EINSERKASTL RAU

Verteilungsgerechtigkeit

19. Juli 2010 18:57
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Wie die Steuererhöhung aussehen wird, ist zweitrangig

Es wird irgendeine Art der erhöhten Besteuerung von Vermögen geben. Es geht nicht anders, weil a) diese Regierung keine Einsparungen in unserem aufgeblähten Staat zusammen-bringt (zusammenbringen will) und b) die vollkommen substanzlos gewordene SPÖ ein ideologisches Thema braucht.

Wie die Steuererhöhung aussehen wird, ist zweitrangig. Es herrscht das Prinzip: "Unsere Leut' dürfen nicht leiden." Wer in SPÖ und ÖVP nicht genügend Lobby-Power hat, der wird drankommen - wahrscheinlich mit erhöhter Grundsteuer. Diese ist tatsächlich sehr niedrig und ewig nicht angepasst worden. Das kann man nur als Skandal empfinden, wenn man meint, dass auf die hohen Einkommensteuern noch Substanzsteuern draufkommen sollen.

Verkauft werden die neuen Steuern mit "Verteilungsgerechtigkeit" werden. Das ist einfach nicht wahr. Der Staat hat kein Geld mehr, einerseits wegen der Krise, andererseits, weil man jahrzehntelang Lobby-starke Gruppen gefüttert hat. Die Steuern müssen erhöht werden, damit die Bediensteten der Gemeinde Wien und die ÖBBler und noch viele andere weiter mit Anfang/Mitte 50 in Frühpension gehen können; damit die Bundesländer zur höheren Ehre der Landesfürsten weiter Geld hinausschmeißen können; damit weiter sinnlose Förderungen gegeben werden können. Die ohne Lobby zahlen für die bestens Vernetzten. Das ist "Verteilungsgerechtigkeit" .(Hans Rauscher, DER STANDARD, Printausgabe, 20.7.2010)

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Posting 1 bis 25 von 44
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Rudolf Windisch
 
22.07.2010 09:08
Verwaltungsreformer nicht nur tagen lassen - Erkenntnisse endlich umsetzen

Gratulation zu ihren klaren Worten, jedoch gibt es leider (noch) keine Lobby für deren Umsetzung :-/

Räudiger Straßenköter
20.07.2010 23:43
Falsche Erwartungen

Der Staat kann Leistungen im Bildungs-Gesundheits- Sicherheits- und Infrastrukturbereich erbringen. Zu glauben er sorge für Verteilungsgerechtigkeit ist aber falsch und pervers.

ei padauz
20.07.2010 15:43

schön, wenn der arme RAU keine steuern zahlen will, weil ja nur die faulen öbbler davon profitieren.

sein aktienportfolio wirds ihm danken.

(°)(°)
20.07.2010 12:44
Ich bin dafür wir übernehmen eins zu eins das Steuersystem der USA!

Hubert Hawkins
20.07.2010 15:38
Steuersystem der USA?

Sie meinen im Burgenland andere Steuern als in Tirol? In Pinkafeld andere als in Oberwart?

ElisaHa
20.07.2010 12:11
Völlig richtig.

Der Nörgler
20.07.2010 10:58

Völlig richtig, Herr RAU!

Karl-Ernbrecht von Stenitzer
 
20.07.2010 10:50
Bashing

"Die Steuern müssen erhöht werden, damit die Bediensteten der Gemeinde Wien (...)"

Schon bevor ich diesen Artikel anklickte, hab ich es gewusst. Ich wusste alleine schon beim Anblick des Titels, dass wieder Magistratler-Bashing angesagt ist.

PS: Ich bin kein Magistratler.

/. nerd
 
20.07.2010 10:23
Als Meinungsprostituierter der mächtigsten Lobby braucht sich rau wohl keine Sorgen machen

Gell, die armen "Leistungsträger" haben ja gerade in Österreich wirklich keine Lobby. Arm sind die, und dabei arbeiten sie soo hart.

standardabweichung
20.07.2010 09:37

wenn in österreich etwas unterrepräsentiert ist dann ist das die "mittelschicht". definiert sie so intersubjektiv wie möglich und schaut nach wieviel % der bevölkerung das betrifft dann wird auch klar wer von dieser fiktion am meisten profitiert

superloser
20.07.2010 08:57

Das Argument gegen die Frühpensionen ist in letzter Konsequenz nicht so schlüssig, wie es da oben vorgebracht wurde.
Wenn man mal andersrum die Jugendarbeitslosigkeit hier mit woanders vergleicht, und dann die Pensionen in den Kontext des Arbeitsprozesses einer Gesellschaft stellt, könnte man auch genau andersrum argumentieren.
Lediglich stellt sich dann heraus, dass arbeitslose Jugendliche günstiger sind, als Frühpensionisten.

jassl11
20.07.2010 08:33
wohlstand

in so gut wie keinem land fühlen sich die leute so wohl wie in österreich. woran liegt das? vielleicht weil es einem nicht ganz so schlecht geht, auch wenn man nur 'durchschnitt' ist; sprich: man kann sich einiges wieder rein- und zurückholen (vom staat), auch bei geringen bzw. durchschnittslohn. so weit so gut. schlecht ist aber immer noch mehr so wollen, auch ohne mehr zu leisten. verwöhnt bis dort hinaus. ich weiss nicht was noch alles kommen muss, damit jeder sieht, erkennt, und dann auch eigeninitative ergreift mehr auf sich selbst zu machen, und nicht auf alles und jeden herum bashed. 'will haben' vom staat und anderen mentalität hat zukünftig kein bestand. bin pessimintisch bei A und EU; will sich einfach nicht verändern.

Unbeteiligter Dritter
20.07.2010 08:09

Dass der Staat kein Geld hat und deswegen Steuereinnahmen braucht ist ja kein wirkliches Geheimnis.

Wenns aber nach der ausgeführten Logik geht, hätt ma schon eine USt von 22 %

hotzenplotz1001
20.07.2010 07:30
An sich kennt man von ihm kluge Aussagen, aber von der Umverteilung von Reich zu Arm (statt wie unter Schwarz-Blau umgekehrt) hat Rauscher scheint's noch nicht gehört.

Warum soll der ÖBB-Pensionist sich zum Trost nicht etwas leisten können, wenn Grasser mit langer Nase grinst und japst: „Mich kriegt ihr nie.“

Alfredo di Stefano
20.07.2010 11:40

was passiert ist eine umverteilung von fleissig zu faul. und den grasser mögen auch 99% der gutverdienenden nicht, also wird der schmäh langsam fad.

hotzenplotz1001
20.07.2010 14:14
Mag sein, dass 99 Prozent der G'stopften den Grasser jetzt nicht mehr mögen.

Aber damals, als er noch nicht als Beschuldigter geführt wurde, sondern „erfolgreicher“ Finanzminister war, liebten sie ihn. Woher hätte es denn sonst die zahlreichen „Zuwendungen“ etwa von der VI gegeben. Weil sie ihn für einen politischen Gegner hielten, meinen Sie? Es ging natürlich darum, diese „Moral“ eines Grasser gesellschaftsfähig zu machen. Und darum geht es noch immer, nur traut sich das zur Zeit keiner öffentlich zu bekennen, solang die Staatsanwaltschaft hinter ihm her ist. Sonst denken noch alle man wäre auch so wie Grasser… Mit Loosern will man ja eher nichts zu tun haben.

Wer Steuern zahlt, ist selber schuld!
 
19.07.2010 23:22
Sie sagen es, Herr Rauscher!

Sparen ja- aber bitte nicht bei jenen, die mir nahestehen oder deren Einfluss ich fürchten muss....

Da die vorhandenen Probleme im Wesentlichen genau darauf beruhen, können sie durch diese Art von "Einsparungen" nicht gelöst werden, weil man sich an die heißen Eisen nicht heranwagt.

Also schwadroniert man lieber mit gespielter Empörung über die "Reichen" und "Spekulanten", die angeblich zuwenig zahlen, um die eigene Klientel schonen zu können.

Eine Sanierung durch neue Steuern bleibt aber Wunschdenken, solange diese in ein Fass ohne Boden fließen.

Toni Meister
19.07.2010 20:50
Wenn RAU glaubt ...

...das Problem Verteilungsgerechtigkeit in einem kleinen EINSERKASTL abhandeln zu können, dann irrt er M.E.

stefan81
19.07.2010 22:18

was hier immer vergessen wird ist dass in österreich das vermögen so gerecht verteilt ist wie fast nirgends.

aber das wäre ja unpopulär zu sagen - wie sonst sollte man die neidsteuern auf die besserverdiener sonst durchbringen?

Nik M
22.07.2010 16:00

Wirklich niemand behauptet ernsthaft, dass die Vermoegen in Oe gleich verteilt sind. Was man gelegentlich hoert, ist, dass die bezogenen Familieneinkommen gleich verteilt sind.

Katar Akt
 
20.07.2010 09:13

"was hier immer vergessen wird ist dass in österreich das vermögen so gerecht verteilt ist wie fast nirgends."

Wie kommen Sie darauf? Woher haben Sie die Zahlen zur Vermögenskonzentration? Wieviel % des Anlagevermögens ist den in den Händen der z.B. oberen 10%? Wieviel des Immobilienvermögens? Haben Sie die entsprechenden Berichte etwa der OeNB aufmerksam studiert und kommen dennoch zu diesem ungewöhlichen Schluss?

Susanne_B
20.07.2010 08:09

Und wie genau macht Österreich das?

Jene Grüne Straßenkatze
20.07.2010 08:57
...

Die Verteilungsgerechtigkeit wird in Österreich durch eine Doppelstrategie erreicht: Das Abtun von Kritik als Neid oder Suderei einerseits sowie massives Eigenlob der jeweiligen Regierung in Pressekonferenzen und Anzeigen andererseits.

stefan81
20.07.2010 08:35

wie österreich das macht fragen sie aber nicht ernsthaft, oder? schauen sie sich die gewaltiger umverteilungsmaschinerie an die hier aufgebaut wurde.

Susanne_B
20.07.2010 10:42

Doch ich sehe es nämlich nicht. Und von Ihnen kommen nur inhaltsleere Plattitüden. Also bitte: ein einziges Beispiel nur für die "gewaltige Umverteilungsmaschinerie". Ich bin wirklich nett. Ich verlange nur ein lausiges Beispiel!

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