USA mit 5,5 Milliarden Dollar großzügigstes Geberland - Österreich zahlte bisher rund eine Million Dollar
Wien - Der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria (Global Fund) ist eine 2002 gegründete öffentlich-private Partnerschaft, die darauf abzielt, internationale Unterstützung im Kampf gegen die drei oben genannten Krankheiten zu mobilisieren. Angestrebt wird, dass alle Länder die Millenniumsentwicklungsziele erreichen. Bis Dezember 2009 wurden vom Fonds Anträge auf Fördermittel von mehr als 19,3 Milliarden Dollar (14,8 Mrd. Euro) bewilligt und mehr als zehn Milliarden Dollar (7,69 Mrd. Euro) ausgezahlt.
Die USA sind derzeit (Zeitraum 2001 bis 2010) mit einer Summe von 5,5 Milliarden Dollar (4,23 Mrd. Euro) das spendabelste Geberland. In Europa stellt Frankreich die meisten Mittel zur Verfügung (2,4 Milliarden Dollar). Norwegen hat mit 353 Millionen Dollar die höchste Summe pro Einwohner zugesagt. Von der EU kommen 1,2 Milliarden Dollar. Österreich hat bisher 832.639 Euro (1,082 Mio. Dollar) einbezahlt. Die USA, die europäische Kommission, Japan und Großbritannien haben sich bisher zur Unterstützung bis 2015 verpflichtet. Über die Finanzierung des Fonds von 2011 bis 2013 wird generell aber erst heuer bei einer Konferenz der Geberländer am 5. Oktober in New York entschieden.
Förderbudget für Programme
In seiner bisherigen Bilanz führt der Global Fund folgende Zahlen an: 4,9 Millionen Menschenleben wurden vor Krankheiten gerettet. Bis Ende 2009 haben Programme 2,5 Millionen Menschen eine antiretrovirale Therapie (ART) ermöglicht. 790.000 HIV-infizierte Schwangere erhielten Medikamente. 1,8 Milliarden Kondome wurden verteilt und 105 Millionen HIV-Beratungen und -Tests durchgeführt. Insgesamt hat der Fonds 10,8 Milliarden Dollar (8,31 Mrd. Euro) für HIV-Programme in 140 Ländern bewilligt.
Laut Global Fund geht das gesamte Förderbudget ohne Abstriche direkt an Programme in den unterstützten Ländern, eigene Niederlassungen in den Nationen hat die Vereinigung nicht. Die Verwaltungskosten sind über die Zinsen eines Treuhänderkontos bei der Weltbank gedeckt.
Die Bekämpfung von HIV/Aids, Malaria und Co. wurde als sechstes von acht Millenniumsentwicklungszielen von den Vereinten Nationen im Jahr 2000 vereinbart. Angestrebt wird bei den weiteren Punkten die Beseitigung von Armut und Hunger, eine Grundschulausbildung für alle Kinder, die Gleichstellung von Frauen, eine Senkung der Kindersterblichkeit, eine bessere Gesundheit von Müttern, eine nachhaltige Umwelt und das Schaffen einer globalen Partnerschaft im Dienst der Entwicklung. (APA)