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Universität Graz erweitert Studienangebot auf Masterebene

20. Juli 2010 13:05

Sechs neue Regelstudien und ein Doktoratprogramm - "Computational Sciences" läuft aus

Graz - Die Universität Graz erweitert ihr Studienangebot um sechs neue Regelstudien auf Masterebene und ein Doktoratprogramm. Damit hat die größte Universität der Steiermark mit ihren zuletzt rund 27.000 Studierenden ihr Bildungsangebot auf über 100 Studien ausgedehnt. Eine Richtung wird allerdings auch eingespart: Das Bachelorstudium "Computational Sciences" läuft aus, teilte die Pressestelle mit.

Im Wintersemester 2009/10 ist die Zahl der Studierenden von 22.000 auf rund 27.000 gestiegen, etwa 4.000 davon haben neu begonnen. Den Studierenden stehen mehr als hundert Bachelor-, Master- und Diplomstudien zur Auswahl. Sechs viersemestrige Masterstudien stehen im Wintersemester 2010/11 neu auf dem Programm: Philosophie der Politik, Ökonomie und des Rechts, Angewandte Ethik, Europe, digital Media, Arts and Cultural Heritage Studies, Global Studies sowie Pflanzenwissenschaften. Weiters wird das Bachelor-Studium für Deutsch und transkulturelle Kommunikation sowie das Doktoratprogramm Menschenrechte und Demokratie eingeführt, sagte Pressesprecher Andreas Schweiger.

Philosophie und Ethik

Mit Philosophie der Politik, Ökonomie und des Rechts sowie dem Masterstudium Angewandte Ethik werden laut Schweiger zwei "weitgehend berufsbegleitende" Studien angeboten. Das Masterstudium Europe, digital Media, Arts and Cultural Heritage Studies wird in Kooperation mit den Universitäten Coimbra, Köln, Turku und Salento geführt und zielt auf Absolventen aus dem Bereich der Geistes- und Kulturwissenschaften ab, die Kulturprojekte für die Multimedia-Industrie sowie kulturelle und öffentliche Institutionen planen und umsetzen wollen. Ein Auslandssemester an einer der Partner-Unis ist verpflichtend.

Einen Fokus auf menschenrechtliche Fragen und interdisziplinäre Vernetzung bietet das neue Doktoratprogramm Menschenrechte und Demokratie, das am Europäischen Trainings- und Forschungszentrum für Menschenrechte und Demokratie der Uni Graz (Uni-ETC) angeboten wird. Beteiligt sind 15 Professoren aller Fakultäten.

Globalisierung und Pflanzenwissenschaften

Die Vermittlung vertiefter Kenntnisse von Globalisierung in den Bereichen Wirtschaft, Kultur, Gesellschaft, Recht, Politik und nachhaltige Entwicklung fokussiert das MA-Studium Global Studies. Im Rahmen der NAWI-Graz, der Kooperation von Universität Graz und TU Graz, wurde das Masterstudium Pflanzenwissenschaften aufgestellt. Insgesamt bietet die NAWI-Graz 13 gemeinsame Bachelor- und Masterstudien an. Im Auslaufen ist ab Herbst allerdings das Bachelor-Studium "Computational Sciences", das im Herbst 2005 mit 50 Studierenden begonnen hat. "Die Nachfrage hat sich nicht so entwickelt, wie gedacht war", so Schweiger. Zuletzt gab es nur noch 13 Anfänger. (APA)

Beatrix Karl, TRETEN SIE ZURÜCK!
21.07.2010 17:54
Wer soll das bezahlen?

zauberlehrling85
24.07.2010 14:33

nur weil es ein paar neue Studienpläne gibt, heißt das nicht, dass übertriebene zusatzkosten anfallen. zB besteht global studies fast nur aus bereits existierenden lehrveranstaltungen.

toFo
20.07.2010 15:24
"Die Nachfrage hat sich nicht so entwickelt, wie gedacht war"

Warum wundert mich das bloß gar nicht? Wer will schon ein Bachelorstudium studieren, dass nur mit Masterstudium Sinn macht, für das aber kein Master angeboten wird? Und wer will schon ein Studium studieren, für das es keine Lehrenden gibt? Und wie soll ein völlig unbekanntes Studium bekannt werden, wenn die Werbung gleich nach Start wieder eingestellt wird?
Schade, das Studium hätte Zukunft gehabt.

Hunter84
20.09.2010 14:23

Zu so ziemlich jedem Bachelorstudium gibts einen Master, weil man ja nicht unbedingt ein Master-Studium machen muss, wo man zuvor bereits einen Bachelor hatte.

Dank Bologna gibts ja die Möglichkeit, einen Bachelor zu machen und dann ein Master-Studium in einem etwas anderen Fachgebiet (ein nicht-konsekutives Studium) -> insofern dies mit den ECTS-Punkten möglich ist, muss man sich eben von Fall zu Fall anschauen.

Natürlich ist ein nicht-konsekutives Master-Studium schwieriger, dafür ist man breiter aufgestellt und hat mehr Berufschancen.

Franz Bim
 
21.07.2010 09:21
Kein Master

Es ist völlig normal, dass die Curricula für den Master erst dann ausgearbeitet werden, wenn der erste "Jahrgang" mit dem Bachelorstudium fertig wird. Vorher zahlt sich der Aufwand nicht wirklich aus, da es ja ohnedies die Möglichkeit des "studium irregulare" bzw. des individuellen Masterstudiums gibt. Laut Uni-Graz-Online sind derzeit auch 3 Personen zu einem individuellen Masterstudium "Computational Science" inskribiert.

beos
20.07.2010 19:03

Ein Grund für die geringe Nachfrage könnte auch sein, dass es potenzielle "Praktiker" eher auf eine FH verschlägt und die "Supernerds" gleich an der TU Informatik studieren.......

Zu den anderen Masterstudiengängen: Schön, nur viel Spaß beim erklären der Inhalte beim Arbeitgeber, sollte die jemand direkt nach einem Bachelorstudium anhängen. Berufsbegleitend oder als Zusatzqualifikation natürlich toll. Gibt ja auch Gender Studies und interdisziplinäre Religionswissenschaften die beide jeweils ziemlich jeder Bachelor Absolvent studieren kann. Ich stell mir das nur vor allem dann blöd vor, wenn die Diplomarbeiten bzw. Master Thesis oder auch Fächer mit vielen ECTS streng beurteilt werden. Dann hilft auch der gute Notenschnitt nicht mehr.

Franz Bim
 
21.07.2010 09:29
Praktiker vs. Supernerds

Computational Science ist aber nicht einfach eine Zwischenstufe zwischen "Praktiker" und "Supernerds" sondern geht in eine völlig andere Richtung, nämlich die Naturwissenschaftliche.

Am ehesten vergleichbar ist Computational Science noch mit Technomathematik bzw. Telematik oder auch Physik. Im Gegensatz zur Informatik, welche eine reine Formalwissenschaft ist, haben diese Studiengänge nämlich auch einen Naturwissenschaftlichen Einschlag. Computational Science wäre halt der Ansatz gewesen, Formalwissenschaften einmal mit einer anderen Naturwissenschaft als Physik verbinden zu können.

beos
22.07.2010 17:35

Aha nicht uninteressant.. Nur du scheinst dich da auszukennen, wäre es nicht sinnvoll hier ein Musterstadium für interessierte Physik, Telematik Absolventen einzuführen oder auch ein sogenanntes Phd College für Master Absolventen, die sich in diesem Feld spezialisieren wollen...

Deiner Beschreibung nach hört sich, dass doch sehr abstrakt und auch schwierig an, was doch viele abschrecken könnte und anscheinend auch hat.

Weiters stellt sich für mich die Frage, ob an der Uni Graz selbst genug qualifizierte Forscher auf diesem Gebiet tätig sind? Gerade im Bachelor Bereich ist es mMn um einiges schwieriger mit Gastprofessoren/Lektoren zu arbeiten, welche nur die Lehrveranstaltungen primär geblockt abhalten können.

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