Bim, Oida

Nix wunderbar im 13A

Julia Hold und Florian Gossy, 20. Juli 2010, 18:37
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    Statt Autobus könnte dies eine Straßenbahnhaltestelle sein.

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    Ein sehnsüchtiger Blick - wann kommt der 13A?

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    Vor allem mit dem Kinderwagen gibt es Probleme.

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    Viele warten auf den 13A.

Die wohl meistbeschimpfte Buslinie in Wien war einst eine Straßenbahn - Wenn es nach vielen Wienern geht, soll sie es auch wieder werden

Der 13A ist die meistbeschimpfte Buslinie Wiens - zumindest, wenn es nach den Usern von derStandard.at geht. „13A? Nie wieder. Ich wohne an der Strecke, fahre in den Sommermonaten aber nie damit. Wenn ich schwitzen will, gehe ich laufen oder in die Sauna", meint etwa "Brot Pitt" und spricht damit offenbar vielen aus der Seele, wenn man hunderte Postings als Zeichen nimmt. derStandard.at hat sich im und um den 13A umgehört - ein Lokalaugenschein.

***

"Mit dem Kinderwagen sind öffentliche Verkehrsmittel generell ein Problem. Der ständige Platzmangel auf meiner Stammstrecke macht die Situation natürlich noch unbequemer", sagt eine junge Mutter. Eine andere regelmäßige Nutzerin stört mehreres: "Das Problem mit der Linie ist neben dem Platzproblem vor allem die unglaubliche Hitze im Sommer. Die einzige Lüftung im Bus ist die kleine Luke am Dach, wo so gut wie keine Frischluft reinkommt. Im Sommer, wenn die Leute schwitzen und eng beieinander stehen, ist es besonders widerlich."

Bei den Wiener Linien nachgefragt erfährt man von Sprecher Dominik Gries, dass wegen der Hitze im 13A "eigentlich nicht so viele" Beschwerden kommen. Grundsätzlich sei "ein wachsender Teil unserer Busflotte klimatisiert", sagt Gries, denn seit „2005 werden nur noch klimatisierte Busse angeschafft. Diese Umstellung geht durch die kürzere Lebensdauer der Busse im Vergleich zu Straßenbahnen oder U-Bahnen deutlich schneller."

Straßenbahn 13 statt Buslinie 13A

Wie kann man die Probleme der Fahrgäste sonst lösen? Eine Alternative zum 13A wäre die Wiedereinführung der Straßenbahnlinie 13, die bis 1961 in Betrieb war. Diese wurde durch Doppeldecker-Busse ersetzt, die langfristig jedoch nicht überzeugen konnten. Bernhard Schandl erstellte gemeinsam mit Harald Jahn vor wenigen Jahren ein Konzept für eine neue Trassenführung, welches unter tramway.at abrufbar ist. Die Vorteile liegen für Schandl auf der Hand: "Ganz komprimiert gesagt: Höhere Kapazität bei geringerem Platzverbrauch und dadurch eine höhere Zuverlässigkeit", meint er. Denn: "Das größte Problem ist ja die Zuverlässigkeit. Es gibt regelmäßig Behinderungen, weil zum Beispiel jemand in der zweiten Spur parkt." Die Straßenbahn, weil schienengebunden, „hat den Vorteil, dass sie nicht so leicht verparkt wird. Andererseits sind die Fahrzeuge länger, können aber gleichzeitig problemlos in engen Gassen und dicht verbautem Gebiet fahren", meint der Konzeptautor und ehemalige Fahrgastbeirat der Wiener Linien zu derStandard.at.

Fahrgastbeirat plädiert für Straßenbahn

Im Fahrgastbeirat ist der 13A bzw. die Linie 13 immer wieder Thema, sagt der Vorsitzende Hermann Knoflacher: "Fast in jeder Sitzung wird urgiert." Der Fahrgastbeirat sei zwar dahinter, gut Ding brauche aber Weile, meint der emeritierte Universitätsprofessor. „Das Hauptproblem ist, dass die Bezirke auf den Parkplätzen hocken. Wir hängen in diesem veralteten Dschungel der Auto-orientierten Verkehrspolitik drin." Denn technisch wäre der 13er auf jeden Fall machbar, so Knoflacher. "Die neue, von Herrn Schandl vorgeschlagene Trassenführung ist eine ganz vernünftige."

Probleme auch für Busfahrer

Nicht nur Anrainer klagen über Lärmbelästigung durch den 13A, auch manche Busfahrer haben damit ein Problem. Zu derStandard.at sagt einer: "Auf der 13A-Linie zu fahren bedeutet viel Stress. Enge Gassen und kurze Stationen sind für uns Busfahrer immer stressig, auf dieser Linie ist aber das Passagieraufkommen um einiges größer." Immerhin fahre man schon „im drei Minuten-Takt. Das ist aber noch zu wenig."

"Fahrgastzahlen würden eine Straßenbahn rechtfertigen"

Die Wiener Linien wiegeln ab. Sprecher Dominik Gries: "Prinzipiell fahren wir mit einem sehr, sehr engen Takt, der üblicherweise auch ausreicht. Als Fahrgast ist es ja angenehm, dass die Intervalle sehr dicht sind." Auch die Auslastung sei „dort, wo sie liegen soll". Störungen - etwa durch Falschparker - können natürlich immer zu Schwierigkeiten führen. Die Busse würden aber mit denselben Problemen zu kämpfen haben, mit denen alle Verkehrsmittel im Individualverkehr zu tun haben. Und es sei sicher nicht so, dass "wir sehenden Auges in die Überfüllung fahren. Aber der 13A ist so stark frequentiert, dass die Fahrgastzahlen eine Straßenbahn rechtfertigen würden. Das ist eine legitime Forderung und Idee." Gleichzeitig würden die engen Gassen einen großen Umbau erfordern. Auch Parkplätze würden verloren gehen. "Es gibt manche Bezirke, die fänden es gut. Andere wollen sogar die jetzt vorhandenen Busspuren noch kürzen", sagt Gries. Das Projekt an sich gehe durch viele Bezirke und betreffe viele Interessen. So bald wird sich also nichts tun, meint Gries: "Im Masterplan der Stadt ist es nicht vorgesehen. Wir werden in absehbarer Zeit also nicht anfangen zu buddeln."

Mehr Fahrgäste durch neuen Hauptbahnhof

Ein wichtiger Punkt ist auch der neue, auf dem Areal des Südbahnhofs (einer Endstelle des 13A) entstehende Hauptbahnhof, sagt Konzeptautor Bernhard Schandl: "Damals, als wir das Konzept erstellt haben, war noch gar nicht sicher, ob der Hauptbahnhof überhaupt kommen wird. Jetzt wird er gebaut und gerade deshalb wäre es wichtig, dass die Verbindung modernisiert und leistungsfähiger gestaltet wird. Mit der Inbetriebnahme ist ja anzunehmen, dass diese Linie in Richtung vierter, fünfter und sechster Bezirk noch weiter genutzt wird."

Damit konfrontiert, sagt Gries: "Wir könnten ja wie bereits erwähnt von den Fahrgastzahlen auch jetzt schon eine Straßenbahn machen. Im Moment hat dies keine stadtplanerische Priorität." Denn: „Letztendlich ist das eine Frage der Stadt." (Julia Hold und Florian Gossy, derStandard.at, 20. Juli 2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 917
auchnemeinug
00
17.6.2011, 09:52
13A ist ein Alptraum

Her mit der 13er Bim ! Der 13A gibt vor meinem Fenster Vollgas das die Scheibern wackeln buchstäblich.Die Gasturbine macht eine Höllelärm in engen Gassen. Mit Kinderwagen in den Verkehrszeiten kaum benutzbar. Überfüllt bis zum Anschlag. Die drei Busse hinereinander ergeben eine gewöhnliche Bim.

Hoopy
00
@Redaktion

Der letzte Link funktioniert nicht.

Makeluv Notwar
00
17.5.2011, 15:19
gehts wieder mehr zu fuss!

das ist:

1.) gut für den körper
2.) schlecht für die pharmaindustrie (also was gutes)

Lionel Hampton
00
21.12.2010, 21:13
Unterstützung

Unterstützen wir die Wiener Stadtregierung punkto Umsetzung der Straßenbahn 13 statt dem 13 A durch eine Unterschrift zur Bürgerinitiative 'Pro Tramway / Pro Straßenbahn': www.buergerstadtwien.at (sowie auf facebook).

Stephan Fadinger
00
17.12.2010, 19:14
Der 48A ist auch nicht schlecht

Stadtauswärts ab Gürtel: quält er sich mangels eigener Busspur durch den MIV, Fahrplaneinhalten sowieso ein Fremdwort, generell Überfüllt und die falls es Haltestellenansagen gibt sind sie verkehrt, und bei jeder Ampel hat er rot

huli
00
mehr tramway jetzt!

linie 13, linien 11, 48, 7, ...
viele buslinien wären sinnvoll durch straßenbahnlinien ersetzbar - wenn sie gut funktionieren, brauch'ma ja dann gar nimma soviele parkplätze ... ;-)
straßenbahnen sind - bei hohen fahrgastzahlen - ökologisch sinnvoller und werden auch besser vom publikum angenommen.

Christ and the Pale Queens Mighty In Sorrow
20
30.8.2010, 11:05
BOBOs....

..geht zu Fuss !
Das ist grad sowas von trend !

bleak_vision
00
26.8.2010, 17:07

Also diesen Sommer bin ich schon mehrmals ein paar Stationen früher ausgestiegen aufgrund des Gestankes, oder der Tatsache, dass ich selber so stark zu schwitzen anfang, dass mir peinlich ist. (Wohlgemerkt eher geruchlos, aber ich mache viel Sport und es bilden sich regelrechte Bäche auf meinem Gesicht und Armen)

Einfach ein Katastrophe.

bleak_vision
01
26.8.2010, 17:02

Mein Gott die Wiener gehen mir schon so auf den Wecker was die Offenheit für neue Verkehrskonzepte angeht. Der Wiener verkauft eher seine Großmutter bevor er einen Parkplatz hergibt!

Der Knoflacher ist diesbezüglich ein echter Visionär und dementsprechend wird er gehasst und lächerlich gemacht. Ich habe seine Vorlesungen auf jeden Fall sehr gut gefunden, er zeigt auf wie sehr wir in Richtung Autoverkehr manipuliert werden und die Blechwüste als unser selbstverständliches Stadtbild akzeptieren. Das Auto verbieten will er übrigens nicht, vielmehr dorthin verlagern wo es sinnvoll ist. Also sicher nicht in der Neubaugasse.

njet
00
21.8.2010, 17:14

59a ist der alptraum!!! kommt oder kommt nicht...

stones
00
19.8.2010, 12:59

noch ein netter artikel über den 13A. Bin für die Bim, eigentlich, aber er ist schon irgendwie Kult.

http://www.stadtbekannt.at/de/suche/... HKH6XG53LP

OttotheBusdriver
10
17.8.2010, 16:30
Öffentlicher Verkehr ist an sich grauslich

neinnein, ich mein schon den öffentlichen Transport.

Aber billig + gut und würdevoll, das geht halt nicht

www.tramway.at
00
25.8.2010, 13:53
doch, das geht

schau dir auf www.tramway.at die Seiten über Frankreich an, dann weisst du, wie die zukunft des ÖV aussieht...

geilhuber
01
13.8.2010, 14:11

40 A ist auch ein Graus!

IOVIS
00
23.8.2010, 01:31
Jup!

Der neue 40er (Tram) sollte am Schwedenplatz losfahren - Salzgries - Concordiaplatz - Börse - Liechtensteinstr. - Nußdorferstr. U - Billrothstr. - Peter-Jordan-Str. - BOKU; belebt und beruhigt die "Autobahn" Liechtensteinstraße.

Der 40 A bleibt erhalten mit geänderter Linienführung ab Sternwartestr.: - Sobieskipl. - Alserbachstr - F.J.Bf. - Hahng. - Karmeliterviertel - Tarborstr. U -Volkertpl. - Praterstern; um Grätzel miteinander zu verbinden.

Der heutige 40er wird über die Spitalg. - Lange G. zur Bellaria geführt als Linie G (wie G'ruß an die Wiener Linien - Buchstabenlinienabschaffer) und bringt Währinger direkt in den 8en und zur U3 :))

star observer
00
13.8.2010, 08:54

der 13a ist der hauptgrund, warum ich praktisch nie bus fahre, obwohl ich öffi-fan bin.
zu fuß ist man idr schneller als die meisten busse, wegen ampeln, autofahrern, die den bus nicht rauslassen etc.

Dr._Caipirinha
01
13.8.2010, 00:04
Die Stink-Problematik liegt nicht nur

am 13A, sondern auch daran, dass der gemeine Österreicher einer der ungepflegtesten Bürger dieser grundsätzlich gut riechenden Erde ist. In Wien stinkt sogar jedes vollklimatisierte Verkehrsmittel.

IOVIS
00
Baut's halt gleich eine U7 zur Entlastung von 13A und U6 Parallelführung

Vielleicht sollte man gleich an die Errichtung einer U-Bahn denken. Somit hätte der Hauptbahnhof eine zweite U-Bahn-Linie, im Gegensatz zur U1 in Südst-Nordwest-Ausrichtung und die zum Teil parallel führende, ebenfalls überlastete U6 hätte auch gleich eine Entlastung.

Als Linienführung böte sich an: U2 Stadion - (Ausbau des Prater-Betriebsgleises - U3 Erdberg/oder Gasometer - Neu-Marx-Stadtentwicklungsgebiet - Hauptbahnhof - U4 Pilgramgasse - Lerchenfelderstraße - Spitalgasse - U6 AKH - Währingerstraße/Martinstraße - Boku/Linneplatz - S45 Oberdöbling!

Eine neue Tram kann ja auch her: Linie 14 Gudrunstr. - Reinprechtsdorferstr. - Webg. - Schottenfeldg. - Albertg. - Martinstr. - Gymnasiumstr. - Silbergasse - Barawitzkag. - Muthg. - Kreilpl

Kronski
11
die 13er Bim

war ja angeblich berüchtigt wegen der vielen Unfälle in den engen, steilen Gassen

wie wärs mit kleinen Elektrobussen, die im 1-Minuten-Takt fahren???

Stephan Weinberger
02
25.8.2010, 14:18

Klar, das ist DIE Lösung für eine Linie wo sich die Busse heute schon gegenseitig im Weg stehen: noch mehr Busse...

good old europe
46
Was soll eine Straßenbahn bringen?

Wohne an der 13A-Strecke und kann die Kritik nicht verstehen. Auf eine Straßenbahn müsste ich mindestens 7 min warten. Auf der engen Strecke ist sie langsamer als ein Bus. Verparkt würde sie auch. Voll und heiß ist es dort genauso.
Auf den 13A wartet man im Schnitt 1-2 Minuten und wenn er zu voll ist, wartet man halt 1 Minute länger und fährt dann meist fast allein(!) im Bus - selbst zu Büroschluss von der Mahü zur Alser.

Die Leute erkennen halt nicht, dass ihr eigener Herdentrieb das Problem ist. Es würde mich rein soziologisch interessieren, ob die 100 Personen, die sich in den ersten der im Konvoi fahrenden Busse zwängen, alle iPhone Benutzer sind, während die 10 Personen, die sich auf die folgenden 2 Busse aufteilen Linux User sind ;-)

bleak_vision
00
26.8.2010, 17:10

Also Ihre Rückschlüsse vom Herdentrieb auf die Betriebssystempräferenz ist ja sowas von blöd...

Ein Android Nutzer.

kleinerpinguin
01
16.8.2010, 00:15

Warum müsstest du auf eine Straßenbahn mindestens 7 Minuten warten?!

kapitän nemo
00
29.7.2010, 10:17
der 13A fährt direkt durch meine gasse

ich benutze ihn oft um vom 4. in den 6. oder 7. bezirk zu gelangen, alternativ zu U1/ U3
ich wundere mich über die beschwerden.
die intervalle sind ausgesprochen kurz.
alles übrige wie hitze im sommer, oder wenig platz für kinderwägen sind probleme die es bei anderen linien ebenso gibt.
aber es wird wohl so sein ,weil ein vorposter bereits angemerkt hat, dass ein großteil der leserschaft des standard im einzugsgebiet des 13A wohnt. die aneren linien benutzen die leser wohl viel seltener

graviton
04

Stimmt nicht. Ich fahre relativ viel in Wien herum und es gibt keine ärgere Häusllinie als den 13A.

Straßenbahnlinien sind übrigens durchwegs bequemer als Buslinien. Da kann die Fahrt von mir aus 1-2 Minuten länger dauern, wenn ich dafür ohne Schütteltrauma an mein Ziel komme.

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