Fusionsreaktor

ITER-Partner einigen sich auf Zeit- und Finanzplan

28. Juli 2010 18:11
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    Foto: agence iter france

    Das Gelände in Cadarache in Südfrankreich, auf dem das internationale Kernfusionsprojekt ITER seinen Fusionsreaktor bauen will.

Erste Fusionsversuche sollen ab November 2019 stattfinden

Cadarache - Die sieben Partner für den milliardenschweren Atomreaktor ITER haben sich auf einen Zeitplan und die Finanzierung des Versuchsprojektes geeinigt. "Wir haben von nun an eine sehr solide Basis, um das Programm voranzutreiben", sagte der Präsident des ITER-Rates, Jewgeni Welichow, am Mittwoch im südfranzösischen Cadarache. Dort soll ab dem Sommer die Konstruktionsphase für den Fusionsreaktor beginnen. Der Vereinbarung zufolge erklärt sich die EU bereit, eine Summe von bis zu 6,6 Milliarden Euro zu investieren, wobei der europäische Anteil an dem Projekt bei 45 Prozent liegt. Beim Zeitplan ist vorgesehen, dass die ersten ITER-Fusionsversuche ab November 2019 stattfinden sollen; ursprünglich war 2018 geplant.

Der ITER (International Thermonuclear Experimental Reactor) soll am Standort Cadarache in Südfrankreich in großem Maßstab zeigen, wie aus der Verschmelzung von Atomkernen Energie erzeugt werden kann; herkömmliche Kernkraftwerke gewinnen Energie aus der Spaltung von Atomkernen. Laut EU-Kommission bietet die neue Technik "Aussicht auf eine schier unerschöpfliche Quelle für sichere und saubere Energie". Kritiker bemängeln, dass die Fusion dieselben Probleme mit sich bringe wie die Spaltung von Atomkernen, darunter die Lagerung von Atommüll. Neben den Europäern sind China, Indien, Japan, Südkorea, Russland und die USA an dem Projekt beteiligt.

Die EU-Staaten hatten lange nach einer Finanzierungslösungen für das Projekt gesucht. Die Kommission, die das Projekt auf EU-Seite betreut, musste die Baukosten steil nach oben korrigieren. 2001 ging sie von 2,7 Milliarden Euro für die europäische Seite aus. Dann beliefen sich die Schätzungen auf 7,2 Milliarden Euro, wie es in einem Papier von Anfang Mai hieß. Zuletzt hatte es geheißen, dass die Gesamtkosten für ITER mittlerrweise auf 16 Milliarden Euro geschätzt werden. (APA)

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Andreas83
30.07.2010 08:45
Die Frage die ich mir Stelle ist,

wenn diese Technologie funktioniert sie mir wirlich billigen Strom liefert

voiceofVIRUS
13.08.2010 21:46
Eher sehr teuer

Diese Dinger haben allein schon vom designbedingten spezifischen Materialbedarf einen Kostennachteil.

Martin Rosenkranz
31.07.2010 14:38
"Billig" glaub ich nicht

Abhängig von der Lebensdauer der einzelnen Komponenten so eines Kraftwerks muss mit unterschiedlichen Amortisationszeiten gerechnet werden.
Im Kern soll es durchschnittlich 100 Millionen Grad Celsius erreichen - zum Aufheizen braucht man eine Heizleistung von 73Mio. Watt. Ich schätze da wirds Komponenten geben die das nicht allzulange mit machen.

Ausserdem sind hier Zeitspannen zu berücksichtigen die das alles zur Sterndeuterei verkommen lässt.

Es gibt ITER noch nicht, nach ITER soll -irgendwann um 2030 - DEMO kommen und erst nach DEMO - so ca. 2050 - solls nutzbare Kraftwerke geben.

Wer weiß was 2030 oder gar 2050 ist ??

voiceofVIRUS
13.08.2010 21:47

da gibts Komponenten die machen es gerade mal so 10-11 Stunden lang. Da bliebe noch viel zu tun.

Gigerius
30.07.2010 15:47

Das Potential dazu ist vorhanden. Aber wenn es um billigen Strom geht, sind herkömmliche noch lange Zeit Kernkraftwerke besser. Es hängt auch davon ab, ob und wann sich evt. Atomkraftgegner durchsetzen. Ihre Frage ist also nicht eindeutig zu beantworten. Unabhängig davon, - die Energiepreise werden die nächsten 10 Jahre vermutlich nicht fallen, ganz im Gegenteil.

Loonquawl
29.07.2010 19:23
die großen kritiker...

...hier sollten sich mal den finanzhaushalt unserer welt ansehen bevor sie daherblöken was man sich um die paar lächerlichen milliarden nicht alles hätten kaufen können.
funktioniert diese technologie war sie jeden jeden cent wert und wird hoffentlich nocht rechtzeitig zum einsatz kommen.

voiceofVIRUS
13.08.2010 21:50
Rechtzeitig- und ein paar Fragen?

Wann ist rechtzeitig? und rechtzeitig wofür? Wie lange braucht es bis zu einem relevanten Marktanteil (das dauert mehrere Jahrzehnte, also 22. Jh). Wie viele Reaktoren kann man überhaupt bauen ohne in Engpässe zu laufen die man im Freudentaumel über die unerschöpfliche Energie übersehen hat?
Wieviele geeignete Kraftwerksstandorte gibt es (die meisten werden übrigens ebenfalls außerhalb Europas liegen -also auch hier die Desertec situation)

prado
29.07.2010 13:11
Lotto für Physiker

mit derselben Erfogswahrsheinlichkeit

bladerunner
29.07.2010 13:21

Sie sind Kernphysiker? Oder gar an dem Projekt direkt beteiligt? Oder haben Sie etwas wissenschaftlich fundiertes beizubringen? Dann würde ich jetzt schnell den Verantwortlichen klar machen, dass da eh nie was rauskommen kann, und sie das "Geld" lieber den Banken als Rettungsschirm zukommen lassen sollen.

x12r13
29.07.2010 14:54
Wenn man

sich bei den Kosten um den Faktor 10 verschätzt hat man:

1) Keine Ahnung was man tut
2) Einen Betrug geplant

Zweiteres wird man den beteiligten Wissenschaftlern eher nicht nachsagen können. Deswegen tendiere ich zu Antwort 1)

Aber was will ich schon mit meinem Hausverstand ..

Gigerius
30.07.2010 15:50

Es wird sich ja schon bei Projekten, deren Technologie wir kennen um bis zum Doppelten verschätzt. Nun versuchen sie das mal mit Technologie, die sie noch garnicht richtig kennen. Jeder Planer wird ihnen bestätigen, daß selbst diese aktuelle Kostenschätzung durchaus daneben liegen kann.

voiceofVIRUS
13.08.2010 21:52
jahrelang

einen auf obergscheit machen und dann kurz vor dem geplanten Baubeginn draufkommen, dass die MAgnetfeldkonfiguraiton doch nicht passt und sie noch zusätzliche MAgneten einbauen mpssen für die aber kein platz ist und....
Das ist schon eine besondere Leistung die nicht einfach nur so mit den Kostenüberschreitungen wie wir sie sonst auch kennen gleichzusetzen ist.

Gigerius
14.08.2010 13:01

Viele Bauteile wurden und werden noch entwickelt. Der ganze Bau ist ein Forschungsprojekt. Wenn man wüsste, wie alles funktioniert und was dazu nötig ist, hätte man wohl keinen Grund mehr die Anordnung zu bauen.
Darüberhinaus ist das auch kein Projekt, "wie wir es sonst auch kennen".

Chris Quast
29.07.2010 23:27

dann war man in der wiener politik und hatte mit dem bau des akh was zu tun :-)

shadow on the wall
29.07.2010 19:12

Bei Grundlagenforschung kann man oft nur sehr wage Kostenplanungen machen, da man im Voraus nicht weiß was man entdecken wird.

voiceofVIRUS
13.08.2010 21:54

das Geld gibts doch für angewandte Energieforschung einer angeblich ausgereiften Energieumwandlungsform, laut einigen Fusionisten sogar der einzigen.
Da leben einfach einige am Mond - was ja immerhin ein Fortschritt ist, weil das hätte es ja auch schon vor dreißig Jahren geben sollen.

Loonquawl
29.07.2010 18:57

wieso faktor 10?

x12r13
30.07.2010 13:43
Bei 16 bleibt es nicht

2,7 -> 7,2 -> 16 -> BAUBEGINN
Taschliche Kosten: ?
Der Faktor 10 ist eh schon eine konservativ optimistische Schätzung. Wobei es keine Rolle mehr spielt, da ist schon zuviel Geld geflossen. Somit ist das Projekt "to big to fail".
Interessant wird aber sein ob das überhaupt in der Form realisierbar ist. Ich hab von Plasmaphysik zugegebermassen keine Ahnung, aber 100 Mio Grad heisse Materiebrösel im Hochvakuum über ein paar Minuten "am Köcheln" zu halten ist schon eine technisch bislang unbewältigte Herausforderung.

voiceofVIRUS
13.08.2010 21:56

Andere wesentliche Herausforderungen werden noch nicht einmal wahrgenommen, weil das Sonnenfeuer schon Herausforderung genug ist.

bladerunner
29.07.2010 12:01

<ironie>
Wie viele Banken hätte man für diese "gewaltige" Summe noch retten können...
</ironie>

Leute, hier geht's um Grundlagenforschung. Unsere Polit-Komissköpfe kapieren halt nicht, dass sowas wichtig ist. Der Horizont reicht maximal eine Legislaturperiode, "Hinter mir die Sintflut" ist bei "Denen Da Oben" immer noch Trumpf.

voiceofVIRUS
13.08.2010 22:01

Bei Wendelstein o ä gehts vielleicht um Grundlagenforschung. Das viele Geld für den ITER wurde mit Visionen einer Technologie die kurz vor dem Durchbruch steht den Politikern aufgeschwatzt. Nur dass die jetzt weniger zu verteilen haben und die ITER -Kosten auf "out-of control gehen"
Das ist nicht too-big to fail sondern ein "Fass ohne Boden". Soviel Geld können die gar nciht reinstecken, dass da jemals was rauskommt was den Aufwand rechtfertigt.

yomellamo
29.07.2010 16:13

wieviele banken haette man damit retten koennen? ... mit glueck eine halbe.

yomellamo
29.07.2010 09:50
der koralmtunnel kostet 4 mrd.

.. die OeBB-manager haben bei der letzten kriese 1 Mrd Euro bei spekulationen in den sand gesetzt

oesterreich koennte also den ITER fast im alleingang finanzieren, wenn er auf dieses unnoetige loch im boden verzichten wuerde und Versager-manager nicht weiter beschaeftigen wuerde, sondern durch leute austauschen wuerde die's koennen (keine politikerfreunderln halt).

her wig
29.07.2010 08:35

Bin gespannt ob man da jemals zu forschen beginnen wird. Bisher hat man ja nur mit Baggern die Zeit und das Geld vertan, und das hätte ja eigentlich der leichteste Teil des Projekts werden sollen, nicht?

Mr. Spock
29.07.2010 12:23

Sie wissen aber schon, dass verschiedenste internationale Institute seit vielen Jahren an der Entwicklung von Bauteilen arbeiten. Bei den zu geplanten Temperaturen zur Erzeugung des Plasmas wird absolutes Neuland betreten ... mit der derzeitigen Technologie ist das noch kaum machbar ...

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