Ex-VGT-Obmann Plank belastete Balluch schwer - Dieser legte Rechnungen vor, um das Gegenteil zu beweisen
Wien/Wiener Neustadt - Einen Tag nach der Konfrontation zwischen dem
erstangeklagten Martin Balluch und einem seiner Vorgänger als Obmann des Vereins
Gegen Tierfabriken (VGT), Franz-Joseph Plank, im Wiener Neustädter
Tierschützer-Prozess hat sich der Streit am Dienstag in Aussendungen
fortgesetzt. Balluch, der wie zwölf andere Aktivisten wegen Beteiligung an einer
kriminellen Organisation angeklagt ist, wurde von Plank bei dessen Zeugenaussage
vor Gericht schwer belastet.
Unter anderem hatte Plank ausgesagt, den Beschuldigten am Tag vor dem
Brandanschlag auf eine Hühnermastfarm in Pummersdorf (Bezirk St. Pölten) in der
Nähe abgesetzt sowie drei Jahre zuvor mit ihm und zwei weiteren Angeklagten
Nerze von einer Farm im Waldviertel befreit zu haben. Um dies zu widerlegen,
legte Balluch Aufzeichnungen und Rechnungen einer Bank, einer Tankstelle sowie
eines Bankomaten vor, die zeigen sollen, dass sich sein Vorgänger an diesem Tag
ganz woanders aufgehalten hatte.
"Wozu sollte ich lügen?"
Plank betonte jedoch in seiner Aussendung, auch noch am Tag nach der
Einvernahme zu seinen Aussagen zu stehen: "Wozu sollte ich vor Gericht lügen und
mich damit selbst belasten, wenn ich nicht davon überzeugt wäre", meinte er.
Auch die Nerzbefreiung habe er mit Sicherheit durchgeführt - wenngleich seine
Angaben über den Vorfall mit den Ergebnissen der polizeilichen Ermittlungen
differieren.
Dennoch leistete er Balluch - vermutlich ungewollte - Schützenhilfe: Plank
gab vor Gericht an, dass die Texte eines Flugblattes und eines Briefes an einen
niederösterreichischen Landesrat, die später für ein Bekennerschreiben verwendet
wurden, von ihm stammen. Genau dieses Schreiben hatte der umstrittene
linguistische Gutachter Wolfgang Schweiger "mit an Sicherheit grenzender
Wahrscheinlichkeit" dem Erstangeklagten zugeordnet. Mit dem "Diskreditieren und
Verleumden" von Belastungszeugen und Gutachtern werde der Erstangeklagte seinen
Kopf aber nicht aus der Schlinge ziehen können, so Plank in der Aussendung. Das
Verhalten Balluchs bewirke einen "nicht mehr wieder gut zu machenden Schaden"
für die gesamte österreichische und internationale Tierschutzbewegung, meinte
der Obmann von "Animal Spirit".
(APA)