EU hilft beim Aufbau einer Armee

19. Juli 2010, 19:31

Auf einem Truppenübungsplatz in Uganda bilden Soldaten aus 14 europäischen Ländern die künftige Elite der somalischen Armee aus

Eine EU-Trainingsmission in Kampala unterstützt ugandische Soldaten beim Aufbau einer somalischen Armee. Es wäre die erste seit zwanzig Jahren. Es gab bereits Drohungen von islamistischen Milizen.

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Das Tor der Hotelanlage in Kampala, die europäische Soldaten seit April zu ihrem Hauptquartier umfunktioniert haben, ist derzeit besonders schwer bewacht. Seit somalische Islamisten vor einer Woche in zwei Lokalen der ugandischen Hauptstadt Sprengsätze detonieren ließ, die 76 Menschen in den Tod rissen, ist die Sicherheitsstufe nochmals erhöht worden. Die Arbeit der "EU-Trainingsmission Somalia" sei aber nicht beeinflusst worden, versichert Pressesprecher Juan Pita.

Auf einem Truppenübungsplatz im Südwesten Ugandas bilden Soldaten aus derzeit 14 europäischen Ländern die zukünftige Elite der somalischen Armee aus. Das Bundesheer ist nicht beteiligt. Seit fast zwanzig Jahren hat Somalia keine funktionierende Regierung mehr, keine Polizei und auch keine Armee. Somalias Übergangsregierung, die nur einen kleinen Teil der Hauptstadt Mogadischu kontrolliert, wird nur von einer auf 2000 Mann geschätzten Söldnertruppe geschützt sowie von der dreimal so starken Militärmission der Afrikanischen Union (Amisom). Um offensiv gegen die islamistischen Milizen vorzugehen, bat Präsident Sharif Sheikh Achmed um Hilfe. Die EU-Mission ist hierhergekommen, um die ugandische Armee bei der Ausbildung somalischer Rekruten zu unterstützen.

Start bei null

Bei vielen startet die Ausbildung bei null, weiß der deutsche Oberstleutnant Heinrich Kümmerle. "Praktisch jeder hat schon mit Maschinengewehren gekämpft, aber viele wissen trotzdem nicht, wie man das Gewehr richtig hält." Andere wundern sich beim Geländetraining, dass die Kompassnadel stets nach Norden zeigt. "Der eine oder andere besteht darauf, sie müsste doch eigentlich nach Osten zeigen." Die Ausbilder lassen sich aber auch nicht davon aus dem Konzept bringen, dass viele Rekruten nicht lesen oder schreiben können. "Unser Konzept heißt vormachen, erklären, nachmachen, üben - das geht auch ohne Lesen."

Während Ugandas Armee die Grundausbildung der zurzeit 912 somalischen Rekruten übernimmt, kümmert die EU-Mission sich um die Spezialisierung der Soldaten. Einige werden zum Junioroffizier ausgebildet, andere zu Spezialisten im Häuserkampf. Auch für Kommunikation, Erste Hilfe und den Umgang mit Landminen werden Spezialkräfte herangezogen. "Wir wollen alle Teileinheiten ausbilden, aus denen dann im letzten Monat eine funktionierende Armee entstehen soll", erklärt Pita. Zum EU-Programm gehören außerdem Ausbildungen in Menschenrecht mit einem Schwerpunkt auf Frauen- und Kinderschutz. Die Motivation ist trotz Drohungen der Islamisten ungebrochen, sagt Pita. "Wenn man fragt, warum bist du hier, dann lautet die Antwort stets: weil ich den Krieg in meinem Heimatland beenden will." (Marc Engelhardt aus Kampala/DER STANDARD, Printausgabe, 20.7.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 32
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Michael_Gutsch
00
21.2.2011, 06:36

das Problem ist nur, dass in Somalia schon oft "Freunde" ausgebildet wurden, die wenige Wochen später, für die "Feinde" gekämpft haben...
Ändert sich nämlich auch regelmäßig wer gerade dort gut, böse, Freund und Feind ist.

robert king
01
24.7.2010, 22:16
der schaden, der von europäischen und internationalen

konzernen vor somalias küsten aber auch im landesinneren in den letzten 20 jahren angerichtet wurde, lässt sich gar nicht mehr beziffern. und das alles mit duldung bzw. unterstützung diverser regierungen. abseits jedes "imperialisten-bashings" glaube ich im falle somalias tatsächlich, dass dieses land sukzessive zugrunde gerichtet wurde. frieden und eine funktionierende unabhängige regierung hätten den westen seiner grössten und billigsten giftmülldeponie beraubt.

dazu nur ein link von vielen, quasi eine sehr kurze und unvollständige zusammenfassung:

http://tinyurl.com/37qu8kk

Plasmaball
00
24.7.2010, 17:16
Das wird schon klappen. Immerhin übernimmt Deutschland dort die Ausbildung der Kindersoldaten!

Erst ausbilden:

http://www.taz.de/1/politik... daten-aus/

dann in den Mülleimer mit

http://www.epo.de/index.php... &Itemid=50

Bobby W
00
24.7.2010, 08:44
mit Armee ist da nichts zu machen

man sollte Sudan und Somalia demilitarisieren !! und den Fischern das Meer rund um Somalia zurück geben

Die bevölkerung würde es danken!

van.der.stiege
00
20.7.2010, 10:07
"weil ich den Krieg in meinem Heimatland beenden will"

wie war das nochmals??
fighting for peace is like...

wie auch immer. aber bitte im nachhinein nicht jammer wenn man wiedermal aus der geschichte nix gelernt hat...

rubbberduck
02
20.7.2010, 18:38

am einfachsten wäre es vor jedem der einen unterdrücken will zu kuschen, es könnten ja beim widerstand menschen sterben

Shaman141
 
01
20.7.2010, 13:27
...

ah ja, großer weiser!!! und was schlagen sie zur lösung des problems vor? blumenkinder hinschicken? oder kuschelhormone versprühen? rein destruktive kommentare gibt's genug - aber niemand hat eine ahnung wie's sonst gehen soll!!!

Charles Duchemin
00
20.7.2010, 09:45
Ideale Nachttarnung!

Igor Gassner
00
20.7.2010, 09:15
Somalia ist eine Ausnahme

Da es dort de fakto keinen Staat mehr gibt ist diese Armee die da aufgebaut wird eine Art Hilfswilligenarmee eine Quislingarmee die die INteressen Ätheopiens tragen wird das wird kein Somalier akzeptieren. Ich schlage vor eine Konferenz in Somaliland umwandlung Somalias in einen Bundesstaat und Massive Aufrüstzung der schon bestehenden und ausgebildeten Somalilandarmee, das wäre dann allerdings ein unabhängiges Somalia.

Hofer1002
00
20.7.2010, 08:19
Wenn

Europäische Soldaten in Kampala sind wird es im Capitol Pub hoch hergehen.Wenn auch sonst nichts besser wird durch UN Truppen oder jetzt durch EU Ausbilder,steigt wenigstens die Anzahl der Frauen die durch Prostitution versuchen zu überleben(Sarkasmus).Den Truppen die dort neu ausgebildet werden wird es wohl ähnlich ergehen wie den bestausgebildeten Marines in Mogadischu.Die wollen nicht mehr dorthin.

voigt-kampff
01
20.7.2010, 08:06
Na endlich!

Das war ja schon Zeit! Denn, wenn uns die Geschichte Eines gelehrt hat: zuerst muss die Armee aufgebaut werden. Regierung, Legislative, Exekutive und unabhängige Qualitätsmedien folgen dann ganz automatisch.

Und falls es wider Erwarten doch nicht klappen sollte: immerhin lernt man ja, "wie man ein Maschinengewehr richtig hält".

Ich freu' mich so für die Somalis...

eclecticon
01
20.7.2010, 06:10

das ist ein guter Plan - das hat ja in der Vergangenheit schon immer su-per funktioniert

AntiFa201
144
19.7.2010, 22:04

dann doch lieber anarchie als eu-marionetten regime.

insertnamehere
 
00
20.7.2010, 01:32
So interessehalber:

Gibt es eigentlich IRGEND WAS, das sie einem "eu-marionetten regime" NICHT vorziehen würden?

Gendo
01
20.7.2010, 08:01

Nun die Argumentation ist an manchen Stellen Interessant.
Da wird gesagt, das die Taliban (egal was für eine Schreckensherschaft sie darstellen) und ihre somalischen Gegenstücke immer noch besser wären als das Chaos und der Krieg.
Aber der Krieg und das Chaos sind anscheinden besser als eine USA Marionettenregierung. Somit ist auch klar das Taliban und Co sehr viel besser sind als USA Marionettenregierung....

Lemonshark
 
02
20.7.2010, 11:11
Regierung!

Ich bitte Sie, alles ist besser als Taliban & Co!

Oder hätten Sie in Europa gern ein Naziregieme, weil ein Krieg vielleicht damit verhindert werden konnte??

AntiFa201
11
20.7.2010, 12:02
"Ich bitte Sie, alles ist besser als Taliban & Co! "

haben sie das auch ende der 70er gesagt, als die udssr eine sozialistische regierung gestützt hat? ich denke nicht. sie waren sicher einer von denen, die die us-gestützten taliban vorgänger, unterstützten. und diese heutigen taliban können sie jetzt plötzlich nicht mehr leiden? oder haben sie sich nur falsch ausgedruckt? vll sollte es heissen: "lieber blutsaugerkapitalistisches regime, das die menschen nur ausbeutet, anstatt ein taliban regime".

insertnamehere
 
11
20.7.2010, 17:48
Also, ICH zB konnte Ende der Siebziger grade erst mal a bissl blubbern und lallen.

Wie das bei Kleinkindern halt so ist.

Keine Ahnung, ob ich die Brüder damals unterstützt HÄTTE.

Sie offenbar ja schon, sonst hättenS ja eine genauso merkwürdige Kehrtwendung hinter sich gebracht seither?

Bewusst was mitgekriegt von Afghanistan hab ich dann so ab Mitte der 90er, als die Betbrüder sich dort zur herrschenden Junta aufschwangen.
Und die konnte ich tatsächlich von Anfang an nicht leiden.

Tja, die Gnade der späten Geburt.

manfred maier
10
20.7.2010, 18:33
Rosenkranz: „Ich habe das Wissen, dass ein Österreicher, der zwischen 1964 und 1976 in österreichischen Schulen war, das ist also mein Wissen von der Geschichte"

...sie scheinen ja noch "privilegierter" mit ihrem "Also, ICH zB konnte Ende der Siebziger grade erst mal a bissl blubbern und lallen"...
muss der geneigte leser damit davon ausgehen, dass sie rosenkranz mit ihrem "geschichtsverständnis" noch übertreffen könnten?

insertnamehere
 
00
21.7.2010, 09:07
Die Frage war, was für eine Haltung man Ende der 70er zu den Brüdern eingenommen hat.

Die KANN ich nun mal nicht anders beantworten.

Im Nachhinein gesehen, ja, da wäre es vielleicht/wahrscheinlich sogar gscheiter gewesen, Afghanistan von der Roten Armee fressen zu lassen, ohne einen Finger zu rühren.

Kann gut sein, dass man sich damit einiges erspart hätte.

Wie sehn Sie das eigentlich?

manfred maier
00
21.7.2010, 09:28
das problem ist ein ein grundsätzliches....

...welches sich sehr gut an dieser aussage festmachen lässt: "Geoffrey Kemp, Mittelostexperte der Regierung Reagan, und paraphrasierte eine wohlvertraute Maxime amerikanischer Machtpolitik: "Wir wussten, dass Saddam ein Schurke war, aber er war unser Schurke." (die zeit)...
solange es um reine machtpolitik und interessenvertretung geht (wobei immer offen bleibt, wessen interessen hier vertreten werden) ist eine moralische betrachtung sinnlos.
im konkreten fall: WEDER die sowjets (dann gäbe es zb keinen OBL und die ominöse al kaida) NOCH die USA haben (hatten) eine wie auch immer geartete berechtigung für ihren terror und ihre "interventionen"....
dafür wurde (angeblich) die UNO mit ihrem gewaltmonopol gegründet.

manfred maier
10
20.7.2010, 18:24
"Also, ICH zB konnte Ende der Siebziger grade erst mal a bissl blubbern...."

...genau, und die geschichtskenntnisse der frau rosenkranz waren auch an die schulzeit gebunden.....
dann wissen sie vermutlich auch nicht, WAS im 2. WK "richtig" gewesen wäre/ist....oder doch?

insertnamehere
 
00
21.7.2010, 09:14
"dann wissen sie vermutlich auch nicht, WAS im 2. WK "richtig" gewesen wäre/ist."

Doch, weiß ich.
Es war richtig, das Dritte Reich zu bekämpfen und damit nicht aufzuhören, bis es aufgehört hat zu existieren.
Des weiteren bin ich der Meinung, dass es vorher falsch war, Appeasement betreiben zu wollen (auch wenn das Motiv, Europa einen weiteren Krieg ersparen zu wollen, freilich sehr ehrenhaft war).

WÄHREND des Zweiten Weltkriegs hab ich das alles aus naheliegenden Gründen allerdings NICHT gewusst.

manfred maier
00
21.7.2010, 11:20
"während....."

...sie betrachten ihre spitzfindigkeiten als ausreichenden erklärungsansatz für ihre wiederholt belegte flexible gebrauchsmoral?

Lemonshark
 
02
20.7.2010, 12:53
Was wollen sie?

Ende der 70er Jahre war ich ungefähr 16 jahre alt und hatte mit Politik nichts am Hut.

Aber nun bin ich ein bischen älter, und eins ist mir bewußt geworden, wer heute noch mit den Taliban sympathesiert, der gehört sofort vom Stromanschluß entfernt, genau wie diese Steinzeitislamisten vom Planeten entfernt gehören.

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