Buskonzept der Zukunft

NÖ Nebenbahnen am Abstellgleis

20. Juli 2010 13:20

Das Land NÖ setzt verstärkt auf Busse: Rund 3,2 Millionen Netzkilometer werden bis 2011 zusätzlich befahren. Die 28 von den ÖBB übernommenen Bahnlinien spielen eine Nebenrolle

St. Pölten - Ein halbes Jahr nach der Übernahme der Nebenbahnen durch das Land Niederösterreich wird die Zukunft des Öffentlichen Verkehrs immer konkreter. Wie bereits bekannt setzt das Land verstärkt auf Busse: Rund 3,2 Mio. Netzkilometer werden so bis zum Frühsommer 2011 zusätzlich befahren. Die 28 Bahnlinien, die von der ÖBB übernommen werden, spielen eine Nebenrolle - der Regelverkehr bleibt lediglich auf zwei Strecken bestehen, 740.000 Netzkilometer werden künftig jährlich auf den Bahnlinien gefahren.

Insgesamt übernimmt das Land 2010 in drei Tranchen 630 Streckenkilometer von den ÖBB. Zwei Drittel davon sind " teilweise seit Jahrzehnten tot", betonte Verkehrslandesrat Johann Heuras (ÖVP) am Dienstag bei einer Pressekonferenz in St. Pölten. 49 Prozent, umgerechnet 305 Kilometer, werden künftig befahren. Lediglich rund 90 Kilometer - 84 auf der Mariazellerbahn und 5,6 auf der Waidhofener Stadtbahn - bleiben im Regelverkehr, der Rest wird touristisch oder vereinzelt für den Güterverkehr genützt. Die übrigen 51 Prozent der Verbindungen wolle man im Einklang mit den Regionen einer "vernünftigen Nutzung" zuführen, wie etwa Fahrrad- oder Draisinenstrecken.

Niederösterreichs Westen

Der Busverkehr wird vor allem im Westen Niederösterreichs stark ausgeweitet. Im Waldviertel werden zusätzlich zu der seit Mitte Dezember 2009 bestehenden Buslinie mit zwei Mio. Netzkilometern 75.000 Netzkilometer auf der Strecke von Waidhofen a.d. Thaya nach Telc/Tschechien eingerichtet. Im Mostviertel wird das bestehende Angebot von derzeit 300.000 Netzkilometern im Schienenersatzverkehr vervierfacht, also auf 1,2 Mio. Netzkilometer ausgeweitet.

"Wir haben die Wachaubahn gesichert", so Heuras. Die Donauuferbahn werde touristisch wiederbelebt. Mit Bahn und Bussen werden künftig 265.000 Netzkilometer befahren, dadurch werde man die Wachau "autofrei bereisen" können, meinte der Politiker. Die Mariazellerbahn soll zwischen St. Pölten und Mariazell für Pendler voll erhalten bleiben und für den Tourismus attraktiviert werden. Bis 2012 wird neues Wagenmaterial angeschafft.

Die Kosten für das Verkehrskonzept bezifferte Heuras für 2009 mit 67 und für 2011 mit 90 Mio. Euro. Die Busse sollen laut NÖ Verkehrsplaner Fritz Zibuschka auf den Hauptlinien im Stundentakt und auf den Nebenlinien im Zweistundentakt angeboten werden. Ob und wie das Angebot von der Bevölkerung angenommen wird, werde man sehen - eine Evaluierung bzw. allenfalls nötige Verbesserungen seien natürlich in Planung.(APA)

 

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23 Postings
Proconsul
19.08.2010 21:01
Es ist eigentlich alles oben geschriebene

ein Wahnsinn - besonders tragisch ist die Einstellung der Ybbstalbahn, nachdem man sogar private Betreiber verscheucht hat, um der Buslobby zudiensten zu sein.... :(((

Ö Card täglich
 
25.07.2010 23:44
Urlaub in Österreich kann Ihre Gesundheit gefährden ...

Wir sind längst Schlußlicht
haben vergessen das wir mal ein Kyoto Protokoll
unterschrieben haben
das wir Milliarden Euro Strafe zahlen
von der EU gezwungen werden weniger LKW BUS Auto
mehr Güter auf die Schiene wieder Bahnen
auf Sperren müssen
Eine Frechheit stolz zu verkünden
sind Tonnen Diesel Ruß, Feinstaub, CO², Ozon
Leben in Österreich wird immer Gesundheits
Schädlicher
100 Fahrgäste Sind 200 Auto Fahrten mehr
Erst der Zug, dann der Bus eingespart und Auto fahren
so teuer das jeder das Auto stehen lassen muß
Armes Rest Österreich
Die ÖBB ist heute schon der Größte LKW Frächter
mit Sub Unternehmen
Nur der Dreck fällt auch unseren Politikern auf den
Kopf, da nutzen Alle Profite nix
www.mikesdesign.at

der_kleine_pariser
 
22.07.2010 23:21

ich habe bis jetzt mehrere male die Wachau autofrei bereist.

wie das in zukunft bequem gehen soll wenn's nur mehr drei züge an vielleicht drei wochentagen (so wie auf der waldviertler bahn) gibt, frag' ich mich.

mediocrity
21.07.2010 13:53
Das Land NÖ macht Verkehrspolitik wie vor 40 Jahren.

Aber solang die Niederösterreicher den Pröll-Feudalstaat wählen, sind sie selbst schuld.

der Bastard, der dich nachhause bringt
21.07.2010 09:25

Gegen Busse ist in meinen Augen ja prinzipiell nichts einzuwenden.

Das große Problem ist in meinen Augen die begleitende Infrastruktur wie Bahnhöfe mit Klo und ordentliche Haltestellen.

Wäre ein schöner Wunschtraum, wenn die durch den Betrieb mit Bussen eingesparten Mittel zum größten Teil für eine Taktverdichtung bzw Ausweitung der Fahrzeiten verwendet würden!

der_kleine_pariser
 
22.07.2010 23:24

naja, kinderwagen, fahrräder, komfort, gechwindigkeit...

ist nicht umsonst so, dass mit einstellung der bahn bei gleichem bus-fahrplan etwa 50% der Fahrgäste ausbleiben.

im hiseigen fall ist's sowieso sonderlich hirnrissig.

da wird eine teure bahninfrastruktur so halberts für ein paar touristenzüge erhalten, statt sie ordentlich herzurichten und die bahn vernünftig zu betreiben.

Ich bin klug
20.07.2010 18:10
Es wurde vergessen zu erwähnen:

Auf einem Abstellgleis in Klosterneuburg wird auf 5m Streckenlänge das Gras im Gleis öfter gemäht als sonst!

sepp schilehrer
20.07.2010 16:20

Österreichische Verkehrspolitik - ein Trauerspiel.

der_kleine_pariser
 
22.07.2010 23:26

Niederösterreichische verkehrspolitik = trauerspiel.

das fängt bei der helmpflicht für radfahrende kinder an und hört bei der ÖV-Politik auf.

aber gerade in österreich gibt 'es sehr gute beispiel wie's auch gemacht werden kann (und das hängt nichteinmal von der politischen farbe des bundeslands ab)

Aristarch
20.07.2010 16:05
Sehr traurig!

Die Ybbstalbahn gehört wohl endgültig der Vergangenheit an; eine "Waidhofener Stadtbahn" kann ja bloß als Scherz gemeint sein!

Ich gib mir immer selber ein paar Grüne!
20.07.2010 15:50

"Lediglich rund 90 Kilometer - 84 auf der Mariazellerbahn und 5,6 auf der Waidhofener Stadtbahn - bleiben im Regelverkehr..."
Wie passt das zur Rettung der Wachauerbahn?

der_kleine_pariser
 
22.07.2010 23:28

sozusagen der umgekherte Oberösterreichische weg:

während Gmunden aus seiner 2.5km strassenbahn + vorchdorferbahn eine stadbahn mit überlandstrecke macht, wird aus der Ybbstalbahn die waidhofner 760mm-dieseltramway.

Tipp-Assistent
20.07.2010 18:56

Nur Touristenzüge mit besonderem Tarif, wie z. B. Retz-Drosendorf.
Das versteht der Kerl unter "Erhaltung".

werauchimmer1
 
20.07.2010 15:41
Einstellung

nennt man das gemeinhin.
Und auf "Hauptlinien" im Stundentakt, auf "Nebenlinien" im Zweistundentakt heißt, dass man als Pendler nur mehr mit dem Auto hinkommt. Der letzte Bus fahrt dann um 6 am Abend. "Ob und wie das Angebot von der Bevölkerung angenommen wird...Evaluierung" heißt, dass man später auch die paar Busse noch einspart.
Traurig.

Tipp-Assistent
20.07.2010 18:57

Und an Samstagen, Sonn- und Feiertagen fährt gar nichts.

super web checker
20.07.2010 15:31
NÖ hat von der ÖBB Strecken übernommen um sie dann stillzulegen???

War das vom Huber ausgedacht? Was wurde da wieder geschoben! Es gilt die Unschuldsvermutung.

Eckhausbesitzer
20.07.2010 17:32

Als super web checker sollten sie wissen, dass der Huber schon seit mind. 2 Jahren nimmer bei der ÖBB ist. Insofern wäre genug Zeit zum zurückrudern gewesen...

Chrifa
20.07.2010 16:56
Stimmt nicht!

Das ganze war ein abgekartetes Spiel:
So blöd kann nicht einmal die Dorli Bures sein, zu glauben, der Pröll würde die NÖ Nebenbahnen retten.
So hat man den "Schwarzen Peter" dem Erwin zugeschoben, der kann damit leben, und die Roten waschen ihre Hände in Unschuld.

py rx
20.07.2010 14:17
ah, ich merk schon,

eine eindeutige verbesserung für die bevölkerung. hahahahaha!

py rx
20.07.2010 14:14
schön formuliert, könnte auch heissen:

die nebenbahnen werden eingestellt.

Lalai Dama
20.07.2010 13:38
Waidhofener Stadtbahn

Selten so gelacht.
Einen größeren Schwachsinn, als die 6 km nach Gstadt auf dem letzten Stummel der Ybbstalbahn zu befahren gibt es wohl nirgendwo.

Abgesehen davon: Warum sollen die Fahrgäste nach Ybbsitz auf halbem Wege und jene Richtung Ybbstal nach läppischen 6 km umsteigen müssen, wer wird sich das antun?

helsing, van
20.07.2010 17:55
so wie ich die Gegend kenne

ist es so gedacht: für die Schulpendler aus dem Norden des Ybbstals (und das sind nicht wenige) gibts noch die Bahn und bis Gstadt wird gefahren da dort rangiert werden kann - ist glaub ich vorher ned möglich - was trotzdem bleibt: ein Witz dieser Stummel, da muss ich Ihnen recht geben...

Gummibam aus Surinam
20.07.2010 22:23

Wobei der derzeitige Bahnhof Gstadt als Endpunkt noch nicht einmal sicher ist!

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