Hamburger Schulvotum

Schmied: "Österreich geht bei Gesamtschule einen anderen Weg"

20. Juli 2010 14:19

Lehrergewerkschaft warnt vor schlechteren Lernergebnissen in Gesamtschulen

Wien - Dass am Wochenende der Volksentscheid in Hamburg gegen eine Verlängerung der Volksschule auf sechs Jahre ausgefallen ist, findet Bildungsministerin Claudia Schmied (SPÖ) "persönlich zwar schade". Als Zeichen für eine generelle Ablehnung jeder Art von Gesamtschule durch die Bevölkerung will sie das Ergebnis allerdings nicht sehen. "Ich betone, dass Österreich hier einen anderen Weg geht", sagte sie am Dienstag. Schuld am negativen Votum ist für sie die Polarisierung zwischen Plänen der Politik und Bürgerinteressen. "Bildungspolitik gegen Eltern kann nicht funktionieren."

Es sei "klüger", schrittweise vorzugehen, wie Österreich das bei der als Vorstufe zu einer gemeinsamen Schule der Zehn- bis 14-Jährigen geplanten Neuen Mittelschule (NMS) tue. Als zusätzlichen Indikator für große Zustimmung sieht Schmied, "dass jeder einzelne Standort, der dabei ist, sich aktiv bewerben musste".

Kein Kommentar von Karl

Im Büro von Wissenschaftsministerin Beatrix Karl, die zuletzt mit ihrer Forderung nach einem "Gymnasium für alle" für Aufregung in der eigenen Partei gesorgt hatte, gibt es keinen Kommentar zum Ergebnis der Abstimmung. Stattdessen wird auf das neue Bildungsprogramm der ÖVP verwiesen, das im Herbst präsentiert werden soll und an dessen Erstellung Karl federführend beteiligt ist.

Als klare Ablehnung der Gesamtschule wertet Eva Scholik, AHS-Vertreterin in der Lehrergewerkschaft (Fraktion Christlicher Gewerkschafter), die Nachricht aus Hamburg. Immerhin sei die Verlängerung der Volksschule "nicht von Vorteil für die Kinder", so Scholik zur APA. Studien würden belegen, dass Schüler in Gesamtschulsystemen einen schlechteren Lernerfolg und einen niedrigeren Wissensstand als Gymnasiasten vorweisen. Das Unterrichtsministerium würde diese Ergebnisse jedoch "aus ideologischen Gründen nicht veröffentlichen".

Schmied hofft auf Vorarlberg

Schmied will unterdessen weiterhin die Schaffung einer Modellregion für die NMS im "Pionierland" Vorarlberg forcieren, sie sei dazu laufend in Gesprächen mit dem dortigen Schullandesrat Siegi Stemer (ÖVP). "Die entscheidende Frage ist: Wie können wir auch die AHS-Standorte gewinnen?" Derzeit nehmen zwar 90 Prozent der Vorarlberger Hauptschulen, aber keine der zwölf AHS an der NMS teil. Gegen eine Modellregion spricht außerdem die Obergrenze von zehn Prozent der Pflichtschulen bundesweit, die bereits mit kommendem Herbst ausgeschöpft sein wird. Schmied zeigt sich dennoch optimistisch: "Hier vertraue ich auf die Kraft Vorarlbergs." Immerhin sei das Bundesland auch Auslöser dafür gewesen, dass die Zehn-Prozent-Grenze pro Bundesland von der Regierung abgeschafft wurde. (APA)

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Heavyweather
22.07.2010 23:16

Ich würde gerne einmal wissen wer von den Postern überhaupt eine Ahnung davon hat wie der Unterricht in einer NWMS abläuft?

Alles Experten der eigenen Schullaufbahn...leider schon 10-40 Jahre her.

Urfahraner Auge
22.07.2010 16:27
Ich bin für Lehre für alle,

Studium nur berufsbegleitend nach abgeschlossener Lehre und Berufsreifeprüfung. Dann erübrigt sich die Gesamtschuldiskussion.

eejay
25.07.2010 00:49

ich bin auch für sklaverei.

Urfahraner Auge
25.07.2010 19:39
Was soll das bringen?

We all went down to new orleans For Bales, For...
22.07.2010 09:35
Keine Sorge,

zum Glück wurde es dem Pröll gestern zu viel und er hat verkündet, dass in Österreich die Gymnasien weiter besetehen bleiben werden, basta!
http://www.kleinezeitung.at/nachricht... wert.story

Damit werden sich jetzt auch die kinderlose Schmied und die kinderlose Karl anfreunden müssen, oder sie verzichten eben auf ihre got dotierten Posten.

Ich gebs zu
21.07.2010 16:39
Man muss sich den Unfug in seiner ganzen Reinheit einmal vor Augen führen:

1. Österreich führt die "Gesamtschule" schrittweise ein, indem es eine dritte Schulform erfindet.

2. Österreich macht keine Bildungsreform gegen die Eltern, sondern brüskiert bei jeder Gelegenheit die Lehrer. Das ist praktisch, da man so gleich einen Grund hat, eigentlich gar nichts zu reformieren, weil ja die böse Gewerkschaft nicht will. (Als ob die etwas verhindern könnte!)

3. In der Modellregion Vorarlberg werden alle Hauptschulen in NMS umgewandelt, d. h. sie bekommen mehr Geld und einige rechtliche Privilegien. Die AHS bleiben dort AHS. Was soll man aus diesem glorreichen Feldversuch lernen? (Dass die Hauptschulen tatsächlich funktionieren können, wenn man ihnen die nötigen Mittel gibt, darf's ja nicht sein.)

G. Lavant
21.07.2010 15:18
Es kämpfen praktisch alle europäischen Länder

um Schulsysteme, die den Anforderungen gerecht werden.
Daher kann ich "internationale Standards" einfach nicht mehr hören, denn die gibt es nicht.
Leute, die sich in Österreich als Bildungsexperten aufspielen, sind bestenfalls von den Medien als solche appostrophiert. Als Beispiele mögen nur Salcher oder Schilcher dienen.
Zwei Lehrer in einer großen Klasse ist etwas völlig anderes als ein Lehrer in einer halb so großen Klasse.
Wer anderes behauptet, hat entweder von Schule keine Ahnung oder kocht sein eigenes Karrieresüppchen.
Innere Differenzierung ist eine Chimäre, die nicht funktioniert und ein Kleidchen aus der Kollektion für des Kaisers neue Kleider.
Es lügen sich alle in den Sack und keiner sagt: "Die Kaiserin ist nackt!"

Attilas Yalcin Tülü
 
21.07.2010 15:11
"SCHULREFORM"

SCHULPOLITIK
SCHULVERSUCH
STUHLPROBE
HARTE KAKI
WEICHE KAKI IM PARLAMENT
SITZENBLEIBENE MINISTERN,MINISTERINNEN
BITTE SICH ERINNERINNEN
ARME SCHÜLER
ARME SCHÜLERINNEN
UNSCHULDIGE LEHRERN,LEHRERINNEN
SCHULBÜCHER....HEUTE::ÖSTERREICH ZEITUNGEN
ES LEBE HEUTE ÖSTERREICH
TAUBSTUMMBLINDENGASSE.O

PS:Die Zeitungen Heute und Österreich sind Krankheit
ärger als HI-VIRUS.Bitte sehen,lesen und nachdenken!
Besonders;BUNDESUNTERRICHTSMINISTERIUM!
Will man eine Generation, die im Gehirn karank ist ???

Phillip Decker
21.07.2010 15:07
Leider...

gehen wir auch beim Fussball unssere eigenen
(Fehl)-wege, obwohl es doch die Deutschen vormachen , wie´s geht.Aber wir sind wir, und das lassen wir uns nicht nehmen, net war?

Annemarie Veit
21.07.2010 15:01
österreich sollte

mit dem unsinn aufhören, ehe es richtig begonnen hat.

nicht alles, was auch die anderen haben, muss gut sein.
nicht alles, was uns "experten" aufs aug´ drücken wollen, muss richtig sein.
nicht alles, was in den medien verbreitet wird, stimmt auch.

der bessere - österreichische weg: ein differenziertes schulsystem wie gehabt, allerdings sollte endlich der HS/KMS jene mittel zur verfügung gestellt werden, damit kinder, die mit defiziten aus der gesamtschule volksschule kommen, die chance bekommen, ihre defizite wett machen zu können.

mehr geld: ja bitte, aber für die HS/KMS, nicht den ministeriellen unsinn nms!

Shrike
25.07.2010 19:10

Ich fasse Ihr Posting zusammen:
Obwohl so gut wie alle rennomierten Bildungsexperten etwas empfehlen, das ist allen Ländern bereits längst umgesetzt wurde, die in internationalen Vergleichsstudien am besten abschneiden, ist unser System das bessere, das seit Jahrhunderten im Kern unverändert ist, und das uns in internationalen Vergleichen regelmäßig schlecht abschneiden lässt.

Das nenne ich bestechend logisch gedacht. Da sieht man wieder einmal, wie effektiv unser Schulsystem die Menschen aufs Leben vorbereitet.

Ich gebs zu
26.07.2010 08:00
Es ist zwar fad, aber man sollte soviel Zeitungsgewäsch nicht unwidersprochen lassen:

Bildungswissenschaftler geben zu, dass man einen Zusammenhang zwischen Schulorganisation und dem Erfolg eines Bildungssystems nicht nachweisen kann.

Experten für Schulorganisation wissen, dass Systemumstellungen aufwändig und riskant sind.

Praktiker/innen sehen eine Fülle von Problemen, für die sie selbst Lösungen improvisieren müssen, weil die Schulbehörde und die Schulleitung sich auf Parteipolitik und Medienarbeit konzentrieren.

Dass "erfolgreichere" Systeme eine Gesamtschule haben (bzw. eine andere Form der äußeren Differenzierung), mag stimmen. Die erfolglosesten Schulsysteme haben sie auch.

Dass eine billige Gesamtschule (+ Privatschule für die eigenen Kinder) sozial gerechter ist, können Sie der Frau Blaschke erzählen.

Agnostiker1
21.07.2010 11:25
Österreich geht immer einen eigenen bzw. anderen Weg.

Unabhängig von der Richtigkeit. Es ist das probateste MIttel um uns von der Mehrheit abzuheben und unsere Eigenständigkeit zu demonstrieren. Hoch lebe unsere Profilneurose.

Quim Barreiros
21.07.2010 13:57

In anderen Ländern lernen die Schüler in den Schulen mehr Sprachen, in Österreich will man mit der NMS genau das Gegenteil: Da die NMS eine Hauptschule bzw. ein Realgymnasium ist, haben die Kinder keine 2. Fremdsprache, sondern Handarbeiten. Sehr zukunftorientiert!

G. Lavant
21.07.2010 15:29

Was uns fehlt, sind naturwissenschaftlich gut ausgebildete junge Menschen.
Naturwisenschaftliche Studien werden gemieden, während humanwissenschaftliche Fächer überlaufen werden.
Wer im naturwissenschaftlichen Bereich tätig ist, kann über einen Crashkurs eine Sprache so weit lernen, dass er sich verständigen kann.
Umgekehrt geht es nicht.

Ich gebs zu
22.07.2010 23:13
Wer ein bisserl Verstand hat,

kann aus Büchern soviel über IT lernen, dass er einen guten Teil der Schmalspur-Computer-Experten in den Sack steckt.

Verallgemeinerungen sind selten verlässlich.

Roter Baron
21.07.2010 10:29
halsabschneiderin

die arbeiterverräterin
will arbeit ohne lohnausgleich
für die ohnedies nicht fürstlich bezahlten lehrer
so gehts ja wohl wirklich nicht !
da darf man sich nicht wundern
dass die kids doof die schule verlassen.

weg mit schmiedl !

roter baron
(bin kein lehrer und auch kein sympathisant)

wunderbar1
21.07.2010 09:04
NMS=Einsparung?

Ich habe mich nicht eingehend mit den Modellen beschäftigt, aber was mir in den sinn kam:

1) In der HS gibt/gab es immer 3 Leistungsgruppen in den Schularbeitengegenständen -> 3 Lehrer und kleinere Gruppe.

2) In der NMS sitzen alle gemeinsam drin und es gibt einen 2. unterstützenden AHS/BHS-Lehrer zur "Individualisierung" -> 2 Lehrer (also -1) und größere Gruppe.

Und ich habe ansatzweise schon gehört, dass dann nicht alle Stunden der 2. Lehrer mehr drin ist, da schon wieder begonnen wird da zu sparen.

GoodieGoodie
21.07.2010 13:43

Den zweiten Lehrer gibt es nur für die Dauer des Schulversuchs. Sobald die NMS ins Regelschulwesen übergeht, steht wieder nur ein Lehrer drin.

wunderbar1
21.07.2010 15:13
STEIL BERGAB!

Ja klingt ja noch "besser"...oh mann....sind die total irre?
Derzeit gibt es im Prinzip 4 Gruppen: AHS + 3 Leistungsgruppen und Sonderschulwesen (welches ja auch ausgedünnt wird immer mehr).

Und da wird immer gemotzt, dass die schwachen zu wenig gefördert und die begabten zu wenig gefordert werden.

Wie soll das dann mit 1 Lehrer und einer gemeinsamen Gruppe gehen?

Würde man wirlich Differenzierung wollen, müßte man auch in der NMS Gruppen bilden - da wird aber offensichtlich das lehrpersonal eigespart ... bzw. ist ja bald sowieso nicht mehr vorhanden (dank voraussehender Planung der Politik).

stefan81
21.07.2010 08:23

was glaubt die werte frau minister?`dass die bevölkerung dumm genug ist die gesamtschule zu wollen wenn man sie nur zitzerlweise einführt.

in österreich wirds das hoffentlich niemals geben, ansonsten können werdende eltern schon zu sparen beginnen um sich das schulgeld für die privatschulen leisten zu können.

eltern die es sich leisten können werden sich hüten ihre kinder mit denen die da zusammenkommen sollen in eine klasse zu stecken. wer will schon was schlechtes für seine kinder?

G. Lavant
21.07.2010 15:32

Mir geht ihr Dünkel gewaltig auf den Keks.

stefan81
21.07.2010 16:14

wieso dünkel? jeder vernünftige mensch wird seine kinder nicht in eine klasse voll mit unterschichtkindern (egal ob in oder ausländisch) wissen wollen. sie vielleicht?

oder gehören sie auch zu der sorte von eltern die ihre kinder ins lycee schicken, aber für die anderen die gesamtschule fordern?

ich bin wenigstens ehrlich und sage dass ich meine kinder wenn ich mal welche haben sollte, mit sicherheit in eine privatschule geben werden!

G. Lavant
21.07.2010 16:52

Nein, meine Kinder sind in eine Hauptschule gegangen.
Ich selbst habe noch mit den "Proletenkindern" auf der Straße gespielt. Ob sie es glauben oder nicht: ich habe davon weder in meiner seelischen, noch in meiner intellektuellen Entwicklungen Schaden genommen.
Sie sollten einmal mit einem echten "Baraber" auf ein Bier gehen: sie würden staunen, wie viel Humor und Alltagsweisheit sie in solchen Menschen entdecken können.

stefan81
21.07.2010 17:02

nachdem sie schon ältere kinder haben nehme ich an dass ihre schulzeit in etwas glücklichere zeiten gefallen ist. ich hätte heute angst um meine kinder wenn ich sie in wien in die hauptschule schicken müsste. gut das ich kein wiener bin und das nicht tun muss. aber naja, das ist halt ansichtssache.

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