Euratom - Umstrittene Gemeinschaft

21. Juli 2010, 08:44
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    foto: vladimir weiss

    Gerade das tschechischen Atomkraftwerk Temelin sorgt immer wieder für Diskussionen rund um den Einsatz von Kernenergie.

Warum ist Österreich immer noch Mitglied bei Euratom? - derStandard.at hat nachgefragt

„Warum bezahlt Österreich noch bei EURATOM mit, obwohl hier ein Festhalten an der Atomenergie das klare Ziel ist?", will User flohimpelz wissen. derStandard.at hat nachgefragt.

Rechtsbestand und Volksbegehren

Österreichs Beitritt zur EU war gleichzeitig der Beginn der Euratom-Mitgliedschaft. „Jedes beitretende Land muss den Rechtsbestand übernehmen", sagt Johannes Pollak, Universitätsprofessor an der Webster University Vienna, Abteilung für Internationale Beziehungen und EU-Experte. „Die Nationen können nicht nur der Wirtschaftsgemeinschaft beitreten." Erklärtes Ziel der Euratom ist laut Vertrag „durch die Erschaffung der für die schnelle Bildung und Entwicklung von Kernindustrien erforderlichen Voraussetzungen zur Hebung der Lebenserhaltung in den Mitgliedsstaaten und zur Entwicklung der Beziehungen mit den anderen Ländern beizutragen". Dieses Bekenntnis zur Atom-Energie ruft immer wieder Kritiker auf den Plan. Die Initiative „Raus aus Euratom", eine Art Dachverband verschiedener Organisationen, versucht einen Austritt mittels Volksbegehren und darauffolgender Volksabstimmung zu erreichen. Seit 30. Juni ist die Sammlung der Unterstützungserklärungen für die Einleitung eines solchen Volksbegehrens abgeschlossen. Roland Egger, Koordinator und Sprecher der Initiative „atomstopp", meint dazu: „Es besteht kein Zweifel, dass die nötigen Unterstützungserklärungen gesammelt wurden."

„Es geht in erster Linie um Forschung"

„Bei Euratom geht es in erster Linie um Forschung und die Sicherung der bereits bestehenden Atomreaktoren. Direktes Lobbying wird von den großen Unternehmen betrieben, nicht von der Gemeinschaft.", erklärt Pollak. Als Beispiel für die Forschungsbestrebungen nennt er das ITER-Projekt, ein sich in Bau befindlicher, gemeinsamer Versuchsreaktor von sieben gleichberechtigten Partnern. Erklärtes Ziel ist die Stromerzeugung durch Kernfusion, damit könne man aus einem Liter Meerwasser genau so viel Energie wie aus einem Liter Öl gewinnen. 

Die Kosten

Die Aufschlüsselung der finanziellen Beiträge Österreichs zu Euratom ist schwierig. So kostet alleine das 7. Forschungsrahmenprogramm nur für Euratom 2,7 Milliarden Euro. Österreich übernimmt davon 2,2 % der Aufwendungen, das sind 59,4 Millionen Euro. Allerdings beziehen sich diese Zahlen auf die 5-jährige Laufzeit des Programms, pro Jahr machen die Kosten in etwa 11,88 Millionen Euro aus. 

Austritt möglich, aber wenig sinnvoll

Rein rechtlich gesehen ist ein einseitiger Austritt eines Landes aus dem Euratom-Vertrag wohl möglich. Im Lissabon-Vertrag, der seit 1. Dezember 2009 in Kraft ist, ist das Austritts-Prozedere geregelt. „Realpolitisch wäre ein Austritt Österreichs aber Unsinn. Das würde einen unheimlich langen Verhandlungsprozess mit sich ziehen und macht angesichts der Tätigkeiten der Gemeinschaft keinen Sinn.", meint Pollak dazu abschließend. (Julia Hold, derStandard.at, 20.07.2010)

Kommentar posten
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Roxy7
01
24.10.2010, 12:19
RAUS AUS DER EU!!!!

Aufgrund der Entwicklung der EU-Verträge genügt ein Austritt aus dem EURATOM-Vertrag nicht um eine demokratische Republik zu sein von der das Recht vom Volk ausgeht.

Nichts gegen eine Zusammenarbeit Österreichs mit anderen europäischen Staaten, aber nur wie es von Österreich gewollt ist. Warum nicht der Alternative EFTA wieder beitreten?

www.eu-austritts-volkgsbegehren.at

mga1
23
22.7.2010, 09:19

Österreich trägt mit seiner Mitgliedschaft bei EURATOM die Atompolitik Europas mit. Österreich stimmt brav mit, wenn das EURATOM-Forschungsbudget verdreifacht wird (2007), Österreich stimmt brav mit, wenn wegen der massiven Kostenüberschreitungen bei ITER-Kernfusion zusätzliche 1 400 Millionen Euro aus anderen Bereichen (u.a. Armutsbekämpfung, Bildung) umgeschichtet werden müssen. Österreich stimmt brav mit, wenn eine zahnlose EU-Sicherheitsrichtlinie verabschiedet wird, die sich lediglich auf bereits bestehende Normen bezieht, in der Öffentlichkeit aber den Eindruck erwecken kann, dass die Sicherheit von Atomkraftwerken nun vereinheitlicht wird.

Runzl
01
22.7.2010, 15:05

soweit ich weiß, wird ein großteil der für ITER zusätzlich nötigen gelder aus noch nicht zugewiesenen Geldern bestritten.
mich würde interessieren, ob sie belegen können, dass geld aus der armutsbekämpfung, ... abgezogen wird!
wenn ja, bitte die quelle angeben.
Danke

mga1
10
22.7.2010, 17:21
zb hier:

http://www.handelsblatt.com/politik/i... rt;2617928

diese Informationen findet sich auch in vielen anderen dt. Medien sowie in diversen Aussendungen von SPD sowie Grüner MEPs zurück.

mga1
00
22.7.2010, 09:20
vereinheitlicht? vonwegen

In Tschechien können tschechische Atomkraftwerke gebaut werden, in Frankreich französische. Und dass das AKW Temelin in Deutschland nicht genehmigt worden wäre, weil es den deutschen Anforderungen nicht entspricht, ist ja bekannt. Aber auch die "neue" Sicherheitsrichtlinie ändert daran nichts.

Was sonst noch Österreich im Rahmen der EURATOM-Mitgliedschaft verbockt hat? Leider zuviel.
http://www.raus-aus-euratom.at/downloads... dungen.pdf

mga1
00
22.7.2010, 09:11
Was der Standard Online weiß...

Was der Standard Online weiß - nämlich den exakten Beitrag Österreichs an EURATOM - dürfte auch das Bundeskanzleramt und das Umweltministerium interessieren: 11 (!) gezählte Anfragen in den Jahren 2007, 2008 und 2009 zum Beitrag Österreichs wurden nämlich immer abgewimmelt mit "EURATOM hat kein eigenes Budget" "Ausgaben nicht zuordenbar". Korrekt: EURATOM hat seit 1968 schon kein eigenes Budget mehr. Trotzdem war es im Jahr 2004 noch möglich herauszurechnen, dass Österreich jährlich 40 Millionen Euro für die Stützung der europäischen Atomindustrie beisteuert - siehe eine parlamentarische Anfrage von Ulli Sima an den damaligen Bundeskanzler Wolfgang Schüssel. Seit der Verdreifachung des EURATOM-Forschungsprogramms im Jahr 2007 wird der exak

mga1
00
22.7.2010, 09:21
hier geht´s weiter:

Seit der Verdreifachung des EURATOM-Forschungsprogramms im Jahr 2007 wird der exakte Beitrag Österreichs zu EURATOM von der Bundesregierung aber wie ein Staatsgeheimnis gehütet. Die Beamt_innen im Umweltministerium wird es freuen, dass Standard Online exakte Zahlen zu EURATOM liefern kann. Nur die Quelle, woher die Zahlen stammen, scheint etwas mysteriös.

NO : ID
 
13
21.7.2010, 21:01

bildsignatur: fao & euratom

aussaat und ernte

wir müssen halt fressen was uns oppenheimer vorgesetzt hat. da gibt´s keinen weg zurück.
fressen müssen wir auch das monsantozeugs.

übrigens wissen wenige, dass mitten in wien ein forschungsreaktor steht. und das ist gut so, immerhin haben wir auch die iaeo in wien.

das blöde ist nur, dass ich euch den gefühlten frieden in euren bürgerlichen kinderzimmern wegnehmen werde. das ist meine aufgabe als künstler ihr scheiß kleinbürger!

Deathflyer
30
21.7.2010, 21:32

Heute noch keine Pillen bekommen?

HerrAbisZ
 
21
21.7.2010, 16:58

Das Austrittsvolksbegehren kann mWn noch im Juli unterschrieben werden

http://zeitwort.at/index.php... post166755

mga1
52
21.7.2010, 16:11
Ein paar kurze, neugierige Zwischenfragen:

Ist RAUS aus EURATOM echt so gefährlich für euch? Ich bin mittlerweile nämlich schwer beeindruckt, wie viele ATOMBEFÜRWORTER hier ein Geschütz auffahren.... WOW! Habt ihr auch grad Urlaub, so wie ich, und ein ehrliches Anliegen zu verteidigen und stehlt euch die Zeit sozusagen ehrenamtlich? Oder sitzt ihr irgendwo im Büro und stehlt die Zeit...mhm, naja....? Würde mich wirklich interessieren!

nix fir unguad
43
21.7.2010, 18:36
Sie leiden unter Paranoia

Sie sollten sich überlegen einen Arzt aufzusuchen.

mga1
12
21.7.2010, 20:53
:-))) mit Hinweis auf

eine Vorab-Fern-Diagnose von "nix fia unguad". Wir werden es lustig haben, mein Arzt und ich:-)

gigngogn
 
15
21.7.2010, 17:15

>Ist RAUS aus EURATOM echt so gefährlich für euch?
Gefährlich? Nein, natürlich nicht. Dumm? Oh ja!
Raus aus Euratom bedeutet natürlich auch raus aus aus den Forschungsprojekten und das bedeutet kein Geld und keine Forschungsstellen für österreichischen Unis mehr, keine österreichischen Subunternehmer und auch keine Einbindung in die Forschungsergebnisse.

>wie viele ATOMBEFÜRWORTER hier ein Geschütz
>auffahren
Geschütz auffahren ist übertrieben, aber auch wir Befürworter gehen mittlerweile mit unserer Meinung an die Öffentlichkeit.
Und unsere 'Geschütze' sind Zahlen, Daten, Fakten die belegbar und nachvollziehbar sind. Anders als die diffusen Behauptungen und Verschwörungstheorien vieler Anti-Atomler.

gergl
33
22.7.2010, 07:51

mit diesen Geldern könnte man aber auch Richtung erneuerbare Energien forschen

mga1
10
22.7.2010, 09:40
genau so soll es sein:

öffentliche Gelder nur für Subvention von Forschung, die der Geldgeber so auch befürwortet!

Entropix
213
21.7.2010, 14:49
nieder mit dem Hirn,

weil das besteht aus Atomen und enthält Gene ;-)

Flowchi
00
26.7.2010, 16:07
bis zur Feststellung der Herkunft...

...dieser Gene sind Wir eigentum von Monsanto?

Wer weiß das schon,...muhahahah*

greets

Anu
 
00
22.7.2010, 16:07

You made my day.

mga1
22
21.7.2010, 16:22
nein, keine Angst:

hier geht es um Kernfusion (daraus besteht sozusagen die Sonne, die heut so schöne scheint) und um Kernfission, die wird noch viele Gen-erationen ungut beschäftigen.
Zum Hirn: dieses wird wohl lernen müssen, mit Direkter Demokratie zurecht zu kommen. Es ist nämlich nicht nur mit Genen und Atomen ausgestatten, sondern auch mit der Fähigkeit zu denken, zur Kreativität, ...;-)

flaute
73
21.7.2010, 13:30

dass österreich noch immer so viel geld in den euratom-vertrag steckt ist schlichtweg eine verarschung der bevölkerung, die sich per volksabstimmung gegen atomkraft ausgesprochen hat. es sollte somit eine selbstverständlichkeit sein, atomkraft nicht weiterhin zu fördern, sodass dann keine hundert kilometer von der österreichischen grenze entfernt die atomkraftwerke aus dem boden gestampft werden, wie in der slowakei oder jetzt auch in norditalien. das sollte sich auch der herr professor aus dem artikel überlegen. wenn man aussteigen kann, und die bevölkerung gegen atomkraft ist, dann hat österreich auszusteigen und basta.

schluss damit!

Cuca Racha
 
25
21.7.2010, 15:03
Lesen bildet !

Euratom hat aber schon gar nichts mit tschech. oder ital. AKWen zutun !
Bitte bitte: Kritisieren Sie Euratom-finanzierte Projekte, aber sagen Sie welche, *konkret*! Bitte bitte!

Aber ich weiss schon, die von der Kronenzeitung intellektuell kondizionierten Ö.erInnen sind weitgehend immun gegen Aufklärung...

Feldschwirl
12
21.7.2010, 17:10

das kronen zeitung argument... immer da, wenn die nazikeule nicht passt...

mga1
12
21.7.2010, 15:53
aber bitte gern

oh Wunder: Frankreich hat die meisten EURATOM-Kredite abgesahnt. Na geh...

Interessantes Detail aus der Kommisionsbewertung zu ITER bzgl. Kostenübernahme durch die europäische Investitionsbank: Options, such as a loan from the European Investment Bank, are dismissed by the Commission as there is no “identifiable income stream” for loan repayments

http://www.raus-aus-euratom.at/ja_aber.p... verwendung

makombo
00
21.7.2010, 17:12

Dein obiges Posting (das mit dem Hirn) hast aber nicht sehr ernst genommen, oder? Was glaubst wohl warum Frankreich die meisten Kredite bekommen hat?

Wie heißt es in der Werbung: "Make an educated guess!"

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