Das Land NÖ setzt verstärkt auf Busse: Rund 3,2 Millionen Netzkilometer werden bis 2011 zusätzlich befahren. Die 28 von den ÖBB übernommenen Bahnlinien spielen eine Nebenrolle
St. Pölten - Ein halbes Jahr nach der Übernahme der Nebenbahnen durch das Land Niederösterreich wird die Zukunft des Öffentlichen Verkehrs immer konkreter. Wie bereits bekannt setzt das Land verstärkt auf Busse: Rund 3,2 Mio. Netzkilometer werden so bis zum Frühsommer 2011 zusätzlich befahren. Die 28 Bahnlinien, die von der ÖBB übernommen werden, spielen eine Nebenrolle - der Regelverkehr bleibt lediglich auf zwei Strecken bestehen, 740.000 Netzkilometer werden künftig jährlich auf den Bahnlinien gefahren.
Insgesamt übernimmt das Land 2010 in drei Tranchen 630 Streckenkilometer von den ÖBB. Zwei Drittel davon sind " teilweise seit Jahrzehnten tot", betonte Verkehrslandesrat Johann Heuras (ÖVP) am Dienstag bei einer Pressekonferenz in St. Pölten. 49 Prozent, umgerechnet 305 Kilometer, werden künftig befahren. Lediglich rund 90 Kilometer - 84 auf der Mariazellerbahn und 5,6 auf der Waidhofener Stadtbahn - bleiben im Regelverkehr, der Rest wird touristisch oder vereinzelt für den Güterverkehr genützt. Die übrigen 51 Prozent der Verbindungen wolle man im Einklang mit den Regionen einer "vernünftigen Nutzung" zuführen, wie etwa Fahrrad- oder Draisinenstrecken.
Niederösterreichs Westen
Der Busverkehr wird vor allem im Westen Niederösterreichs stark ausgeweitet. Im Waldviertel werden zusätzlich zu der seit Mitte Dezember 2009 bestehenden Buslinie mit zwei Mio. Netzkilometern 75.000 Netzkilometer auf der Strecke von Waidhofen a.d. Thaya nach Telc/Tschechien eingerichtet. Im Mostviertel wird das bestehende Angebot von derzeit 300.000 Netzkilometern im Schienenersatzverkehr vervierfacht, also auf 1,2 Mio. Netzkilometer ausgeweitet.
"Wir haben die Wachaubahn gesichert", so Heuras. Die Donauuferbahn werde touristisch wiederbelebt. Mit Bahn und Bussen werden künftig 265.000 Netzkilometer befahren, dadurch werde man die Wachau "autofrei bereisen" können, meinte der Politiker. Die Mariazellerbahn soll zwischen St. Pölten und Mariazell für Pendler voll erhalten bleiben und für den Tourismus attraktiviert werden. Bis 2012 wird neues Wagenmaterial angeschafft.
Die Kosten für das Verkehrskonzept bezifferte Heuras für 2009 mit 67 und für 2011 mit 90 Mio. Euro. Die Busse sollen laut NÖ Verkehrsplaner Fritz Zibuschka auf den Hauptlinien im Stundentakt und auf den Nebenlinien im Zweistundentakt angeboten werden. Ob und wie das Angebot von der Bevölkerung angenommen wird, werde man sehen - eine Evaluierung bzw. allenfalls nötige Verbesserungen seien natürlich in Planung.(APA)