unten von "Oma Babarack".

Sackbrisant!
23.07.2010 13:44
Gemeint war vermutlich "Hauptbelastungszeuge der Anklage".

Solche sollen es auch im österreichischen Recht geben.

Diesmal ist es ganz schön in die Hose gegangen.

Herr Mag. Handler wurde seit Montag mehrmals mit Sonnenbrille und tief heruntergezogenem Hut, ziellos in Wiener Neustadt umherirrend, gesichtet.

Hengstenberg's. Orig. Sherry Essig España
24.07.2010 08:57

"Herr Mag. Handler wurde seit Montag mehrmals mit Sonnenbrille und tief heruntergezogenem Hut, ziellos in Wiener Neustadt umherirrend, gesichtet."

Da grenzt es angesichts des gewöhnlich üblichen Verhaltens der Österreicher ja beinahe schon an ein Wunder, dass sie ihm nicht gleich eine Betonspritze verpasst und ihn in der Psychiatrischen Abteilung Klagenfurt untergebracht haben.

Sackbrisant!
25.07.2010 21:01
Aufgabe des Gerichtspräsidenten?

Oma Babarack
23.07.2010 13:17
Sie irren sich.

Plank hatte in einer offensichtlich falschen Zeugenaussage behauptet, er hätte an einem gewissen Tag eine (ganztägige) Skitour in der Gegend von Mariazell mit Balluch gemacht, um ihn am Abend wunschgemäß in der Nähe einer in der folgenden Nacht abgebrannten Hühnerfabrik abzusetzen, Letzteres übrigens ohne Balluch irgendwelche Fragen nach dem Grund für diesen Wunsch zu stellen.

Balluch konnte mithilfe von Bank- und Tankbelegen beweisen, dass der allein zeichnungsberechtigte am späten Vormittag des selben Tages in der Nähe von Laaben Geld behoben, und das Auto (mit dem er bei Mariazell gewesen sein wollte!) aufgetankt hatte.

Es ist Pflicht des Gerichts / anwesenden Staatsanwaltes, wegen Falschaussage gegen P. vorzugehen.

Labert
22.07.2010 22:03
Ob die Aussage oder doch die Belege falsch sind

können Sie aus der Ferne überhaupt nicht wissen. Alles Voreingenommenheit.

Dr. Freidank
23.07.2010 20:55
Tja,

Frau/Herr Labert, dann wirds wohl anders gewesen sein.

(Von welcher "Ferne" sprechen Sie überhaupt?)

Oma Babarack
23.07.2010 13:20
Nicht einmal Plank

hat, trotz eingehenden Studiums der Unterlagen, geltend zu machen versucht, dass die Belege nicht echt seien.

Vielmehr war sein Kommentar, in etwa: "Tja, dann wird es wohl anders gewesen sein."

Mim103
21.07.2010 13:31
Plank wird für seine Falschaussagen sicher nie belangt.

Immerhin macht er genau das gleiche, wie die Polizei und Justiz, nämlich den Tierschutz insgesamt diskreditieren.

salzstreuerIn
21.07.2010 16:05
den tierschutz diskreditieren

nicht leute wie plank, sondern jene, die - egal welche kollateralschäden auch passieren - tiere "befreien". sie können sich jetzt aussuchen wen ich da meine

Mim103
22.07.2010 08:41

Plank selber hat ja von sich behauptet, Tierbefreiungen durchgeführt zu haben!

peter rosenauer
22.07.2010 10:46
Tierrechte gegen Menschenrechte aufwiegen ?

Zwischen friedlich Tiere befreien und Menschen bedrohen ist ein erheblicher Unterschied.

salzstreuerIn
22.07.2010 09:41
ok sie haben recht

sorry

peter rosenauer
21.07.2010 19:53

Korrekt.
Keiner spricht mehr über die unsägliche Tierquälerei.
Da ist wohl ein "Möchte gerne, kann aber nicht" am Werk.

Plabutsch
21.07.2010 08:31
Wie lange zieht sich dieser Prozess eigentlich schon hin ?

Ich kann sicher nicht über Schuld oder Unschuld befinden - darüber, ob der Prozess zurecht geführt wird, oder nicht.

Was aber schon sehr auffällig ist, wie elendslang sich dieser Prozess schon hinzieht (plus einer erstaunlich langen Untersuchungshaft). Und das bei einem relativ geringfügigen Schaden, soweit ich mich erinnere.

Auch bei einem Freispruch wurden Lebensjahre der Beschuldigten ruiniert - eventuell sogar längerfristig die Existenz.

---

Wenn man bedenkt, wieviel Unschuldsvermutete frei und vergnügt und weitgehend unbehelligt herumlaufen, die möglicherweise Millionen- und Milliardenschäden angerichtet haben, die für die Republik existenzgefährdend sind, dann kann schon leichte Verwunderung entstehen ...

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